kick beim lernen mit web 2.0

in einem prima vortrag erläutert C Spannagel, “wie man seinen studierenden durch web 2.0 einen kick nach dem anderen beschert”.
reinhören lohnt sich! für dozenten (nachmachen!) und studenten (link an dozenten weitergeben und ideen in den unterricht einbringen).
da auch bei uns der trend zu endlosen powerpoint präsentationen, unterbrochen von vorlesungen, zu beobachten ist: hier findet ihr (ein) gegenmittel!

auf seinem blog berichtet spannagel auch über seinen eindruck von unterricht, der nach den prinzipien von “lernen durch lehren” (LdL) gestaltet wurde, das auf die arbeit von jean-pol martin zurückgeht – die kernidee ist, dass schüler lernen indem sie sich den stoff gegenseitig beibringen, moderiert von einem dozenten.

Die prinzipien sind vielleicht in der hochschule noch leichter anwendbar als in der schule (da bin ich aber noch nicht sicher). LdL ist auch ein aktives Forschungsgebiet, zB an der Uni Eichstätt.

dadurch, dass der dozent nicht länger die(selbe) zentrale rolle im unterricht hat, wie beim herkömmlichen lernen, tritt die gruppendynamik stark in den vordergrund. viele interventionen des dozenten aus spannagels erfahrungsbericht erinnern eher an team coaching als an lehren. und doch lehrt der lehrer – aber eben nicht nur inhaltlich (wozu text häufig genug besser taugen).

eine für mich noch offene frage ist, ob und wie die rolle eines instruktors zu verschiedenen temperamenten und talenten von studenten passen – für mich ist die neigung zur “performance”, zum sich-hinstellen-und-angeguckt-werden, auch ohne monolog, aber eben die aufmerksamkeit von vielen anderen, ein besonderer “kick” für den dozenten, mit dem aber viele studenten nicht nur nichts anzufangen zu wissen scheinen, sondern vor dem sich einige (wie viele?) geradezu zu fürchten scheinen.

marcus birkenkrahe

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5 Gedanken zu „kick beim lernen mit web 2.0

  1. Vielen Dank für das Aufgreifen des Beitrags!

    Ob das Umsetzen von LdL an der Hochschule leichter ist als an der Schule – ich bin mir nicht sicher. Ich denke, es ist in beiden Fällen eine Herausforderung.

  2. Ich denke, dass LdL an einer Schule leichter umzusetzen ist. Durch eine Verringerung des Lernstoffs bei gleicher Wochenstundenzahl könnte den Lehrern genügend Zeit zur Verfügung gestellt werden, LdL im Unterricht zu praktizieren. Gleichzeitig wird Schülern ein wichtiges Werkzeug zur autonomen Arbeit mit auf den Weg gegeben, welches die Verringerung des Lernstoffs kompensiert und sie auf die universitäre Ausbildung vorbereitet.

    LdL ist zeitaufwendig. Daher vielleicht auch in den knappen Semesterwochenstunden an Hochschulen ungünstig. Allerdings praktizieren wir LdL meines Erachtens automatisch bei der Klausurvorbereitung: Jeder entwickelt Mindmaps und Folien auf eigene Hand und wir helfen uns anschließend mithilfe dieser.

    Ich würde mir wünschen, dass diese Art der Gruppenarbeit seitens der Hochschule mit entsprechenden, anregenden Arbeitsräumen unterstützt wird! (Auch an der FHW)

    Ich bin überzeugt davon, dass durch ein angenehmes, attraktives Lernumfeld (mit barrierefreiem Zugang zu allen Medien) Lust zum Arbeiten erzeugt wird.

    Das wird zum Beispiel in den D-Schools von Hasso Plattner in Stanford und Potsdam gut umgesetzt:
    http://www.stanford.edu/group/dschool/

  3. danke für das link zum HPI – sehr interessant! ich bin mehr und mehr überzeugt, dass LdL auch an der Hochschule funktionieren wird – und zwar paradoxerweise sogar WEGEN des knappen zeitraums: der zeitdruck scheint bei vielen dozenten und studenten dazu zu führen, dass sie immer mehr zu einem “nürnberger trichter” modell übergehen (also das gegenteil von LdL). ich behaupte aber, dass man hier sogar zeit sparen kann – faktoren:
    (1) wenn inhalte von studenten gleich in “studentensprache” eingebracht werden, fällt die zeit zum “übersetzen” weg
    (2) studenten als lehrer wissen meist (od immer) besser, was den anderen studenten (noch) fehlt und wo die schwierigkeiten sitzen
    (3) ein großteil der bloßen “stoff-aneignungszeit” kann außerhalb des unterrichts stattfinden, der jetzt im zeichen der begegnung steht. echte begegnung (sehen und gesehen werden) erhöht aber die aufnahmefähigkeit ungemein (und umgekehrt, wo keine begegnung stattfindet, findet gar nichts mehr statt – kein fluss, kein austausch).

    schöne videos mit J grzega zu LdL gibts übrigens, und auch eine sehr schöne ausführliche fallstudie:

    links zu case study (LdL an FHs in techn. Fächern):
    http://tinyurl.com/atdpnk

    links zu videos:
    http://tinyurl.com/cth2hb
    http://tinyurl.com/a9l4rh
    http://tinyurl.com/bnv5tl

  4. apanat

    @Andreas Schreiber: Wenn wirklich Klausurvorbereitung so läuft, dass Studenten sich gegenseitig etwas beibringen? Warum sollte man nicht Klausurvorbereitung vorher üben?

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