

{"id":174,"date":"2014-03-23T23:52:46","date_gmt":"2014-03-23T21:52:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/leitbild\/?p=174"},"modified":"2014-11-18T15:57:20","modified_gmt":"2014-11-18T13:57:20","slug":"hoffnung-erinnerung-wiederholung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/leitbild\/hoffnung-erinnerung-wiederholung\/","title":{"rendered":"Hoffnung, Erinnerung, Wiederholung"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 16px\"><a href=\"http:\/\/about.me\/birkenkrahe\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-181\" alt=\"marcus_birkenkrahe_pic\" src=\"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/leitbild\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/marcus_birkenkrahe_pic.jpg\" width=\"106\" height=\"115\" \/><\/a>Es ist Sonntagabend: ich habe mir vorgenommen, in den sechs Wochen vor dem Workshop \u201e<a href=\"http:\/\/www.hwr-berlin.de\/leitbild\/workshops\/innen-und-aussen\/\" target=\"_blank\">Innen und Au\u00dfen<\/a>\u201c w\u00f6chentlich (oder solange ich Kraft und Lust habe) zum Leitbild-Prozess zu bloggen. Ich m\u00f6chte mir jede Woche einen der vergangenen Leitbild-Workshops anschauen und meine Gedanken dazu aufschreiben. Erst in der sechsten Woche komme ich dann zu meinem eigenen Thema, obwohl ich schon immer mal wieder versuchen werde, Br\u00fccken zu bauen zwischen den anderen Themen und &#8222;meinem Thema&#8220;.<\/span><\/p>\n<p>Dies wird keine wissenschaftliche Analyse sein, auch kein aufgeregter Leitartikel, sondern eher eine Art Bildschirm-Meditation. Direkt aus dem Kopf in den Blog \u2014\u00a0no frills, no fear.<\/p>\n<p>F\u00fcr diesen ersten\u00a0Beitrag kann ich noch die eigene Erinnerung bem\u00fchen \u2013 ich spreche von der <a href=\"http:\/\/www.hwr-berlin.de\/leitbild\/auftaktveranstaltung\/\" target=\"_blank\">Auftaktveranstaltung am 21. Juni 2013<\/a>. Meine Erinnerung an den Nachmittag ist noch ziemlich lebendig <!--more...Weiterlesen-->\u2013 das ist an sich schon ungew\u00f6hnlich: ich vergesse gerne auch nur kurz zur\u00fcckliegende Ereignisse. Das f\u00fchrt in unserer Familie immer wieder zu komischen Szenen, wenn ich mir die Handlung eines Films erz\u00e4hlen lassen muss, den wir gemeinsam einen Monat fr\u00fcher gesehen haben! Ich habe Gl\u00fcck, dass das Semester nur drei Monate w\u00e4hrt&#8230;ein wenig l\u00e4nger, und ich m\u00fcsste meine Studierenden fragen, was wir am Anfang gemacht haben. Nat\u00fcrlich \u00fcbertreibe ich (leicht)&#8230;<\/p>\n<p>Jeder Neuanfang lebt vom Erinnerungsverlust. Wenn wir uns in derselben Detailtiefe und Sch\u00e4rfe an die Vergangenheit erinnern k\u00f6nnten, mit der wir an die Gegenwart gebunden sind, dann w\u00fcrden viele von uns wohl am liebsten gar nichts mehr tun. Das Aufweichen der Erinnerung, und das von unbewusster Absicht geleitete Umordnen und Umschichten von Fakten, Gef\u00fchlen und Ideen erh\u00e4lt uns die Neu-Gier auf mehr, auf anderes. Weil wir unsere Fehler vergessen, trauen wir uns \u00fcberhaupt, neue zu machen. Und wenn das Siegesgef\u00fchl zu verblassen droht, wollen wir wieder gewinnen. Oder so \u00e4hnlich \u2013 dieses verschwurbelte Argument erinnert mich an etwas, das ich vielleicht als Jugendlicher gelesen, halb verstanden und absorbiert habe (passt irgendwie zu den Existentialisten, von denen ich damals erf\u00fcllt war). Gl\u00fccklicherweise kann ich mich nur dunkel erinnern, deshalb darf ich mir erlauben, noch etwas weiter zu spinnen, oder?<\/p>\n<div id=\"attachment_179\" style=\"width: 286px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/statelibraryofnsw\/9610489593\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-179\" class=\" wp-image-179\" alt=\"gratwanderung\" src=\"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/leitbild\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/gratwanderung1-276x300.jpg\" width=\"276\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/leitbild\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/gratwanderung1-276x300.jpg 276w, https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/leitbild\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/gratwanderung1.jpg 527w\" sizes=\"auto, (max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-179\" class=\"wp-caption-text\">Jugend bei Gratwanderung.<\/p><\/div>\n<p>Ich werde an eine andere Veranstaltung erinnert. Sie war nicht offiziell und zog auch keine Workshop-Serie nach sich: vor sieben Jahren traf sich im Bauch des damaligen Hauptgeb\u00e4udes, heute Haus B am Campus Lichtenberg, eine Gruppe von (\u00fcberwiegend) frisch berufenen Professorinnen und Professoren des FB 1, um Verbesserungen f\u00fcr die Hochschule zu diskutieren. Wir nannten uns (in Anspielung an das Kinderbuch von Erich K\u00e4stner)<i> &#8222;Die Konferenz der Tiere&#8220;<\/i>. Eingangs zeigte ich eine Art Dokumentarfilm, aus Schnappsch\u00fcssen zusammengesetzt, die ich \u00fcberall auf dem Campus gemacht hatte. Das war das &#8222;Innen&#8220; der Hochschule quasi von &#8222;Au\u00dfen&#8220; gesehen, denn ich war gerade erst ernannt und noch gar nicht berufen worden. Dieser Blick von au\u00dfen f\u00fchrte gleich zu einer regen Diskussion. Einige der Themen gibt es \u00fcbrigens heute noch, auf anderem Niveau, mit anderen Vorzeichen, anderen Akteuren.<\/p>\n<p>Auch dieses Treffen von 2006 ist mir noch in lebendiger Erinnerung. Das mag damit zu tun haben, dass fast alle, die damals miteinander ins Gespr\u00e4ch kamen, in den letzten Jahren wirklich viel bewegt haben. Wenn auch nicht als &#8222;Konferenz&#8220;, sondern zumeist in einer der Gruppen, an denen die HWR so reich ist. In meinem Fall laufen die F\u00e4den von Freundschaft und freundlicher Zusammenarbeit quer durch alle Standorte, Geb\u00e4ude, Fachbereiche, Facheinheiten, Gremien und Abteilungen. Vielfalt im Dienste eines komplexen Ganzen.<\/p>\n<p>Und hier ist meine Schlussbeobachtung: vor sieben Jahren trafen wir Dozenten uns fast mit einem \u201ekonspirativen\u201c Empfinden, sozusagen ganz unter uns. Als &#8222;Konferenz&#8220; hatten wir keinen Bestand, und das ist auch gut so, denn wir waren zu schmalbr\u00fcstig, zu inz\u00fcchtig, zu engstirnig (und wussten das auch): uns fehlten Studierende, Verwaltung, Lehrbeauftragte, andere Fachbereiche. Der 2013 begonnene Prozess hingegen war von Beginn an eine multilaterale Angelegenheit \u2013 ich sah es bei der Auftaktveranstaltung, und ich kann es auf allen Bildern der Folgeveranstaltungen erkennen. Nicht alle Gruppen sind in gleicher St\u00e4rke dabei \u2013 aber alle, die das \u201eInnen\u201c gestalten, sind doch vertreten. Durch Web-Protokoll und Blog kriegt der Prozess eine Schale, erh\u00e4lt die F\u00fclle eine H\u00fclle, auf der sich auch diejenigen, die nicht selbst dabei waren, einritzen und einschreiben k\u00f6nnen. In unserer Internet-basierten Informationsgesellschaft ist das lebendige Demokratie. Trotzdem: obwohl die Dokumentation und der Dialog im Netz nicht unter Amnesie leiden, lass ich mir meine kreativen Erinnerungsl\u00fccken nicht nehmen!<\/p>\n<div style=\"width: 196px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" \" alt=\"\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/8\/89\/Kierkegaard.jpg\" width=\"186\" height=\"275\" \/><p class=\"wp-caption-text\">S\u00f6ren Kierkegaard (ca. 1840)<\/p><\/div>\n<p>Jetzt kehrt auch mein Ged\u00e4chtnis (Google-powered) wieder zur\u00fcck \u2014 es war Kierkegaard, der 1843 empfahl:<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbDie Hoffnung ist ein neues Kleid, steif und stramm und gl\u00e4nzend, man hat es jedoch niemals angehabt, und wei\u00df darum nicht, wie es einen kleiden wird oder wie es sitzt. Die Erinnerung ist ein abgelegtes Kleid, welches, so sch\u00f6n es ist, nicht mehr pa\u00dft, da man aus ihm herausgewachsen ist. Die Wiederholung ist ein unverschlei\u00dfbares Kleid, welches fest und zart sich anschmiegt, weder dr\u00fcckt noch schlottert.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>S\u00f6ren sei Dank: also nicht ungl\u00fccklich sein, wenn sich etwas zu wiederholen scheint!<\/p>\n<p>Mal sehen, ob auch in der n\u00e4chsten Woche meine Wort-Font\u00e4ne so lustig sprudelt! Dann guck&#8216; ich mir den ersten thematischen Workshop, \u201e<a href=\"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/leitbild\/?p=202\" target=\"_blank\">Tradition und Innovation<\/a>&#8220; von au\u00dfen an.<\/p>\n<blockquote><p><a href=\"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/leitbild\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/red-question-mark-circle-clip-art.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-287\" alt=\"red-question-mark-circle-clip-art\" src=\"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/leitbild\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/red-question-mark-circle-clip-art-150x150.jpg\" width=\"90\" height=\"90\" srcset=\"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/leitbild\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/red-question-mark-circle-clip-art-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/leitbild\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/red-question-mark-circle-clip-art-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/leitbild\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/red-question-mark-circle-clip-art.jpg 425w\" sizes=\"auto, (max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/a>Frage an die Leser: Was erinnern Sie vom Startschuss des Leitbildprozesses (wenn Sie da waren)? Oder wenn Sie nicht da waren, was haben Sie geh\u00f6rt? Gutes? Schlechtes? Teilen Sie sich mit!<\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<p><small><em><a href=\"http:\/\/about.me\/birkenkrahe\" target=\"_blank\">Marcus Birkenkrahe<\/a>\u00a0bloggt in den <a href=\"https:\/\/blog.hwr-berlin.de\/leitbild\/?s=birkenkrahe\" target=\"_blank\">sechs Wochen<\/a> vor dem Workshop \u201c<a href=\"http:\/\/www.hwr-berlin.de\/leitbild\/workshops\/innen-und-aussen\/\" target=\"_blank\">Innen und Au\u00dfen<\/a>\u201d zum Leitbild-Entwicklungsprozess. Er bloggt au\u00dferdem mit \u00fcber 70 anderen Autoren auf\u00a0<a href=\"http:\/\/elerner.de\/\" target=\"_blank\">elerner.de<\/a>, dem E-Learning Blog der HWR Berlin.<\/em><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Sonntagabend: ich habe mir vorgenommen, in den sechs Wochen vor dem Workshop \u201eInnen und Au\u00dfen\u201c w\u00f6chentlich (oder solange ich Kraft und Lust habe) zum Leitbild-Prozess zu bloggen. 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