

{"id":16448,"date":"2015-03-16T12:49:54","date_gmt":"2015-03-16T11:49:54","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/?p=16448"},"modified":"2019-03-21T13:20:50","modified_gmt":"2019-03-21T12:20:50","slug":"faecheruebergreifendes-planspiel-im-polizeivollzugsdienst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/faecheruebergreifendes-planspiel-im-polizeivollzugsdienst\/","title":{"rendered":"F\u00e4cher\u00fcbergreifendes Planspiel im Polizeivollzugsdienst"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr den Poliezivollziegstdienst haben Prof. Dr. Sabrina Sch\u00f6nrock und Prof. Dr. Bernd Grigoleit (beide FB 1) 2015 f\u00e4cher\u00fcbergreifend die Studierenden ein Planspiel durchf\u00fchren lassen, um zu lernen, komplexe polizeiliche Lagen zu planen und f\u00fcr die praktische Durchf\u00fchrung zu bearbeiten. Rechtlichen Bedingungen und taktischer Einsatz soll dabei gleicherma\u00dfen gelernt werden. Das Vorhaben wurde durch die Qualittsoffensive Lehre gef\u00f6rdert. <em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im FB 5 \u2013 Polizeivollzugsdienst \u2013 sollen die Studierenden im 4. Semester im Modul S 02 &#8211; Plan\u00fcbungen zur Bew\u00e4ltigung von Versammlungs- und Veranstaltungslagen &#8211; komplexe polizeiliche Lagen, Veranstaltungen, Versammlungen, Gewaltt\u00e4tige Aktionen und Ansammlungen &#8211; planen und f\u00fcr die praktische Durchf\u00fchrung bearbeiten.<\/p>\n<p>Dabei m\u00fcssen sowohl die systematischen Anforderungen als auch die rechtlichen Bedingungen ber\u00fccksichtigt werden. Nicht alles, was taktisch geeignet ist, ist rechtlich m\u00f6glich. Nicht alles, was rechtlich zul\u00e4ssig ist, ist taktisch sinnvoll.<\/p>\n<p><strong>Die Lernziele ausweislich des Modulkatalogs sind:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Studierenden beherrschen die einzelnen Ma\u00dfnahmenfelder f\u00fcr das polizeiliche Einsatzmanagement anl\u00e4sslich von Veranstaltungen und Versammlungen.<\/li>\n<li>Sie kennen die verschiedenen Formen und k\u00f6nnen diese rechtssicher voneinander abgrenzen.<\/li>\n<li>Sie erkennen die Bedeutung von Versammlungen und Veranstaltungen und das hiermit polizeilich relevante Konfliktpotential und lassen die wesentlichen Erkenntnisse in eine vorausschauende Einsatzvorbereitung und eine professionelle Einsatzbew\u00e4ltigung einflie\u00dfen.<\/li>\n<li>Durch die modulinh\u00e4rente interdisziplin\u00e4re Betrachtungsweise sind sie bef\u00e4higt zu erkennen, dass es sich bei der Mehrzahl der Versammlungen und der polizeilich relevanten Veranstaltungen um ein vom Grundgedanken her konstruktives Element der politischen und sozial relevanten Meinungsbildung der Menschen in einem demokratischen Rechtsstaat handelt. Hierzu tr\u00e4gt bei, dass die Studierenden in der Lage sind, eine Analyse insbesondere der politischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Gegebenheiten und Entwicklungen im Kontext ihrer polizeilichen Handlungsplanung einzubeziehen.<\/li>\n<li>Sie k\u00f6nnen unter diesen Voraussetzung und der Einheit von Taktik und Recht die wesentlichen Elemente des Planungs- und Entscheidungsprozesses praxisorientiert, auf Grundlage der vorgeschriebenen Systematik erarbeiten und erforderliche Einsatzunterlagen fertigen. Dementsprechend beherrschen die Studierenden die wesentlichen Grundlagen und das Erstellen von \u00dcbungen f\u00fcr diese vielf\u00e4ltigen polizeilichen Anl\u00e4sse.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dadurch, dass die F\u00e4cher bislang jedoch getrennt voneinander und mit unterschiedlichen Stundenanteilen unterrichtet wurden, gelang es den Studierenden nur im Ansatz, die Voraussetzungen f\u00fcr das taktische Handeln, n\u00e4mlich die rechtlichen Bedingungen mit eben diesem taktischen Handeln in Einklang zu bringen. Dieser \u201eMissstand\u201c sollte mit dem Teamteaching-Projekt beseitigt werden.<\/p>\n<p>Der Ansatz des f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Lehrprojekts ist es, die Problemstellungen der Einheit von Recht und Taktik im polizeilichen Alltag anhand von \u00dcbungen besser zu verdeutlichen, und L\u00f6sungen im diskursiven Verfahren gemeinsam mit den Studierenden zu erarbeiten. Lernziel ist die Verkn\u00fcpfung von Recht und Taktik.<\/p>\n<p>Seit Wintersemester 2012-2013 wurde das f\u00e4cher\u00fcbergreifende Konzept erprobt und weiterentwickelt. Jetzt werden im 4. Semester drei \u00dcbungen \u2013 so genannte Planspiele \u2013 von den Studierenden bearbeitet, deren Grundlage tats\u00e4chliche praxisrelevante Einsatzlagen aus den Bereichen Versammlungen, Gro\u00dfveranstaltungen und gewaltt\u00e4tige Aktionen sind. Im Rahmen dieser \u00dcbungen werden polizeiliche Anl\u00e4sse zur Diskussion gestellt, die sowohl aus rechtlicher als auch aus taktischer Sicht zu bew\u00e4ltigen sind. Diese \u00dcbungen \u2013 als modulbegleitende Pr\u00fcfung &#8211; finden in einem Zeitrahmen von jeweils 8.00 bis 16.00 Uhr an drei Terminen statt. Zu den drei Pr\u00e4sentationen sind die Dozierenden der Einsatzlehre und des \u00d6ffentlichen Rechts anwesend und k\u00f6nnen so mit den Studierenden die L\u00f6sungen f\u00e4cher\u00fcbergreifend diskutieren und bewerten.<\/p>\n<p>Bereits im ersten Durchlauf des Projekts war feststellbar, dass die Studierenden die Vorarbeiten mit mehr Interesse leisten und aktiver in den \u00dcbungsgruppen arbeiten. Die an die Dozierenden gestellten Fragen lassen deutlich erkennen, dass der f\u00e4cher\u00fcbergreifende Blick gesch\u00e4rft ist, und die Studierenden selbst die Notwendigkeit zur Verzahnung der F\u00e4cher Recht und Taktik erkennen und positiv bewerten.<\/p>\n<p>Im zweiten Durchlauf konnten wir ein weiteres Team (PD Sylvia D\u00f6brich, Prof. Dr. Hartmut Aden) daf\u00fcr gewinnen, auch in ihren Studiengruppen das Teamteaching-Konzept nach dem vorgestellten Modell durchzuf\u00fchren. Sowohl die Ausbildungskommission als auch der Fachbereichsrat waren von dem Ansatz und den entsprechenden Evaluationen so \u00fcberzeugt, dass es in die neue Studienordnung 2015 \u00fcbernommen wurde und somit alle Polizei-Studierenden in ihrem 4. Semester Teamteaching im Modul S 02 genie\u00dfen werden.<\/p>\n<p>Im Sommersemester 2015 wird das Projekt um die 3. Lehrveranstaltung \u201ePolitische Beteiligung und politischer Protest\u201c, die von einem\/r Politikwissenschaftler\/in geleitet wird, erweitert. Zudem wird angestrebt, auch in den Vorlesungen gemeinsam kleine Lagen zu diskutieren, um so noch mehr \u00dcberzeugungsarbeit f\u00fcr den Grundsatz \u201eEinheit von Recht und Taktik\u201c zu entwickeln.<\/p>\n<p>F\u00fcr Anregungen und Nachfragen stehen wir gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><strong>Autor\/innen:<\/strong> Prof. Dr. Sabrina Sch\u00f6nrock und Prof. Dr. Bernd Grigoleit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr den Poliezivollziegstdienst haben Prof. Dr. Sabrina Sch\u00f6nrock und Prof. Dr. Bernd Grigoleit (beide FB 1) 2015 f\u00e4cher\u00fcbergreifend die Studierenden ein Planspiel durchf\u00fchren lassen, um zu lernen, komplexe polizeiliche Lagen zu planen und f\u00fcr die praktische Durchf\u00fchrung zu bearbeiten. Rechtlichen Bedingungen und taktischer Einsatz soll dabei gleicherma\u00dfen gelernt werden. 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