

{"id":10201,"date":"2015-04-21T23:08:15","date_gmt":"2015-04-21T21:08:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/?p=10201"},"modified":"2015-06-30T13:09:49","modified_gmt":"2015-06-30T11:09:49","slug":"kontrollieren-oder-helfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/kontrollieren-oder-helfen\/","title":{"rendered":"Kontrollieren oder helfen?"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #800000;\">oder \u00a0&#8222;<strong>Wie aus akademischen Detektiven wieder Dozenten werden.&#8220;<br \/>\n<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"; text-align: right;\">\u00a0Lehrer: &#8222;Welche Computertechnologien haben Sie f\u00fcr das Erstellen der Arbeit benutzt?&#8220;<\/p>\n<p style=\"; text-align: right;\">Student: &#8222;Strg-C und Strg-V.&#8220;<\/p>\n<p lang=\"zxx\" style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen uns nur noch dunkel an die Zeiten erinnern, als wir in der Schule (einige von uns an der Uni sogar) die Vortr\u00e4ge vorbereiten sollten, OHNE Computer und sogar ohne jegliche Vorstellung von Internet und Suchmaschinen zu haben. Es gab nur Lehrwerke, B\u00fccher, Bibliotheken und somit alle Voraussetzungen zum selbstst\u00e4ndigen und kreativen Denken. Heutzutage, im digitalen Zeitalter, kann man m\u00fchelos an alles M\u00f6gliche rankommen und von zuhause aus Zugang sowohl zur Fachliteratur, als auch zu den Studienarbeiten anderer bekommen. Es existiert eine Vielzahl von Datenbanken (digital term-paper mills) wie beispielsweise<!--more-->die deutsche Website hausarbeiten.de, die Hausarbeiten, Referate und Bachelorarbeiten an die Studenten verkaufen oder sogar kostenlos bereitstellen, sodass die Versuchung zu gro\u00df wird, fremde Gedanken zu \u00fcbernehmen. wie bekannt, kann jedes technologische Know-how sowohl eine gute Wendung nehmen, als auch zum Nachteil ausschlagen. Auf solche Weise erleichtert einerseits das Internet das Studentenleben und spart deren Zeit, andererseits hat sich das Copy-Paste-Syndrom durchgesetzt, und die Studierenden haben sich von Verfassern zu Plagiatoren entwickelt, da sie dabei oft weglassen, wer der Urheber des eingef\u00fchrten Textteils ist. Als Folge dessen sind die Dozenten gezwungen, wie akribische Detektive den Studenten mit Misstrauen zu begegnen und deren Arbeiten auf Diebstahl geistigen Eigentums hin zu \u00fcberpr\u00fcfen, wobei das Internet als Plagiatquelle zum Mittel zu dessen Bek\u00e4mpfung wird. Daf\u00fcr werden spezialisierte Softwares zur Online-Plagiatsanalyse benutzt wie <a href=\"http:\/\/turnitin.com\/\" target=\"_blank\">Turnitin<\/a>\u00a0&#8211; das auf dem Weltmarkt f\u00fchrende Online-Tool zur Text- und Plagiatspr\u00fcfung &#8211; ,\u00a0<a title=\"Plagiarism-Finder\" href=\"http:\/\/www.plagiarismfinder.de\/\" target=\"_blank\">Plagiarism-Finder<\/a>\u00a0oder\u00a0<a title=\"CopyCatch Gold\" href=\"http:\/\/en.softonic.com\/s\/copy-catch-gold\/\" target=\"_blank\">CopyCatch Gold<\/a>.\u00a0Mittlerweile erscheinen auf dem Markt sogar kostenfreie\u00a0L\u00f6sungen.\u00a0So\u00a0stellt <a title=\"profNet\" href=\"http:\/\/profnet.de\/index.php?sv=kajcfi4shmct0i5gr10lggn455.start.21.B.0.0.0.0.0.0.7e3118ba4947a390447a93fd26305370.\" target=\"_blank\">profNet<\/a> mit PlagiatService ab SS 2015 allen Studierenden und Dozenten Deutschlands ein kostenfreies Programm zur Plagiats- und Qualit\u00e4tsanalyse der wissenschaftlichen Arbeiten zur Verf\u00fcgung und schafft somit eine Konkurrenz zur auf dem Weltmarkt existierenden teureren und in der Nutzung aufw\u00e4ndigen Software. &#8222;Es gibt nun keine Ausrede mehr, auf eine fl\u00e4chendeckende Plagiats\u00fcberpr\u00fcfung und somit die Abschaffung der Plagiate als Massenph\u00e4nomen zu verzichten&#8220;, so Prof. Dr. Uwe\u00a0Kamenz aus dem ProfNet Institut f\u00fcr Internet-Marketing M\u00fcnster.<\/p>\n<p lang=\"zxx\" style=\"text-align: justify;\">Bei all den anscheinenden Vorteilen solcher Programme, wird den Studierenden das Gef\u00fchl vermittelt: &#8222;ihr wollt betr\u00fcgen, wir kennen aber den Rummel!&#8220;. Aber kennt man ihn denn wirklich? W\u00e4re es nicht vern\u00fcnftiger, erstmal nach den Gr\u00fcnden der Plagiatsverbreitung zu fragen? Wie bereits erw\u00e4hnt, lockt das Internet mit m\u00fcheloser Recherche. Au\u00dferdem wiegen sich viele Internetbenutzer nach der Erscheinung des Internets in Illusionen, dass insofern das Netz f\u00fcr jeden zug\u00e4nglich ist, geh\u00f6rt dessen Content auch keinem. Neben diesen Verwirrungen ist aber auch ein weiteres wichtigeres Problem nicht zu untersch\u00e4tzen: die Studierenden kennen die Trennlinie zwischen Plagiat und eigenen Gedanken nicht mehr. Besonders irritierend f\u00fcr sie ist die sinngem\u00e4\u00dfe Wiedergabe, wo es wirklich schwer\u00a0ist, das nach dem Lesen von Dutzenden anderer Werke \u00dcbernommene von den eigenen Ideen\u00a0abzutrennen. Es handelt sich also oft um unbewusstes Pla\u00adgi\u00adie\u00adren. Bei solchen Problemen haben Studierende nur sehr wenig Unterst\u00fctzung. Es werden zwar an den Hochschulen und Universit\u00e4ten manchmal &#8222;Einf\u00fchrungen in das wissenschaftliche Arbeiten&#8220; und vom &#8222;Studium Generale&#8220; zus\u00e4tzliche Kurse angeboten, die Schreibkompetenz f\u00fcr wissenschaftliche Haus- und Abschlussarbeiten st\u00e4rken sollten. Au\u00dferdem gibt es einige wenige Ratgeberb\u00fccher zum wissenschaftlichen Arbeiten, aber die reichen offensichtlich nicht, da in solchen Veranstaltungen nur formelle Aspekte beleuchtet werden, etwa wie man ein Literaturverzeichnis erstellt und welche Zitierungsweisen existieren. Die Frage aber, wo die Grenze zwischen Zitat, Paraphrase und Plagiat verl\u00e4uft, bleibt unbeantwortet.<\/p>\n<p lang=\"zxx\" style=\"text-align: justify;\">Aus all den genannten Gr\u00fcnden l\u00e4sst sich die Hypothese bilden, dass es eventuell n\u00fctzlicher w\u00e4re, Geld anstatt f\u00fcr Plagiatsoftware lieber f\u00fcr die Einrichtung\u00a0von Schreibzentren auszugeben, wo die Studierenden Unterst\u00fctzung zu allen Fragen erhalten k\u00f6nnten, mit welchen sie w\u00e4hrend des Schreibens konfrontiert werden, und wo die Dozenten ihre urspr\u00fcngliche Rolle als Helfer und Unterst\u00fctzer wieder \u00a0erf\u00fcllen bzw. einnehmen k\u00f6nnten, anstatt Detektive zu sein. Und es ist also eine gro\u00dfe Frage, was heute nun fl\u00e4chendeckend vermittelt werden muss: Kenntnisse der Plagiats\u00fcberpr\u00fcfung oder eben des wissenschaftlichen Schreibens? Was ist nun der richtige Weg, der zur Abschaffung der Plagiate als Massenph\u00e4nomen f\u00fchren soll?<\/p>\n<p lang=\"zxx\" style=\"text-align: justify;\">In diesem Artikel wurde von mir Bezug auf das &#8222;geistige Eigentum&#8220; von Sven Arnold genommen (<i>Welcher Gedanke geh\u00f6rt mir?<\/i>\u00a0Das Copy-Paste-Syndrom: Wie aus Studierenden Plagiatoren werden und aus Dozenten akribische Detektive. In: <i>Der Tagesspiegel Online.<\/i>\u00a030. Juni 2010, URL: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/plagiat-welcher-gedanke-gehoert-mir\/1872174.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/plagiat-welcher-gedanke-gehoert-mir\/1872174.html<\/a>), sowie Informationen aus der Pressemitteilung des\u00a0ProfNet Instituts f\u00fcr Internet-Marketing benutzt (<a href=\"http:\/\/www.profnet.de\/dokumente\/2015\/ps-presse_2015_01.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.profnet.de\/dokumente\/2015\/ps-presse_2015_01.pdf<\/a>).<\/p>\n<p lang=\"zxx\" style=\"text-align: justify;\">P.S.: Weitere Informationen \u00fcber die kostenlose Software zur Plagiatspr\u00fcfung profNet\u00a0PlagiatService k\u00f6nnen die Interessierten dem Aushang f\u00fcr Studierende entnehmen:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.profnet.de\/dokumente\/2015\/ps-aushang-studis.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.profnet.de\/dokumente\/2015\/ps-aushang-studis.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>oder \u00a0&#8222;Wie aus akademischen Detektiven wieder Dozenten werden.&#8220; \u00a0Lehrer: &#8222;Welche Computertechnologien haben Sie f\u00fcr das Erstellen der Arbeit benutzt?&#8220; Student: &#8222;Strg-C und Strg-V.&#8220; Wir k\u00f6nnen uns nur noch dunkel an die Zeiten erinnern, als wir in der Schule (einige von uns an der Uni sogar) die Vortr\u00e4ge vorbereiten sollten, OHNE Computer und sogar ohne jegliche [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":113,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[739],"tags":[717,719,718,642],"class_list":["post-10201","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-didaktik","tag-copy-paste-syndrom","tag-plagiatanalyse","tag-schreibzentrum","tag-wissenschaftliches-arbeiten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10201","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/wp-json\/wp\/v2\/users\/113"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10201"}],"version-history":[{"count":34,"href":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10201\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10558,"href":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10201\/revisions\/10558"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10201"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10201"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10201"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}