Plastik in aller Munde – Tipps zur Plastikvermeidung

Plastik in aller Munde – Tipps zur Plastikvermeidung

Die besorgniserregende Situation aufgrund von Plastikmüll, sowie einige Lösungsansätze diesbezüglich wurden in unseren vorangegangen Blogartikeln näher erläutert. Nun wollen wir uns der Frage stellen, was jeder Einzelne für die Vermeidung von Plastik in seinem Alltag tun kann und wie er dadurch seine eigene Gesundheit begünstigen kann.

Das Thema „Was-kann-ich-selber-tun“ erlangt seit einigen Jahren immer mehr Aufmerksamkeit. Besonders über Social Media, wie Instagram oder Facebook, werden immer häufiger unter Hashtags, wie #Nachhaltigkeit oder #zerowaste, gepostet. Brandwatch, eine Unternehmensgruppe für Social Intelligence, analysierte zwischen Januar 2015 und Dezember 2018 das Gesprächsvolumen via Online-Beiträgen zum Thema Plastikverpackungen. Im Jahr 2015 lag die Anzahl der Online-Beiträgen bei unter 100. Diese Zahl stieg in den nächsten drei Jahren rasant auf bis zu 4300 Beiträgen Ende 2018. Daran lässt sich deutlich erkennen, wie das Bewusstsein der Menschen stetig steigt und Nachhaltigkeit aus gutem Grund immer mehr an Bedeutung gewinnt. [1]

Abb. 1 „Social-Media Präsenz des Themas Plastikvermeidung“

 

Ansätze für Plastikvermeidung

Grundsätzlich gilt: Einwegplastik muss auf jeden Fall vermieden werden. Was besonders schnell einzuschränken ist, wäre zum Beispiel auf Plastikteller und -besteck völlig zu verzichten. Strohhalme oder Ohrstäbchen mit Plastikstab gehören ebenfalls dazu. Dieser Verzicht ist mit etwas mehr Aufwand verbunden, jedoch muss sich unsere Wegwerfgesellschaft mit diesem Gedanken anfreunden.

Das Gleiche gilt ebenfalls für Plastiktüten. Verbraucher sollten beim Einkaufen grundsätzlich darauf achten, eigene Mehrwegbeutel zur Hand zu haben. Besondere Achtung gilt auch für Papiertüten. Die Ökobilanz einer Papiertüte ist erst beim 8. Gebrauch besser als eine Plastiktüte, da für die Herstellung sehr viel Wasser verbraucht wird.

Eine Stufe besser, als „nur“ seine eigenen Beutel mitzubringen, ist das Einkaufen in „Unverpackt“-Läden. Denn besonders bei tierischen Produkten, wie Käse, Wurst oder Fleisch, hat der Verbraucher in normalen Supermärkten oft keine Chance plastikfrei einzukaufen. Die mitgebrachten Behälter werden in „Unverpackt“-Läden problemlos aufgefüllt. [2] Alternativen für plastikfreies Etikettieren sind ebenfalls am Laufen. Neueste Techniken machen es möglich Etiketten in die Schale von Obst und Gemüse zu lasern, anstatt diese in Plastik zu hüllen. Der Naturschutzbund Nabu errechnete, dass durch den Verkauf von ausschließlich losem Obst und Gemüse 93.000 Tonnen Plastikmüll gespart werden könnten. [4]

Ein weiterer wichtiger Punkt, der oft unterschätzt wird, sind Einwegpfandflaschen, sogenannte PET-Flaschen. Durch das Zurückbringen der Einwegflasche entsteht bei den Verbrauchern ein gutes Gefühl, das Plastik nicht weggeschmissen zu haben. Dass dies in unserem Recyclingsystem leider doch häufiger, als angenommen geschieht, könnt ihr in unserem Blogartikel zwei nachlesen. (Blogartikel 2)

Auch beim Thema Kosmetik können Verbraucher auf bestimmte Sachen achten, um Plastik zu vermeiden. Damit ist nicht nur die Verpackung an sich gemeint. Mikroplastik (Blogartikel 4) befindet sich in vielen kosmetischen Artikeln. Versteckt wird das Mikroplastik hinter Inhaltsstoffen, wie Acrylate Copolymer (AC), Polyamide (PA), Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Siloxane. Als Alternative gibt es Shampoo oder Duschgele in fester Seifenform, die meist ohne oder mit wenig Plastik verpackt werden. [2]

 

Mikroplastik auf dem Teller

Plastikvermeidung ist schon längst nicht mehr ein Thema, dass wir nur der Umwelt zuliebe tun sollten. In unserer Nahrung ist das Plastik, meist als Mikroplastik, längst angekommen und gelangt dadurch auch in unsere Körper. Plastik beeinträchtigt nicht nur unseren Hormonhaushalt im negativen Sinne. Hierbei werden bereits bei geringer Konzentration biologische Prozesse, wie die Enzymaktivität, gehemmt. Wissenschaftler vermuten, dass dies unter anderem Reaktionen, wie Übergewicht und Aufmerksamkeitsdefizite, im Körper hervorruft. Dazu beinhaltet Mikroplastik in erhöhter Konzentration Giftstoffe, die freigesetzt werden, wenn das Plastik weiter zerfällt. [3]

 

 

Kleine Schritte, große Wirkung

Zur Lösung unseres Plastikproblems müssen kollektive und globale Ansätze her, da der Verbraucher „nur“ das letzte Glied in der Plastikkette darstellt. Gesetze, wie Plastiksteuer, die auch für die Industrie gültig sind, müssen aus diesem Grund her. Plastik darf nicht mehr die einfachste und billigste Lösung sein. Alternativen für Plastik, die biologisch abbaubar sind, müssen so schnell, wie möglich auf den Markt kommen. Zusammenarbeit ist diesem Punkt besonders gefragt. Besonders die Regierungen müssen Lösungen für dieses Problem in der Hand haben, so zeitnah, wie möglich handeln und mit anderen Ländern kooperieren. Diese Prozesse benötigen jedoch sehr viel Zeit, weshalb wir, als Verbraucher, uns nicht darauf ausruhen dürfen.

Fazit ist, dass jeder Einzelne, auch sich selbst zuliebe, das Niveau an Bequemlichkeit erheblich herunterschrauben muss. Dabei kann jeder Verbraucher seinen Beitrag zur Plastikvermeidung leisten. Kleine Erfolge haben Verbraucher mit Druck auf die Konzerne  schon erzielt. Beispielsweise werden in vielen Supermärkten Obst und Gemüse immer mehr lose und ohne Verpackung angeboten. Besonders die wachsende Präsenz des Themas Plastikvermeidung in Social Media zwingt die Unternehmen nachhaltiger zu handeln, um ihr Image zu stärken. Somit können viele, kleine Schritte im Endeffekt Großes bewirken. [3]

 

Literaturverzeichnis

[1] Brandwatch; Vogl, Michaela; 12.03.2019; „#unverpackt: Plastikmüll und Plastikvermeidung bei Lebensmitteln ist Top-Thema in Social Media“

[2] WWF; k.A.; 08.06.2018; „Zehn einfache Tipps zur Vermeidung von Einwegverpackungen und Plastik im Alltag“

[3] Biorama; Sturmberger, Werner; 04.09.2018; „Mikroplastik: In aller Munde und Körper“

[4] Handelsblatt; Tillar, Jannik; 01.09.2018; „Mit dem Lasern gegen den Plastikmüll“

Abb. 1 „Social-Media Präsenz“

 

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