

{"id":14116,"date":"2017-12-04T14:11:56","date_gmt":"2017-12-04T12:11:56","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/?p=14116"},"modified":"2018-05-23T14:13:30","modified_gmt":"2018-05-23T12:13:30","slug":"oer-we-dont-need-no-qualitaetssicherung-oder-doch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/oer-we-dont-need-no-qualitaetssicherung-oder-doch\/","title":{"rendered":"OER: &quot;We don\u00b4t need no Qualit\u00e4tssicherung!&quot; &#8211; Oder doch?"},"content":{"rendered":"<p>Eine Frage, die auf dem <a href=\"https:\/\/open-educational-resources.de\/veranstaltungen\/17\/\">OER-Festival<\/a> die vergangenen Tage immer wieder aufgeworfen wurde, ist die der Qualit\u00e4t: Wer garantiert die Qualit\u00e4t von OER-Materialien? Wer ist f\u00fcr die Qualit\u00e4tssicherung zust\u00e4ndig? Was wird gebraucht, um qualitativ hochwertige OER zu erkennen? Wenn Richtlinien eingef\u00fchrt w\u00fcrden, wer bestimmt diese?<\/p>\n<div style=\"width: 619px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/open-educational-resources.de\/wp-content\/uploads\/oerde17_Logo_Festival.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/open-educational-resources.de\/wp-content\/uploads\/oerde17_Logo_Festival.png\" alt=\"https:\/\/open-educational-resources.de\/wp-content\/uploads\/oerde17_Logo_Festival.png\" width=\"609\" height=\"326\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">https:\/\/open-educational-resources.de\/wp-content\/uploads\/oerde17_Logo_Festival.png<\/p><\/div>\n<p>Die zentrale Frage, die sich herauskristallisiert, ist, ob die Qualit\u00e4t von OER ein Selbstl\u00e4ufer durch die Community ist oder ob es irgendeiner Pr\u00fcfung durch eine Instanz oder Redaktion bedarf. Es gibt im Bereich der OER f\u00fcr die Hochschullehre zwei Gruppen: die Lehrenden und Lernenden. <!--more-->F\u00fcr Lehrende stellt sich als Nutzer die Frage, auf welche OER-Materialien sie sich verlassen und st\u00fctzen k\u00f6nnen sowie welche Materialien sie guten Gewissens an Studierende weitergeben k\u00f6nnen bzw. wo man OER hoher Qualit\u00e4t finden kann. Wenn Lehrende zu Produzenten von OER werden, entstehen Reibungspunkte wie beispielsweise das Teilen mit anonymen Fremden, die Bef\u00fcrchtung, f\u00fcr Ver\u00e4nderungen durch Andere zur Rechenschaft gezogen werden zu k\u00f6nnen oder der Angst, etwas nicht g\u00e4nzlich wissenschaftlich Fundiertes zu ver\u00f6ffentlichen. Lernende hingegen m\u00fcssen sich darauf verlassen k\u00f6nnen, dass die OER, die sie im Internet finden, fachlich korrekt sind. Bei Unsicherheiten wird doch letzten Endes die Lehrperson zu Rate gezogen. Und was ist, wenn das OER-Material vertrauensw\u00fcrdig scheint, aber von den Lehrinhalten (bspw. Fachbegriffen) des Dozierenden extrem abweicht?<\/p>\n<p>Sie merken, dass es viele offene doch weitreichende Fragestellungen rund um OER und deren Qualit\u00e4t gibt. Da wir uns innerhalb der Hochschule nach wie vor in dem klassischen Rollenverh\u00e4ltnis von Lehrendem und Lernendem befinden, gibt es wohl keinen Weg um die Initiative einer diesen beiden Gruppierungen herum. Einerseits k\u00f6nnten die Lernenden \u00fcber den Buchr\u00fccken hinaus in die weite Welt des Internets\u00a0 schauen und auf die Suche nach interessanten OERs gehen, diese dann in den Unterricht mit einbringen und sie zur offenen Diskussion stellen. Spiegelt es nicht einen sehr guten Wissensstand wider, wenn ein Fehler oder eine Ungenauigkeit von den Lernenden festgestellt werden kann? Was f\u00fcr eine Selbstsicherheit muss f\u00fcr Lernende erst entstehen, wenn man das OER-Material weiterentwickelt und danach wieder in die Community zur\u00fcckspielt? Genau das k\u00f6nnten ebenso Lehrende f\u00f6rdern. Man k\u00f6nnte die Aufgabe geben OERs zu suchen, zu reflektieren und ggf. weiterzubearbeiten. Andererseits k\u00f6nnten Lernende selbst OERs erstellen und zur Verf\u00fcgung stellen. In jedem Falle muss sich vor allem die Lehrperson darauf einstellen, mit vielem Unbekannten konfrontiert zu werden. Einer Angst vor dem Neuen sollte dabei jedoch nicht entstehen, sondern die Freude an der eigenen Weiterentwicklung und dem Abweichen von eingefahrenen Lehrpfaden.<\/p>\n<p>Die Frage nach der Qualit\u00e4t von OER kann ebenfalls sehr allgemein betrachtet werden. Wie beurteilt man Qualit\u00e4t \u00fcberhaupt? Zur Feststellung bedarf es einer kritischen Betrachtung. Im Grunde befindet man sich in einer Grauzone, in der fortw\u00e4hrend das Problem umherschwirrt, wem letztendlich zu glauben ist: Genie\u00dfen die Lehrpersonen, die Lehrb\u00fccher renommierter Verlage oder viel rezensierte OER-Materialien mein gr\u00f6\u00dftes Vertrauen? Eigentlich ist man doch selbst die letzte Instanz der Qualit\u00e4tskontrolle. Haben wir au\u00dferdem nicht \u00fcberall das Problem der Qualit\u00e4t? Nur weil etwas mit Tinte auf Papier gedruckt wurde, ist es nicht automatisch fachlich korrekter als Worte, die jemand innerhalb eines OER-Materials verwendet hat. Wahrscheinlich stellen wir OER viel zu sehr ins Misstrauen hervorrufende Rampenlicht, wenn es um Qualit\u00e4t geht. Ich halte es f\u00fcr einen gro\u00dfen Schritt nach vorn, wenn wir bei OER-Inhalten nicht mehr von Qualit\u00e4tssicherung, sondern von Qualit\u00e4tsentwicklung ausgehen w\u00fcrden. OER sollte nicht direkt abqualifiziert, jedoch auch nicht automatisch auf einen Thron gehoben werden. Weiterhin ist es doch wesentlich einfacher, Inhalte in einem OER zu \u00e4ndern, als gedruckte B\u00fccher zu ver\u00e4ndern. Wenn wir es als Chance ansehen, gute Lehr- und Lernmaterialien gemeinsam zu entwickeln, dann haben OER eine gro\u00dfe Zukunft vor sich. Nur muss zu Anfang jeder einzelne \u00fcber seinen eigenen Schatten springen und offen f\u00fcr OER sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Frage, die auf dem OER-Festival die vergangenen Tage immer wieder aufgeworfen wurde, ist die der Qualit\u00e4t: Wer garantiert die Qualit\u00e4t von OER-Materialien? Wer ist f\u00fcr die Qualit\u00e4tssicherung zust\u00e4ndig? Was wird gebraucht, um qualitativ hochwertige OER zu erkennen? Wenn Richtlinien eingef\u00fchrt w\u00fcrden, wer bestimmt diese? 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