Die ethischen Aspekte des autonomen Fahrens

 

Eine Revolution in der Automobilität hat weitreichende Auswirkungen auf unseren Alltag. Eine solche Revolution verändert das äußere Bild der Umwelt durch andere Fortbewegungsmittel und es hat große wirtschaftliche Folgen. Zudem beeinflusst es auch unser Denken was richtig und was falsch ist.[1]
Aber was ist bezogen auf autonomes Fahren richtig und was ist falsch. Im folgenden Blogartikel möchte ich diese Frage bezogen auf die ethischen Aspekte des autonomen Fahrens bearbeiten.

 

Elon Musk der CEO von Tesla sagte in einem Interview, das in diesem oder spätestens im nächsten Jahr autonome Fahrzeuge auf einem Stand sein werden, in welchem Personen welche Einfluss auf Fahrzeuge haben das Sicherheitslevel senken würden. Laut ihm wird es in einigen Jahren nicht mehr vertretbar sein, Autos von Menschen steuern zu lassen.[2]Die Meinung von Elon Musk stimmt auch mit meiner persönlichen überein. Autonome Fahrzeuge halten sich an die Sicherheitsvorschriften im Straßenverkehr und können schneller reagieren als Menschen. Auch aus unserem zweiten Blogartikel „Wie sicher ist autonomes Fahren?“ geht hervor, dass die Technik dazu fähig ist, den Menschen im punkto Sicherheit zu überholen. Im folgenden Blogartikel möchte ich auf die ethischen Aspekte in Situationen eingehen, in welchen ein Unfall nicht zu verhindern ist.

 

Die Ethik Frage

Die Frage nach den ethischen Aspekten lässt sich an folgendem Beispiel erklären. Ein Fahrzeughalter fährt im Straßenverkehr in eine Menschenmenge, um sich selbst zu schützen. In diesem Fall begeht der Fahrzeughalter allgemein gesehen Unrecht, da er sein eigenes Leben über das Leben anderer stellte. Strafrechtlich ist der Fahrzeughalter jedoch nicht zu bezichtigen.[3]Daher stellt sich folgende Frage: Wie sollte ein autonomes Fahrzeug in solchen oder ähnlichen Situationen reagieren und wer sollte hierfür die Verantwortung übernehmen?

 

Kalkulation mit Menschenleben

Durch autonome Fahrzeuge kann die Möglichkeit gegeben werden, Tode zu kalkulieren. Was zuvor durch den Menschen aufgrund von Kurzschlussreaktionen geregelt wurde, könnte nun durch Algorithmen fest deklariert werden. Für diese Deklaration gibt es verschiedene Strategien. Die erste beruht zunächst darauf, die meiste Anzahl an Leben zu retten. Bezogen auf unser Beispiel, würde dies bedeuten, dass unser Fahrzeughalter sich selbst opfern müsste, um die anderen fünf Personen zu retten. Weiter gibt es Strategien, in welchen nach Altersklassen, Sicherheitsständen von Verkehrsteilnehmern und weiteren Faktoren über Leben und Tod entschieden wird.[4]

Eine weiter Strategie ist es die Sicherheit des Fahrzeughalters, immer als erste Priorität zu sehen. Demnach würden unserem Beispiel die fünf Menschen überfahren werden.

Es lässt sich sagen, dass es für die Situation kein richtig und kein falsch gibt, da jeder Mensch unterschiedliche moralische und ethische Ansichten hat. Die Frage ist also eher, wer die Entscheidungskraft über solche Dilemma Situationen besitzen soll.[5]

 

Die Entscheidungskraft in Dilemma Situation

Zur Regulierung von Dilemma Situationen gibt es unterschiedliche Ansichten. Eine Möglichkeit ist es, eine allgemeine Regel festzulegen, nach welcher autonome Fahrzeuge in Dilemma Situationen agieren. Diese Regelung ist dann für alle autonomen Fahrzeuge gültig.[6]

Wenn man allgemein bei autonomen Fahrzeugen festlegt, wie dieses in Dilemma Situationen agieren soll, liegt die Gefahr darin, dass den Nutzern des autonomen Autos die persönliche Entscheidung über ethische Aspekte, welche ihn direkt treffen genommen wird. In vielen Fällen ist dies eine Entscheidung über ihr Leben oder Tod. Die Entscheidungen, welche vom Auto getroffen werden, haben so direkte und moralische Einflüsse auf den Fahrzeughalter. Professor Jason Millar, welcher Forschungen bezüglich der Ethik von künstlicher Intelligenz in Anwendung wie autonomen Fahren betreibt, ist der Meinung, dass es ethisch nicht korrekt ist, die moralische Einstellung eines Nutzers zu untergraben. Aus diesem Grund ist er der Meinung, dass zu entsprechenden Verwendungskontexten auch Eingaben des Nutzers gehören, um ihm eine Entscheidungsgewalt zu lassen.[7]

 

Fazit

Ich persönlich stimme dem Wissenschaftler Jason Millar zu. Meiner Meinung nach ist es nicht in Ordnung dem Menschen die Entscheidung über moralische Aspekte zu entziehen, welche ihn direkt betreffen. Die verschiedenen Situation werden von Menschen unterschiedlich aufgrund ihrer persönlichen, moralischen und ethischen Einstellung gewertet. Jeder Nutzer von autonomen Fahrzeugen, muss demnach die Frage zur Ethik für sich selbst beantworten und für diese auch die Verantwortung im Straßenverkehr übernehmen.

 

 

 

Quellen

[1]Abhandlung Hochautomatisiertes und autonomes Autofahren – Risiko und rechtliche Verantwortung ; Prof. Dr. Sabine Gless, Prof. Dr. Ruth Janal ; Juristische Rundschau (2016) ; Seite 561

[2]Lex Fridman; Elon Musk: Tesla Autopilot|Artificial Intelligence (AI) Podcast; Youtube (2019); ab min 20:13

[3]Abhandlung Hochautomatisiertes und autonomes Autofahren – Risiko und rechtliche Verantwortung ; Prof. Dr. Sabine Gless, Prof. Dr. Ruth Janal; Juristische Rundschau (2016) ; Seite 574

[4]Experimental and Normative Ethics: The Case of Autonomous Cars; Jan Lennart Gogoll; Technische Universität München (2019); Seite 20-22

[5]Experimental and Normative Ethics: The Case of Autonomous Cars; Jan Lennart Gogoll; Technische Universität München (2019); Seite 22

[6]Autonomous Cars: In Favor of a Mandatory Ethics Setting; Jan Gogoll & Julian Müller; Springer (2016)

[7]An Ethics Evaluation Tool for Autonomic Ethical Decision-Making in Robots and Self-Driving Cars; Jason Millar; Applied Artificial Intelligence Vol. 30; (2016) Seite 790

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One thought on “Die ethischen Aspekte des autonomen Fahrens

  1. Marcus Birkenkrahe

    Sehr spannende Argumentation – dieser Artikel hat mich wirklich ins Denken gebracht. Mit der Empfehlung habe ich noch etwas Probleme: das hieße doch, dass ich bspw. vor der Fahrt eingeben würde “Heute bin ich mir selbst der Nächste”. Wenn ich dann jemanden überfahre, kann diese Eingabe benutzt werden, um mir einen Strick zu drehen. Ein zweites Problem: die “Todeskalkulation”, von der Sie sprechen, ist beim Menschen erstens nicht bloß das Ergebnis von “Kurzschlussreaktionen” (das ist bloß die Prozessbeschreibung im Falle eines Unfalls bspw), sondern das Ergebnis von Werthaltungen. Diese bspw. sind in versch. Kulturen unterschiedlich. Würden dann die Autonomen Fahrzeuge aus Deutschland beim Verkauf in diese Länder den sozialen Werten von Saudi-Arabien, Brasilien, China, usw. angepasst werden?

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