Die Grenzen verschwimmen

In einem neuen Artikel in Knowledge@Wharton werden die verschwimmenden Grenzen zwischen bisher (fast) ausschließlich privaten, und industriell genutzten Anwendungen diskutiert –  sog. “social networking software”, wie facebook, gehört ebenso dazu, wie kollaborative plattformen, z.B. wiki. Player in diesem weltweiten Prozess sind vor allem Apple (via iPhone), Microsoft, aber auch die Open Source Bewegung. Dieser Prozess wird als “consumerisation” beschrieben, und er erfasst auch E-Learning – denn obwohl E-Learning didaktisch motiviert sein “sollte”, besteht natürlich eine lebendige Wechselwirkung zwischen der Technologie (“was möglich ist”) und der Didaktik (“was wir machen wollen”).

Die Totale Bibliothek

DER SPIEGEL (16/2008)glänzt in dieser Woche mit zwei interessanten Artikeln, die beide eine Schnittstelle zu E-Learning haben: eine Beschreibung von Gordon Bells “MyLifeBits Projekts” – das komplette digitale Gedächtnis aller Aktivitäten dieses Mega-Forschers, aufgenommen vor allem mit einer “SenseCam”, die er vor der Brust hängen hat – und von neuen Geschäftsmodellen in der Musikindustrie, die vor allem “the power of download” zeigen (was wir natürlich schon wussten, aber DER SPIEGEL hat es jetzt auch mitgekriegt 😉 MyLifeBits ist für E-Learning hierbei das relevantere Projekt: der Endpunkt dieses Projekts, das darauf angelegt ist, ein externes, physisches Gedächtnis zu schaffen (Datenschützer kräuseln...

sofatutor

Bin auf sofatutor aufmerksam geworden – habe mich auch gleich registriert – gleich auf der Frontpage gibt’s einen gut gemachten video: das Portal dient der Organisation von Lerngruppen (das machen unsere Studis vermutlich vorwiegend per StudiVZ?), es gibt aber auch einen Tutor-Service (“Squad”) – die Tutoren sind durchweg zumindest attraktiv 😉 Die Tutorials sind cleverweise als videos verpackt – ich hab mir einen angeguckt, der war gut. Nach Roger C. Schank, der sehr gute Bücher über E-Learning geschrieben hat, sind Videos zentral für gutes E-Learning. Video-Tutorials sind ein wichtiger Teil der Corporate E-Learning Systeme, die er in den vergangenen 10...

Studenten machen Lernmodule

Bin sehr auf die Ergebnisse eines Experiments in diesem Semester: in einem (englischsprachigen) Kurs im Grundstudium des Bachelorstudiengangs “Int. Business Management”, sollen die Studis eigene Lerneinheiten auf der Basis ihrer themenbezogenen Projektarbeit erstellen. Bisher sind alle mit großem Eifer dabei, obwohl wir noch in der Trainingphase stecken. Meine Hoffnung ist, dass daraus der Beginn eines “Modulbaukastens” wird, den auch andere Dozenten verwenden können. Zumindest könnte es auch ein Ansporn sein: wenn Studenten im 2. Semesters so etwas tun können (mit erheblicher paraleller Arbeitsbelastung), dann können die Dozenten das vielleicht auch … und vielleicht können wir in 2 Jahren ein “Learning...

Didaktische Modelle

Im ILIAS User Forum habe ich einen Diskussionsbeitrag zu unserer Situation an der FHW eingestellt, auf den es eine interessante Antwort gibt, mit ziemlich detaillierten Hinweisen, was es zu tun und zu lassen gilt. Unser neues Teammitglied Susanne wird zu diesem Thema – schon aufgrund ihrer Mastersarbeit über Blended Learning – sicher noch Einiges zu sagen haben!

podcast – eLernen an der TU Graz

Interessante e-Learning Ressource aus dem bergigen Graz – schließt einen podcast (+ präsentation) zum Thema “technology-enhanced learning” (aber auf Deutsch) mit ein, unter wiederholter Anwendung von Worten wie “heuer”, und alles natürlich im weichen, gemütlichen österreichischen Ton, und nett gemacht – interessant, mit unserem Setup zu vergleichen. Enthält Anregungen und Beispiele, wie man podcasts und Blogs usw. im Unterricht verwenden kann. Derselbe Autor hat auch verschiedene Beispiele in einer Präsentation + Podcast ins Blog gestellt (diese zweite Präsentation ist inhaltlich umfangreicher). Dieses Projekt ist erst 1,5 Jahre alt!

Chat – Foren nutzen

Längerer Artikel von 2008 über die Verwendung von Chat-Foren im Unterricht (Engl.): “It is important to realize, however, that simply providing tools to students will not achieve a desired instructional outcome.” Das ist natürlich nichts Neues – aber Beispiele, in denen Chat systematisch und zielorientiert in den Unterricht eingebaut wurde, kenne ich nicht. Im SS07 habe ich Chat als Teil eines Moodle-Setup verwendet – das Problem hierbei ist der Mangel an Privatheit. Der Administrator und der Kursleiter können jede Chat-Unterhaltung aufzeichnen. Studenten nehmen deshalb lieber zu Tools wie StudiVZ Zuflucht.