

{"id":16423,"date":"2015-03-12T10:53:05","date_gmt":"2015-03-12T09:53:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/?p=16423"},"modified":"2019-03-21T13:22:07","modified_gmt":"2019-03-21T12:22:07","slug":"erhoehung-der-studienmotivation-von-studienbeginn-an-studierende-organisieren-eine-podiumsdiskussion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/erhoehung-der-studienmotivation-von-studienbeginn-an-studierende-organisieren-eine-podiumsdiskussion\/","title":{"rendered":"Erh\u00f6hung der Studienmotivation von Studienbeginn an: Studierende organisieren eine Podiumsdiskussion"},"content":{"rendered":"<p>Prof. Dr. Claudia Gather und Monika Kaiser haben 2015, gef\u00f6rdert durch die Qualit\u00e4tsoffensive Lehre, die Module \u201eUnternehmen \/ Betrieb &#8211; Arbeit aus historisch-sozialwissenschaftlicher Perspektive\u201c mit den Schl\u00fcsselkompetenzen \u201eKommunikation und Interaktion im Beruf\u201c im Studiengang Business Administration kombiniert, um Fragen f\u00fcr die Zukunft der Erwerbsarbeit zu thematisieren. Damit sollten die Studierenden schon im ersten Semester durch die Auseinandersetzung mit dem sp\u00e4teren Berufsfeld Motivation f\u00fcr das Studium entwickeln. Daf\u00fcr organisierten die Studierenden eigenst\u00e4ndig eine\u00a0 Diskussionsveranstaltung mit Vertreter\/innen aus der Berliner Wirtschaft.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>\u00dcber das Verh\u00e4ltnis von Fachwissen und Schl\u00fcsselkompetenzen<\/strong><\/p>\n<p>Warum lernt man? \u201eIst immer gut.\u201c \u201eKann nichts schaden.\u201c \u201eSo kann ich meine Zeit gut nutzen.\u201c \u201eBringt mal Geld.\u201c \u201eDas wird eben heute gefordert.\u201c Solche und \u00e4hnliche Antworten gaben die Studierenden am Anfang des Semesters.<\/p>\n<p>Wie kann man die Studienmotivation erh\u00f6hen? Wie die Findung von pers\u00f6nlichen Zielen f\u00f6rdern, damit das Studium z.B. der Erf\u00fcllung eines Berufsziels dient. Wie kann man dazu beitragen den Studierenden die f\u00fcr ihr Berufsleben erforderlichen fachlichen Kenntnisse, F\u00e4higkeiten und Methoden so zu vermitteln, \u201edass sie zu selbst\u00e4ndiger wissenschaftlicher Arbeit, zu kritischem Denken und zu freiem, verantwortlichem, demokratischem und sozialem Handeln bef\u00e4higt werden\u201c (zentrale Studienziele nach \u00a7 5 Studiengangs Studiengang Business Administration)?<\/p>\n<p>Hierzu braucht es Wissen, Erfahrung, Vorbilder und die Formulierung eines weit gesteckten Ziels, im Verbund mit pers\u00f6nlichen Interessen und Werten. Das erm\u00f6glicht die Motivation, auch langatmige Zeiten des Wissenserwerbs im Studium durchzuhalten. Dazu wollten wir mit diesem Teamteaching Projekt beitragen.<\/p>\n<p>Fr\u00fchzeitig Erfahrung mit der Wirklichkeit des heutigen Arbeitslebens zu sammeln, darin bestand die Idee f\u00fcr unseren Ansatz. Wir kombinierten das Modul \u201eUnternehmen \/ Betrieb &#8211; Arbeit aus historisch-sozialwissenschaftlicher Perspektive\u201c mit den Schl\u00fcsselkompetenzen \u201eKommunikation und Interaktion im Beruf\u201c und luden die Studierenden des 1. Semesters im Studiengang Business Administration ein, eine \u00f6ffentliche Veranstaltung inhaltlich zu konzipieren, um Fragen f\u00fcr die Zukunft ihrer Erwerbsarbeit zu thematisieren.<\/p>\n<p>Die zuvor interaktiv vermittelten Schl\u00fcsselkompetenzen gaben den Studierenden das Handwerkszeug, basierend auf den historisch-sozialwissenschaftlichen Inhalten, die heutigen Entwicklungen, Anfordernisse und M\u00f6glichkeiten der Arbeitswelt bei Expert\/innen &#8211; vor allem Personalverantwortlichen &#8211; aus der Wirtschaft zu erfragen. Und zwar ganz konkret zu ihrer pers\u00f6nlichen Zukunft. Dazu luden die Studierenden und wir Lehrenden F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten aus namhaften Berliner Unternehmen ein: GASAG, Bombardier, Agentur Aperto, Companisto GmbH \/start-up-Unternehmen sowie einen Vertreter des DGB-Index Gute Arbeit. Die \u00f6ffentliche Veranstaltung wurde in Kooperation mit den <em>Berliner Wirtschaftsgespr\u00e4chen<\/em> durchgef\u00fchrt. Diese warben bei ihren Mitgliedern f\u00fcr die Teilnahme von Pers\u00f6nlichkeiten aus der Berliner Wirtschaft, sodass letztlich an die hundert G\u00e4ste in der Hochschule zu begr\u00fc\u00dfen waren, mit denen die Studierenden in Kontakt kommen konnten (Visitenkarten wurden ausgetauscht!).<\/p>\n<p>Veranstaltungen zu organisieren war uns vertraut. Dies mit Studierenden des 1. Semesters zu verwirklichen war allerdings Neuland. F\u00fcr die Studierenden war die Erfahrung, sich schon so fr\u00fchzeitig mit gro\u00dfen Berliner Unternehmen auseinanderzusetzen und diese in einer selbst organisierten Veranstaltung zu befragen, aufregend. Die Tatsache, dass von den Studierenden getragene Podiumsdiskussionen, die allein ihren Fragen dienen, sonst an der HWR kaum stattfinden, lie\u00df eine Orientierung an einem Vorbild fehlen. Niemand wusste, was ist gut und was schlecht. Es herrschte Verunsicherung und die Angst \u201esich zu blamieren\u201c. Auch, dass die Studierenden Fachinhalte direkt in ihren Fragen in der \u00d6ffentlichkeit anwenden sollten, war eine Herausforderung. Und ein guter Anreiz f\u00fcr die Studierenden sich fachlich mit verschiedenen Themen der Arbeitswelt, wie z.B. Entlohnung, Auswahlprozessen, \u201eguter Arbeit\u201c, Stress am Arbeitsplatz, aber auch Vereinbarkeit von Familie und Beruf gr\u00fcndlich auseinander zu setzen, um so gut vorbereitet zu sein. .<\/p>\n<p>Durch die gute inhaltlich-fachliche Vorbereitung wie auch das professionelle Coaching gewannen die Studierenden Selbstsicherheit im Auftreten und konnten Fragen, die sie selbst interessieren, fundiert formulieren. Wir hatten die Fragen vorher in der Lehrveranstaltung gr\u00fcndlich besprochen. Das Projekt erm\u00f6glichte ihnen zudem die Erfahrung, dass die historische Entwicklung der Erwerbsarbeit nicht stehen bleibt und, sie selbst ihre Zukunft gestalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ganz nebenbei erlebten auch wir Dozentinnen die Studierenden einmal aus einer ganz anderen Perspektive. Bei der Umsetzung eines solch neuen Projektes st\u00f6\u00dft man in einem \u201eTanker\u201c wie der HWR nicht \u00fcberall sofort auf Begeisterung. Wir haben allerdings auch \u2013 besonders von Prof. Ulf Kadritzke \u2013 konstruktive Begleitung erfahren.<\/p>\n<p>Insgesamt beurteilen wir die Veranstaltung positiv. Durch die selbst organisierte Diskussionsveranstaltung erhielten die Studierenden Feedback, erlebten Resonanz in der \u00d6ffentlichkeit und hatten einen Erfolg f\u00fcr ihre Selbstwirksamkeitserwartung. Die Podiumsdiskussion war ein guter Anlass und bot intrinsische Motivation sich mit fachlichen Inhalten wie auch mit Schl\u00fcsselkompetenzen auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Eine Wiederholung oder auch nachhaltige F\u00f6rderung w\u00e4re sowohl f\u00fcr Studierende als auch die Hochschule von Nutzen. Einige Studierende erkl\u00e4rten nach der Veranstaltung, dass sie jetzt mit einer neuen Perspektive studieren w\u00fcrden, sich genauer fragen, was sie mit dem Studium sp\u00e4ter anfangen wollen, sich mehr auf ihre Ziel konzentrieren oder auch sich fachlich mit manchen Inhalten noch st\u00e4rker besch\u00e4ftigen wollen, und dass sie f\u00fcr den Studienalltag mehr Motivation h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Das war ein sch\u00f6ner Erfolg.<\/p>\n<p><strong>Autorinnen<em>: <\/em><\/strong>Prof. Dr. Claudia Gather und Monika Kaiser<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Dr. Claudia Gather und Monika Kaiser haben 2015, gef\u00f6rdert durch die Qualit\u00e4tsoffensive Lehre, die Module \u201eUnternehmen \/ Betrieb &#8211; Arbeit aus historisch-sozialwissenschaftlicher Perspektive\u201c mit den Schl\u00fcsselkompetenzen \u201eKommunikation und Interaktion im Beruf\u201c im Studiengang Business Administration kombiniert, um Fragen f\u00fcr die Zukunft der Erwerbsarbeit zu thematisieren. 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