

{"id":67,"date":"2026-04-19T11:24:20","date_gmt":"2026-04-19T09:24:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/demokratie\/?p=67"},"modified":"2026-04-19T11:24:20","modified_gmt":"2026-04-19T09:24:20","slug":"leiste-keinen-vorauseilenden-gehorsam-und-verteidige-institutionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/demokratie\/2026\/04\/19\/leiste-keinen-vorauseilenden-gehorsam-und-verteidige-institutionen\/","title":{"rendered":"\u201eLeiste keinen vorauseilenden Gehorsam\u201c und \u201eVerteidige Institutionen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich habe mich schon immer gefragt, warum es den Menschen vor und w\u00e4hrend der Machtergreifung Hitlers so schwerfiel, sich gegen das Regime zu wehren. Warum sie nicht standhaft blieben, nicht hinterfragten, was wirklich geschah, und warum ihre eigene Meinung zunehmend in den Hintergrund r\u00fcckte, w\u00e4hrend sie sich von leeren Versprechen blenden lie\u00dfen. Es ist erschreckend zu erkennen, wie schnell Menschen sich in einer neuen Umgebung anpassen. Viele wollen dazugeh\u00f6ren, nicht auffallen und nicht als Au\u00dfenseiter gelten. Der Wunsch nach Sicherheit und Anerkennung ist oft st\u00e4rker als der Mut zum Widerstand. Dabei braucht es enorme Kraft und Entschlossenheit, sich gegen ein totalit\u00e4res Regime zu stellen. Mit der Zeit wurde der Einzelne zur kleinsten Stimme unter vielen, und die Angst vor Ausgrenzung, Strafen oder sogar Inhaftierung lie\u00df viele verstummen und sich unterordnen. Dennoch d\u00fcrfen wir nicht vorschnell urteilen. Hitler versprach den Menschen ein besseres Leben, mehr Stabilit\u00e4t und neuen Erfolg. Diese Versprechen weckten Hoffnung, gerade in einer Zeit der Verzweiflung. Viele glaubten daran, weil sie sich nach Ver\u00e4nderung sehnten. Gleichzeitig verloren bestehende Institutionen an Vertrauen und Stabilit\u00e4t. Genau hier setzte das Regime an. Es nutzte die Unsicherheit der Menschen und verband sie mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Diese Entwicklung darf sich nicht wiederholen. Wenn ich die heutige politische Lage in Deutschland betrachte, bereitet mir das teilweise Sorgen. Der zunehmende Zuspruch f\u00fcr die AfD zeigt, wie leicht es auch heute noch ist, Menschen durch Angst und Unsicherheiten zu beeinflussen. Es wird versucht, gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen und Misstrauen und Hass zu sch\u00fcren. Eigentlich sollte man meinen, dass wir aus unserer Geschichte gelernt haben. Dass wir heute in der Lage sind, unsere demokratischen Institutionen zu sch\u00fctzen und zu verteidigen. Doch letztlich liegt es an uns allen. An den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, die Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00fcssen, indem sie nicht wegsehen, sondern hinterfragen und handeln. Die Frage von Susanne Baer \u201eWo wird das Tolerierbare \u00fcberschritten?\u201c ist dabei zentral und aktueller denn je. Wir m\u00fcssen unsere Grundrechte aktiv nutzen und uns klar gegen antidemokratische Tendenzen stellen. Denn nur wenn wir wachsam bleiben und nicht vorschnell Gehorsam leisten, k\u00f6nnen wir verhindern, dass sich Geschichte wiederholt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mich schon immer gefragt, warum es den Menschen vor und w\u00e4hrend der Machtergreifung Hitlers so schwerfiel, sich gegen das Regime zu wehren. Warum sie nicht standhaft blieben, nicht hinterfragten, was wirklich geschah, und warum ihre eigene Meinung zunehmend in den Hintergrund r\u00fcckte, w\u00e4hrend sie sich von leeren Versprechen blenden lie\u00dfen. 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