

{"id":6755,"date":"2012-11-30T19:26:01","date_gmt":"2012-11-30T17:26:01","guid":{"rendered":"http:\/\/elearning.hwr-berlin.de\/blog\/?p=6755"},"modified":"2018-10-15T18:38:59","modified_gmt":"2018-10-15T16:38:59","slug":"erlernen-zukunftskonzepte-zur-lehre-mit-digitalen-medien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/erlernen-zukunftskonzepte-zur-lehre-mit-digitalen-medien\/","title":{"rendered":"E(r)lernen: Zukunftskonzepte zur Lehre mit (digitalen) Medien"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u2013 <\/strong>Vortrag an der Hochschule f\u00fcr Wirtschaft und Recht, Berlin, am 4. September 2012<\/p>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/0\/06\/Segelschiff_Kobenhaven.jpg\" alt=\"\" width=\"338\" height=\"440\" \/>von Andreas Hebbel-Seeger | MHMK \u2013 Macromedia Hochschule f\u00fcr Medien und Kommunikation, Campus Hamburg<\/em><\/p>\n<p>Die Nutzung von (digitalen) Medien in Lehr-\/Lernkontexten l\u00e4sst sich mit der Metapher einer Seereise umschreiben. Danach h\u00e4ngt eine erfolgreiche \u00dcberfahrt auf dem \u201eMedienmeer\u201c von sechs Bedingungsfaktoren ab:<\/p>\n<p>1.) <em>Von der vorherrschenden Wetterlage<\/em>. Damit sind die politischen Rahmenbedingungen innerhalb einer Institution gemeint, die experimentelles Arbeiten mit neuen Medien, Technologien und Unterrichtsformaten beg\u00fcnstigt oder behindert.<!--more--><\/p>\n<p>2.) <em>Vom gew\u00e4hlten Fahrtgebiet<\/em>, welches f\u00fcr die Auswahl der Medien und digitalen Werkzeuge steht. W\u00e4hrend sich in \u201eseichten Gew\u00e4ssern\u201c auf gut erprobte Inhalte verlassen werden kann, steigt die Unsicherheit und Gefahr des Scheiterns mit der Nutzung neuer Unterrichtsformate und Technologien analog zur Entfernung von der K\u00fcste und dem Befahren unbekannter und gef\u00e4hrlichen Seen.<\/p>\n<p>3.) <em>Von den verf\u00fcgbaren Seezeichen<\/em>. Dieser Aspekt korreliert stark mit dem vorangegangenen. Denn f\u00fcr die Nutzung neuer Technologien sind kaum oder keine didaktisch-methodischen Orientierungen (\u201eSeezeichen\u201c) verf\u00fcgbar. \u201eMarkierte Fahrwasser\u201c zeichnen sich dagegen durch die Dokumentation und Systematisierung von bereits vorliegenden eigenen wie fremden Unterrichtserfahrungen aus, die als Hilfe und Leitlinie herangezogen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>4.) <em>Vom Schiff<\/em>, das als Analogie f\u00fcr die institutionelle IT-Infrastruktur steht. Ein belastbarer \u201eEisbrecher\u201c dient als Bild f\u00fcr eine stabile IT-Infrastruktur mit entsprechenden Bandbreiten und einer zumindest unter der Vorgabe von Systemsicherheit in Ma\u00dfen m\u00f6glichen Integration neuer Hard- und Software. Mit einem \u201eGummiboot\u201c l\u00e4sst sich hingegen das \u201eMedienmeer\u201c kaum erkunden. Weder ist eine \u201eZuladung\u201c mit neuen Technologien m\u00f6glich, noch eine vertretbare Auslastung auf Basis bestehender Strukturen. Das Gummiboot tr\u00e4gt sich und sein (technisches) Personal, nicht jedoch Lehrende und Lernende.<\/p>\n<p>5.) <em>Von der Schiffsf\u00fchrung<\/em>. Die Nutzung neuer Technologien und Entwicklung innovativer Einsatzszenarien setzt auf Erfahrung auf. Ein erfahrener Kapit\u00e4n ist hier einem Bootsjungen \u00fcberlegen.<\/p>\n<p>6.) <em>Von den Passagieren<\/em>. Sollen neue Fahrtgebiete auf dem Medienmeer erkundet, also neue Technologien und Lehr-\/Lernszenarien entwickelt und erprobt werden, setzt dies auf Seiten der Passagiere, den Lernenden, die Bereitschaft voraus, sich darauf einzulassen und ein (vorl\u00e4ufiges) Scheitern potentiell zuzulassen. Hierf\u00fcr muss das gewohnte Lernverhalten hinterfragt und bisweilen auch aufgegeben werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In der Befahrung des \u201eMedienmeers\u201c trifft Vision auf Wirklichkeit. Mit dem Befahren des Medienmeers wird ein (Lern-)Ziel angesteuert; ist die Mediennutzung Mittel zum Zweck. Trotz sorgf\u00e4ltiger Planung k\u00f6nnen sich Annahmen bez\u00fcglich der vorherrschenden Wetterlage, des Fahrtgebietes, der verf\u00fcgbaren Seezeichen, dem eigenen Fahrzeug, der Schiffsf\u00fchrung und den Passagieren als in Teilen unzutreffend herausstellen oder sich im Zuge der \u201eSeefahrt\u201c ver\u00e4ndern. Dann gilt es<\/p>\n<ul>\n<li>das Fahrtziel anzupassen, d.h. Lernziele und Lerninhalte zu modifizieren,<\/li>\n<li>die Segelfl\u00e4che zu ver\u00e4ndern, was f\u00fcr die angestrebten Umf\u00e4nge und Tiefe in der Auseinandersetzung mit Lerninhalten steht und\/oder<\/li>\n<li>eine Verschiebung der \u201eFlottenst\u00e4rke\u201c vorzunehmen, indem der Medieneinsatz einer Neubewertung und aktualisierten Einordnung unterzogen wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Virtuelle Realit\u00e4ten sind <em>ein<\/em> \u201eFahrtgebiet\u201c auf dem \u201eMedienmeer\u201c. Es ist schon vielfach befahren worden und entsprechend \u201ekartographiert\u201c. Gleichwohl sind Seekarten und Seezeichen l\u00fcckenhaft und lassen Raum f\u00fcr neue Entdeckungen. Eine grobe Orientierung liefern acht Seezeichen mit erheblicher \u201eDrift\u201c. Diese stehen f\u00fcr&#8230;<\/p>\n<p>1.) die <em>\u00d6konomische Perspektive<\/em>, die mit der \u00dcberwindung von Raum- und Zeitgrenzen vor allem eine potentielle Kostenersparnis verbindet, indem im Kontext von virtuellen Vorlesungen und Kongressen beispielsweise Reisekosten entfallen.<\/p>\n<p>2.) einen <em>\u201eSchutzraum\u201c <\/em>f\u00fcr experimentelles Arbeiten. In virtuellen Realit\u00e4ten ist die Erkundung und Erprobung von Handlungsabl\u00e4ufen oder Theorien ohne (existentielle) Bedrohung hinsichtlich der Konsequenzen m\u00f6glich. Beispiele finden sich hierf\u00fcr in virtuellen Laboren, der Simulation von Prozessen, Maschinen und Handlungsfeldern, sowie dem Spiel mit der eigenen Identit\u00e4t.<\/p>\n<p>3.) M\u00f6glichkeiten der <em>Modell-Bildung<\/em>, indem Konzeption und Modellierung von Ideen, Projekten und Kampagnen als \u201eProof of Concept\u201c umgesetzt werden k\u00f6nnen. Idealtypische Beispiele finden sich im Usability-Engineering, der Analyse von Raumwegen oder der Visualisierung von Geb\u00e4uden.<\/p>\n<p>4.) M\u00f6glichkeiten der <em>Feedbackgestaltung<\/em>. In virtuellen Realit\u00e4ten er\u00f6ffnen sich neue, andere und erg\u00e4nzende Formen des Feedbacks, insbesondere im Sinne einer Augmented Reality.<\/p>\n<p>5.) M\u00f6glichkeiten einer ver\u00e4nderten und fokussierten <em>Wahrnehmung,<\/em> bspw. \u00fcber die Skalierung von Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnissen und\/oder zeitlicher Strukturen, indem Prozesse verlangsamt oder beschleunigt werden, Einblick genommen werden kann in besonders kleine Objekte oder aber komplexe Arrangements \u00fcber eine Zusammenfassung erfassbar werden.<\/p>\n<p>6.) eine <em>Kognitive Entlastung<\/em>. Realweltliche Erfahrungen k\u00f6nnen in virtuellen Realit\u00e4ten nutzbar gemacht werden, z.B. durch die Verwendung von Raum-Metaphern und habituierten sozialen Interaktionsformen.<\/p>\n<p>7.) die <em>lernrelevanten Voraussetzungen<\/em>. In online-basierten virtuellen Realit\u00e4ten sind Kommunikation, Kollaboration und Selbstorganisation idealtypisch angelegt.<\/p>\n<p>8.) M\u00f6glichkeiten der <em>Verkn\u00fcpfung<\/em> von realer und virtueller Welt zu einem neuen Erfahrungsraum (z.B. im Blended Learning), indem sich realweltliche Aktivit\u00e4ten in den virtuellen Raum verl\u00e4ngern lassen und vice versa.<\/p>\n<p>Die Nutzung virtueller Realit\u00e4ten impliziert dabei grunds\u00e4tzlich eine Transferannahme, indem F\u00e4higkeiten und\/oder Fertigkeiten von einem situativen Umfeld in ein anderes \u00fcbertragen werden. M\u00f6gliche Transfereffekte werden auf verschiedenen Ebenen beschrieben: Kognition, Sensomotorik, Affektion und Emotion.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2013 Vortrag an der Hochschule f\u00fcr Wirtschaft und Recht, Berlin, am 4. September 2012 von Andreas Hebbel-Seeger | MHMK \u2013 Macromedia Hochschule f\u00fcr Medien und Kommunikation, Campus Hamburg Die Nutzung von (digitalen) Medien in Lehr-\/Lernkontexten l\u00e4sst sich mit der Metapher einer Seereise umschreiben. 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