Future of books – Historischer Überblick 2

Wir haben im letzten Artikel im Rahmen unseres Projekts die lange Geschichte des gedruckten Buches ausführlich behandelt. Im Anschluss geht es in diesem Artikel historisch weiter indem wir dem Leser einen kurzen Überblick über die Entstehung des digitalen Buches geben.

Projekt Gutenberg – E-Book wird geboren

Wir erinnern uns an Johannes Gutenberg, den tatsächlichen Erfinder des Buchdrucks in der Geschichte. Gutenberg war darüber hinaus der Namensgeber des Projekts Gutenberg, das im Jahr 1971 vom amerikanischen Student Michael S. Hart gestartet wurde, und das erste E-Book zustande gebracht hat, nämlich die Unabhängigkeitserklärung der USA. Ziel des Projekts war es im Prinzip, klassische literarische Werke in elektronischer Form zu erstellen und in der Öffentlichkeit kostenlos zu verbreiten. [1]

Dank Projekt Gutenberg wurden mehr als 58000 Bücher veröffentlicht. Die E-Books werden zum Download auf PC, Kindle, Smartphone und andere Geräte auf verschiedenste Textformate angeboten, und das komplett kostenlos. [2]

Das Projekt hat allerdings im März 2018 seine Internetseite für die deutschen Nutzer gesperrt. Grund dafür war laut des Projekts ein verlorener Urheberrechtsstreit vor einem deutschen Gericht. [3]

Im Jahr 1988 kam das erste E-Book das sich am Computer elektronisch lesen ließ zustande, und zwar der Roman “Mona Lisa Overdrive” vom amerikanischen Autor William Gibson. [4]

Die 1990er Jahre

John Galuskza, Gründer von Serendipity Systems, entwickelte ein ebook Display-Programm namens PC-Book. Es enthielt nummerierte Seiten und Lesezeichen. [5]

Im Jahr 1991 bringt Sony den Data Discman Electronic Book Player auf den amerikanischen Markt. [6]

BiblioBytes startete 1993 eine Website, um E-Books über das Internet zu verkaufen, das erste Unternehmen, das ein Finanzaustauschsystem für das Netz entwickelte. [7]

Der amerikanische Verleger Simon & Schuster schuf ein neues Imprint, ibooks, und war der erste Fachverlag, der gleichzeitig Titel im eBook- und Printformat veröffentlichte. Zu den wichtigsten Autoren gehörten Arthur C Clarke, Irving Wallace und Raymond Chandler. Oxford University Press bot eine Auswahl seiner Bücher über das Internet über netLibrary an. [8]

Das National Institute of Standards and Technology in Amerika veranstaltete seine erste ebook-Konferenz. Dick Brass von Microsoft erklärte, dass E-Books die Zukunft des Lesens seien. “Wir beginnen eine Revolution, die die Welt mindestens so sehr verändern wird wie Gutenberg”, erklärte er und sagte voraus, dass bis 2018 90% aller verkauften Bücher Ebooks sein werden. [9]

Im März 1999 wurde der bekannte Roman “Riding The Bullet” von Stephen King als E-Book im Internet veröffentlicht. Nach zwei Tagen war die Anzahl der Nutzer 500.000, die das Buch heruntergeladen haben, und so begann die Beliebtheit von E-Books.[10]

Das 21. Jahrhundert

Creative Commons (CC) wurde 2001 von Lawrence Lessing, Professor an der Stanford Law School, Kalifornien, gegründet. Wie auf der Website erklärt, “Creative Commons ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, es den Menschen zu erleichtern, die Arbeit anderer zu teilen und darauf aufzubauen, im Einklang mit den Regeln des Urheberrechts. Wir stellen kostenlose Lizenzen und andere legale Werkzeuge zur Verfügung, um kreative Arbeiten mit der Freiheit zu kennzeichnen, die der Urheber wünscht, damit andere sie teilen, remixen, kommerziell nutzen oder beliebig kombinieren können.” [11]

2003 war ein Wendepunkt in einem Schwellenland. Immer mehr Bücher wurden gleichzeitig als gedrucktes und digitales Buch veröffentlicht, und Tausende von neuen Büchern, angefangen bei den Bestsellern, wurden als E-Books in verschiedenen Formaten verkauft: PDF (zu lesen im Acrobat Reader, ersetzt durch Adobe Reader), LIT (zu lesen im Microsoft Reader), PRC (zu lesen im Mobipocket Reader) und andere, wobei das Open eBook-Format zum Standard für E-Books wurde.[12]

Im November 2007, Amazon launched its own reading device, named Kindle, mit einem Katalog von 80.000 E-Books auf der Website von Amazon. 538.000 Kindle wurden im Jahr 2008 verkauft. Eine neue Version von Kindle, genannt Kindle 2, wurde im Februar 2009 mit einem Katalog von 230.000 E-Books vorgestellt. [13]

Quellen

1- Lebert, Marie. (2009) ” A Short History of eBooks”. NEF, University of Toronto. S. 5.6.7

2- (https://www.gutenberg.org)

3- Netzpolitik. (2018). ” Projekt Gutenberg: Keine E-Books mehr für deutsche Nutzer”. Link: (https://netzpolitik.org/2018/projekt-gutenberg-keine-e-books-mehr-fuer-deutsche-nutzer/)

4- Bühler, Peter. (2019). “Digital Publishing”. Springer Verlag. S.3

5- The Guardian. (2002). “Ebook Timeline”. auf theguradian.com

6- Dott, Francesco Pace. (2018). “Die Geschichte des Ebooks” auf reporters.de

7- The Guardian. (2002). “Ebook Timeline”. auf theguradian.com

8- History Cooperative. ” A History of Ebooks”. auf historycooperative.org

9- ebd.

10- Dott, Francesco Pace. (2018). “Die Geschichte des Ebooks” auf reporters.de

11- Lebert, Marie. (2009) ” A Short History of eBooks”. NEF, University of Toronto.

12- ebd.

13- ebd.

 

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One thought on “Future of books – Historischer Überblick 2

  1. Marcus Birkenkrahe

    Spannend! Gemeinfreie deutsche Literatur ist immer noch auf der von DER SPIEGEL gehosteten Seite https://gutenberg.spiegel.de/ verfügbar. Ihre Quelle [4] erwähnt Gibson überhaupt nicht, hingegen Hypertext-Fiction von Eastgate, und zwar schon für 1987 (das ist dieselbe Firma, die auch heute noch Writing Tools für MacOS herstellt). Ich bezweifle allerdings, dass es nicht schon vorher Bücher gab, die man “auf dem Rechner” d.h. digital lesen konnte. Bsp. auf dem “Whole Earth ‘Lectronic Link'” (THE WELL). Auf dem Rechner werden Bücher schon länger geschrieben – Textverarbeitungsprogramme gibt es schon lange. Und wenn man ein Buch digital erstellt, kann man es auch digital konsumieren! Timeline: auf Unix beispielsweise kann man Bücher mit dem vi(1) Editor schreiben (habe ich auch schon gemacht) … seit 1976. — Ihr Artikel enthält viele Fakten, eine ganze Menge davon kann man schwer einordnen – sowohl die Zahlen als auch die Nennung von Creative Commons bspw. – soweit ich weiß, hat das mit Ebooks nur am Rande zu tun, oder? Eine Zusammenfassung am Ende hätte mir gefallen. Außerdem bin ich neugierig, von wann die Einschätzung “2018 werden 90% aller verkauften Bücher ebooks sein” ist, und ob sie eingetroffen ist (ich glaube nicht)?

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