Blog 8 – Future of Retail

Amazons Brick-and-Mortar Investition

Willkommen zum Blog Nummer 8 rund über „Future of Retail“. Wir haben in mehreren Blogs schon erwähnt, dass Amazon versucht sich in den Brick-and-Mortar-Bereich des Retails hinein zu wagen. Ein paar Beispiele wären der Kauf des internationalen Supermarkt-Giganten Whole Foods und die Einführung von Amazon Go Supermärkten. Da stellt sich aber sofort eine Frage: Wieso investiert Amazon in ein scheinbar veraltetes Retailkonzept statt weiter in den Onlinehandel zu investieren? Scheinbar wird das Brick-and-Mortar-Konzept modernisiert. In diesem Blog werde ich mich mit diesem Thema befassen und herausfinden wieso Amazon soviel Interesse dafür zeigt.

 

Bereit für eine weitere Disruption

Amazon ist bekannt dafür den Einzelhandel und viele andere Bereiche immer wieder zu „stören“ bzw. zu „zerschlagen“. Online-Handel, das Sprachsystem Alexa und Amazon Kindle sind nur wenige Beispiele wie Amazon den Status Quo der Welt schlagartig verändert hat. Nun ist Amazon auch bereit für die Disruption der physischen Einkaufsläden. Sie erkennen die derzeitigen Mängel der Supermärkte und anderen Läden. Der größte Mangel im Moment sind die Warteschlangen an der Kasse. Niemand geht in einen Laden rein und freut sich darauf ewig hinter der Schlange zu stehen damit man seine Ware am Ende kaufen kann. Jeff Bezos Vision ist ein Supermarkt, in dem man seine Waren nimmt und ohne selbst zu bezahlen, sondern mithilfe modernster Technologie, wieder rausgeht. Mit Amazon Go haben sie diese Vision schon teilweise erreicht, denn es existieren schon über 10 solcher Läden. Jeff versucht ständig Sachen rauszubringen, wovon die Menschheit nicht einmal dachte, dass sie diese spezifische Sache braucht. Amazon Echo wäre dafür ein perfektes Beispiel. Der Sprachassistent Alexa wurde 2014 veröffentlicht und ist heutzutage ein riesiger Erfolg. Hätte man jedoch 2013 gefragt, ob man einen schwarzen Zylinder kaufen möchte, den man ansprechen kann, dir Fragen beantwortet, deine Tischlampe an macht oder dir Musik abspielt, würden die meisten Menschen eher nein sagen. [1]

 

Eine bunte Zukunft

Ein weiteres Argument für die Investition in Brick-and-Mortar ist die Flexibilität. Die wenigsten kaufen ausschließlich online ein oder ausschließlich in physischen Läden. Der Großteil wechsel zwischen beiden Varianten. Das Unternehmen hat erkannt, dass die Zukunft des Einzelhandels nicht schwarz für online oder weiß für physisch ist, die Zukunft ist ein Mix von beidem. Außerdem öffnet Brick-and-Mortar den Eingang in die Modewelt. Amazon ist es gewohnt Produkte wie Bücher zu verkaufen. Bei solchen Produkten weiß der Kunde immer genau was er am Ende geliefert bekommt. Mode ist da leider sehr anders. Die Qualität des Produktes ist subjektiv und kann nicht einfach von einem Bildschirm aus bewertet werden. Daher sind physische Stores dringend notwendig falls Amazon in die Modewelt hineintreten möchte. [2] Schließlich verringern die Brick-and-Mortar Läden auch die gewaltigen Lieferkosten, die Amazon jedes Jahr bezahlen muss. Letztes Jahr betrugen die diese Kosten allein 22 Milliarden US-Dollar. Durch die mittlerweile über 5200 Läden (80% davon Whole Foods) werden diese Lieferkosten um einiges verringert. Dazu können Kunden zukünftig ihre Pakete dort abholen, bzw. reklamieren. [3]

 

Schlussendlich kann man sagen, dass man Amazons Entscheidungen mittlerweile einfach hinnehmen muss. Das Unternehmen wird durch den Brick-and-Mortar-Markt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit enorm profitieren und viele Konkurrenzretailer werden sich kaum wehren können, da Amazon leider einfach ein zu großes Unternehmen mittlerweile ist.

 

Literaturverzeichnis

[1] C.Clifford, “Jeff Bezos: Amazon is still ‘small’—90% of US retail sales happen in brick and mortar stores”, CBNC(2019)

[2] A. Schaverien, “Five Reasons Why Amazon Is Moving Into Bricks-And-Mortar Retail”, Forbes(2018)

[3] N. Levy, “How Amazon’s expanding U.S. brick-and-mortar footprint stacks up against other big retailers”, GeekWire(2018)

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One thought on “Blog 8 – Future of Retail

  1. Marcus Birkenkrahe

    Ich weiß nicht, ob ich Ihnen das Argument “Amazon ist mittlerweile einfach zu groß” abkaufe. Es gab auch vorher schon Unternehmen mit hohem Marktanteil. Gleichzeitig gibt es immer mehr Beispiele von “Disruption”, für die auch Amazons Anfänge stehen. Ob dies gelingt, hängt von vielen Faktoren ab, von denen Größe am Markt nur eine ist. Die Geschichte der Wirtschaft zeigt dies deutlich – an die ehemals riesigen Firmen, die fast monopolistisch den Markt beherrschten, denkt heute niemand mehr – und oft (Bsp. sind Dell, IBM, ITT, GE – und im Einzelhandel noch viele mehr) war es ein durch Technologie errungener Vorteil – der durch neue Technologien, oder einfach durch eine neue Generation von Kunden – ebenso rasch eliminiert wurde wie der Erfolg einst kam. Sie weisen selbst darauf hin (Bsp. Mode), dass es eine Rückwirkung vom Produkt gibt. Die Wahrheit ist letztlich also glücklicherweise komplexer. Im Kapitalismus gibt es keinen Grund zum Pessimissmus!

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