Geschäftsmodelle in der Raumfahrt

Einleitung

In der Vergangenheit war die Raumfahrt stark auf die NASA ausgerichtet. Alle wichtigen Entscheidungen wurden dort getroffen. Der Staat hatte ein Monopol an Wissen und Technik in dem Bereich. Doch das Budget wurde stark gekürzt. Von ca. 0.7% des BIP auf nur 0.1%. [1]
Die USA haben entschieden das staatliche Monopol aufzugeben. Anstatt der NASA viel Geld aus Steuermitteln zur Verfügung zu stellen, haben sie den Markt geöffnet.
Dabei haben sich in den letzten Jahren private Firmen in der Raumfahrt etabliert.
Firmen wie SpaceX wollen Raumfahrt in Zukunft für kommerzielle Zwecken nutzen. Die NASA kann diese Firmen dann an ihren Raumfahrt-Projekten beteiligen.

In diesem Blogartikel möchten wir vorstellen welche möglichen Geschäftsmodelle es für die kommerzielle Raumfahrt gibt. Dabei haben wir drei Bereiche ausgewählt, welche wir für besonders zukunftssicher erachten. Am Ende gehen wir darauf ein wie diese Entwicklung zu bewerten ist.

Fracht Transport

Der erdnahe Weltraum wird heute für zahlreiche Zwecke genutzt. Insbesondere Kommunikationssatelliten stehen dabei im Mittelpunkt. Diese Übertragen Fernseh-, Internet oder Positionsdaten. Solche Daten werden für zahlreiche sowohl zivile als auch militärische Zwecke genutzt. Beispiele dafür wären die Klimaforschung und die militärische Aufklärung. Private Firmen können zukünftig Satelliten günstiger in das Weltall bringen.

Im Bezug auf den Transport von Satelliten ist besonders der anfallende Abfall ein Problem. Ausgediente Satelliten bleiben in der Erdumlaufbahn und bilden so eine Gefahr für die anderen. Dabei sind Satelliten häufig Teil einer kritischen Infrastruktur. Ein Ausfall hätte schwerwiegende Folgen. Zusätzlich zu dem Schrott sorgen günstigere Konditionen für mehr Satelliten.
Dadurch das die Kosten immer geringer werden, können mehr Satelliten in das Weltall gebracht werden. Es könnte dazu kommen das die Erdumlaufbahn zu voll wird. [2]

Personenverkehr

Eine weitere Möglichkeit besteht in dem Personenverkehr. Elon Musks Firma SpaceX plant ihre Rakete auch zu Flügen über die Erde einzusetzen. Das besondere dabei ist das sehr weite Strecken in kurzer Zeit zurückgelegt werden können. Ein Beispiel wäre die Strecke von London nach New York.
Die Entfernung von New York nach London beträgt ca. 5600 Kilometer. Dadurch dass die Rakete in die Erdumlaufbahn eintritt, kann sie Geschwindigkeiten bis zu 27.000 Km/h erreichen.
Die Reise von New York nach London soll dann nur noch ca. 30 Minuten dauern. [3]
Dabei kommen auch noch viele andere Strecken infrage.
Andere Unternehmen wie Virgin Galactic bieten den Flug ins Weltall als Erlebnis für Touristen an.

Allerdings sind die Risiken im Vergleich zu einem Passagierflugzeug deutlich höher. Die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Unglücks ist höher. Außerdem ist es körperlich deutlich Anspruchsvoller, da mehr Kräfte auf den Körper einwirken.

Asteroiden Bergbau

Außerhalb unserer Erdumlaufbahn fliegen Tausende Asteroiden an uns vorbei. Viele Davon enthalten dabei wertvolle Rohstoffe wie z. B. Platin. Firmen die in der Lage das Erz auf diesen Asteroiden abzubauen besitzen großes Potenzial. Dabei sollen Roboter auf den Asteroiden geschickt werden. Die Erze können abgebaut und auf der Erde verkauft werden. Dies ist besonders interessant, wenn die Erze auf der Erde in Zukunft immer knapper werden. [4]
Als Beispiel die wissenschaftliche Datenbank für Asteroiden listet ca. 1000 Asteroiden mit einem Wert von über 100 Billionen US-Dollar. [5]

Problematisch wird der Abbau von Asteroiden dann, wenn Eigentumsrechte beansprucht werden. Außerhalb der Erde ist es schwer zu definieren, wer welche Rechte an einem Asteroiden besitzt.

Fazit

Wir haben drei mögliche Geschäftsmodelle für kommerzielle Raumfahrt unternehmen gesehen.
Reisen in das Weltall oder Roboter die Asteroiden abbauen sind bald Realität.

Abschließend möchten wir sagen, dass die Kommerzialisierung die Raumfahrt komplett verändern wird. Auf einem polypolistischen Markt werden die Preise durch Konkurrenzdruck reduziert. Dadurch profitiert die NASA. Private Firmen bieten Flüge deutlich günstiger an.

Andererseits besitzt die Privatisierung der Raumfahrt auch Nachteile. Private Firmen müssen Gewinne erzielen, um weiterhin Geld von Investoren zu bekommen. Dadurch werden sie anderen Entscheidungen treffen als eine staatliche Behörde. Außerdem gibt es bis heute noch kein tatsächliches Geschäftsmodell mit dem sich auch Geld verdienen lässt.

[1] Weinzierl, M. (2018) ‘Space, the Final Economic Frontier’, Journal of Economic Perspectives, 32(2), pp. 173–192. doi: http://www.aeaweb.org/jep/.
[2] Mutschler,M. (2013) Risiken für die Weltraumnutzung, SWP-Studie, doi: https://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/studien/2013_S06_mts.pdf
[3] SpaceX (2017) Starship | Earth to Earth. https://www.youtube.com/watch?v=zqE-ultsWt0

[4] Kaufman,E. (2015) The next Gold rush won´t be taking place on Earth, Mic.com doi: https://mic.com/articles/115786/the-next-great-gold-rush-won-t-be-taking-place-on-earth#.Mpd4h4nLN
[5] Database: https://www.asterank.com/
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3 thoughts on “Geschäftsmodelle in der Raumfahrt

  1. Warum halten Sie denn diese Bereiche für “besonders zukunftssicher”? Und was soll es bedeuten, dass “die Erdumlaufbahn zu voll wird”? Es gibt doch nicht nur eine Erdumlaufbahn, oder umlaufen alle Satelliten die Erde auf derselben Kurve? Und schließlich: wieso schränken Sie die Raumfahrt der Vergangenheit auf die NASA ein (das ist doch eine US-Behörde)? Schon mal was von “Sputnik” gehört? 😉

    1. bohm

      SpaceX hat bereits mehrer Frachtmissionen im Auftrag der NASA zur ISS gebracht. Daher denke ich das dies auch weiterhin passieren wird. Die Idee Personen mit Raketen von A nach B zubringen stammt von SpaceX selbst. Die private Raumfahrt ist noch jung daher kann man nicht mit Sicherheit sagen welche Geschäftsmodelle sich tatsächlich durch setzten.
      Der Begriff Erdumlaufbahn ist zu ungenau, gemeint ist die geostationäre Erdumlaufbahn. Die meisten Satelliten konzentrieren sich in dieser Umlaufbahn.
      Aufgrund der politischen Lage gehe ich davon aus es in der UDSSR nicht möglich war das private Unternehmen sich an der Raumfahrt beteiligen.

      1. Marcus Birkenkrahe

        Hallo, danke für die Antwort! Sie schreiben am Anfang nichts von privaten Unternehmen in der Raumfahrt, sondern nur von “der Raumfahrt”, deshalb war ich verwirrt.

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