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Videoschnitt mit Kubuntu

Eugen Zwinger 5 Juni 2014 One Comment
Kdenlive

Quelle: www.kdenlive.org

Eine Präsentation mit einem Video aufpeppen oder Lehrvideos vorbereiten – selten funktioniert alles auf Anhieb und nach einer Videoaufnahme muss editiert und nachgebessert werden, um die „Ämmm’s“, Pausen oder Versprecher raus zu schneiden, einen Vorspann einzufügen oder Grafiken zur Steigerung der Veranschaulichung einzublenden. Eine Videoschnittsoftware muss her, der frei zur Verfügung stehende Moviemaker von Microsoft reicht nicht aus und das Budget ist eng? Freie Software bringt da einen oft ein Paar Schritte weiter.

Als Basis für das Videoschnittsystem dient uns eine der beliebtesten Linux Distributionen Ubuntu, welche vor kurzem mit der neuesten Version 14.04 in die nächste Runde ging. Canonical bietet fünf Jahre lang Support für den Jüngling an, womit sich die Macher verpflichten vor allem sicherheitsrelevante Updates der beliebten Distribution, als auch derer Derivate, wie z.B. das nicht weniger beliebte Linux Mint und vor allem Xubuntu für die Liebhaber der schlanken Benutzeroberfläche Xfce und Kubuntu, ausgestattet mit KDE, einer weiteren Benutzeroberfläche für Linux bereit zu stellen.

Kubuntu bekommt man unter www.kubuntu.org und entgegen dem Rat, die 32-Bit Version herunterzuladen, sollte man zur 64-Bit Version greifen, in den meisten Fällen sollte selbst ein 4-5 Jahre alter Rechner damit klarkommen.

KDEnlive

Screenshot KDEnlive, gemacht von Eugen Zwinger

Wie am Beispiel der Benutzeroberflächen zu sehen ist, gibt es auch für Videobearbeitung unter Linux eine ganze Reihe an Programmen, die benutzt werden können. Für den Einstieg empfehle ich an dieser Stelle KDEnlive. Wegen der aufgeräumter Oberfläche, einem DVD-Assistenten zur Erstellung von Discs, Titelassistenten und Unterstützung einer breiten Palette an Videoformaten. Überblendungen sind ein etwas fortgeschrittenes Thema bei dieser Software, jedoch lassen sich auch diese recht einfach nach einer kurzen Einarbeitungsphase bewerkstelligen. Dazu sei auf die offizielle, Englischsprachige Dokumentation verwiesen: KDE Manuals.

Mit ein Paar Klicks lassen sich Mediendateien importieren, mehrere Audio- und Videospuren übereinander legen, zusammen mischen und als Endprodukt wieder ausgeben.

Die Zeitleiste ist klassisch und präzise, einzelne Bedienelemente der Oberflächen lassen sich per Mausklick gruppieren oder auf einen Zweitmonitor auslagern, womit ergonomisches Arbeiten ermöglicht wird.

Natürlich sollte man von einer freien Software nicht erwarten, dass alle Möglichkeiten des Rechners ausgeschöpft werden, so wird die Wiedergabe von hochauflösenden Videos im Previewfenster ab einer kleinen Anzahl von überlagerten Effekten, wie Farbkorrektur oder „Verwischen“ zu einer Ruckelpartie und die benutzten Codecs sind nicht alle für parallelisierte Abarbeitung ausgelegt, so dass die Ausgabe der Videos unter Umständen etwas dauern könnte, aber das Warten sollte jedem bekannt sein, der schon mal mit Videokodierung etwas zu schaffen hatte. Auch sollte man sich mit den Videoformaten etwas auskennen, da hilft aber Googeln und etwas Experimentierfreudigkeit.

Als Fazit möchte ich sagen, dass für ein Open Source Projekt KDEnlive eine ganze Menge bietet und sich mit etwas Aufwand sehr schöne Ergebnisse erzielen lassen.

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