The Future of Books – Die Ökobilanz der E-Book-Reader und des Buches im Vergleich

Im letzten Blog habe ich versucht meine persönliche Einschätzung zum E-Book-Reader darzustellen, auf humorvolle Art und Weise. Der Blog dieser Woche beschäftigt sich ernsthaft mit den ökologischen Unterschieden in der Herstellung vom gedruckten Buch und einem E-Book-Reader. Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Blog auf keinen Fall alle Aspekte einer ökologischen Bilanz betrachtet, da dieses Thema so umfangreich ist, dass es leicht der Inhalt für eine größere Arbeit darstellen kann.

Woher kommt das Papier für unsere Bücher?

Beinahe die Hälfte (~45,85%) des in Deutschland verwendeten Papiers wird über Importe aus der ganzen Welt bezogen [1], wobei fast die Hälfte des dafür verbrauchten Zellstoffes aus Schweden und Finnland stammt. Beim Import von Zellstoff aus Finnland muss man festhalten, dass Finnland selbst, neben China, einer der wichtigsten Importeure russischen Holzes ist. Darüber hinaus bezieht Deutschland fast ein Viertel seines Zellstoffes aus Brasilien, wo die dort lebenden Menschen und auch Ureinwohner verdrängt werden, um Platz für neue Holzplantagen zu schaffen [2].
Etwa 80% der von deutschen Verlagen produzierten Bücher bestehen aus Frischfaserpapier [3].

Wie energieeffizient wird Papier hergestellt?

In einem Vergleich des Umweltbundesamtes im April 2019, wobei die Energieeffizienz bei der Papierherstellung aus dem Jahr 1990 mit der aus dem Jahr 2017 verglichen wurde, wurde festgestellt, dass der mittlere Energieeinsatz pro hergestellter Tonne Papier deutlich gesunden ist (von 3,413 auf 2,796 Megawattstunden). Des Weiteren wurde bei diesem Vergleich deutlich, dass die Emissionen von Kohlendioxid aus fossilen Brennstoffen um ein Drittel gesenkt wurden. Diese Verbesserungen werden allerdings durch die erhöhte Produktion, 77% mehr als 1990, überkompensiert [4].

Die Herstellung eines E-Books

Ein E-Book besteht aus vielen verschiedenen Bauteilen, welche aus Kunststoff und Edelmetallen wie Kupfer, Silber, Gold und Palladium bestehen [5]. Die Förderung dieser Metalle birgt für die Umwelt große Risiken, da sie aus der Erde gewonnen werden. Dabei werden auch Schwermetalle und andere Schadstoffe im Boden freigelegt, welche ins Grundwasser gelangen können und so dem Menschen und der Umwelt erheblich schaden [6].

Wie viel Energie benötigt ein E-Book-Reader in der Herstellung?

Die Herstellung eines E-Book-Readers verbraucht etwa 36,5 kWh Energie [7]. Das sieht auf den ersten Blick deutlich besser aus, als beim Papier. Ich habe jedoch das durchschnittliche Gewicht von verschiedenen E-Book-Readern ermittelt, dieses liegt bei zirka 180g. Gerechnet auf eine Tonne, das sind zirka 5.555 Geräte, ergibt dies einen Energieverbrauch von ~202,76 Megawattstunden pro Tonne.

 

Fazit

Während meinen Recherchen zum Thema Ökobilanz von Buch und E-Book fand ich verschiedene Quellen, welche behaupteten, dass ein E-Book-Reader eine bessere ökologische Bilanz aufweise, als das klassische Buch. Allerdings träfe dies nur zu, wenn pro Jahr mehr als zehn Bücher gelesen werden [7].
Anzumerken ist, dass die Lebensdauer von technologischen Geräten auf einige Jahre beschränkt ist, wohingegen die Lebensdauer von Büchern (unter Berücksichtigung von optimaler Lagerung und Behandlung) Jahrzehnte, oder sogar Jahrhunderte betragen kann.
Abschließend stelle ich fest, dass es für Vielleser durchaus sinnvoll sein kann sich einen E-Book-Reader anzuschaffen, da durch eine häufige und regelmäßige Benutzung eine “grüne” Bilanz gezogen werden kann.

 

Quellen

[1] Primärquelle zitiert nach de.statista.com: “Import und Export von Papier, Karton und Pappe im internationalen Vergleich im Jahr 2016 (in 1.000 Tonnen)”; Juli 2018, [Link] zuletzt aufgerufen am 10.06.2019

[2] Umweltbundesamt: “Papier – Wald und Klima schützen”; November 2014, [Link] zuletzt aufgerufen am 10.06.2019

[3] Alexander Dallmus: “Wie umweltfreundlich sind E-Books?; www.br.de; 03.10.2013 [Link] zuletzt aufgerufen am 10.06.2019

[4] Umweltbundesamt: “Altpapier”; 24.04.2019, [Link] zuletzt aufgerufen am 10.06.2019

[5] Florin Schütz: “Digital vs. gedruckt – Wie ökologisch sind eBook Reader?”; www.studibuch.de; 20.11.2017, [Link] zuletzt aufgerufen am 10.06.2019

[6] Unbekannter Autor: “Rohstoffabbau schadet Umwelt und Menschen”; 26.06.2018, [Link] zuletzt aufgerufen am 10.06.2019

[7] Claude Andrist: “Leseratten in der Zwickmühle”; 19.12.2014, [Link] zuletzt aufgerufen am 10.06.2019

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One thought on “The Future of Books – Die Ökobilanz der E-Book-Reader und des Buches im Vergleich

  1. Marcus Birkenkrahe

    Interessant – das beantwortet ein paar Fragen, die ich nach dem letzten Artikel von Ihnen hatte. Nicht klar ist mir noch, wie viel des insgesamt in Deutschland verbrauchten Papiers in die Buchproduktion geht. Oder verstehe ich hier was falsch?

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