Future of Books – Vor- und Nachteile von Online-Buchhandlungen im Vergleich zu stationären Buchhandlungen

Future of Books – Vor- und Nachteile von Online-Buchhandlungen im Vergleich zu stationären Buchhandlungen

Im folgenden Beitrag werden mögliche Vor- und Nachteile von Online-Buchhandlungen im Vergleich zu stationären Buchhandlungen abgewogen und abschließend ein Ergebnis im Fazit zusammengefasst.

Zeitersparnis und Komfort beim Online-Kauf

Die Nielsen Studie kommt zum Ergebnis, dass ein Fünftel der Deutschen (ca. 22%) sich vorerst in der örtlichen Buchhandlung über Bücher informieren bevor sie das Buch dann online kaufen. Beim Kauf eines Buches im Internet ist der wichtigste Faktor die Zeitersparnis und Komfort bei der Auswahl und dem Einkauf, nicht der günstigere Preis. Das zeigt auch die Befragung, denn ein Drittel der Befragten gibt an, dass sie das Einkaufen von Büchern im örtlichen Buchhandel als anstrengend und hektisch wahrnehmen. Außerdem sind örtliche Buchladen nicht immer in direkter Reichweite, wie beispielsweise Supermärkte, sodass sich der Onlinekauf auch hier als praktischer erweist.

Die Studie zeigt, dass der wichtigste Faktor für den Onlinekauf von Büchern für etwa zwei Drittel der Deutschen die Zeitersparnis darstellt, gefolgt von Spaß am Einkauf im Internet, Bessere Vereinbarung mit ihrem Tagesablauf, die Reichweite des Geschäftes und Bücher, die nur online verfügbar sind. [1]

Ständige Verfügbarkeit und großes Sortiment beim Online-Buchhandel

Anders als in regionalen Buchhandlungen unterliegt der Online-Buchhandel keinen Ladenschlusszeiten und ist jederzeit erreichbar. Der Kunde kann jederzeit seine Auswahl treffen und das Produkt bestellen. Während in örtlichen Buchhandlungen längere Öffnungszeiten mit größeren Personal- und Energiekosten einhergehen ist das beim Online-Buchhandel nur minimal der Fall.

Durch eine begrenzte Lagerkapazität in Buchhandlungen ist das Sortiment natürlich begrenzt und die Chance Nischen-Produkte zu finden eher gering. Im Internet gibt es stattdessen keine natürliche Grenze für die Anzahl von Büchern. In bekannten Online-Shops werden inzwischen Millionen von Titeln zum Kauf angeboten, sodass die Erweiterung des Sortiments um neue Bücher weniger ein logistisches Problem darstellt. [2]

Produktpräsentation und Cross-Mediales Angebot beim Online-Buchhandel

Der Leser ist online zwar nicht in der Lage im Buch eigenständig zu blättern, aber auch hier werden Informationen zum Buchtitel ergänzt, wie zum Beispiel die Abbildung des Titelbildes, eine Zusammenfassung des Inhalts, Informationen zum Autor und Produktdetails. Des Weiteren können Online-Buchhändler weitere Abbildungen aus dem Buch, ausgewählte Seiten des Buches im Volltext, Presserezensionen und dazugehörige Videoclips dem Leser ergänzend zur Verfügung stellen.

Eine Präsentation derartiger ergänzender Inhalte auf unterschiedlichen Trägermedien würde im klassischen örtlichen Buchhandel für einen hohen logistischen Aufwand sorgen, wobei man im Internet dazugehörige Produkte, wie Hörbücher, CDs, Filme oder E-Books vergleichsweise leicht zum ausgewählten Buchtitel hinzufügen kann. [2]

Buchhandlungen als Erlebniswelt

Eine entscheidende Schwäche des Onlinehandels ist das fehlende Einkaufserlebnis. Laut der Nielsen Studie nehmen weniger als die Hälfte der Deutschen (45%) den Onlinekauf von Büchern als persönliches Einkaufserlebnis wahr. [1] Das zu den größten Buchhandlungen in Deutschland und in Österreich gehörende Unternehmen namens Thalia hat viel Geld in den Umbau ihrer Filialen investiert, um in ihren Betrieben für Verbraucher eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen und sie zum Verweilen zu motivieren. Deswegen befinden sich auch in größeren Filialen Kaffeehäuser und Lesungen, bei denen Leser ihre Autoren persönlich kennenlernen dürfen. Der Buchhändler Thalia organisiert pro Jahr etwa 500 Veranstaltungen für ihre Community. [3]

Fazit und Zukunftsaussicht

Als Erstes ist zu erwähnen, dass der stationäre Buchhandel nach einem Umsatzminus um 2% mit Abstand (4,3 Milliarden Euro) immer noch den wichtigsten Vertriebsweg für Bücher darstellt. Der Online-Buchhandel ist aber im Aufwärtstrend, sodass er sich im Jahr 2017 positiv entwickelte und rund 1,71 Milliarden Euro online erwirtschaftete. Nach Schätzungen des Börsenvereins lag 2016/2017 der Umsatzanteil des amerikanischen Unternehmens Amazon im deutschen Online-Buchhandel zwischen 50 bis 70 Prozent. Aus den Daten wird ersichtlich, dass der Online-Buchhandel im Gegensatz zum stationären Buchhandel (besonders durch Amazon) an größerer Bedeutung innerhalb des deutschen Buchhandels gewinnen wird. [4]

Abschließend kann man festhalten, dass leidenschaftliche Leser, die ihr Buch mit einem schönen Erlebnis verknüpfen wollen, oder ihren Lieblingsautor kennenlernen möchten, wohl wahrscheinlich weiterhin örtliche Buchhandlungen besuchen werden, da diese eine bessere Atmosphäre bieten als einen unpersönlichen Onlinekauf des Buches. Andererseits ist unverkennbar für den aufmerksamen Leser dieses Beitrags, dass Onlinehändler neuerdings durch eine ständige Verfügbarkeit ihres Services und ein gar unerschöpfliches Büchersortiment dem beschäftigen Menschen der Neuzeit einiges an Komfort und Zeitersparnis bieten, welche beim hiesigen Buchhändler meistens nicht zu finden wären.

Inhaltsverzeichnis

[1] Vgl. Nielsen, (2016). “DAS BESTE AUS ZWEI WELTEN: WIE DIE DEUTSCHEN ONLINE UND OFFLINE BÜCHER KAUFEN”, Link: https://www.nielsen.com/de/de/press-room/2016/das-beste-aus-zwei-welten.html

[2] Vgl. Michel Clement, Eva Blömeke, Frank Sambeth, (2009). “Ökonomie der Buchindustrie”, S. 230.

[3] Vgl. Christian Höller, (2016). “Digitalisierung zwingt Buchhändler zum Umdenken”, Link: https://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/5126554/Digitalisierung-zwingt-Buchhaendler-zum-Umdenken

[4] Vgl. Handelsdaten.de, (2017). “Der deutsche Buchhandel”, Link: https://www.handelsdaten.de/branchen/buchhandel

Abbildungsverzeichnis

[1] Abb. 1 (Beitragsbild): https://pixabay.com/de/illustrations/download-junge-mann-lernen-wolke-1666700/

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One thought on “Future of Books – Vor- und Nachteile von Online-Buchhandlungen im Vergleich zu stationären Buchhandlungen

  1. Marcus Birkenkrahe

    “Umsatzminus von 2%” verstehe ich nicht – ist das in einem bestimmten Jahr? “50 bis 70” ist ganz schön ungenau – wie kommt es denn zu dieser Spanne? Neugierig bin ich auch, was sich in den letzten 3 Jahren getan hat – das ist in der Online-Welt doch eine Menge Zeit.

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