In Container gepackte Cloud

Worum geht es?

In diesem Blog beschäftigen wir uns mit Containern in der Cloud. Zuallererst möchten wir euch einen generellen und kompakten Überblick über Container und ihre Anbieter geben und darstellen, welche Vorteile Container allgemein und für die Cloud bieten.

 

Was sind Container?

Container stellen eine eigene Einheit mit eigenen Applikationen dar, dort sind nur die notwendigen Betriebssystem-Komponenten, Binaries und Libraries enthalten und es wird keine individuelle Virtuelle Maschine gebraucht, um diese zu isolieren [8]. Die Container werden mit Virtuellen Maschinen verglichen, da diese bekannt und oft verwendet werden [9].

Es existieren verschiedene Container-Plattformen (Container Engines), wer mehr über die verschiedenen Container Engines wissen möchte, kann auf expertenderit.de einen Blick wagen, um sich ein Bild zu machen.

Ein Image ist einfach gesagt ein Abbild eines Containers [7] und lässt sich auf einem anderen plattformunabhängigen Betriebssystem starten. Das Installieren von Programmen und deren Updates für die User Systeme entfällt, da das Image alle notwendigen Komponenten, um aus dem Image den Container zu starten, beinhaltet. Wenn mehr Instanzen eines Containers benötigt werden, lassen sich neue hunderte Container hoch und wieder herunterfahren [8].

 

Wer bietet es an?

Unternehmen die Container im Cloudservice anbieten sind die üblichen großen Anbieter für Cloud Service (Amazon (AWS), Google und Microsoft (Azure)). Sie unterscheiden sich alle vom Preis und von der angewandten Engine Software. Um Container skalierbar zu managen bedarf es einer Orchestrierungs-Lösung. Diese Software ist dafür da, Container zu verwalten [8]. Wenn ihr euch einen genaueren Überblick über die einzelnen Container Engines machen wollt, schaut auf dem Blog von newrelic.com vorbei.

 

Was sind die Vor- und Nachteile?

Isolation:
Die Wartung und das Updaten ist ein großer Vorteil, denn das Reparieren und updaten funktioniert fokussiert auf einem Container, da es sich auf den microservicebasierten Ansatz anlehnt – ähnlich wie bei serviceorientierter Architektur (SOA). Die Isolation erleichtert auch das gemeinsame Arbeiten an großen Projekten. [5]

Ressourcenfreundlich:
Im Vergleich zu einer Applikation, die auf einer VM (Virtuelle Maschine) läuft werden neben der Applikation viele Ressourcen für die VM verbraucht, was zu einem Overhead führt [6]. Das läuft bei dem Container deutlich kompakter ab, wodurch mehr Instanzen mit der gleichen Hardware bereitgestellt werden können. Auch die Schnelligkeit gewinnt erheblich und ist zur Skalierbarkeit offensichtlich mehr geeignet, was unter anderem auch einen großen Vorteil für Cloud-Computing bietet [3]. Während ein Container in der Regel nicht mehr als 100 Megabyte hat, haben die VMs mehrere Gigabytes [1].

Plattformunabhängigkeit:
Portabilität ist eine große Stärke, die durch das Image ermöglicht wird und Plattformunabhängig funktioniert.

Schnelle Skalierbarkeit:
Schnelle Skalierbarkeit wird mithilfe von Orchestrierungs-Lösungen im großen Stil ermöglicht [8].

 

Neben den Vorteilen der Container gibt es auch ein paar Nachteile. Ein negativer Aspekt ist zum Beispiel, dass es für die neue Technologie noch zu wenig Personal gibt, welches in der Lage ist mit Container zu arbeiten. Außerdem ändert sich im Tagesgeschäft der IT der Fokus von Betriebssystembetreuung auf Applikation und Cluster-Plattform [11].
Trotz der Isolierung der Applikation und der Umstellung auf die neue Technologie, werden Sicherheitsprobleme nicht gelöst [10].

 

Für wen ist sowas sinnvoll?

Für Unternehmen, die sich vorrangig an Microservice-Architekturen orientieren und oder Unternehmen die DevOps-Systeme nutzen [3].

Für Unternehmen, die über ihre Cloudpartner die einzelnen Applikationen zur Verfügung stellen und dabei Ressourcen sparen wollen.

Container lassen sich in fast allen größeren Betrieben praktisch einsetzen. Ob es nun sinnvoll ist, diese Technologie zu verwenden, muss intern abgesprochen werden, da ein bestimmtes Wissen vorhanden sein muss und eine Umstellung für das Unternehmen notwendig sein wird.

 

Was ist mit der Cloud?

Die Cloud Provider profitieren schon heute von Containern. Die Vorteile der Technologie sind hervorragend für die Cloud geeignet. Der entscheidende Punkt für die Cloud ist jedoch die Ressourceneinsparung und die schnelle und vor allem hohe Skalierbarkeit. Es entsteht mehr Platz auf den Rechenzentren der Cloudanbieter, da keine Virtuellen Maschinen als guestOS (operating system) laufen müssen und die Skalierung schneller vonstattengeht. Die Kunden der Cloudanbieter profitieren auch, da diese weniger Ressourcen verbrauchen und somit weniger zahlen und trotzdem den gleichen Service mit höherer Geschwindigkeit genießen können. Ein Unternehmen kann die Technologie von zwei Cloudprovidern gleichzeitig beziehen, da man durch das isolierte Containersystem nicht mitbekommt, wo der Container ist. Es ist auch möglich, Container in dem eigenem Firmeninternen Intranet zu nutzen und den Service der Cloudanbieter.

Wegen der enormen Vorteile sind Container in der Cloud also sehr nützlich, sie werden jedoch nicht die Virtuellen Maschinen ersetzen, da beide ihre Vor- und Nachteile haben. Es ist also eher eine Frage des Zusammenspiels als des Ersetzens.

 

 


Quellen:

[1] Rubens Paul und Florian Maier: Wofür Sie Container brauchen. In: tecchannel.de (2015) URL: https://www.tecchannel.de/a/container-vs-virtualisierung,3201845

[2] chrissikraus; Stephan Augsten: Was ist Docker? In: dev-insider.de (2018) URL: https://www.dev-insider.de/was-ist-docker-a-733683/

[3] Oracle Redaktion: Das sind die 10 wichtigsten Cloud-Trends 2019. In: blogs.oracle.com (2019) URL: https://blogs.oracle.com/de-cloud/die-10-wichtigsten-cloud-trends-2019

[4] Larissa von der Howen: Was sind Container in der IT? In: cloud-mag.com URL: https://www.cloud-mag.com/was-sind-container/

[5] Red Hat Redaktion: Was ist Docker? In redhat.com URL: https://www.redhat.com/de/topics/containers/what-is-docker

[6] Rene Büst: Docker: Was du über die Container-Technologie wissen musst. In: t3n.de (2016) URL: https://t3n.de/magazin/ueber-container-technologie-wissen-musst-docker-gehts-240047/

[7] Frank: Docker – Teil 1: Was ist Docker? In: ab-heute-programmieren.de (2015) URL: https://www.ab-heute-programmieren.de/docker-teil-1-was-ist-docker/

[8] Ingo Rill: Wie funktioniert Docker Container. In: claranet.de (2018) URL: https://www.claranet.de/blog/2018-04-12-wie-funktionieren-docker-container

[9] Achim B. C. Karpf: 7 Linuxbasierte Container-Plattformen im Überblick. In: expertenderit.de (2016) URL: https://www.expertenderit.de/blog/7-linuxbasierte-container-plattformen-im-%C3%BCberblick

[10] Bernhard Haluschak: Die wichtigsten Vor- und Nachteile von Docker-Containern. In: computerwoche.de (2019) URL: https://www.computerwoche.de/a/die-wichtigsten-vor-und-nachteile-von-docker-containern,3546671

[11] Andrew Frohelich: Was sind die Vorteile und Nachteile von Containern? In: computerweekly.com (2019) URL: https://www.computerweekly.com/de/antwort/Was-sind-die-Vorteile-und-Nachteile-von-Containern

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Bildquellen

  • Vorteil_von_containern: Robert Hoch

3 thoughts on “In Container gepackte Cloud

  1. Marcus Birkenkrahe

    Sehr interessante Übersicht! Was sind denn das für “Sicherheitsprobleme”, die Sie ansprechen? Und das Ganze klingt nach “kann man machen, muss man aber nicht” – welche Unternehmen setzen diese Container denn z.B. ein bzw. kann man sich das auch als Normalo-User mal praktisch angucken?

  2. Robert Hoch

    Die Sicherheitsprobleme werden nicht durch Container gelöst. Auch wenn es sich sicher anhört, muss die Sicherheit außerhalb der Cloud gewährleistet werden, bei Bedarf.

    Zum zweiten Punkt: Firmen wie General Motors, Expedia und PayPal nutzen diese Technologie und nutzen die daraus resultierenden Vorteile. Als Normalo-User kann man es sich durchaus einfach mal so anschauen, ich habe Docker selbst angeguckt und getestet. Um jedoch mehr repositories (auf Deutsch Lager) und autobuilds zu haben, muss man Docker abonnieren. Mehr Informationen zu den Docker-Abo Möglichkeiten finden Sie hier: hub.docker.com .

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