

{"id":6761,"date":"2012-11-30T19:32:07","date_gmt":"2012-11-30T17:32:07","guid":{"rendered":"http:\/\/elearning.hwr-berlin.de\/blog\/?p=6761"},"modified":"2020-08-07T14:23:40","modified_gmt":"2020-08-07T12:23:40","slug":"das-lerner-selbst-starken-durch-aktives-plenum-und-flipped-classroom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/elerner\/das-lerner-selbst-starken-durch-aktives-plenum-und-flipped-classroom\/","title":{"rendered":"Das Lerner-Selbst st\u00e4rken durch Aktives Plenum und Flipped Classroom"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"von unbekannt (Archiv Corps Austria) [Public domain], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3A1863-Aktive_Corps_Austria.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/3\/34\/1863-Aktive_Corps_Austria.jpg\/512px-1863-Aktive_Corps_Austria.jpg\" alt=\"1863-Aktive Corps Austria\" width=\"267\" height=\"196\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\">Bericht zur E-Learning-Tagung 2012 an der HWR Berlin<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><strong>von Christian Spannagel<\/strong><\/p>\n<p>Gemeinsam mit Prof. Marcus Birkenkrahe wurde die E-Learning-Tagung 2012 an der HWR Berlin unter dem Leitspruch \u201eDas Lerner-Selbst st\u00e4rken\u201c er\u00f6ffnet. Neben einem Vortrag von Prof. Birkenkrahe \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=FHKlbNnK-fo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Selbst-Wahrnehmung in virtuellen Welten<\/a> habe ich dabei Aspekte zur Gestaltung von Pr\u00e4senzphasen in Blended-Learning-Szenarien und zur St\u00e4rkung der Selbstverantwortung von Lernenden im Lehrkonzept \u201eFlipped Classroom\u201c beigesteuert. Auf beide Aspekte gehe ich im Folgenden kurz ein.<\/p>\n<p><strong>1. Gestaltung von Pr\u00e4senzphasen \u2013 Aktives Plenum<\/strong><\/p>\n<p>In traditionellen Vorlesungen h\u00f6ren die Lernenden dem Vortrag der Lehrperson zu. In dieser klassischen Situation steht die Wissensvermittlung im Vordergrund, nicht die St\u00e4rkung des Lerner-Selbsts. Die F\u00f6rderung von Selbst-Bewusstsein und Selbst-Verantwortung sind in dieser Lehr-Situation in der Regel keine Ziele, die aktiv verfolgt werden. Kritisches Denken in der Form, das potenziell alles, was vom Dozenten vorgetragen wird, in Frage gestellt werden kann und soll, wird hier nur selten eingefordert.<!--more--><\/p>\n<p>Eine alternative Gro\u00dfgruppenmethode, die sich f\u00fcr den Einsatz im H\u00f6rsaal eignet und dabei insbesondere das kritische Denken f\u00f6rdern soll, ist das Aktive Plenum (Spannagel, 2011). In dieser Methode, die im Kontext \u201eLernen durch Lehren (LdL)\u201c (<a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Jean-Pol_Martin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Jean-Pol Martin<\/a>) entstanden ist, ist der gesamte H\u00f6rsaal aufgefordert, gemeinsam L\u00f6sungen zu gestellten Problemen zu entwickeln. Der Dozent begibt sich dabei in die letzte Reihe, um nicht im Blickfeld der Studierenden zu sein und bei allen \u00c4u\u00dferungen als \u201eBewertungsinstanz\u201c angerufen zu werden. Die Diskussion wird von zwei oder drei Studierenden moderiert und protokolliert, die sich vorne an der Tafel befinden. Der Dozent hat hingegen die Aufgabe, f\u00fcr die notwendige Atmosph\u00e4re zu sorgen, die fachlichen \u00c4u\u00dferungen zu verfolgen, bei Bedarf einzuschreiten und die Moderatoren methodisch zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Im Rahmen des Er\u00f6ffnungsvortrags wurde zu Beginn ein Aktives Plenum durchgef\u00fchrt. Dabei wurden die Personen im Raum zwei Gruppen zugeteilt. Die eine Gruppe musste sich Methoden \u00fcberlegen, wie man das Lernen-Selbst st\u00e4rken kann, die andere musste sich Strategien ausdenken, wie man das Lerner-Selbst zerst\u00f6ren kann. Im Aktiven Plenum wurden die Beitr\u00e4ge der zwei Parteien zusammengetragen und die Ergebnisse der Diskussion in einem Titanpad (<a href=\"http:\/\/titanpad.com\/lernerselbst\">http:\/\/titanpad.com\/lernerselbst<\/a>) gesammelt.<\/p>\n<p><strong>2. Der Flipped Classroom <\/strong><\/p>\n<p>Damit im H\u00f6rsaal studierendenaktivierende Methoden durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen und Studierende sich kompetent und informiert an Diskussionen beteiligen k\u00f6nnen, muss der Input in der Regel vorgelagert werden. Hierf\u00fcr bietet sich die Methode \u201eflipped classroom\u201c an (Bergmann und Sams, 2012; Handke &amp; Sperl, 2012): Die Studierenden schauen Vorlesungsvideos in Vorbereitung auf die Pr\u00e4senzveranstaltung an, um dann informiert in die gemeinsame Sitzung zu kommen. In der Pr\u00e4senzphase selbst werden dann Fragen besprochen, Diskussionen gef\u00fchrt\u00a0 oder gemeinsam Probleme gel\u00f6st (beispielsweise wie oben beschrieben). Der Sorge, dass Studierende sich nicht vorbereiten, kann begegnet werden, indem man die Veranstaltung radikal in den Kontext der Selbstverantwortung stellt (Spannagel, 2012). An der PH Heidelberg wurden mit der \u201eumgedrehten Mathematikvorlesung\u201c in Verbindung mit selbstverantwortlichem Lernen sehr gute Erfahrungen gemacht (Fischer &amp; Spannagel, 2012).<\/p>\n<p>Im Rahmen eines kurzen Vortrags zur umgedrehten Mathematikvorlesung wurde das Konzept den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung vorgestellt. Anschlie\u00dfend wurde diskutiert, inwieweit das Konzept der St\u00e4rkung des Lerner-Selbsts dienen kann und welche Vor- und Nachteile es mit sich bringt.<\/p>\n<p>Mehr Infos und Materialien zum Konzept: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/umgedrehtemathevorlesung\">http:\/\/tinyurl.com\/umgedrehtemathevorlesung<\/a><\/p>\n<p>Kontakt: <a href=\"mailto:spannagel@ph-heidelberg.de\">spannagel@ph-heidelberg.de<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Bergmann, J., &amp; Sams, A. (2012). <em>Flip your classroom. Reach every student in every class every day<\/em>. Eugene, Oregon: ISTE.<\/p>\n<p>Fischer, M. &amp; Spannagel, C. (2012). Lernen mit Vorlesungsvideos in der umgedrehten Mathematikvorlesung. In J. Desel, J. M. Haake &amp; C. Spannagel (Hrsg.), <em>DeLFI 2012 \u2013 Die 10. e-Learning Fachtagung Informatik der Gesellschaft f\u00fcr Informatik e.V.<\/em> (S. 225-236). Bonn: K\u00f6llen Druck+Verlag.<\/p>\n<p>Handke, J. &amp; Sperl, A.(Hrsg.) (2012)<em>. <\/em><em>Das Inverted Classroom Model. Begleitband zur ersten deutschen ICM Konferenz<\/em>. M\u00fcnchen: Oldenbourg Verlag.<\/p>\n<p>Spannagel, C. (2011). Das aktive Plenum in Mathematikvorlesungen. In L. Berger, C. Spannagel &amp; J. Grzega (Hrsg.), <em>Lernen durch Lehren im Fokus. Berichte von LdL-Einsteigern und LdL-Experten <\/em>(S. 97-104). Berlin: epubli.<\/p>\n<p>Spannagel, C. (2012). Selbstverantwortliches Lernen in der umgedrehten Mathematikvorlesung. In J. Handke &amp; A. Sperl (Hrsg.) <em>Das Inverted Classroom Model. Begleitband zur ersten deutschen ICM Konferenz <\/em>(S. 73-81). M\u00fcnchen: Oldenbourg Verlag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht zur E-Learning-Tagung 2012 an der HWR Berlin von Christian Spannagel Gemeinsam mit Prof. Marcus Birkenkrahe wurde die E-Learning-Tagung 2012 an der HWR Berlin unter dem Leitspruch \u201eDas Lerner-Selbst st\u00e4rken\u201c er\u00f6ffnet. 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