Vision

Die Vision des Kompetenzzentrum Digitalisierung beinhaltet folgende, übergeordnete Aspekte:


  1. Aufbau einer interdisziplinären Forschungseinheit zur Digitalisierung von Geschäftsmodellen und Arbeitswelten durch die Bündelung und Zusammenarbeit der Management- sowie Wirtschaftsinformatik- und Informatikkompetenzen am Fachbereich 2 der HWR Berlin
  2. Praxisnahe Forschung und Entwicklung von Konzepten unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kooperationsunternehmen und Ausbildungsunternehmen sowie deren Erprobung in der Praxis; dadurch Stabilität und Zukunftsperspektive für unsere Ausbildungsunternehmen durch die nachweisbare Digital-Expertise
  3. Wissenstransfer durch Impulse für die Lehre am FB2, z.B. durch Empfehlungen wie Programmstrukturen und –inhalte, oder über Wahlpflichtfächer, Studierendenprojekte, Projekt- und Abschlussarbeiten; dadurch Attraktivität unseres Fachbereichs für die Studierenden durch zukunftsorientierte Lerninhalte sowie eine gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu unseren Berliner Hochschulen

Die digitale Transformation schreitet ungehindert voran und zwingt die Gesellschaft sowie Unternehmen zu teils starken Veränderungen. Auch die Hochschule für Wirtschaft und Recht verschließt sich diesen Veränderungen nicht und beobachtet seit längerem zahlreiche Entwicklungen, die eine Fokussierung auf Aspekte der Digitalisierung in der Forschung und Lehre unabdingbar machen. Zu diesen Entwicklungen zählen beispielsweise:

Automatisierung und Robotik als Treiber von Unternehmensveränderungen

Eine Studie des McKinsey Global Institute aus dem Jahre 20171 geht davon aus, dass mehr als 50% aller Arbeitsaktivitäten das Potential zur Automatisierung haben. Automatisierung meint hierbei den autonomen Betrieb von Maschinen, der menschliche Kommunikation oder Kontrolle in weiten Teilen überflüssig macht. Gleichzeitig wird prognostiziert, dass bis 2030 ein Anstieg der Nachfrage von 20 bis 50 Millionen neuer Vollzeitbeschäftigter durch gut bezahlte Tätigkeiten in unterschiedlichen Technologiebereichen (IT-Fachkräfte, Healthcare oder Maschinenbau) zu beobachten sein wird. Diese Entwicklungen fordern neue Kompetenzen und Skills sowie neue Ausbildungsinhalte und –konzepte, die beispielsweise von Universitäten angeboten werden müssen.

Weitere Verstärkung der Digitalisierung von Geschäftsmodellen, Produkten und Dienstleistungen

Nach wie vor sind amerikanische Technologiekonzerne die wertvollsten Unternehmen der Welt. China und Indien bieten dabei zudem größere Absatzmärkte als der gesamte bisherige (westliche) Markt für digitale Produkte und Dienstleistungen. Technologiekonzepte wie Maschinelles Lernen, Industrie 4.0, IoT, Big Data oder Blockchain führen in Zukunft vermehrt zu erneuter technologischer und unternehmerischer Disruption (positive Zerstörung). Zudem liefern diese Konzepte in Verbindung mit innovativen, digitalen Geschäftsmodellen agiler (junger) Unternehmen, immer neue Produkte und Services, die altbewährte Unternehmen und Services zunehmend unter Druck setzen. Es wird deutlich, dass neue Gestaltungskonzepte für Geschäftsmodelle, die Entwicklung von Produkten und Services sowie der digitalen Plattformen und digitalen Ökosysteme mehr und mehr erforderlich sind.

Grundlegende Verhaltens- und Einstellungsänderungen für ein (digitales) Leben und Arbeiten

Luciano Floridi, italienischer Philosoph und Professor für Informationsethik an der University of Oxford schrieb 20152: „Technologie schafft und prägt unsere geistige und materielle Wirklichkeit, verändert unser Selbstverständnis und bringt unsere Weltdeutung auf einen neuen Stand“. Und tatsächlich lässt sich nicht leugnen, dass Technologie und die anhaltende Digitalisierung weitreichende Auswirkungen auf das private Leben sowie die Arbeitswelt der Individuen haben. Weltweit verfügen gegenwärtig knapp 50 Prozent aller Haushalte über einen Internetzugang3 und es entwickelt sich zunehmend eine sogenannte „Gig-Economy“, die bis 2027 dafür sorgen könnte, dass mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in den USA als Freelancer (d.h. in Projektjobs, mehreren Kleinjobs etc.) arbeiten werden4. Alle jene Entwicklungen machen neue Ansätze zum Design von Arbeit und Führung notwendig.

 


Quellen:

1 McKinsey Global Institute Report 2017: What the future of work will mean for jobs, skill, and wages,
https://www.mckinsey.com/global-themes/future-of-organizations-and-work/what-the-future-of-work-will-mean-for-jobs-skills-and-wages , Stand Januar 2018

2 Floridi, L 2015: Die 4. Revolution, Wie die Infosphäre unser Leben verändert, Surkamp

3 ITU 2017: Measuring the Information Society Report 2017, Volume 1,
https://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Documents/publications/misr2017/MISR2017_Volume1.pdf, Stand Januar 2018

4 Freelancers Union: Freelancing in America 2017,https://s3-us-west-1.amazonaws.com/adquiro-content-prod/documents/Infographic_UP-URL_2040x1180.pdf, Stand Januar 2018