Literatur, Wissen und Aufgaben verwalten mit Citavi

Children's Library, Hood Collection, 6 January 1955, flickr.com
Children’s Library, Hood Collection, 6 January 1955, flickr.com

Wer eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, egal ob Seminar- oder Abschlussarbeit, recherchiert in der Regel im Internet und Bibliotheken nach geeigneter Fachliteratur und anderen relevanten Quellen. Für die Verwaltung dieser „Quellensammlung“ existieren so genannte Literaturverwaltungsprogramme, die diese Quellen mit allen notwendigen bibliografischen Angaben in Datenbanken vorhalten. Einen guten Überblick über verbreitete Programme hat die Universität Augsburg zusammengestellt.

Allen Programmen ist gemein, dass sie nicht nur Quellen sammeln, sondern auch eine erhebliche Erleichterung hinsichtlich der Formatierung einer wissenschaftlichen Arbeit bieten. Wörtliche Zitate können gleichermaßen in der Literaturdatenbank organisiert werden. Für Angehörige der HWR Berlin stellt die Hochschulbibliothek eine Campuslizenz für das weit verbreitete Programm Citavi zur Verfügung. Für die Verwendung muss zunächst die Version Citavi Free heruntergeladen und installiert werden. Über die URL http://www.citavi.com/hwr-berlin/ kann ein persönlicher Lizenzschlüssel angefordert und Citavi Free in eine Vollversion umgewandelt werden. Wichtig ist, dass die persönliche Hochschul-E-Mail-Adresse hierbei angegeben wird. Die Vollversion steht zur Verfügung sobald der Lizenzschlüssel in das Programm eingetragen wurde.

Da Citavi sehr mächtig ist und wirklich viele Funktionalitäten mitbringt, sollte man sich zu Beginn ein wenig Zeit für die Einarbeitung nehmen. Es lohnt sich, denn die Zeitersparnis folgt mit wiederholter Nutzung. An dieser Stelle möchte ich kurz aufführen, welche Features ich persönlich für sehr nützlich halte:

  • Citavi Picker. Der Picker erleichtert die Übernahme von Literaturangaben, Webseiten und PDF-Dokumenten als Titel in die eigene Citavi Literaturdatenbank. So wird zum Beispiel hinter jeder ISBN automatisch das Picker Symbol angezeigt.
  • Nehmen Sie direkte Zitate, die Sie in Ihrer Arbeit verwenden möchten, gleich in Citavi zum passenden Titel auf. So müssen Sie sich nicht gesondert um die korrekte Ausweisung als Zitat im Dokument selbst kümmern.
  • Wissensorganisation. Hier können Kategorien angelegt werden, um Quellen bestimmten Themenkomplexen zuzuweisen. Entsprechen die Kategorien der künftigen Gliederung der Arbeit, kann hieraus auch ein Inhaltsverzeichnis im Textverarbeitungsprogramm Word generiert werden.
  • Als unverzichtbar schätze ich das Word Add-In ein, das bei einer Citavi Installation automatisch als neues Menüband in Word bereitgestellt wird. So kann während des Schreibens direkt auf die Citavi Literaturdatenbank zugegriffen werden. Verwendete Titel werden fortlaufend am Ende des Dokuments in das Literaturverzeichnis aufgenommen.

Wer seinen Arbeitsaufwand für die formale Gestaltung seiner schriftlichen Arbeit in Grenzen halten und sich vornehmlich auf die Inhalte konzentrieren möchte, investiert nicht nur Zeit in die Erstellung einer ordentlichen Dokumentenvorlage. Die Verwendung eines Literaturverwaltungsprogramms wie Citavi gleich von Beginn des Studiums an, ermöglicht den Aufbau einer breiten fachlichen Literatur- und Quellenbasis, erleichtert darüber hinaus die Formatierung aller (in)direkten Zitate und sichert die Vollständigkeit der bibliografischen Angaben im Literatur- und Quellenverzeichnis nach voreingestelltem Zitationsstil. Dieser lässt sich übrigens jederzeit ändern.

Leider läuft Citavi nur auf Windows Installationen bzw. auf Mac Geräten nur in einer Virtualisierungsumgebung. Eine Programmalternative für Mac Geräte ist das kostenfreie Tool Zotero, das als eigenständiges Programm oder als Plugin für den Firefox Browser verwendet werden kann. Ein umfangreiches Online-Handbuch pflegt hierzu die FH Vorarlberg.

Die Hochschulbibliothek der HWR Berlin bietet an beiden Standorten regelmäßig Citavi-Schulungen an, auf die wir an dieser Stelle gerne hinweisen möchten.

Weitere Informationen auch auf You Tube: https://www.youtube.com/user/CitaviTeam

Katja Drasdo

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8 Gedanken zu „Literatur, Wissen und Aufgaben verwalten mit Citavi

  1. Citavi scheint wirklich ein sehr gutes Programm zu sein was Literatur und Wissenschaften angeht, vielen dank für die ganzen Tipps und das du eine Vollversion bereit stellst.

  2. Klarer, informativer Artikel. Die HWR macht sich, was wissenschaftliches Arbeiten angeht. Ich frage mich nur, ob sie einen gewissen Charme verliert – hier und da hörte ich Studierende sagen, dass die HWR für sie ein eher einfacher und eher gemütlicher Studienort ist -, wenn sie da die Anforderungen anzieht. Aber in der Konkurrenz zu anderen Hochschulen und Universitäten ist das unverzichtbar, oder? Oder geht es trotz der vorhandenen Konkurrenz um, im Endeffekt, Gelder, noch um ursprüngliche, universitäre Werte, wie bspw., dass man wissen will, “was die Welt im Innersten zusammen hält”?

  3. @katja Gibt es Informationen zu Citavi-Support auf Englisch? Die Studierenden, die hier m.E. den größten Bedarf haben & die ich auf Englisch unterrichte (Research Methods), können i.d.R. kein Deutsch. Ich kann zwar die Info bereitstellen aber sie können nicht einmal die Lizenzmaske nutzen. Ich verweise an die Bibliothek, aber ob dort wirklich geholfen werden kann, weiß ich nicht. Das Programm selbst ist ja auf Englisch. Help!?

  4. @sebastian Die HWR ist, wie alle Hochschulen, dem forschenden Lehren verpflichtet. Die “Gemütlichkeit” unserer Hochschule als Wert (der mir auch wichtig ist) sehe ich eher durch die Größe, die Ausstattung, die Zuwendung, kleine Klassen usw. gegeben – “Flüchtlinge” von der TU tauchen in meinen Kursen in Anfangssemestern auf und beklagen sich über die Studienbedingungen der Massenuni. Da können wir wirklich mehr liefern – z.T. ganz ungewöhnliche Einzelbetreuung und überragenden Service…natürlich immer noch sicherlich abhängig vom einzelnen Dozenten. Ein weiterer Unterschied, der vom Begriff “forschendes Lehren” nicht erfasst wird, ist, dass angewandte und fundamentale Forschung deutlich andere Schwerpunkte setzen und andere Vorgehensweisen erfordern. An der HWR steht angewandte Forschung im Vordergrund – das ist bei FHs (“Universities of Applied Sciences”) üblich und erwünscht. Für die meisten Studierenden scheint angewandte Forschung leichter zu sein – nicht etwa, weil sie weniger wert wäre, weniger sorgfältig, aufwändig usw. (was du in deinem Beitrag zu suggerieren scheinst), sondern weil durch die Schnittstelle zum wirklichen Leben (der Wirtschaft) es vielleicht leichter fällt, sich zu motivieren. Da kommt einfach viel Energie rum und damit lassen sich auch schwierige Probleme leichter anpacken. So jedenfalls meine Spekulation. Dass Studium an der HWR wirklich (objektiv) leichter ist, weil weniger gefordert würde, bezweifle ich. Ich komme bei anderen Hochschulen herum, daher mein Zutrauen in diese Meinung. Von Ex-HWR Studenten hört man das manchmal auch – die vergleichen dann aber ihren Master an Hochschule X mit dem Bachelor an der HWR…das ist natürlich keine Vergleichbarkeit: der Master stellt höhere Anforderungen, keine Frage. Das ist aber auch an der HWR so. Hope this helps!

  5. Christian Kretke

    Hallo Katja,

    Danke für das Zusammenfassen der relevanten Informationen. Ich finde, dass für dieses oder ähnliche Programme unbedingt mehr Werbung innerhalb der Hochschule gemacht werden sollte, da aus eigener Erfahrung das Wissen um die Existenz solcher recht praktischen Hilfsmittel in der Studierendenschaft nicht all zu groß ist.

    Als Anwender von Citavi wünschte ich mir noch eine Zitationsvorlage zum Importieren mit den aktuellen Richtlinien zum Erstellen von wissenschaftl. Arbeiten (a.k.a. die Gather-Richtlinie). Man findet mittels Einsatz des Orakels (auch Google genannt) zwar auch einen Download in einem Citavi-Forum (https://support.citavi.com/forum/viewtopic.php?f=98&t=8354), allerdings entspricht die nicht ganz 100%ig den Anforderungen. Einige Universitäten und Hochschulen bieten bereits solche Vorlagen ihren Studierenden zum Download an. Warum sollte die HWR Berlin dies nicht tun? Das wäre jedenfalls eine große Hilfe für jeden, der Citavi benutzen möchte (inklusive meiner Person).

  6. Hallo Christian,
    ich stimme Dir zu. Vermutlich müsste man das Anliegen in die Fachbereiche tragen, da es bestimmt fachbereichsspezifische Vorgaben gibt. Für den FB5 ist mir das jedenfalls bekannt.

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