

{"id":459,"date":"2009-08-28T13:21:37","date_gmt":"2009-08-28T12:21:37","guid":{"rendered":"http:\/\/elerner.wordpress.com\/?p=459"},"modified":"2013-10-14T21:51:57","modified_gmt":"2013-10-14T19:51:57","slug":"erste-schritte-im-neuen-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/erste-schritte-im-neuen-leben\/","title":{"rendered":"Erste Schritte im Neuen Leben"},"content":{"rendered":"<p>Nach einigen Z\u00f6gern und Verschieben komme ich an <a href=\"http:\/\/secondlife.com\" target=\"_blank\">Second Life<\/a> nicht mehr vorbei. Vielleicht lohnt es sich meine ersten Versuche aufzuschreiben, um sp\u00e4teren \u201eunwilligen\u201c Einsteigern die ersten Schritte zu erleichtern.<br \/>\n<!--more Lies weiter...--><br \/>\n<em>Tag 1<\/em><\/p>\n<p>Ich gebe es zu \u2013 ohne die zwingende Notwendigkeit h\u00e4tte ich zu den 70% der eingetragenen Second Life Nutzern geh\u00f6rt, die nach einem kurzen Besuch nie wieder gesehen werden. <!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Ich bin mit Rollenspielen nicht vertraut, meine kurzfristige Erfahrung mit Patrizier war strategiebasiert, meine intensive Begeisterung f\u00fcr Ausfl\u00fcge der Kinder mit T\u00f6ff-T\u00f6ff z\u00e4hlen nicht, \u00fcber meine Kurzrips bei <a href=\"http:\/\/www.funama.de\/\" target=\"_blank\">Funama<\/a> l\u00e4sst mich mein Ged\u00e4chtnis im Stich und bei den Sims und Animal Crossing bin ich \u00fcber gelangweilte Blicke auf den Monitor nicht hinausgekommen.<\/p>\n<p>Bilder vom Second Life konnten mich nicht begeistern, durchgestylte Einwohner mit viel Muskeln und tollen Figuren in diversen Umgebungen die sich nicht soviel zu sagen haben \u2013 das findet sich doch in Berlin genug&#8230; Erfahrungslos wie ich war k\u00e4mpfte ich bei meinem ersten Besuch mit der Bewegungssteuerung des Avatars und war ansonsten &#8211; gelangweilt. Unser erstes Teammeeting im Second Life verpasste ich aus ehrlichen Terminproblemen und allzusehr reizte mich die virtuelle Welt nicht.<\/p>\n<p>Teil des uns genehmigten <a href=\"http:\/\/elerner.wordpress.com\/2009\/06\/02\/erlernen-kompetenzvermittlung-zum-einsatz-neuer-medien-und-web-2-0-in-studium-und-beruf-%e2%80%93-projektbewilligung-im-bereich-e-learning\/\" target=\"_blank\">Projekt<\/a>es ist jedoch ein virtueller Hochschulstandort und au\u00dferdem bin ich seit Montag im <a href=\"http:\/\/www.tfh-wildau.de\/scholl\/document\/comble_text.pdf\" target=\"_blank\">COMBLE &#8222;Blended Learning Expert Training Course&#8220;<\/a> und dabei angehalten mich wieder mit dem zweiten Leben auseinander zu setzen. Neben der Erstellung eines Avatares haben wir dabei konkrete Aufgaben bekommen. Nicht so anspruchsvoll, f\u00fcr Neulinge wie mich jedoch zeitintensiv genug.<\/p>\n<p>Das bereitgestellte Informationsmaterial war ausf\u00fchrlich und gut aufbereitet, Schritt f\u00fcr Schritt wurde man in die neue Welt eingef\u00fchrt. Die Anmeldung eines vorgefertigten Avatares dauert nur wenige Minuten, der Name ist eine Kombination aus eigenem Wunschvornamen und einer Auswahl an Vorschl\u00e4gen f\u00fcr den Nachnamen, ich bin jetzt also als Susanne Pinelli unterwegs.<\/p>\n<p>Eigentlich war dann ein unproblematischer Besuch auf einer englischsprachigen Orientierungsinsel geplant, irgendeine Unachtsamkeit lenkte meine Schritte jedoch nach Brasilien. Orientierung ohne Portugiesischkenntnisse \u00fcberforderte mich an dieser Stelle ma\u00dflos, die um mich herumbrodelnde Kommunikation verwirrte mich, die nicht entzifferbaren Hinweistafeln halfen nicht und so blieb mir nur eines: Flucht! In Panik, jemand k\u00f6nnte mich ansprechen, ging ich ins Wasser! Unten im Ozean blieb ich dann erst mal stehen, ver\u00e4nderte mein \u00c4u\u00dferes mit den selbsterkl\u00e4renden Funktionen (ich bin die kleine Dicke mit den langweiligen Sachen) und versuchte mit der Funktion \u201eKarte\u201c bessere Orte zu finden. Durch Zufall landete ich dann auf der Orientierungsinsel der Rheinischen Fachhochschule. Das war schon eher meine Welt, Einsamkeit, kein portugiesisch und viele Stationen die mir so nach und nach viele Informationen freigaben. Viel zu lesen, einiges zum Ausprobieren und Niemanden der mich sah wenn ich den Geschenkkarton um die H\u00fcfte trug. Eine \u00e4hnliche Station ist der <a href=\"http:\/\/slurl.com\/secondlife\/natoma\/167\/181\/37\" target=\"_blank\">Ivory Tower<\/a> bei dem einzelne Stationen alles zum Thema Bauen erkl\u00e4ren. In dem Geschenk war dann \u00fcbrigens eine Limonade, die ich jetzt leider nicht abstellen kann.<\/p>\n<p><em>Tag 2<\/em><\/p>\n<p>Neben meinen wenigen Schritten im virtuellen Leben lese ich nun auch ein Buch zum Thema: \u201eSecond Lives, A journey trough virtual worlds\u201c von Tim Guest. Dabei handelt es sich nicht um eine Gebrauchsanweisung. Er verkn\u00fcpft einen eigenen Erfahrungsbericht mit Hintergrundwissen und Historie und hinterfragt verschiedene Begegnungen. Zum Beispiel trifft er den Avatar Wilde. Dieser steht f\u00fcr acht individuelle Pers\u00f6nlichkeiten im realen Leben, die durch Behinderungen beeintr\u00e4chtigt sind und sich dank einer engagierten Betreuerin in der virtuellen Welt frei bewegen k\u00f6nnen. Er besucht die Gr\u00fcnder der virtuellen Welt und erfragt Ziele und Beweggr\u00fcnde. Diese pers\u00f6nlichen Schilderungen weiten die Sicht auf die virtuelle Welt in unerwartete Richtungen.<\/p>\n<p>Ich versuche noch Begegnungen zu vermeiden und mich erst mal einsam und alleine einzugew\u00f6hnen. \u201eFreundschaft geschlossen\u201c habe ich jedoch weisungsgem\u00e4\u00df mit den Trainerinnen meines Kurses. Eine weitere Aufgabe ist ein Foto unseres Avatares vor einem netten Hintergrund. Als Neuling greife ich erst mal auf Google zur\u00fcck und suche nach netten ungef\u00e4hrlichen Orten. Bei <a href=\"http:\/\/www.sl2go.de\/\" target=\"_blank\">www.SL2go.de<\/a> werden verschiedene Orte vorgestellt, ich besuche ein paar davon und probiere andere Empfehlungen \u2013 nett fand ich beispielsweise die <a href=\"http:\/\/www.skd-dresden.de\/de\/museen\/alte_meister.html\">Dresdner Gem\u00e4ldegalerie<\/a>. Mit ein wenig Geduld f\u00fcr die Grafikkarte kann man die alten Meister relativ originalgetreu bewundern. \u00dcberhaupt f\u00fchlte ich mich in den historisch realistisch wirkenden Orten am wohlsten \u2013 ganz so sehr bin ich dem modernen Leben wohl noch nicht gewachsen. Meine Kinder (im reelen Leben) reden mir meine grauen Haare aus. Die Limonade trage ich immer noch mit mir rum.<\/p>\n<p>Tag 3<\/p>\n<p>Das versprochene Taschengeld ist noch nicht eingetroffen, sollte ich die Gelegenheit nutzen um selbst Geld zu verdienen? Eigentlich brauche ich nur 10 Linden Dollar (ca. 3 ct.) um ein Foto hochzuladen. Laut meiner Kurzlektion zum Thema Geld kann ich nach Geld kaufen, Geldb\u00e4umen suchen oder mich nach einem Job umschauen. Die Suche nach Geldb\u00e4umen bleibt fruchtlos, bei der Jobsuche besuche ich als erstes das Arbeitsamt Berlin. Da h\u00e4ngt jedoch nur massenhaft Wahlwerbung. Unter der Suchfunktion schaue ich mir die Anzeigen an. Viele davon richten sich eindeutig in Richtung Sex, andere klingen nach harmlosen T\u00e4nzen. Bei n\u00e4herer Betrachtung sind dann einmal die Sachen doch halb ausgezogen, auf der anderen Tanzfl\u00e4che sind solche Traumt\u00e4nzer unterwegs, dass ich kleines Pummelchen mich gar nicht weiter umschaue. Eine hilfreiche Beschreibung m\u00f6glicher Jobs findet sich auf der Webseite des <a href=\"http:\/\/www.slarbeitsamt.de\/content\/news\">SLArbeitsamtes,<\/a> etwas f\u00fcr mich ist nicht dabei. Fr\u00fcher gab es da wohl mehr M\u00f6glichkeiten, \u201eNewbies\u201c wie mir wurden stupide Jobs angeboten um das eigene Gebiet mit Avataren zu f\u00fcllen \u2013 Second Life hat diesem Kniff jedoch im Fr\u00fchjahr einen Riegel vorgeschoben und ahndet entsprechende Angebote. Also schreibe ich doch unserer Trainerin eine Mail um mein Taschengeld und das kurseigene T-Shirt anzufragen.<\/p>\n<p>Ansonsten habe ich mein erstes problemfreies Gespr\u00e4ch und w\u00fcnsche mir die M\u00f6glichkeit des teleportierens ins reale Leben zu \u00fcbertragen. Meine Limonade trage ich weiter mit mir herum.<\/p>\n<p><em>Tag 4<\/em><\/p>\n<p>Ich habe Geld bekommen, mein Kurs-T-Shirt angezogen und habe die Limonade \u201efallen gelassen\u201c. Second Life erscheint mir wie eine gro\u00dfe Party. Da man niemanden kennt, f\u00e4llt das Eingew\u00f6hnen eindeutig leichter, wenn man sich an konkreten Aufgaben festhalten kann. Vielleicht ist es wie bei Partys leichter gleich zu zweit hinzugehen und vielleicht vor Ort bekannt gemacht zu werden? W\u00fcrden die 70% ihre Stippvisiten verl\u00e4ngern, wenn Ihnen ein Buddy zur Seite st\u00e4nde? Im Buch habe ich jetzt gelesen, das ich alle Klischees erf\u00fclle. Meine Fixierung auf nat\u00fcrliche Umgebungen und Materialien wird von den meisten Besuchern anfangs geteilt. Erst nach einiger Zeit nimmt die Phantasie einen gr\u00f6\u00dferen Raum ein, man begeistert sich f\u00fcr modernere Architekturen und lieb\u00e4ugelt mit dem Bau eines eigenen fliegenden Hirngespinstes.<\/p>\n<p>Um so besser, dass unsere virtuelle Hochschule ver\u00e4nderlich sein soll. Ich hoffe noch auf einige SL-begeisterte HWR-Avatare, die uns bei den \u00dcberlegungen zur Einrichtung dieses Standortes begleiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einigen Z\u00f6gern und Verschieben komme ich an Second Life nicht mehr vorbei. 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