

{"id":16431,"date":"2015-03-12T11:09:31","date_gmt":"2015-03-12T10:09:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/?p=16431"},"modified":"2019-06-03T14:50:16","modified_gmt":"2019-06-03T12:50:16","slug":"controlling-durch-den-einsatz-eines-planspiels-fuer-studierende-erfahrbar-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/controlling-durch-den-einsatz-eines-planspiels-fuer-studierende-erfahrbar-machen\/","title":{"rendered":"Controlling durch den Einsatz eines Planspiels f\u00fcr Studierende erfahrbar machen"},"content":{"rendered":"<p>Prof. Dr. Solveig Rei\u00dfig-Thust und Prof. Dr. Faustino Bauer haben 2015, gef\u00f6rdert durch die Qualit\u00e4tsoffensive Lehre, ihre Studierenden ein interaktives Planspiel f\u00fcr die Lehrveranstaltung \u201cInstrumente des Controllings\u201c im Bachelor Studiengang Wirtschaft entwickelt. Damit erleben die Studierenden, wie Kennzahlen aus dem Controlling helfen, ein Unternehmen erfolgreich zu steuern, aber auch wo Grenzen von Kennzahlen als Steuerungsmodell liegen.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Rahmen und Zielgruppe<\/strong><\/p>\n<p>Im Vordergrund dieses interaktiven, lebendigen Spiels steht das \u201eLernen on the Job\u201c. In Aufbau, Betrieb und st\u00e4ndiger Verbesserung einer Wertsch\u00f6pfungskette, in der mit Legosteinen f\u00fcr Kundenbedarfe produziert wird, werden mehrere Gesch\u00e4ftsjahre durchlaufen. Die Durchf\u00fchrung des Planspiels ist \u2013 inklusive Pausen &#8211; innerhalb einer 4-st\u00fcndigen Lehrveranstaltung m\u00f6glich (4 Zeitstunden Gesamtbedarf). Es eignet sich f\u00fcr 15 &#8211; 25 Studierende ab dem 2. oder 3. Semester bis hinauf zu Master-Studierenden. Speziell im Feld Controlling und Performance Management eignet es sich gut zur Veranschaulichung von Lehrinhalten wie Kennzahlen und Balanced Scorecard. Vergleichbare Spielmodelle haben wir bereits in der Weiterbildung von Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4ften angewendet.<\/p>\n<p><strong>Kernfragen, die bearbeitet werden<\/strong><\/p>\n<p>Wie f\u00fchlt es sich an, unter Druck und gro\u00dfer Unsicherheit schnell Entscheidungen treffen zu m\u00fcssen? Wie stellen wir die wirtschaftlichen Konsequenzen dieser Entscheidungen fest? Welche unterschiedlichen Dimensionen, die das Ergebnis beeinflussen, gilt es zu beachten? Wie bringen wir die Perspektiven von Unternehmensleitung, Kund\/innen und Mitarbeiter\/innen unter einen Hut? Wie k\u00f6nnen wir unsere Prozesse verbessern? Wie interpretieren wir unsere Funktionen und Rollen im Unternehmen? Wie k\u00f6nnen wir systematisch sicherstellen, dass wir unsere wirtschaftlichen Ziele erreichen und wie k\u00f6nnen diese Ziele mittels Kennzahlen gemessen werden?<\/p>\n<p><strong>Spielablauf<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_443\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.hwr-berlin.de\/lehren_und_lernen\/wp-content\/uploads_lehren_und_lernen\/2015\/03\/Foto-Spielbeginn.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-443\" class=\"wp-image-443 \" src=\"http:\/\/blog.hwr-berlin.de\/lehren_und_lernen\/wp-content\/uploads_lehren_und_lernen\/2015\/03\/Foto-Spielbeginn.jpg\" alt=\"Foto Spielbeginn\" width=\"220\" height=\"165\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-443\" class=\"wp-caption-text\">Situation zu Beginn des Spiels (Foto: Rei\u00dfig-Thust, Berlin 2014)<\/p><\/div>\n<p>Zu Beginn des Spieles werden die Ziele, der Ablauf und die Regeln durch die Spielleiter dargestellt. Anschlie\u00dfend werden (per Zufall) verschiedene Rollen, z.B. Manager\/in, Controller\/in, Vertriebler\/in, Qualit\u00e4tsbeauftragte\/r, Logistiker\/in, Kund\/in, Produktionsmitarbeiter\/in vergeben. Auch Unternehmensberater\/innen und ein\/e Investmentbanker\/in sind als externe Stakeholder vorhanden.<\/p>\n<p>Im Spielverlauf werden die Abl\u00e4ufe eines produzierenden Unternehmens simuliert und von den Studierenden selbst ausgef\u00fchrt. Zun\u00e4chst arbeiten sie in ihren vorgegeben Rollen, die zu gemeinsamer Verantwortung f\u00fcr den Unternehmenserfolg und zur Identifikation mit Zielen und Aufgaben f\u00fchren. Innerhalb von drei Gesch\u00e4ftsjahren mit jeweils vier Quartalen sollen vorher definierte wirtschaftliche Ziele erreicht werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_444\" style=\"width: 247px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/blog.hwr-berlin.de\/lehren_und_lernen\/wp-content\/uploads_lehren_und_lernen\/2015\/03\/Foto-Eindr\u00fccke-Produktionskette.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-444\" class=\"wp-image-444 \" src=\"http:\/\/blog.hwr-berlin.de\/lehren_und_lernen\/wp-content\/uploads_lehren_und_lernen\/2015\/03\/Foto-Eindr\u00fccke-Produktionskette.jpg\" alt=\"Foto Eindr\u00fccke Produktionskette\" width=\"237\" height=\"178\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-444\" class=\"wp-caption-text\">Produktionskette (Foto: Rei\u00dfig-Thust, Berlin 2014)<\/p><\/div>\n<p>Etliche Herausforderungen, sei es von Kundenseite oder aus interner Unternehmenssicht, sind dabei zu bew\u00e4ltigen, und erfordern eine flexible Anpassung der Abl\u00e4ufe und Strukturen des Unternehmens sowie konstruktive und zielgerichtete Kommunikation. Parallel dazu werden die Resultate mittels der vier Perspektiven einer Balanced Scorecard (BSC) mit geeigneten quantitativen und monet\u00e4ren Kennzahlen in Zeitabschnitten (Gesch\u00e4ftsjahren) gemessen. Vorgegebene Zeiten f\u00fcr Quartale und Reorganisationspausen f\u00fchren zu Handlungsdruck. Die Studierenden sollen mit Controlling-\/Management-Instrumenten ihre Organisation und Performance schrittweise verbessern. Zwischen den eigentlichen Spielrunden besteht Zeit f\u00fcr die Entwicklung von Verbesserungsma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Die Studieren lernen die bedeutende Rolle von Kommunikation im Unternehmen und Koordination von Schnittstellen zwischen den verschiedenen Fachabteilungen kennen. Insbesondere f\u00fcr das Management gilt es, verschiedene Interessengruppen im Auge zu behalten, f\u00fcr die Motivation der Mitarbeiter zu sorgen und dabei die Unternehmensziele nicht aus dem Auge zu verlieren.<\/p>\n<div id=\"attachment_446\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.hwr-berlin.de\/lehren_und_lernen\/wp-content\/uploads_lehren_und_lernen\/2015\/03\/Foto-Verhandlungssituation.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-446\" class=\"wp-image-446 \" src=\"http:\/\/blog.hwr-berlin.de\/lehren_und_lernen\/wp-content\/uploads_lehren_und_lernen\/2015\/03\/Foto-Verhandlungssituation.jpg\" alt=\"Foto Verhandlungssituation\" width=\"199\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-446\" class=\"wp-caption-text\">Verhandlungssituation (Foto: Rei\u00dfig-Thust, Berlin 2014)<\/p><\/div>\n<p>Zwischen Kund\/innen und Vertriebsmitarbeiter\/innen kommt es zu spannenden Verhandlungssituationen, bei denen Preise und Mengen der Bestellungen besprochen werden. Da eines der wichtigsten Ziele die Erreichung einer hohen Kundenzufriedenheit ist, gilt es sich nach den st\u00e4ndig \u00e4ndernden Kundenw\u00fcnschen zu richten, aber gleichzeitig die Kapazit\u00e4ten und eventuellen Lieferengp\u00e4sse des Unternehmens zu kennen. Auch hierbei wird die Wichtigkeit einer gezielten Kommunikation deutlich.<\/p>\n<p>Nach Ende des 3. Gesch\u00e4ftsjahres werden die Zahlen im \u00dcberblick aufbereitet, Legosteine und Tische wieder in Ordnung gebracht und es folgt eine kurze Pr\u00e4sentation seitens Management und Controlling. Dieser schlie\u00dft sich eine gemeinsame Diskussion \u00fcber Spielverlauf und -ergebnis sowie Erkenntnissen der Studierenden an. Diese kann auch mit mehreren Gruppen, die parallel gespielt haben, gemeinsam durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h1><\/h1>\n<p><strong>Lernerfahrungen<\/strong><\/p>\n<p>Das Spiel aktiviert die Studierenden schnell, und motiviert sie sich mit ihren Rollen zu identifizieren. Durch die Verkn\u00fcpfung von Theorie und Praxis erkennen sie, welchen Einfluss Organisation, Kommunikation, Vorgehensweise und Entscheidungen im operativen Ablauf des Unternehmens auf die Resultate und damit die erhobenen Kennzahlen haben. Sie erleben damit bewusst, wie Ihnen Kennzahlen aus dem Controlling helfen, ein Unternehmen erfolgreich zu steuern, aber auch wo Grenzen von Kennzahlen als Steuerungsmodell liegen.<\/p>\n<p>Die Studierenden entwickeln ein Gef\u00fchl f\u00fcr wirtschaftliche Priorit\u00e4ten und relevante Zusammenh\u00e4nge, und beeinflussen den Erfolg des Unternehmens zugleich \u201elive\u201c w\u00e4hrend der mitunter sehr dynamischen Spielsituationen. Insbesondere die Kommunikation, das Rollenverst\u00e4ndnis der Akteure und fallweise interkulturelle Unterschiede haben starken Einfluss auf Spielverlauf und Ergebnisse.<\/p>\n<p>Die Spielleiter m\u00fcssen die vorgegebenen Zeiten und Abl\u00e4ufe gut im Blick haben, auf charmante Art Druck aus\u00fcben und einzelne Akteur\/innen \u2013 Kund\/innen, Berater\/innen, Manager\/innen etc. \u2013 gezielt briefen, damit eine positive Fortentwicklung w\u00e4hrend des Spiels eintreten kann.<\/p>\n<p><strong>Key Benefits<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_445\" style=\"width: 223px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/blog.hwr-berlin.de\/lehren_und_lernen\/wp-content\/uploads_lehren_und_lernen\/2015\/03\/Foto-Evaluation-Feedback.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-445\" class=\" wp-image-445\" src=\"http:\/\/blog.hwr-berlin.de\/lehren_und_lernen\/wp-content\/uploads_lehren_und_lernen\/2015\/03\/Foto-Evaluation-Feedback.jpg\" alt=\"Foto Evaluation-Feedback\" width=\"213\" height=\"291\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-445\" class=\"wp-caption-text\">Feedback (Foto: Rei\u00dfig-Thust, Berlin 2014)<\/p><\/div>\n<ul>\n<li>F\u00fcr die Studierenden wird eine realistische Management-Situation hergestellt und mit Lerninhalten aus BWL\/Controlling eng verzahnt.<\/li>\n<li>Die Lehrenden erhalten einen guten Eindruck zum Verst\u00e4ndnisstand der Studierenden f\u00fcr Unternehmensf\u00fchrung und Prozessgestaltung sowie deren Herangehensweise an herausfordernde Situationen mittels Kommunikation und Teamwork.<\/li>\n<li>Die HWR und das IMB im Verbund haben ein standardisiertes Lehrinstrument, das f\u00fcr verschiedene Zielgruppen von Bachelor-Fr\u00fchsemestern bis MBA-Studierenden in internationalen Studieng\u00e4ngen eingesetzt werden kann<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Autor\/innen:<\/strong> Prof. Dr. Solveig Rei\u00dfig-Thust und Prof. Dr. Faustino Bauer<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Dr. Solveig Rei\u00dfig-Thust und Prof. Dr. Faustino Bauer haben 2015, gef\u00f6rdert durch die Qualit\u00e4tsoffensive Lehre, ihre Studierenden ein interaktives Planspiel f\u00fcr die Lehrveranstaltung \u201cInstrumente des Controllings\u201c im Bachelor Studiengang Wirtschaft entwickelt. 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