Wie der Arbeitsplatz der Zukunft die Zukunft des Arbeitsplatzes verändert

In Deutschland arbeiten rund 17 Millionen Erwerbstätige in Büros. Das sind rund 40% der Erwerbsbevölkerung. (Klaffke, 2016, S.4) Man kann sagen, dass Büroarbeit eine gesellschaftliche Haupttätigkeit geworden ist. Will man den Arbeitsplatz der Zukunft erkunden, lohnt es sich daher, zuerst einen Blick auf die historischen Ursprünge und die Entwicklung der Büroarbeit zu werfen.

Die Geschichte des Büros

Ursprungsort der Büroarbeit ist das mittelalterliche christliche Kloster als Produktionsstätte von Schriften und Büchern. Das Bewahren der antiken Kultur und das Verbreiten christlicher Ideen ist das Motiv für die Entstehung der Büroarbeit. Hierzu begeben sich mittelalterliche Mönche ins Skriptorium, die Schreibstube, wo sie alte Papyrus- und später Pergamentrollen abschreiben und zu Büchern machen.

Ein Stück Filzstoff der Mönchskutte, die sogenannte Burra, soll die Bücher als Unterlage vor rissigen Brettern schützen. Papier, Tinte, Leder, Farbe und Federkiel sind die typischen Werkzeuge der mittelalterlichen Büroarbeit.

Abbildung 1: Skriptorium

Im 13. Jahrhundert weiten sich das Handwerk und der Handel aus und Vertragsabschlüsse, Korrespondenz und das Organisieren von Handelsabläufen werden immer wichtiger. In den Städten entstehen Universitäten sowie Dom- und Klosterschulen, welche das entsprechende Wissen vermitteln. Neben den Glaubensinhalten gewinnt das Studium der Natur an Bedeutung. Buchproduktion und Schriftverkehr wachsen so stark an, dass sie den Beruf des Schreibers erforderlich machen.

Noch bis zum 18. Jahrhundert sind Büros eher unspezifische Orte, wie Marktplatz, Kirche, Privatraum oder Warenlager. Für das Büro als Arbeitsort werden Begriffe wie Kanzlei oder Kontor verwendet. Im 18. Jahrhundert entstehen erste Ideen zu einem bewusst gestalteten Büro-Raum, welche mit Beginn der Industrialisierung in den Bereichen Wissenschaft, Bildung, Produktion und Bankwesen großflächig umgesetzt werden. Büroarbeit bedeutet nicht mehr nur reine Schriftarbeit sondern weitet sich durch Ordnen, Korrespondieren, Kalkulieren, Archivieren und Planen zur Verwaltung aus.

Ende des 19. Jahrhunderts gelangt mit der Erfindung der Schreibmaschine die Frau ins öffentliche Berufsleben. Da Männer die Tipparbeit ablehnen, bietet sich den Frauen eine Perspektive jenseits der häuslichen Arbeit. Durch Stenografie und die einheitliche Schrift werden die Arbeitsabläufe beschleunigt. (vgl. Eickhoff, 2011)

Abbildung 2: Großraumbüro Anfang 20. Jahrhundert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist der Verwaltungsaufwand von Unternehmen derart angestiegen, dass Großraumbüros eingeführt werden. In den folgenden 100 Jahren wechseln sich, beeinflusst von Veränderungen in den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen sowie von Entwicklungen in Technologie, Architektur und Design, verschiedene Trends in der Bürokonzeption ab, wie zum Beispiel das Cubical, die Zellenbüros oder Zwei- und Mehr-Personenbüros.

Durch die flächendeckende Verbreitung von Computern seit den 1990er Jahren wird Büroarbeit zunehmend ortsunabhängig und die Erledigung der Aufgaben ist zeitlich flexibel. Auch die Ansprüche der Beschäftigten an die Büroeinrichtung, das eigene Wohlbefinden sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind gestiegen. (Klaffke, 2016, S. 5)

Ein Konzept für den Arbeitsplatz der Zukunft

Die Optimierung von Prozessen und Arbeitsabläufen ist sicherlich keine aktuelle Erfindung.

Bereits im Jahr 1985 verfasste Carl Duisberg seine Denkschrift „Aufbau und Organisation der Frabenfarbiken zu Leverkusen“ und beeinflusste damit die Gestaltung von Industrieanlagen im Allgemeinen und der Stadt Leverkusen im Besonderen nachhaltig. Seine Vorstellungen der zukünftigen Verwaltungsarbeitsplätze beschrieb er wie folgt und stellte die Bedeutung kurzer Kommunikationswege für die Effizienz und Effektivität der Arbeitsabläufe visionär heraus: „Bei der Verwaltungsabteilung will es uns das richtigste scheinen, ähnlich wie wir dies bei der Besprechung der Verwaltung der einzelnen Abteilungen als unsere Ansicht gekennzeichnet haben, dass alle zur eigentlichen allgemeinen Verwaltung gehörenden, oben aufgezählten Verwaltungsdepartements in einem Gebäude untergebracht werden, so dass die verschiedenen aufeinander angewiesenen Beamten, ohne grosse Wege machen zu müssen, miteinander mündlich verkehren können.“ (Zeitschrift Führung + Organisation 05/2013 (82. Jg), Seite 329-332)

Abbildung 3: Ultramarinfabrik von Carl Leverkus, um 1890

Im letzten Jahrhundert sind die Büro- und Arbeitswelten allerdings maßgeblich von technologischen Veränderungen voran getrieben worden, angefangen bei der Schreibmaschine über die ersten Großrechner und den Arbeitsplatz-PC bis hin zu mobilen Endgeräten. Entsprechend haben sich auch die Vorstellungen und Möglichkeiten der Optimierung geändert.

So zeichnete der Film „Minority Report“ im Jahr 2002 eine typische Science-Fiction-Vision vom Arbeitsplatz der Zukunft:

Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte des US-amerikanischen Science-Fiction-Autors Philip K. Dick aus dem Jahre 1956 und ist damit wesentlich visionärer als man zunächst glauben mag. Allerdings waren nicht alle Zuschauer von der filmischen Umsetzung überzeugt. Viele empfanden die eingesetzten Effekte als übertrieben. Regisseur Steven Spielberg hatte jedoch in Vorbereitung auf die Dreharbeiten eine Gruppe von Zukunftsforschern engagiert, weshalb die im Film dargestellten Requisiten durchaus als Trendprognosen für zukünftige Entwicklungen in der Informationstechnik, dem Automobilbau, der Stadtplanung oder der Robotik interpretiert werden konnten. (Spiegel Online 2002). Tatsächlich haben es auch einige der dargestellten Technologien, wie Videotelefonie oder Gesten-gesteuerte Benutzeroberflächen (gesture-based User-Interfaces), mittlerweile in den realen Einsatz geschafft.

Im Allgemeinen lässt sich feststellen, dass der Arbeitsplatz der Zukunft kein geschlossenes Konzept darstellt. Klar ist jedoch, dass er mehr denn je durch den Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) geprägt sein wird. Auch das Fraunhofer-Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation (IAO) erwartet nachhaltige Veränderungen in der Büro- und Arbeitswelt durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien. So könnte durch die Einführung von Biometrie-Scanning eine Kamera am Arbeitscomputer den Nutzer permanent erfassen. Die Büro-Informationstechnologie und -Infrastruktur würde entsprechend auf einen Nutzerwechsel reagieren und das jeweilige Nutzerprofil laden, aber auch die Tischhöhe und die Lichtintensität selbstgesteuert anpassen. (Fraunhofer, 2013) Moderne Technologien werden auch die Flexibilisierung der Arbeit weiter voran treiben, dies betrifft sowohl Arbeitszeit, Arbeitsort als auch Arbeitsverträge. Traditionelle, langfristig angelegte Strukturen werden immer öfter durch dynamische, aktivitätenorientierte Arbeitsgruppen ergänzt oder ganz ersetzt. (Klaffke, 2016, S. 10) Einen Überblick über die unter dem Namen „Arbeitswelten 4.0“ zusammengefassten Zukunftsvisionen des Fraunhofer-Instituts gibt das folgende Video:

Doch obwohl die Arbeit zunehmend weiter digitalisiert und virtualisiert wird, sind die meisten Experten der Ansicht, dass der physische Arbeitsort auch in Zukunft nicht gänzlich verschwinden wird, denn Mitarbeiter benötigen einen realen Platz, um soziale Kontakte mit Kollegen zu pflegen. (vgl. Denger et al, 2012)

Die digitale Transformation

Vielleicht kann man sagen, dass der Arbeitsplatz der Zukunft seinen Ursprung in der Realisierung des ARPANET im Jahr 1969 hat. Obwohl ursprünglich nicht für die Mensch-zu-Mensch-Kommunikation entwickelte, stellt das aus dem ARPANET entstandene Internet die informationstechnische Parallelwelt zum Netzwerk der menschlichen Gesellschaft dar und ist die Grundlage unserer heutigen Informationsgesellschaft. (vgl. Warnke, 2011)

Das Wort Transformation bedeutet so viel wie umformen, umgestalten, abändern. Bei der digitalen Transformation geht es um eine umfassende Umstellung aus der uns bekannten analogen in die digitale Welt, die sich deutlich von früheren Ansätzen der Digitalisierung unterscheidet. In der Vergangenheit waren Themen rund um digitale Kommunikation, Zusammenarbeit und Wissensmanagement meist reine IT-Projekte. Probleme wurden durch das Bereitstellen einer neuen Anwendung beantwortet, oft allerdings nicht gelöst. Durch eine schlechte Bedienweise und das Fehlen eines ganzheitlichen Ansatzes bauten diese Anwendungen oft künstliche Hürden im Arbeitsalltag auf, die eine durchgängige und einheitliche Nutzung des Wissens entlang der täglichen Arbeits- und Wertschöpfungsprozesse verhinderten.

Digitalisierung darf aber nicht nur mit der Beschaffung neuer Hard- und Software gleichgesetzt werden. Vielmehr müssen sich Aufmerksamkeit und finanzielle Investitionen auf eine Verbesserung der Arbeitsabläufe und die Änderung der Denk- und Arbeitsweisen auf allen Ebenen eines Unternehmens richten. Dies führt letztendlich zu einer neuen Unternehmenskultur, die durch die entsprechenden Technologien unterstützt wird.

Im privaten Umfeld findet in den letzten Jahren bereits eine kontinuierliche Form der Digitalisierung statt, die fast alle Facetten des privaten Alltags durchdringt. Nutzten die Menschen bisher den Computer, um zum Beispiel E-Mails zu schreiben oder Fotos zu bearbeiten, so erfahren wir heute durch mobile Endgeräte und die Integration digitaler Tools in den Alltag eine nahezu allumfassende digitale Unterstützung. (Müller, von Königsmarck, 2016)

Gerade junge Nachwuchskräfte möchten diese Cloud-basierten, intuitiv bedienbaren Anwendungen aus ihrem privaten Umfeld idealerweise auch im Beruf nutzen. (Strecker, 2016) Die „Digital Natives“ gehören sowohl zur Generation Y als auch zur Generation Z, die sich durch eine Technologie-affine Lebensweise auszeichnen. Sie kommunizieren über digitale Endgeräte, sind vielfältig vernetzt und gewohnt, einen praktisch permanenten Zugang zu Informationsquellen zu haben. (Klaffke, 2016, S. 9) Außerdem suchen sie als Arbeitnehmer Flexibilität und Mobilität und wollen ihre Aufgaben nicht nur am klassischen Schreibtisch erledigen können.

Generationenkonflikt am Arbeitsplatz der Zukunft

Die Verkürzung von Ausbildungszeiten und die gleichzeitige Erhöhung des Ruhestandsalters wird zukünftig die Erwerbsphase verlängern. Damit verlängert sich auch die Dauer der Zusammenarbeit unterschiedlicher Altersgruppen um mindestens 10 Jahre, was mit unterschiedlichen Vorstellungen und Ansprüchen der Mitarbeiter-Generationen einhergeht. (Klaffke, 2016, S. 8)

Die meisten Experten sind jedoch der Ansicht, dass die Nutzung moderner Technologien und Social Media grundsätzlich keine Frage des Alters darstellt. Daher besteht am Arbeitsplatz nicht grundsätzlich ein Spannungsfeld zwischen Alt und Jung, sondern vielmehr zwischen Menschen mit einem hohen Innovationsbedürfnis und solchen mit einem niedrigen. Eindimensionale, auf jüngere Mitarbeiter zugeschnittene Einführungsmethoden für neue Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) holen die älteren Kollegen oft nicht ab und schaffen es nicht, ihnen die neuen Technologien näher zu bringen. Durch eine gezielte Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt muss daher am Arbeitsplatz der Zukunft ein permanenter, konstruktiver und produktiver Wissensaustausch zwischen den Generationen gefördert werden. (Denger et al, 2012)

Abbildung 4

Allgemein lässt sich sagen, dass Mitarbeiter zunächst begeistert sind, wenn ihr Arbeitsleben digitaler und dadurch für sie flexibler wird. Im Zuge einer Veränderung ist es jedoch typisch, dass die Mitarbeiter mit einer gewissen Skepsis reagieren. Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts PAC (Pierre Audoin Consultants) mit dem Titel „Digital Workplace in Europe“ lässt sich der digitale Arbeitsplatz nur dann erfolgreich umsetzen, wenn die Realisierung durch ein ganzheitliches Design- und Servicekonzept unterstützt wird. (PAC, 2017) Mitunter kann es auch notwendig sein, die Abteilungsorganisation, Managementstrategien und Unternehmensziele zu überdenken und neu zu strukturieren bzw. zu formulieren, um einen erfolgreichen Transformationsprozess zu ermöglichen. Dazu gehört auch: die Mitarbeiter abzuholen, die Vorteile der neuen Technologien aufzuzeigen und die Neuerungen zu erklären. Dies gilt umso mehr für ältere und nicht Technologie-affine Arbeitnehmer.

Der gläserne Arbeitnehmer

Die neuen Technologien werden aber nicht nur zur Optimierung des Wissensmanagements eingesetzt sondern auch für das sogenannte Lifelogging. Lifelogging bedeutet digitale Protokollierung des eigenen Lebens mit dem Zweck der Selbstbeobachtung, Selbstvermessung und Selbstoptimierung. (Selke, 2014, S. 220) Während es im privaten Bereich eingesetzt wird, um die Fitness und die Gesundheit zu verbessern oder aber den eigenen Alltag zu optimieren, bieten die Technologien des Lifelogging und die Datensammlungen, die dadurch entstehen für Unternehmen die Aussicht auf den perfekten Arbeitnehmer und die optimal ausgeführte Arbeit.

In Deutschland wird der Beschäftigtendatenschutz vom § 32 „Datenerhebung, -verarbeitung und -nutzung für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses“ des Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) geregelt. (BMJV, 2018) In der Praxis gehen die Meinungen über die rechtliche Zulässigkeit von Überwachung am Arbeitsplatz zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jedoch weit auseinander und dabei geht es längst nicht mehr nur um die Kontrolle der Telefon-, E-Mail- oder Internetnutzung. Es ist bekannt, dass sich Personalverwaltungen heutzutage gern vorab über die sozialen Kompetenzen potentiell zukünftiger Arbeitnehmer informieren, indem sie deren Profile in den sozialen Medien wie Facebook und Co. einsehen. Aber auch die personenbezogenen Datensammlungen der unzähligen Fitness-Tools bieten für Unternehmen interessante Informationen über zukünftige wie auch aktuelle Arbeitnehmer, und deren Gesundheit. Das Potential des Missbrauchs ist enorm. Vor allem dann, wenn die Nutzung der Daten ohne das Wissen und ohne das Einverständnis der betroffenen Person geschieht. Außerdem wird es vor dem Hintergrund der digitalen Transformation und der Zunahme mobiler Arbeitsmöglichkeiten immer schwieriger, eine klare Trennung zu ziehen zwischen Privatem und Beruflichem.

Eine besonders problematische Form des Lifelogging ist das Human Tracking am Arbeitsplatz. Hierunter versteht man die Überwachung der Arbeitnehmer mittels GPS-Technologie mit dem Ziel der Effizienzsteigerung. So berichten Beschäftigte des Internethändlers Amazon, dass selbst der Gang zur Toilette nachverfolgt wird. Die Anforderungen an das Arbeitstempo in den Distributionslagern sind extrem hoch und die Angestellten leiden infolgedessen unter körperlichen und psychischen Schäden. Bespitzelungsskandale sind allerdings nicht nur aus dem Ausland bekannt. Auch in Deutschland gerieten Unternehmen wie Lidl, Aldi und die Deutsche Bahn in die Kritik, weil sie ihre Angestellten per Videokamera überwachen ließen. (Selke, 2014. S. 222-223)

Abbildung 5

Fazit

Der Arbeitsplatz der Zukunft wird den Arbeitnehmer in Zukunft handlungsfähiger machen. Er wird ihm mehr Freiheit schenken, seine Aufgaben ortsungebunden zu erledigen und so Familie, Freizeit und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Soziale Kontakte und Zusammenarbeit behalten auch in der Arbeitswelt von morgen ihre Bedeutung. Der Arbeitsplatz der Zukunft soll dem Menschen dienen, ihn aber nicht ersetzen. Es besteht die Gefahr, dass der Beschäftigte zum Opfer Technologie-getriebener Optimierung wird, dem muss sowohl die Gesellschaft als auch der Gesetzgeber vorbeugen. Dem Missbrauch von Daten und Technik zur Überwachung von Arbeitnehmern muss mit rechtlichen Mitteln Einhalt geboten werden.

 

Hinweis: Im Sinne der besseren Lesbarkeit wurde auf die Verwendung der weiblichen Formen verzichtet und nur das generische Maskulinum, z. B. „der Mitarbeiter“ verwendet. Im Sinne der Gleichberechtigung sind immer beide Geschlechter gemeint.

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Quellen:

A. Denger, A.Stocker, M. Schmeja, „Future Workplace: Eine Untersuchung sozio-technischer Einflüsse auf den Arbeitsplatz der Zukunft“, Aachen, 2012

Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV), https://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__32.html, zugegriffen am 08.02.2018

H. Eickhoff, „Die Erfindung des Büros“, 2011, https://office-roxx.de/2015/10/06/die-geschichte-des-bueros/, zugegriffen am 08.02.2018

Fraunhofer-Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation, „Arbeit der Zukunft: Wie wir sie verändern, wie sie uns verändert“, Stuttgart 2013, https://shop.iao.fraunhofer.de/publikationen/arbeit-der-zukunft.html, zugegriffen am 08.02.2018

M. Klaffke, „Arbeitsplatz der Zukunft – Gestaltungsansätze und Good-Practise-Beispiele“, Wiesbaden, 2016

T. Müller, O.G. von Königsmarck, „Digital Workplace – (Wissens-)Arbeit der Zukunft“, Wissensmanagement 8/2016

Pierre Audoin Consultants (PAC), „Digital Workplace of Europe“, 2017, https://www.pac-online.com/trend-report-digital-workplace-europe, zugegriffen am 08.02.2018

S. Selke, „Lifelogging – Wie die digitale Selbstvermessung unsere Gesellschaft verändert“, Berlin 2014

Spiegel Online, „Minority Report – Leblos funkeln die Effekte“, 04.10.2002, http://www.spiegel.de/kultur/kino/minority-report-leblos-funkeln-die-effekte-a-216778.html, zugegriffen am 08.02.2018

F. Strecker, „Arbeitsplatz der Zukunft – digital oder fatal“, Wissensmanagement 5/2017

M. Warnke, „Theorien des Internet“, Hamburg 2011

Zeitschrift Führung + Organisation 05/2013 (82. Jg), „Arbeitsplatz der Zukunft“, Seite 329-332)

Abbildungen:

Abbildung 1: https://cms.sachsen.schule/fileadmin/_processed_/csm_scriptorium_c11462f49e.png

Abbildung 2: http://media-cdn.sueddeutsche.de/image/sz.1.2390184/940×528?v=142

Abbildung 3: http://www.rheinische-industriekultur.de/objekte/Leverkusen/bayerwerk_leverkusen

Abbildung 4: https://goo.gl/images/Xd4J94

Abbildung 5: Klaus Stuttmann Karikaturen, https://www.stuttmann-karikaturen.de/

Videos:

Video 1: https://www.youtube.com/watch?v=7SFeCgoep1c

Video 2: https://blog.iao.fraunhofer.de/arbeitswelten-40-wie-wir-morgen-arbeiten-und-leben/

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Ein Kommentar zu Wie der Arbeitsplatz der Zukunft die Zukunft des Arbeitsplatzes verändert

  1. Behnam B. sagt:

    Mit dem Blog wird die interessante Frage aufgeworfen, wie Veränderungen an unseren Arbeitsplätzen wie Vernetzung, geteilte Arbeitsräume, Homeoffice gleichzeitig Einfluss nehmen auf neue Berufsbilder und Rahmenbedingungen für zukünftige Arbeitsplätze setzen.
    Durch die Digitalisierung der Arbeitswelt werden Aktenschränke und feste Arbeitsplätze überflüssig. Die benötigten Daten stehen uns prinzipiell überall dort zur Verfügung, wo ein Zugang ins Netz möglich ist.
    Somit wird, aus dem festen Büro mit fester Arbeitszeit ein Raum der Ströme, in dem der dominierende Sozialraum das digitale Netz wird. (Castells 2010: 500).
    Die neue Arbeitsplatzorganisation fordert neue Anpassungsstrategien von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Während die ältere Generation noch die klare Trennung von Erwerbsarbeit und Freizeit kennt, ist dies für die junge Generation nicht mehr selbstverständlich. Sie fordern sogar die Auflösung dieser starren Trennung, da sie mehrere Rollen gleichzeitig unter einen Hut bekommen wollen. Die junge Mutter ist gleichzeitig Arbeitnehmerin und Partnerin und möchte dabei auch noch tagsüber Zeit für Erholung haben. Laut der Studie “Arbeitsplatz der Zukunft 2017” vom IDG Research Services verbinden knapp 80% der Arbeitnehmer als erstes das Überdenken von Arbeitszeitmodellen und / oder Home- bzw. Remote-Arbeit mit dem Begriff Arbeitsplatz der Zukunft (IDG 2017:20)

    Fraglich ist, ob dies nicht ein tiefer Eingriff in unsere Selbstbestimmung ist. Wenn neue Arbeitsplatzmodelle die Möglichkeit von individuellen Pausen, Arbeitszeiten und -orten ermöglichen, so bedingt das auch die Erreichbarkeit und Verfügbarkeit im Privatraum oder über 24 Stunden. Somit erschaffen die Arbeitsplätze der Zukunft nicht nur die Zukunft des Arbeitsplatzes sondern auch den Menschen als dauerhaften Teil des Arbeitsplatzes. Klassische Ausdrücke wie “ich gehe zur Arbeit” oder “ich habe Feierabend” werden zukünftig durch die Äußerung “ich bin on oder off” ersetzt. Welche Rolle wird die Rahmenarbeitszeit zukünftig noch spielen, wenn auch andere Rollen, als die des Arbeitnehmers in dieser Zeit verwirklicht werden sollen? Wo die Flexibilisierung der Arbeitszeit bei Unternehmern und Mitarbeitern das große Thema ist, wird selten darüber gesprochen, dass die Flexibilisierung des Lebens die Konsequenz ist. Menschen, die dazu keine ausreichende Bereitschaft zeigen werden schnell als “Innovationsverweigerer” hingestellt. Die Flexibilisierung hat für alle Gesellschaftsschichten Konsequenzen. Kindergärten werden zu 24-Stunden Kindergärten, Schulen zu Ganztagsschulen, Pflegeheime und ambulante Dienste zu den Bezugsinstitutionen für ältere, betreuungsbedürftige Menschen.

    Fraglich ist zudem auch, ob der Arbeitsplatz der Zukunft nicht auch die Schaffung eines neuen digitalen Proletariats bedeutet. Im Endbericht Kurzexpertise Nr 57 des ZEW für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales weist das ZEW darauf hin, dass die Automatisierungwahrscheinlichkeit für Berufe für Menschen mit Bildung bis zum Sek I Abschluss bei ca. 70% liegt. (ZEW 2015: 16). Das bedeutet nichts anderes, als das Menschen mit bis zu einem mittleren Bildungsniveau in neuen Tätigkeitsfeldern arbeiten werden. Bleibt zu hoffen, dass diese noch tarfivertraglich erfasst werden können. Ansonsten kann der Arbeitsplatz der Zukunft für viele auch das Dasein als befristeter Klick-Worker bedeuten.

    Castells, M. (2010): The rise of the network society, 2nd ed., with a new pref. ed, The information age : economy, society, and culture. Wiley-Blackwell, Chichester, West Sussex ; Malden, MA.

    IDG Research Services (2017): Studie Arbeitsplatz der Zukunft 2017, abgerufen am 15.02.2018, https://goo.gl/Pw6VtH

    ZEW (2015): ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gutachten/Kurzexpertise_BMAS_ZEW2015.pdf, abgerufen am 13.02.2018

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