Blog 5 – Future of Retail

Kritik am Unternehmen Amazon

Amazon bietet wie schon in unseren vorherigen Blogeinträgen erwähnt einen Service an, der viele Konkurrenten alt aussehen lässt. Ob schneller Lieferservice, große Auswahl oder guter Kundenservice, Amazon kann in vielen Bereichen strahlen. Doch wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten oder? Ob dies auch auf diesem Unternehmen zutrifft werden wir uns in dem dieswöchigen Blog genauer ansehen. Wir beschäftigen uns heute mit den Schattenseiten von Amazon.

 

Arbeitsbedingungen bei Amazon

Amazon bietet einen schnellen Lieferservice verschiedenster Produkte in nur kürzester Zeit an. Dies ist nur dank eines ausgeklügelten Logistiksystems und der Hilfe mehrerer tausender Mitarbeiter weltweit möglich. Bestellt ein Kunde mit nur einem Klick einen Artikel gemütlich von zuhause aus   oder unterwegs auf seinem Smartphone, so setzt er einen Prozess in Gange, an dessen Ende die erfolgreiche Lieferung des gewünschten Produktes steht. Dieser Prozess muss in vielen Fällen schon am Morgen des nächsten Tages beendet sein, damit der Kunde ohne weitere Probleme seine gewünschte Bestellung möglichst schnell in den Händen halten kann [1].

Da eines der größten Verkaufsargumente schnelle Lieferung ist, herrscht ein besonders großer Druck auf den Mitarbeitern im Logistikbereich. Immer wieder werden ehemalige Amazon Mitarbeiter, die in den sogenannten Fulfillment Centern tätig waren von verschiedensten Reportern interviewt und geben einen Einblick in den meist stressigen Arbeitsalltag.  Hier wird meist darüber geklagt, dass die Arbeitsvorgaben enorm groß sind, und so mancher Mitarbeiter bis zu 600 verschiedene Lieferungen in einer Stunde verarbeiten muss[2]. Ein weiteres großes Problem scheint hier die ständige Kontrolle durch die Vorgesetzten zu sein. Es ist kaum möglich sich kurz hinzusetzen oder ein freundliches Gespräch mit den Mitarbeitern zu führen ohne direkt ermahnt zu werden[3].

Besonders während der Weihnachtszeit gibt es mehr Bestellungen als zu jeder anderen Zeit des Jahres und der Druck auf die Angestellten vervielfacht sich. Auch am Cyber-Monday der einmal im Jahr stattfindet werden die Mitarbeiter auf die Probe gestellt.

Am extremsten ist es jedoch in den USA, hier löst der Black Friday jedes Jahr bei vielen US-Bürgern einen Kaufrausch aus, der den Tag selbst für uns Europäer berühmt berüchtigt macht. Immer wieder tauchen Videos im Netz auf, wie hunderte Menschen teilweise mit Gewalt in verschiedenste Geschäfte stürmen, um einen guten Deal zu landen. Während die Lagermitarbeiter von Amazon sich mit einer Horde von Kunden auseinandersetzen müssen, haben sie dennoch mehr als genug damit zu tun den Schnäppchenjägern ihre Lieferung vor die Tür zu senden, im Bestfall am nächsten Tag[4].

Es gibt also bei all dem Licht, das Amazon uns als Kunden bietet definitiv eine relativ große Schattenseite, in dem Hauptsächlich die Menschen stehen, die sich im Unternehmen Amazon an unterster Stelle der Firmen- Hierarchie befinden. Jeff Bezos erhielt 2018 den „Axel Springer Award for business innovation and social responsibility“ und war hierfür zu Besuch in Berlin. Begrüßt wurde er hier von der Presse und circa 800 Demonstranten, die gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Warenhäusern Amazons protestierten[5].

Die Kritik an dem Arbeitsethos seiner Firma und den Wunsch nach einer Gewerkschaft könnte er nicht verstehen und gab als Statement nur folgenden Kommentar ab:

“I am very proud of our working conditions and I am very proud of the wages that we pay. In Germany, we employ 16,000 people, we pay at the high range of any comparable work. We have workers councils, of course, and we have very good communications with our employees — so we don’t believe we need a union to be an intermediary between our employees.” [5]

Im selben Interview ging er auch auf seinen Umgang mit Kritik ein und erzählte den Journalisten, dass er um mit Kritik umzugehen in den Spiegel schaut und sich fragt ob die Kritiker recht haben oder nicht[5]. Doch als er das letzte Mal in den Spiegel geschaut hat und sich fragte ob seine Mitarbeiter fair behandelt werden so lautete die Antwort scheinbar „Ja“ da Jeff Bezos Spiegelbild komplett mit sich Selbst im Reinen ist was die Zustände in seinen Warenhäusern betrifft.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ganz danach aussieht, dass sich für die Mitarbeiter nicht viel bessern wird, da der Kopf der Firma davon überzeugt ist, dass es kein Problem gibt. Die Mitarbeiter sollten sich also an den Schatten gewöhnen unter dem sie arbeiten müssen.

Literaturverzeichnis

[1]k.A., ‘Amazon verspricht Standardlieferung innerhalb eines Tages’, Welt Online (2019)

[2]k.A., „NBC Nightly News (2018): Amazon Employees Speak Out About Workplace Conditions | NBC Nightly News. Youtube, 02.09.2018, Web, 20.05.2019 um 12:45 Uhr”

[3]k.A., ‘Amazon nach Unfällen in der Kritik, Kronen Zeitung (2018)

[4], ‘”Isolierte Kolonie der Hölle”: Amazon-Angestellte aus den USA berichten über ihren Arbeitsalltag’, BUSINESS INSIDER (DEUTSCHLAND) (2019)

[5]H. Schwär., ‘Jeff Bezos responded to reports of poor working conditions at Amazon — here’s what he said, Business Insider (2018)

 

 

 

 

 

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3 thoughts on “Blog 5 – Future of Retail

  1. Marcus Birkenkrahe

    Ich erinnere mich, gehört zu haben, dass Walmart am deutschen Markt u.a. scheiterte, weil sich die Firma nicht mit der Arbeitnehmervertretung anfreunden konnte. Warum geht es denn Amazon nicht genauso? Oder anders gesagt: warum gibt es nicht viel mehr Firmen in Deutschland, die dem Konzept von Bezos folgen?

    1. Mustafa El-Khatib

      Ja Walmart ist das umsatzstärkste Unternehmen der Welt. Allerdings scheiterte Walmart in Deutschland unter anderen da man sich nicht an Regeln halten wollte.
      Trotzdem wurde das Prinzip von Walmart von Metro in Deutschland übernommen.
      Ich denke, dass viele dem Konzept von Bezos versuchten zu folgen, diese aber scheiterten, da Amazon einfach so dominant ist, dass sich diese Unternehmen kaum durchsetzen können

  2. Tim Kaukereit

    Ich denke das deutsche Unternehmen nicht die Infrastruktur haben um dem Vorbild von Amazon zu folgen. Dies hängt meiner Meinung nach mit der Erfahrung im Logistikbereich sowie der finanziellen Mitteln zusammen. Walmart scheiterte meines Wissens nach hauptsächlich da wir in Deutschland schon sehr viele Discounter haben und der Erfolg blieb aus da die Konkurrenz einfach zu stark war.

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