Unsere Zukunft mit dem Lesen: Aus persönlicher Sicht

Die Diskussion über die Zukunft und den Horizont des Lesens findet kein Ende. Auch wenn diese Diskussion nur für einen bestimmten Personenkreis interessant scheinen mag, welcher meistens zur Generation Y gehört, und für den das Lesen ein wesentlicher Teil des Lebens ist, ist das Thema allerdings auch wichtig, wenn man über andere Bereiche nachdenkt, wie z.B. die schulische Bildung.

Wir sind bisher in unseren Artikeln objektiv vorgegangen, sprachen über Zahlen und wissenschaftliche Studien, und dieses Mal möchte ich das Thema eher subjektiv behandeln und darüber schreiben, wie ich persönlich die Zukunft des Buches sehe und inwiefern ich dafür bereit wäre, auf die klassischen gedruckten Bücher zu verzichten und die neuen Technologien zu probieren.

Meine Interessen am Lesen fingen schon in der Kindheit an. Ich erlebte die Zeit in der mein Vater seine Master- und Doktorarbeit schrieb und hatte seine riesige Bibliothek zu Hause als Kind immer sehr faszinierend gefunden, sodass ich sie immer erkunden wollte. Im Laufe der Zeit hatte sich eine Verbindung zu den gedruckten Büchern entwickelt, die in meiner Jugend am Höhepunkt war, als ich immer meine Sommerferien nur mit Büchern verbracht hatte. Heute verfüge ich zwar nicht mehr über die lange Zeit zum Lesen, ist diese Verbindung dennoch zu einem Teil in meinem Herzen geworden.

Vor drei Jahren bekam ich einen Kindle geschenkt und ich fand das damals eine gute Gelegenheit die Ebook-Reader auszuprobieren. Am Anfang war das für mich ein tolles Erlebnis, vor allem, weil man keine Bücher mit sich tragen musste. Man konnte auch die Bücher einfach online kaufen und elektronisch lesen, was viel schneller als bei den gedruckten Büchern ging. Allerdings habe ich mit der Zeit das Lesen der gedruckten Bücher vermisst und ich fand es fast unmöglich, ein persönliches Verhältnis zu den E-Books zu entwickeln, da man die konkrete Realität und den Geruch des Buches vermisst und das sind alles Dinge, die das Lesen zu einem großamtlichen Erlebnis machen.

Jeder spricht heutzutage über die Vor- und Nachteile der gedruckten und elektronischen Bücher und man merkt, dass es zu einem Wettkampf zwischen zwei Teams gekommen ist, in dem jedes Team seine Vorgang und Überlebensmöglichkeiten beweisen möchte. Aber warum betrachtet man das nur als Konkurrenzverhältnis ? Zwar finde ich persönlich, dass das elektronische Buch praktisch und konsumorientiert eine bessere Zukunft hat, da es den Anfängern leichter gemacht hat ihre Werke zu veröffentlichen und auch im Hinblick auf die teuren Preise der gedruckten Bücher und den großen Platz, den die gedruckten Bücher benötigen, aber auf der anderen Seite bleiben die gedruckten Bücher das klassische Mittel mit dem uns die antiken Kenntnisse der Geschichte erreichen konnten, und die Verbindung zwischen dem Leser und dem Buch ist unersetzbar, da das Lesen eines klassisch gedruckten Buches das Lesen im abstrakten Sinne übergeht. Außerdem ist es wichtig und gut die wichtigsten Bücher in Papierform zu erhalten. Bücher wie “Das Kapital” oder “Der Fürst” oder die Romanreihe von Harry Potter sind elektronisch nicht ausreichend.

Insofern bin ich nicht der Überzeugung, dass die gedruckten Bücher verdrängt werden können, sondern glaube ich, dass beide Arten des Lesens überleben werden und die gedruckten Bücher immer ihre Anhänger haben werden. Sowohl die gedruckten als auch die digitalen Bücher werden ein wesentlicher Teil des wissenschaftlichen Weges der Menschheit bleiben.

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2 thoughts on “Unsere Zukunft mit dem Lesen: Aus persönlicher Sicht

  1. Sehr interessant, einmal eine persönliche Meinung zu diesem Thema zu hören – nachvollziehbar vor allem wegen Ihres persönlichen Hintergrunds. Die Analyse ist allerdings noch ein bisschen “flach”: dass es zwischen digitalen und gedruckten Büchern einen Konkurrenzkampf gibt, sollte man genauer untersuchen (gibt es hier Belege?) – lässt sich das an den Änderungen in der Verlagsindustrie wirklich ablesen? Außer Amazon (Anteil am Buchmarkt?) kenne ich keine prominenten Anbieter von ausschließlich digitalen Büchern. Einige Verlage (bspw. Springer) bieten an, E-Bücher zu kaufen und/oder drucken zu lassen. (Fast) alle Verlage haben sowohl digitale als auch gedruckte Bücher im Angebot. Es sieht also viel eher nach einem “Deal”, einem Ausgleich zwischen den beiden Buchtypen aus, und weniger nach einem Verdrängungskampf.

    Und noch eines: warum ist es wichtig, die “wichtigsten Bücher in Papierform zu erhalten”? (Ob Marx, Machiavelli und Rowling zu diesen gehören, ist Geschmackssache – auf meiner Liste finden diese Autoren sich jedenfalls nicht.)

  2. Marcus Birkenkrahe

    PS. meine eigene Kauferfahrung aus den letzten 12 Jahren Kindle-Benutzung ist, dass ich die meisten Bücher SOWOHL auf dem Kindle, ALS AUCH als gedrucktes Buch zu Hause habe. Das würde meine Koexistenz- (statt Konkurrenz-) These bestätigen. Allerdings hat sich im letzten Jahr mein Kaufverhalten geändert – jetzt habe ich nur noch diejenigen Bücher als Druckbuch, die ich auch wirklich noch einmal lesen oder in denen ich einfach einmal herumschmökern möchte. Auf diese persönliche Art des Lesens (keiner liest ja wie ein anderer) sind Sie noch nicht wirklich eingegangen.

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