

{"id":14287,"date":"2018-02-02T09:29:04","date_gmt":"2018-02-02T08:29:04","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/?p=14287"},"modified":"2018-06-15T13:48:00","modified_gmt":"2018-06-15T11:48:00","slug":"plagiaterkennung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/plagiaterkennung\/","title":{"rendered":"Plagiate &#8211; Wenn aus einer Schummelei eine Straftat wird"},"content":{"rendered":"<p>Plagiate sind ein mysteri\u00f6ses Feld. \u00dcber kaum ein anderes Thema wird sich derartig dramatisch ge\u00e4u\u00dfert in den Medien; namenhafte Autoren, Doktoren und Nobelpreistr\u00e4ger sollen abgeschrieben haben. Trotzdem hat schon fast jeder selbst einmal plagiiert, teils mit der Intention m\u00f6glichst schnell und einfach eine Arbeit zu schreiben, teils aus Versehen und ohne Kenntnis, selbst gerade ein Plagiat zu produzieren. Was Plagiate sind, welche h\u00e4ufigen Fehler dabei unterlaufen, welche Konsequenzen danach drohen und wie Plagiate mittlerweile einfach mithilfe Plagiatserkennungssoftwares detektiert werden k\u00f6nnen &#8211; darum soll sich dieser Artikel drehen.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"attachment_14301\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/avatar-1\/5499235063\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14301\" class=\"wp-image-14301 size-medium\" src=\"http:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/wp-content\/uploads_elerner\/2018\/01\/5499235063_b7949466fb_o-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14301\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: copy paste (Quelle: Tim Barthel auf flickr, CC BY-SA 2.0)<\/p><\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Was ist \u00fcberhaupt ein Plagiat?<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Pla<span class=\"tz\">|<\/span>gi<span class=\"tz\">|<strong>a<\/strong><\/span>t, das, Substantiv<\/h3>\n<h3>pla<span class=\"tz\">|<\/span>gi<span class=\"tz\">|<strong>ie<\/strong><\/span><span class=\"tz\">|<\/span>ren, schwaches Verb<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Plagiat wird die \u00dcbernahme von fremdem geistigen Eigentum bezeichnet, dazu z\u00e4hlen allerdings nicht nur abgeschriebene Textstellen, sondern auch \u00dcbersetzungen fremdsprachlicher Texte und allgemein geklaute fremde Ideen wie Fotoaufnahmen, Filme, Tonaufnahmen und \u00c4hnliches. Selbst l\u00e4ngere Textstellen, welche ver\u00e4ndert und nicht als solche gekennzeichnet wurden, werden zu den Plagiaten gerechnet. Ohne Kennzeichnung der Quellen ist dies geistiger Diebstahl, welcher gegen das Urheberrecht verst\u00f6\u00dft und mit weitreichenden Konsequenzen geahndet wird. Dabei ist die Verwendung von fremden Ideen und Zitaten legitim, sogar in der Wissenschaft gebr\u00e4uchlich und notwendig, nur die Nennung des Urhebers muss unbedingt erfolgen. Im diesen Sinne ein Zitat der Ludwig-Maximilian-Universit\u00e4t zu Plagiaten:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eVon Plagiat spricht man, wenn Ideen und Worte anderer als eigene ausgegeben werden. Dabei spielt es keine Rolle, aus welcher Quelle (Buch, Zeitschrift, Zeitung, Internet usw.) die fremden Ideen und Worte stammen, ebenso wenig, ob es sich um gr\u00f6\u00dfere oder kleinere \u00dcbernahmen handelt oder ob die Entlehnungen w\u00f6rtlich oder \u00fcbersetzt oder sinngem\u00e4\u00df sind.\u201c<\/p>\n<p>Ludwig-Maximilian-Universit\u00e4t (LMU)<\/p><\/blockquote>\n<h3>Warum Plagiate entstehen und die h\u00e4ufigsten Fehler beim Zitieren<\/h3>\n<p>Zitieren ist also das Grundprinzip des wissenschaftlichen Arbeitens und somit unabdinglich in wissenschaftlichen Arbeiten wie Haus-, Bachelor- oder Masterarbeiten. Wenn Studierende plagiieren, dann steckt meist keine b\u00f6se Absicht dahinter, sondern eher eine fehlende Kenntnis \u00fcber wissenschaftliches Arbeiten. Wie zitiere ich richtig, wie kennzeichne ich direkte und indirekte Zitate, was passiert bei einer Paraphrase und muss ich bei einer \u00dcbersetzung auch den Urheber nennen? &#8211; Diese und weitere Fragen stellen sich viele Studierende, die zum ersten Mal wissenschaftliche Arbeiten schreiben. Werden diese Fragen falsch oder gar nicht beantwortet, kommt es \u00f6fter zu Plagiaten. Bei Unsicherheiten also lieber nochmal nachlesen, zum Beispiel <a href=\"https:\/\/www.bachelorprint.de\/richtig-zitieren\/\">hier<\/a>\u00a0und zur Sicherheit mit dem Betreuer absprechen.<\/p>\n<p>Doch auch im fortgeschrittenen Studium treten dabei noch Fehler auf, hier die h\u00e4ufigsten Stolperfallen beim Zitieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Ein w\u00f6rtliches Zitat wird aus der Quelle \u00fcbernommen, dieses aber nicht als solches, zum Beispiel nur als indirektes Zitat, gekennzeichnet.<\/li>\n<li>Es wird\u00a0falsch paraphrasiert, dabei zum Beispiel Satzbausteine des Autors benutzt oder nur die Synthax ge\u00e4ndert.\u00a0 Besser in eigenen Worten formulieren.<\/li>\n<li>Es erfolgt keine\u00a0Quellenangabe, obwohl paraphrasiert wurde und somit die Ideen aus einer anderen Quelle stammen.<\/li>\n<li>Bei der \u00dcbersetzung eines fremdsprachlichen Textes wird nicht darauf geachtet die Quelle zu nennen.<\/li>\n<li>Zitate aus Sekund\u00e4rquellen werden verwendet, welche schon dort aus der Prim\u00e4rquelle zitiert wurden. Hier wird nicht ersichtlich, dass nicht die Originalquelle benutzt wurde, die Nennung der Sekund\u00e4rquelle ist hierbei wichtig.<\/li>\n<li>Bei der Verwendung von (nicht allgemeing\u00fcltigen) fremden Sprichw\u00f6rtern, Vergleiche und Metaphern muss ebenfalls auf die Quellenangabe geachtet werden.<\/li>\n<li>Es wird teilweise Allgemeinwissen und Fachwissen von fremden Autor\/innen benutzt. Das Allgemeinwissen muss nicht zitiert werden, das Fachwissen dagegen schon. Die Trennung ist dabei verschwommen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Ich habe plagiiert, und nun? &#8211; Konsequenzen von Plagiaten<\/h3>\n<p>Aus den Fehlern beim Zitieren entstehen schnell Plagiate, zum Teil auch unbewusst. Handelt es sich dabei um kleinere \u00dcbereinstimmungen, f\u00e4llt dies meist gar nicht auf. Werden jedoch gr\u00f6\u00dfere Textstellen \u00fcbernommen oder stimmt der Stil innerhalb einer Arbeit nicht \u00fcberein, wird die Lehrkraft schnell aufmerksam. Wenn Plagiate nachgewiesen wurden, wird das mit unterschiedlichen Konsequenzen bestraft. Dabei ist die Bewertung mit der schlechtesten Note und somit das Nicht-Bestehen der Pr\u00fcfung noch die mildeste Strafe. Bei schwerwiegenderen Plagiaten k\u00f6nnen die Exmatrikulation, die Aberkennung des akademischen Titels und sogar ein Studienverbot folgen. Da durch Plagiate das Urheberrecht verletzt wird, kann das sogar zur Anzeige gebracht werden und somit als eine Straftat geahndet werden.<\/p>\n<h3>Kleine Helferlein &#8211; Schnelle \u00dcberpr\u00fcfung von Texten mithilfe von Softwares<\/h3>\n<p>Ob ein Plagiat vorliegt oder nicht, k\u00f6nnen meist Lehrkr\u00e4fte schnell selbst herausfinden, oft reicht daf\u00fcr schon eine Suche bei Google aus. Bei einem Verdachtsfall oder als Selbstkontrolle f\u00fcr Studierende k\u00f6nnen jedoch weiterhin kostenlose und kostenpflichtige Plagiatserkennungssoftwares eingesetzt werden. Diese \u00fcberpr\u00fcfen den Gesamttext oder Teile daraus auf \u00dcbereinstimmungen aus Internet, B\u00fcchern und anderen Werken, welche in einer Datenbank gesammelt sind. Die HWR bietet f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte eine kostenlose Lizenz f\u00fcr den Marktf\u00fchrer turnitin.com an. Bei Interesse melden sich Sie bei dem <a href=\"http:\/\/elearning.hwr-berlin.de\/de\/\">elearning-Service.<\/a><\/p>\n<p>Weiterhin gibt es zahlreiche Angebote f\u00fcr kostenlose sowie kostenpflichtige Alternativen. Kostenlose Anbieter beschr\u00e4nken ihr Angebot jedoch meist auf ein W\u00f6rterlimit oder ein Limit der Suchvorg\u00e4nge, sodass diese eher f\u00fcr k\u00fcrzere Texte oder Websites geeignet sind. Vorsichtig sollte man bei kostenlosen unseri\u00f6s wirkenden Websites sein, da diese unter Verdacht stehen, sie zu betr\u00fcgen bzw. ihre hochgeladenen Texte weiterzuverwenden. Da diese Anbieter sich nicht \u00fcber Einnahmen finanzieren, ver\u00f6ffentlichen sie meist die eingestellten Texte (meist nach drei Monaten). Dadurch entsteht ein Risiko des Selbstplagiates sowie des Verlustes des Urheberrechts \u00fcber die eigenen Texte.<\/p>\n<h3>Probleme von Plagiaterkennungssoftwares<\/h3>\n<p>Selbstplagiate (Hochladen und Speicherung der eingestellten Arbeit von den Softwares, sodass ein erneutes Hochladen derselben Arbeit zu einem vollst\u00e4ndigen Selbstplagiat f\u00fchrt, Anzeigen von 100% Plagiat) entstehen jedoch nicht nur bei unseri\u00f6sen Anbieten, sondern sind auch bei anderen Softwares ein Problem. Generell sollte man deshalb eher vermeiden, die Arbeit mehrmals hochzuladen, au\u00dfer eine Speicherung wird auf der Website ausdr\u00fccklich verneint (turnitin.com speichert die Arbeiten).<\/p>\n<p>Weitere Probleme bei verschiedenen Plagiatserkennungssoftware sind falsche Negative (Plagiate im Text, welche von der Software nicht erkannt werden) und falsche Positive (keine Plagiate im Text, welche als Plagiate von der Software erkannt werden). Die angezeigte Prozentzahl des Plagiats weicht deshalb manchmal erheblich von den eigentlich \u00fcbereinstimmenden Textstellen ab. Pr\u00fcfen Sie als Lehrkraft am besten selbst den Report und schlie\u00dfen Quellen und Literaturverzeichnis aus der Analyse aus. Die Entscheidung, ob ein Plagiat vorliegt oder nicht, liegt nicht bei der Software, sondern bei der Lehrkraft.<\/p>\n<h3>Die besten (gefundenen) Plagiatserkennungssoftwares<\/h3>\n<p>kostenpflichtig:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/turnitin.com\/\">turnitin<\/a>\u00a0(Lizenz der HWR f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.urkund.com\/de\/\">urkund<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.compilatio.net\/de\/\">Compilatio<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>teilweise kostenlos:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.plagscan.com\/de\/home\">PlagScan<\/a>\u00a0(W\u00f6rterlimit von 2000 W\u00f6rtern, einmaliger Suchvorgang)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.quetext.com\/\">Quetext<\/a>\u00a0(W\u00f6rterlimit von 500 W\u00f6rtern, Limit von drei Suchvorg\u00e4ngen)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.plagaware.com\/de\">PlagAware<\/a> (kostenlos 10 Seiten pr\u00fcfen, einmaliger Suchvorgang)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.duplichecker.com\/\">duplichecker<\/a> (W\u00f6rterlimit von 1000 W\u00f6rtern, unbegrenzte Anzahl Suchvorg\u00e4nge)<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr eine genauere Beschreibung von zwei ausgew\u00e4hlten Plagiatserkennungssoftwares (PlagScan und quetext) schauen Sie bitte auf den <a href=\"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/oer\/\">OER-Blog der HWR<\/a>.<\/p>\n<p>Und damit, gutes Gelingen!<\/p>\n<h3>Quellen und Literatur zum Weiterlesen<\/h3>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/plagiat.htw-berlin.de\/software\/2013-2\/\">http:\/\/plagiat.htw-berlin.de\/software\/2013-2\/<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.bachelorprint.de\/plagiate\/\">https:\/\/www.bachelorprint.de\/plagiate\/<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Plagiat\">https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Plagiat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.anglistik.uni-muenchen.de\/service_downloads\/erklaerungsvordrucke\/plagiat.pdf\">http:\/\/www.anglistik.uni-muenchen.de\/service_downloads\/erklaerungsvordrucke\/plagiat.pdf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.urheberrecht.de\/plagiat\/\">https:\/\/www.urheberrecht.de\/plagiat\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plagiate sind ein mysteri\u00f6ses Feld. \u00dcber kaum ein anderes Thema wird sich derartig dramatisch ge\u00e4u\u00dfert in den Medien; namenhafte Autoren, Doktoren und Nobelpreistr\u00e4ger sollen abgeschrieben haben. 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