Skateboards aus Müll

Nach einem kurzen Abstecher zu einigen Tipps gegen einen übermäßigen Plastikverbrauch im vorherigen Blog möchten wir euch nun ein weiteres Start-up Projekt vorstellen. Dabei handelt es sich um die Skateboard-Firma Bureo, die einen anderen Weg eingeschlagen hat, wie man mit Plastikmüll aus den Ozeanen umgehen kann.

Das Problem

Neben Plastikflaschen und anderen Kunststoffteilchen sind es auch Fischernetze, die dafür sorgen, dass das Leben von Meerestieren erschwert und sogar beendet wird. Alte, losgerissene Fischer- oder sogenannte Geisternetze, machen ein Zehntel des Mülls in den Weltmeeren aus. Die Zersetzung dieser Netze dauert mehrere Jahrzehnte. [1]

 

Die Idee

Ben Kneppers sowie seine Geschäftspartner Dave Stover und Kevin Ahearn sind alle an der US-Amerikanischen Küste aufgewachsen. Dadurch haben sie eine ganz besondere Verbindung mit dem Ozean und den Bergen an Müll, die sich darin befinden. Lange schon hatten die drei Freunde den Gedanken und Willen etwas gegen die Verschmutzung zu unternehmen und ein Upcycling-Start-up, also eins zur Wiederverwertung von Plastikmüll aus den Weltmeeren zu gründen. Als Kneppers auf einem Musikfestival in Santiago de Chile einen Stand von Jugendlichen entdeckte, welche kaputte Skateboards wieder funktionsfähig machten, kam ihm der Gedanke dieses Verfahren auch mit Plastikmüll durchzuführen. [2]

Doch bevor die Drei alles auf eine Karte setzten und bei ihren jeweiligen Jobs, Kneppers als Nachhaltigkeitsberater, Stover als Finanzfachmann bei Ernest & Young und Ahearn als Ingenieur bei Boeing, kündigen konnten, musste alles gut überlegt und finanziert sein. [1]

 

Die Umsetzung

Kneppers wandte sich zunächst an seine alte Universität, die Northeastern University. Dort wurde die Haltbarkeit von Fischernetzen für den Bau von Skateboards anhand eines Gründungsförderungsprogamm getestet. Nachdem die Tests positive Resultate erbracht hatten, bewarben die drei Unternehmer sich erfolgreich für das chilenische Förderprogramm Start-Up Chile. Im April 2014 leiteten sie daraufhin eine Crowdfunding-Kampagne ein. Das Ziel dieser stand bei 25.000 Dollar. Jenes Ziel wurde mit insgesamt 64.000 zusammenbekommenen Dollar weitaus übertroffen, wodurch das Projekt und die Produktion starten konnten. Die Netze aus den Dörfern werden mithilfe von LKWs in die Fabrik transportiert, welche die Dörfer zuvor mit anderen Waren beliefert haben und ansonsten leer nach Santiago de Chile zurückfahren würden. Die Produktion beginnt mit dem Einschmelzen der Altnetze. Sie werden in die Form des 65 cm langen Bretts gegossen und erhalten auf der Oberfläche ein Schuppenmuster für besseren Halt. Das Innere der Räder besteht aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff und die Außenschicht zu 30 Prozent aus Pflanzenöl. Doch dabei wollten es Kneppers und Co. nicht belassen. Sie setzen sich nicht nur für den Schutz und die Sauberhaltung von Küsten und Ozeanen ein, sondern planen weiterhin die Herstellung einer T-Shirt-Kollektion aus Biobaumwolle und Sonnenbrillen. Mit den Einnahmen soll die gemeinnützige Organisation Unidos Por Aguas Limpias gefördert und unterstützt werden. [2]

Unsere Meinung

Wir sind froh das man doch immer noch Menschen wie die Jungs von Bureo entdeckt. Menschen mit innovativen Ideen und Einfällen und mit dem Ehrgeiz und Willen die Welt zu etwas Besserem zu verändern. Menschen, die über immer wiederkehrende Hürden springen, damit auch noch unsere Kinder das schöne Blau der Meere und Ozeane erleben können. Wenn man von solchen Menschen hört, blicken wir doch positiv in die Zukunft. Ein kleines Licht am Horizont. Es liegt an uns sich darum zu kümmern, dass dieses Licht die Spiegelung der Sonne im Meer und keine brennende Müllinsel ist.

Literaturverzeichnis

[1] Nowack, Timo (07.07.2014): Start-Up in Chile: Ein Skateboard aus Müll.

[2] Adertet, Nancy (2016): Skateboards aus alten Fischernetzen.

Bureo – Recycled Fishnet Skateboards for Cleaner Oceans.

Bureo: The Issue.

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One thought on “Skateboards aus Müll

  1. Marcus Birkenkrahe

    Das Licht der “brennenden Müllinsel”…was für ein dramatisches Bild. Schön geschrieben, spannendes Beispiel, auch für Nicht-Skateboarder, danke dafür.

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