

{"id":1018,"date":"2010-06-14T21:00:48","date_gmt":"2010-06-14T20:00:48","guid":{"rendered":"http:\/\/elearning.hwr-berlin.de\/blog\/?p=1018"},"modified":"2010-12-02T16:06:44","modified_gmt":"2010-12-02T15:06:44","slug":"wir-machen-alles-mit-wikis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/wir-machen-alles-mit-wikis\/","title":{"rendered":"Wir machen alles mit Wikis, au\u00dfer Pullover \u2026"},"content":{"rendered":"<p><strong>Einige  Anmerkungen zur Vielseitigkeit des Einsatzes von Wikis in der Lehre<br \/>\nProf.  Dr. Marianne Egger de Campo (Fachbereich 3)<\/strong><\/p>\n<p>Das Grundprinzip von <strong>Wikis als Plattform <\/strong>zum unterschwelligen und transparenten Austausch von Wissen wird am <a href=\"http:\/\/www.hwr-berlin.de\/service\/e-learning\/campus-lichtenberg\/\" target=\"_blank\">Campus Lichtenberg<\/a> seit Winter 2009 unterst\u00fctzend zu meiner Lehre sehr nutzbringend eingesetzt.<br \/>\nBegonnen habe ich damit, Erstsemestrigen im Bachelor-Studiengang \u00d6VW, die das erste Mal in Kontakt mit den abstrakten Aussagen der Soziologie kommen, Gelegenheit zu geben, kreativ soziologische Fragestellungen auf ihre Praxis anzuwenden und damit ihr Wissen zu vertiefen. <!--more-->So wurde ein Wiki mit Fragen und unterschiedlichen Antworten (die meisten authentische Formulierungen von Studierenden einer anderen Hochschule) gef\u00fcttert. Und da es im Wesen der Soziologie liegt, dass es mehr als eine richtige Antwort auf soziologische Fragen gibt, standen mehrere Antwortm\u00f6glichkeiten nebeneinander. Das Wiki wurde mit Begeisterung von den \u00d6VW-Studierenden angenommen und aktiv genutzt, um hier zu \u00fcben, wie man schl\u00fcssige Beispiele f\u00fcr einen soziologischen Lehrsatz (wie z.B. die self-fulfilling prophecy) findet. Kleine Anwenderfehler, wie das versehentliche L\u00f6schen von Links, die wieder zur\u00fcck zur Ausgangsseite f\u00fchren, hielten mich dabei mehr auf Trab als das Richtigstellen \u201einkorrekter\u201c Aussagen. Denn diese Qualit\u00e4tskontrolle war den Studierenden sehr wichtig, damit sie sich darauf verlassen konnten, dass sie im Wiki nichts \u201eFalsches\u201c lernten.<br \/>\nDie \u00d6VW-Studierenden des 3. Semesters, Jahrgang 2008, benutzen das Wiki um sozialforscherische Daten qualitativ zu analysieren: Studierende im Projekt \u201eE-Government als Br\u00fccke oder H\u00fcrde?\u201c untersuchten in explorativen Beobachtungen die Interaktion von Menschen mit Internet und E-Government bzw. auch E-Commerce-Angeboten. Insbesondere \u00e4ltere Menschen wurden f\u00fcr diese erste Exploration &#8211; nach einem Convenience Sample &#8211; ausgesucht. So konnten Einblicke in die Welt jener auf der anderen Seite der Digital Divide lebenden Menschen gewonnen werden. Diese Beobachtungsprotokolle standen allen auf dem Wiki zur Verf\u00fcgung und wurden nun zuerst in der Lehrveranstaltung diskutiert und kodiert \u2013 d.h. mit theoretischen Vorannahmen verglichen. So finden sich etwa in allen Protokollen unterschiedliche Hinweise auf H\u00fcrden, die die Nutzung von PC und Internet f\u00fcr wenig computeraffine Personen darstellen. Die entsprechenden Passagen in den Protokollen wurden mit einer Seite verlinkt, die den Code \u2013 also die abstrahierte, allgemeine Aussage \u2013 beschrieb. Das Wiki erm\u00f6glicht hier in kleinen Datensammlungen simultane Datenanalyse bei gleichzeitiger Vermeidung von Redundanzen. Jede\/r TeilnehmerIn liest die Protokolle, fasst sie inhaltsanalytisch zusammen und vergleicht sie mit vorhandenen Codes bzw. mit theoretischen Aussagen zum beobachteten Ph\u00e4nomen. In jedem Protokoll finden sich Links zu verschiedenen Codes, damit erschlie\u00dft das Wiki die ganze Variationsbreite der Daten und nichts geht verloren. Gleichzeitig kann sich jede\/r TeilnehmerIn einen \u00dcberblick \u00fcber die vorhandenen Daten machen und erh\u00e4lt damit vor allem Einblick in die Arbeitsergebnisse der KommilitonInnen. Als Analyseinstrument ist das Wiki hier viel einfacher einzusetzen als einschl\u00e4gige Analyse-Software f\u00fcr qualitative Daten (wie etwa <a href=\"http:\/\/www.maxqda.de\/\" target=\"_blank\">MAXQDA<\/a> \u00ae, <a href=\"http:\/\/www.atlasti.com\/de\/\" target=\"_blank\">Atlas\/ti <\/a>\u00ae oder <a href=\"http:\/\/www.qsrinternational.com\/\" target=\"_blank\">NUD*IST \u00ae<\/a>). Das Codieren in der Gruppe sichert die wissenschaftliche Qualit\u00e4t der Analyse, doch kann es in einer Pr\u00e4senzveranstaltung langatmig und wenig fruchtbar sein. Daher ist eine elektronische Plattform ideal f\u00fcr diesen Arbeitsschritt. Differenzen in der Zuordnung von Codes oder die Revision einer Zuordnung (also Verlinkung) sind f\u00fcr alle TeilnehmerInnen einsehbar und damit transparent (womit ein wissenschaftliches Kriterium f\u00fcr die qualitative Datenanalyse \u2013 ihre intersubjektive Nachvollziehbarkeit \u2013 erf\u00fcllt wird.)<\/p>\n<p>Im laufenden Sommersemester wird das MediaWiki am Campus Lichtenberg au\u00dferdem noch als Plattform f\u00fcr die Koordination der Arbeit in Studierenden-Gruppen genutzt, die eine Pr\u00e4sentation zu einem organisationssoziologischen Thema gemeinsam ausarbeiten. Und die von einigen interessierten Studierenden gerne mit mir per Mail oder am Flur gef\u00fchrten Fachdiskussionen \u00fcber aktuelle gesellschaftspolitische Fragen k\u00f6nnen in Hinkunft auf einem f\u00fcr Studierende offenen Wiki gef\u00fchrt werden, und bieten damit auch anderen Studierenden Denkanst\u00f6\u00dfe. So wird der intellektuelle Dialog zwischen Studierenden und Lehrenden ge\u00f6ffnet zu einem Forum aller interessierten Studierenden.<br \/>\nKennen gelernt habe ich Wikis im Rahmen einer Schulung am <a href=\"http:\/\/www.bzhl.tu-berlin.de\/index.php?id=19\" target=\"_blank\">BZHL<\/a>, die von Heike Wiesner und Alexander Bruck geleitet wurde. Mit Unterst\u00fctzung meiner studentischen Hilfskraft Michael Benda werden wohl noch viele Aufgaben mithilfe von Wikis gel\u00f6st werden und wer wei\u00df, vielleicht stricken wir auch mal einen Pullover damit&#8230;.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>MediaWiki der HWR Berlin<br \/>\n<a href=\"http:\/\/elearning.hwr-berlin.de\/wiki\" target=\"_blank\">http:\/\/elearning.hwr-berlin.de\/wiki<\/a><br \/>\nKontakt: E-Learning Team am Campus Lichtenberg \/ E-Mail: <a title=\"Mail:ecampus@hwr-berlin.de\" href=\"Mailto:ecampus@hwr-berlin.de\">ecampus@hwr-berlin.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Anmerkungen zur Vielseitigkeit des Einsatzes von Wikis in der Lehre Prof. Dr. Marianne Egger de Campo (Fachbereich 3) Das Grundprinzip von Wikis als Plattform zum unterschwelligen und transparenten Austausch von Wissen wird am Campus Lichtenberg seit Winter 2009 unterst\u00fctzend zu meiner Lehre sehr nutzbringend eingesetzt. 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