Digitaler Nachlass in Deutschland

Gender-Hinweis: Im Folgenden wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit ausschließlich die männliche Form benutzt. Die Personenbezeichnungen gelten für sämtliche Geschlechter.

Einleitung

Die Vereinigten Staaten werden infolge der Forschungen des ehrgeizigen Biochemikers Vergil Ulam zu einem Brei aus superintelligenten Zellen (jede einzelne ist ein äußerst leistungsstarker Minicomputer, der jede Information, mit der er jemals in Kontakt gekommen ist, nicht nur für alle Zeiten speichert, sondern diese auch mit anderen Zellen austauscht). In gewisser Weise entsteht so ewiges Leben: aus Individuen sind Projektionen geworden, die überdauern können, sofern ihre Gastgeberzellen dies wünschen. Sie sind sogar auf Abruf reproduzierbar. Jedes Individuum „lebt“ in den Erinnerungen der lebenden Minicomputer quasi als Projektion seiner selbst fort und verhält sich innerhalb des Universums aus Projektionen sogar typgerecht – die Projektionen haben nämlich ein eigenes Bewusstsein! Ich erinnere mich gut an eine Szene in dem Roman, die nach der Transformation Amerikas in jenen Zellbrei spielt, in dem ein Protagonist sich mit Vergil Ulam unterhält, der an einem Tisch sitzt. Nur gibt es weder den Tisch tatsächlich, außerdem ist Ulam bereits vor der Transformation verstorben. Die Konversation findet demnach „gedacht“ statt – in einem der Zellminicomputer. Für uns einfach unvorstellbar!

Cover der ersten Auflage (1988)

Diese Vision entwickelte Greg Bear im Jahr 1985 in seinem Roman „Bloodmusic“ dessen deutsche Übersetzung „Blutmusik“[1] im Jahr 1988 erschien. Ob ein solcher Zellbrei ein hoffnungsfrohes optimistisches oder ein verzweifeltes pessimistisches Zukunftsszenario darstellt, entscheide jeder für sich. In einer solchen Welt muss sich jedenfalls niemand mit dem Vererben und Erben beschäftigen: Privatsphäre gäbe es ohnehin nicht mehr, schließlich kann jeder Teil des Ganzen auf jede gewünschte Information zurückgreifen. Auch fiele es schwer in einem Universum ewigen Erinnerns den Tod zu definieren, der schließlich Voraussetzung für das Vererben ist. Wissen ginge auch nicht mehr verloren, da ja jede Zelle an alle Informationen herankommt, die jemals bekannt waren. Für reale Gegenstände gäbe es ebenso keine Verwendung mehr. Was also sollte vererbt werden?

In unserer realen Welt passiert es jedoch, dass Menschen sterben und dann nicht mehr erreichbar sind. Verstorbene hinterlassen ihren Hinterbliebenen ihr Hab und Gut, das heutzutage schon längst nicht mehr ausschließlich aus körperlichen Gegenständen besteht.

„Die Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland und damit die unweigerliche Durchdringung des Privatraums mit digitalen Medien hat seit dem Jahr 2000,  in  dem ca. 30% der deutschen Bevölkerung Zugang zum Internet hatte, bis zum Jahr 2014 (86%) in einem rasanten Tempo zugenommen und dabei alle Alters- und  Bevölkerungsschichten erreicht. Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl der  Internetnutzer weiter steigen und sich bei einem Niveau oberhalb von 90% stabilisieren wird, ähnlich wie es in Großbritannien (ca. 92%) und Japan (ca. 91%) bereits im Jahr 2014 der Fall war.“[2]

So gibt es in unserer Netzwerkgesellschaft jede Menge Informationen, die nicht mehr physisch, sondern lediglich virtuell existieren. Und da ein überwiegender Teil der Bevölkerung im Internet aktiv ist, dreht es sich (fast) immer auch beim Erbe darum: um den digitalen Nachlass.

Zunächst beschäftigt sich dieser Beitrag mit der Frage, worin der digitale Nachlass denn eigentlich besteht. Anschließend daran wird beispielhaft ein aktueller Rechtsstreit („Facebookfall“) um die digitale Komponente des Nachlasses beleuchtet, der am 12. Juli 2018 durch den Bundesgerichtshof in letzter Instanz entschieden wurde. In diesem Hauptteil werden grundsätzliche Rechtsfragen, die mit dem digitalen Nachlass in Verbindung stehen, angesprochen. Abschließend werden nützliche Empfehlungen zur Regelung des digitalen Nachlasses vorgestellt.

Digitaler Nachlass

Was ist das?

Stirbt ein Mensch, so hinterlässt er seinen Erben in der Regel seinen Besitz (oder seine Schulden). Diese haben dann die Möglichkeit, das Erbe auszuschlagen. Tun Sie dies nicht, so gehen die Rechte und Pflichten des Verstorbenen (im Folgenden: Erblasser) auf die Erben in Ihrer Gesamtheit über. Dies nennen Juristen den Grundsatz der Gesamtrechtsnachfolge. Damit haben die Erben auch sämtliche Rechte und Pflichten geerbt, die der Erblasser zu Lebzeiten im Internet erworben hatte bzw. eingegangen war. Auch über das Internet geführte Konversationen gehören hierzu. Der Nachlass hat demnach in der heutigen Zeit fast immer auch einen digitalen Bestandteil. Funk definiert den digitalen Nachlass in Ihrem Ratgeber Das Erbe im Netz wie folgt:

„Der digitale Nachlass [ist] die Gesamtheit des digitalen Vermögens des Erblassers, sämtlicher gespeicherten Daten, ob auf heimischen Datenträgern, im Internet oder auf Clouds, inklusive der Hard- und Software sowie der Zugänge zum World Wide Web.“[3]

Andere Autoren wie (Herzog und Pruns in ihrem Buch „Der digitale Nachlass“) verzichten bewusst auf eine Definition des Begriffes „Digitaler Nachlass“. Denn eine solche sei schwierig zu finden, überflüssig und könne in die Irre führen: Grundsätzlich litten Definitionsversuche juristisch unter dem Mangel, dass sie zwar geeignet sind, rechtliche Fragestellungen zu umreißen, jedoch nichts zur Lösungen der sich stellenden rechtlichen Probleme beitragen. Beim digitalen Nachlass handele es sich um eine Vielzahl unterschiedlichster Rechtspositionen (Vertragsbeziehungen, Urheberrechte u.v.m.). Und schließlich sei es nicht zulässig zwischen dem digitalen und dem sonstigen Nachlass rechtlich zu unterscheiden – es besteht erbrechtlich stets nur ein einziger Nachlass.[4] Juristen nennen dies „Universalsukzession“ oder auch „Gesamtrechtsnachfolge“.

Trotzdem wird der Begriff selbst – wohl in der Annahme, man wisse schon, worum es geht – im Titel des zitierten Buches verwandt. Ironisch sei an dieser Stelle die Feststellung erlaubt, dass in der Juristerei über Dinge geschrieben werden kann, von denen man nicht genau weiß, was sie sind.

Folgende Aspekte des digitalen Nachlasses bedürfen laut einer Aufstellung von Herzog und Pruns der Regelung:

  • Speichermedien beim Erblasser
  • Rechte Dritter an den Inhalten
  • Cloudspeicher (z.B. Dropbox) und Kommunikationsdienste (z.B. WhatsApp oder Facebook)
  • AGB der Anbieter digitaler Dienste
  • Legitimation (als Erbe) im Rechtsverkehr (Nutzungsbedingungen und praktische Vorgehensweise)
  • gerichtliche Geltendmachung von Ansprüchen gegenüber Dienstanbietern (insbesondere Internationales Privatrecht)
  • strafrechtliche Aspekte (Verletzung des Briefgeheimnisses, Ausspähen von Daten u.v.m.)[5]

Probleme bei der rechtlichen Behandlung

„Die Abwicklung des und die Berechtigung am digitalen Nachlass werfen erhebliche praktische Probleme auf […]. Entgegen anders lautender Äußerungen im Schrifttum geht grundsätzlich der gesamte digitale Nachlass inklusive E-Mail-Accounts, Providerverträgen und Auskunftsansprüchen z.B. in Bezug auf Passwörter gemäß § 1922 BGB im Wege der Universalsukzession auf die Erben des verstorbenen Internetnutzers über. […] Das Fernmeldegeheimnis darf der Realisierung des Erbrechts nicht entgegenstehen. Um dies zu verwirklichen hält der Deutsche Anwaltverein zumindest vor dem Hintergrund des § 88 Abs. 3 Satz 1 und 3 TKG [Telekommunikationsgesetz, Amn. d.V.] eine Ergänzung des TKG für erforderlich.“[6]

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) gibt in seiner Stellungnahme für die betreffenden Fachausschüsse des Deutschen Bundestages auch konkrete Empfehlungen hinsichtlich der Formulierung der einzufügenden Einzelnormen.[7]

Der „Facebook-Fall“

Worum geht es?

Bildergebnis für social mediaWie sich die Teilnahme an sozialen Netzwerken in den digitalen Nachlass eingliedert, behandelt der Rechtsstreit um die Freigabe des Facebook-Accounts eines verstorbenen fünfzehnjährigen Mädchens an dessen Eltern.

Das Mädchen stürzte im Jahr 2012 an einem Berliner U-Bahnhof vor einen einfahrenden Zug und starb. Die Eltern erhofften sich durch das Sichten privater Facebook-Nachrichten und anderer Informationen aus dem Facebook-Account Aufklärung über die Hintergründe des Todes ihrer Tochter: Handelte es sich um einen tragischen Unfall, einen Suizid oder gar eine Straftat?

Für die Eltern eine wichtige Frage…

Die Verstorbene erhielt seinerzeit die Erlaubnis Ihrer Eltern zur Teilnahme am sozialen Netzwerk Facebook unter der Bedingung, dass sie ihnen die Zugangsdaten bekanntzugeben habe.

Dies geschah zum Schutz des jungen Mädchens. Die Eltern kamen damit ihrer Fürsorgepflicht nach: Sie behielten sich damit vor, jederzeit in den Ihre Tochter betreffenden Teil des Netzwerkes Einblick nehmen zu können. So waren sie in der Lage zu sehen, was die noch nicht Volljährige (und damit nicht unbeschränkt Geschäftsfähige) auf der Plattform unternahm und konnten – wenn nötig – eingreifen. Dieser Bedingung kam die Tochter nach.

Auch verklagte der U-Bahn-Fahrer die Eltern als Rechtsnachfolger des verstorbenen Mädchens auf Schmerzensgeld. So bestand auch die Hoffnung, dessen Schadenersatzansprüche mit dem Wissen abwenden zu können, da dieser Anspruch ihm nur unter der Bedingung zusteht, dass es sich um einen Suizid handelte.

„Über mehrere Jahre hat die Mutter E-Mails an Facebook geschrieben, den zuständigen Datenschutzbeauftragten eingeschaltet. Als sie nicht weiterkam, zog sie 2015 in Berlin vor Gericht – und bekam recht [sic.]. Facebook-Daten seien ein Teil des Erbes und würden den Eltern zustehen, urteilten die Zivilrichter. Dagegen ging Facebook in Berufung […].“[8]

„Das Kammergericht hat in zweiter Instanz zu Gunsten von Facebook entschieden und die Klage einer Mutter, die den Zugang zu dem Facebook-Account ihres verstorbenen Kindes zusammen mit dem Kindesvater aus Erbrecht durchsetzen wollte, abgewiesen und damit zugleich das Urteil des Landgerichts Berlin abgeändert. Der Schutz des Fernmeldegeheimnisses stehe dem Anspruch der Erben entgegen, Einsicht in die Kommunikation der Tochter mit Dritten zu erhalten.“[9]

„Der BGH [Bundesgerichtshof, Anm. d. V.] hat nun entschieden: Eltern muss der volle Zugriff auf das Facebook-Konto ihres verstorbenen Kindes gewährt werden. Als Erben hätten sie ein berechtigtes Interesse am digitalen Nachlass ihres Kindes. Da Tagebücher oder persönliche Briefe vererbt werden können, müsse dies auch für einen digitalen Nachlass gelten. Datenschutzrecht werde damit nicht verletzt.“[10]

Der folgende Beitrag des mdr[11] fasst das Urteil des BGH (und dessen Begründung) in knapp 3 Minuten zusammen:

Facebook verweigerte die Freigabe des bereits in den sogenannten „Gedenkzustand“ (s. u.) versetzten Kontos an die Erben, obwohl diese über die Zugangsdaten verfügten. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren:

Bildergebnis für facebookFacebook scheint ein wirtschaftliches In-teresse daran zu haben, dass bspw. Chats im Messenger oder auch die nur mit bestimmten Personen geteilten Posts auch nach dem Tod eines Teilnehmers an der Kommunikation vertraulich bleiben – vermutlich wegen ansonsten befürchteter Umsatzeinbußen. Das Geschäftsmodell basiert auf Informationstausch: Facebook bietet Gemeinschaft als Ware (den Service des Betriebs der Plattform und die Zielpassung von Werbung), die Kunden geben dafür persönliche Informationen (Informationstauschmodell).[12] Vertraulichkeit ist hierfür wichtig. Es ist nicht auszuschließen, dass, wenn die Teilnehmer nicht mehr darauf vertrauen können, dass die Posts in jedem Falle (also auch beim Tod eines von ihnen) bei den zugedachten Adressaten bleiben. Die Nutzer könnten Vertrauen verlieren und deshalb ihre Nutzung der Plattform einschränken – mit der Folge, dass Facebook weniger Informationen bekommt.

Facebook konnte bei dem Prozess nur gewinnen: Auch wenn sie erwartungsgemäß verloren haben, dann kann das Unternehmen sich immer noch darauf zurückziehen, alles für Vertraulichkeit getan zu haben… Das könnte den unter Umständen befürchteten Nutzungseinbruch eindämmen.

Andererseits ist aber auch möglich, dass Facebook Klagen von Nutzern wegen Verstoß gegen die Verpflichtung zur Wahrung des Fernmeldegeheimnisses (§ 88 TKG) befürchtet. Hinzu kommt, dass die Verletzung des Fernmeldegeheimnisses auch ein Straftatbestand (§ 206 StGB) ist.

Gedenkzustand

Stirbt ein Mitglied des Netzwerkes, und wird Facebook darauf hingewiesen, wird dessen Account sofort in den Gedenkzustand versetzt.

„Konten im Gedenkzustand

Konten im Gedenkzustand stellen für Freunde und Familienangehörige eine Möglichkeit dar, zusammenzukommen und Erinnerungen zu teilen, wenn eine Person verstorben ist. Konten im Gedenkzustand weisen die folgenden Hauptmerkmale auf:

  • Im Profil der Person wird neben ihrem Namen In Erinnerung an angezeigtBildergebnis für facebook gedenkzustand
  • Abhängig von den Privatsphäre-Einstellungen des Kontos können Freunde in der in den Gedenkzustand versetzten Chronik Erinnerungen teilen
  • Inhalte, die die Person geteilt hat (z. B. Fotos, Beiträge), bleiben auf Facebook verfügbar und sind für die Zielgruppe, mit der sie geteilt wurden, sichtbar
  • In den Gedenkzustand versetzte Profile erscheinen nicht öffentlich, etwa als „Person, die du vielleicht kennst“, als Werbeanzeigen oder als Geburtstagserinnerung
  • Niemand kann sich bei einem Konto im Gedenkzustand anmelden
  • Konten im Gedenkzustand, die nicht über einen Nachlasskontakt verfügen, können nicht geändert werden
  • Gruppen, die ausschließlich zu einem Administrator gehören, dessen Konto in den Gedenkzustand versetzt wurde, werden aus Facebook entfernt, wenn wir eine entsprechende Anfrage erhalten“[13]

Facebook bietet für Nutzerinnen und Nutzer die mindestens 18 Jahre alt sind an, einen Nachlasskontakt zu benennen. Dieser kann unter anderem einen fixierten Beitrag für das Profil der verstorbenen Person verfassen (z. B. um eine letzte Meldung in ihrem Namen zu teilen oder Informationen zu einem Gedenkgottesdienst bereitzustellen). Er kann sich jedoch nicht bei deren Facebook-Konto anmelden und keine persönlichen Nachrichten der Nutzerin bzw. des Nutzers lesen.[14]

Da das verstorbene Mädchen vor dem Vollenden ihres 18. Lebensjahres verstarb, stellte sich hier die Frage nach dem Nachlasskontakt nicht. Doch selbst wenn ein solcher benannt hätte werden können und worden wäre, den Eltern der Toten wäre damit nicht geholfen: Sie hätten die ersehnten Informationen nicht erhalten.

Es bleibt spannend

Was als Rechtsstreit der Mutter eines unter ungeklärten Umständen verstorbenen 15-jährigen Mädchens gegen Facebook auf Gewährung des Zugriffs auf den Account der Verstorbenen begann, hatte ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs zur Folge. Wie dem Podcast des mdr Kultur (s.o.) zu entnehmen ist, hat das Urteil grundsätzliche Auswirkungen auf die Handhabung des digitalen Erbes:

„Unabhängig von dem konkreten Fall gibt es noch einen weiteren Grund, das Urteil gut zu finden: Es gilt nicht nur für Facebook, sondern lässt sich auch auf sehr viele E-Mail-Konten übertragen. Das war notwendig – niemand kann heutzutage einen Nachlass regeln, wenn er nicht weiß, mit welchen Personen oder Firmen der Verstorbene in der letzten Zeit Kontakt hatte. Da muss ein Einblick möglich sein.“[15]

Damit wirkt das Urteil auf die Regelung fast jedes einzelnen Erbfalles in Deutschland.

Ob das Urteil Bestand haben wird, wird sich zeigen. Volker Böhme-Neßler äußert am Ende des folgenden Videos von Tagesschau.de verfassungsrechtliche Bedenken an der BGH-Entscheidung. Er glaubt nicht, „dass das Urteil vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand hätte“[16].

Ich teile seine verfassungsrechtlichen Bedenken zwar ausdrücklich nicht, aber da wir vor Gericht und auf hoher See alle in Gottes Hand sind, wird möglicherweise der Gesetzgeber den Umgang mit der digitalen Nachlasskomponente doch noch regeln müssen und auf die Empfehlungen aus der Stellungnahme des DAV zurückgreifen.

Tipps zur Regelung des digitalen Nachlasses

Unabhängig vom Ausgang einer möglichen Anrufung des Bundesverfassungsgerichtes stellt sich die Frage: Wie regelt man den digitalen Anteil des Nachlasses nun am besten?

Stefanie Funk dazu in ihrem Ratgeber Das Erbe im Netz:

„In jedem Fall erfordert die momentane Rechtslage die Auseinandersetzung jedes Internetnutzers mit dem digitalen Nachlass und seinen rechtlichen Schwierigkeiten, aber auch Regelungsmöglichkeiten. Jeder sollte in der Lage sein, sein diesbezügliches Wissen und das Problembewusstsein umzusetzen, indem er rechtzeitig Vorsorge betreibt.

Testament und Vorsorgevollmacht, kombiniert mit einer stets aktuellen und vollständigen Auflistung aller Accounts und Zugangsinformationen, sind dabei das Mittel der Wahl. Ansonsten nimmt der Erblasser vielleicht seine Geheimnisse mit ins Grab – auch das kann eine Lösung sein.“[17]

Die Stiftung Warentest wird da bedeutend konkreter:

Digitale Vorsorge – so gehen Sie vor

Aufbereiten. Verschaffen Sie sich regelmäßig einen Überblick über Ihre Onlineaktivitäten. Listen Sie für jedes Konto die Zugangsdaten und Passwörter auf. Dann können Erben oder andere Vertrauenspersonen darauf zugreifen. Diese können etwa auf einem USB-Stick abgespeichert werden, der an einem sicheren Ort hinterlegt ist, oder in Passwortmanagern aufgelistet werden. Die Auflistung sollte regelmäßig aktualisiert werden.

Löschen. Daten, die niemandem in die Hände fallen sollen, löschen Sie am besten von Zeit zu Zeit. Das können E-Mails oder Fotos sein.

Testament. Wer festhalten will, welche seiner Daten gelöscht und welche vererbt werden sollen, kann das in einem Testament regeln. Er kann auch eine Vertrauensperson zum digitalen Nachlassverwalter bestimmen und dies in einer Vollmacht festhalten.

Handgeschrieben. Formulieren Sie alle Regeln zu Ihrem digitalen Nachlass persönlich von Hand. Auch für den digitalen Nachlass gilt: Nur ein handschriftliches und unterschriebenes Testament ist rechtswirksam.

Ratgeber nutzen. Das Nachlass-Set der Stiftung Warentest [für 14,90 € bzw. 11,99 €, Anm. d. V.] zeigt Ihnen praxisnah, wie Sie Ihr Testament verfassen und Ihren digitalen Nachlass regeln können. Professionelle Formulierungen und Formulare zum Heraustrennen helfen dabei.“[18]

Bildergebnis für vdk logoDer Sozialverband Deutschland VdK Deutschland e. V. empfiehlt ein Online-Tagebuch anzulegen: Entweder mit Papier und Stift oder digital (zum Beispiel in Form einer Excel-Tabelle) wird über einen Zeitraum von einer bis drei Wochen notiert, was man macht, wenn man den Rechner hochgefahren hat. Das verschafft einen guten Überblick über die Aktivitäten mit dem Computer wie auch online. Diese Bestandsaufnahme dient dann als Grundlage für die Überlegung welche Daten vererbt werden sollen und welche nicht. [19] Online-Konto und Bezahldienste (wie z. B. PayPal) sowie Digitalwährungen (die als Datei auf dem Rechner liegen) sind auch Bestandteil des Erbes. Oft wissen die Erben jedoch nicht, dass der Erblasser diese benutzt hat. [20] Daher ist es ratsam, den Erben auch die Zugangsdaten zur Verfügung zu stellen sowie diese in Kenntnis zu setzen, wo die BitCoins o.ä. auf dem Computer gespeichert sind bzw. ausdrücklich zu informieren, dass solche nicht bestehen. Auch eine Kontaktliste sollte den Erben hinterlegt werden, damit die Internetkontakte über das Versterben des Erblassers informiert werden können.[21]

Ähnliches FotoIn jedem Fall jedoch ist davon abzuraten, Zugangsdaten in das Testament zu schreiben – und dies vornehmlich aus zwei Gründen: Erstens sollten Passwörter regelmäßig geändert werden, was zu einer ständigen Aktualisierungsnotwendigkeit des Testaments führen würde und zweitens erführe dann jeder bei der Testamentsverkündung Anwesende die Zugangsdaten. Besser ist es, diese – stets auf dem neuesten Stand – in einem Notfallordner (digital oder noch besser analog) aufzubewahren.

 

 

 

[1] Bear, Greg: Meisterwerke der Science-Fiction: Blutmusik. Roman, Heyne, München 2008

[2] Thiele, Daniel/Ehrenberg-Silies, Simone: Digitale Nachlassverwaltung. Themenkurzprofil Nr. 3, Berlin 2016, URL: https://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/themenprofile/Themenkurzprofil-003.pdf [Zugriff: 15.07.2018], S. 3

[3] Funk, Stephanie: Essentials: Das Erbe im Netz. Rechtslage und Praxis des digitalen Nachlasses, Springer Gabler, Wiesbaden 2017, S. 3

[4] Vgl. Herzog, Stephanie/Pruns, Matthias: Der digitale Nachlass in der Vorsorge- und Erbrechtspraxis, Zerb-Verlag, Bonn 2018, S. 7

[5] Vgl. ebd., S. 17f.

[6] Deutscher Anwaltverein: Stellungnahme des Deutschen Anwaltvereins durch die Ausschüsse Erbrecht, Informationsrecht und Verfassungsrecht zum Digitalen Nachlass, Berlin 2013, URL: https://anwaltverein.de/de/newsroom/id-2013-34?file=files/anwaltverein.de/downloads/newsroom/stellungnahmen/2013/SN-DAV34-13.pdf [Zugriff: 15.07.2018], S. 5

[7] Vgl. ebd., S. 6

[8] Mayer, Verena: Digitaler Schatten. Nach dem Tod ihrer Tochter kämpft eine Mutter um deren Facebook-Daten. Der Prozess wirft die Frage auf, was mit Accounts geschieht, wenn User sterben. 2017, URL: http://www.sueddeutsche.de/panorama/berlin-digitaler-schatten-1.3477815 [Zugriff: 13.07.2018]

[9] Der Präsident des Kammergerichts: Kammergericht: Urteil zu Lasten der klagenden Mutter – kein Zugriff der Eltern auf Facebook-Account ihrer verstorbenen Tochter (PM 30/2017. Pressemitteilung vom 31.05.2017 2017, URL: https://www.berlin.de/gerichte/presse/pressemitteilungen-der-ordentlichen-gerichtsbarkeit/2017/pressemitteilung.596076.php [Zugriff: 13.07.2018]

[10] Bräutigam, Frank: Streit um das digitale Erbe. Verfahren vor dem BGH 2018, URL: https://www.tagesschau.de/inland/digitales-erbe-103~_origin-d333c714-40dd-46b3-a3ef-a46071bc27d9.html [Zugriff: 13.07.2018]

[11] Große Harmann, Nora: BGH zum digitalen Erbe: ein Urteil, dass uns alle betrifft 2018, URL: https://www.mdr.de/kultur/podcast/kulturnachrichten/audio-kultur-podcast-facebook-100.html [Zugriff: 13.07.2018]

[12] Vgl. Warnke, Martin: Zur Einführung. Bd. 379: Theorien des Internet zur Einführung, Junius, Hamburg 2011, S. 133–135

[13] Facebook: Facebook 2018, URL: https://de-de.facebook.com/ [Zugriff: 08.07.2018], https://de-de.facebook.com/help/103897939701143?helpref=uf_permalink

[14] Vgl. ebd., https://de-de.facebook.com/help/1568013990080948

[15] Große Harmann (wie Anm. 11), Minute 2:29–2:49

[16] ARD-aktuell / tagesschau.de: Volker Boehme-Neßler, Internetrecht-Experte, zur BGH-Entscheidung: „Juristisch hochproblematisch“. Video 2018 (darf aufgrund der Nutzungsbedingungen nur in ganzer Länge eingebettet werden ), URL: https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-425113.html [Zugriff: 14.07.2018], Minute 3:55-3:58

[17] Funk (wie Anm. 3), S. 39

[18] Stiftung Warentest: Facebook, Google und der Tod: So regeln Sie Ihren digitalen Nach­lass 2018, URL: https://www.test.de/Digitaler-Nachlass-Wie-Sie-Ihren-Erben-das-Leben-leichter-machen-5028585-0/ [Zugriff: 13.07.2018]

[19] Vgl. Sozialverband VdK Deutschland e. V.: VdK-TV: Tod und Sterben: Die letzten Dinge und der digitale Nachlass 2017, URL: https://www.youtube.com/watch?v=dpgnbTQKVUs [Zugriff: 14.07.2018], Minute 1:28–2:41

[20] Vgl. ebd., Minute 4:30–5:30

[21] Vgl. ebd., Minute 6:13–6:32

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Sind wir in einer Filterblase gefangen und gab es bei Google personalisierte Suchergebnisse zur Bundestagswahl 2017?

Was ist passiert?

18:00 Uhr, 24. September 2017 in Deutschland. Die Wahllokale wurden geschlossen und die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, im Amt bestätigt. Aber die wahlberechtigten Deutschen erneuerten nicht nur den Regierungsauftrag an die amtierende Kanzlerin, sondern 12,6% der Wähler[1] entschieden sich auch für die Alternative für Deutschland (AfD).[2] Mit diesem Ergebnis ist die vermeintlich rechts-populistische AfD[3] drittstärkste Partei im Deutschen Bundestag.

Unlängst wurden Details zu den Einflüssen von Facebook, Google und Co. auf die US-Wahl im Jahr 2016 bekannt. So gab es bei Facebook zahlreiche Anzeigen, die sich gegen die Präsidentschaftskandidatin Hilary Clinton richteten.[4] In Deutschland ist kein Donald Trump zum Bundeskanzler ernannt worden, aber dennoch bleibt die Wahl historisch, denn mit der AfD zog erstmals seit 1961 wieder eine vermeintlich rechte Partei in den Deutschen Bundestag ein. Die Ursachen dafür sind vielfältig und beschäftigen die Politologen. Dabei wurde auch die Frage aufgeworfen, ob IT-Konzerne wie Google und Facebook ähnlich zur US-Wahl einen Einfluss auf das Ergebnis und das starke Abschneiden der AfD hatten.[5]

Heutzutage geht es um mehr als nur das bewusste Verbreiten von Falschmeldungen: Es geht auch um die gezielte Beeinflussung der Internetnutzer durch Personalisierung der Suchergebnisse und Informationsselektion im Netz. Diese Gegebenheiten werden mit dem Phänomen der Filterblase (engl. Filterbubble) und der daraus resultierenden Echokammer beschrieben.

Was genau steckt hinter einer Filterblase?

Die Filterblasentheorie wurde 2011 von Eli Pariser im Buch „The Filter Bubble. What the Internet Is Hiding from You.“ begründet. Der Internetaktivist und Politikwissenschaftler definiert eine Filterblase als „…Ihr ganz persönliches einzigartiges Informations-Universum, in dem Sie online leben. Und was in Ihrer Filterblase ist, hängt davon ab, wer Sie sind und was Sie tun. Aber Sie bestimmen nicht, was hineinkommt. Und, noch wichtiger, Sie sehen nie, was aussortiert wird.“[6] Neben dieser Definition stellt Pariser in seinem TED-Talk das Phänomen der Filterblase genauer vor.

Pariser, Eli: Beware online „filter bubbles“, TED-Talk, o.O. 2011, online unter URL: https://www.ted.com/talks/eli_pariser_beware_online_filter_bubbles [Abruf: 2018-05-11]. Aus technischen Gründen hier bereitgestellt über folgende URL: https://www.youtube.com/watch?v=B8ofWFx525s.

Zur Veranschaulichung führt Eli Pariser in seinem Vortrag ein Beispiel an. Zwei Freunde von Pariser gaben das Stichwort „Ägypten“ bei Google ein und erhielten ganz unterschiedliche Suchergebnisse. So erhielt der eine Freund Suchergebnisse, die sich auf die politische Krise in Ägypten beziehen und der andere Freund bekam Links zum Thema Urlaub in Ägypten vorgeschlagen. Ursächlich dafür sind Algorithmen. Im Gegensatz zu einem Lexikon, aus dem zwei unterschiedliche Leser die gleichen Informationen erhalten, sorgen in der digitalen Welt des Internets Algorithmen für personalisierte Informationen. Diese Personalisierung führt dann zu einer individuellen Informationsblase, also eine Filterblase.[7]

Pariser schreibt der Filterblase verschiedene Eigenschaften zu. So entscheidet die Person nicht aus eigenem Antrieb heraus, der Filterblase beizutreten, vielmehr gerät sie aufgrund von äußeren Einflüssen hinein. In der Blase ist die Person allein, das heißt keine andere Person bekommt exakt die gleichen Informationen so präsentiert. Einmal dort gefangen ist es schwierig, der oft unsichtbaren Blase zu entkommen.[8]

Google – Pionier der Personalisierung

Eli Pariser geht in seinem Buch den Ursprüngen der Informationspersonalisierung auf die Spur. Bereits Ende 2009 kündigte Google in seinem Blog die personalisierte Suche für Jedermann an.[9] So ergibt sich bei einer Google-Suche anhand von verschiedenen Parametern wie Ort des Users und Begriffen, nach denen bereits gesucht wurde, ein individuelles Seitenranking. Demnach rückt mittels Algorithmus die Seite, die aufgrund der bekannten Parameter am wahrscheinlichsten angeklickt wird, an die erste Stelle in der Ergebnisliste. Es existieren laut Pariser mittlerweile unabhängig von Google bei vielen Internetkonzernen wie Facebook, Yahoo! und YouTube Personalisierungen und sogar regelrechte Prognosemaschinen, die Rückschlüsse auf die persönlichen Vorlieben durch die bisherige Netzaktivität ziehen. Die Prognosemaschinen versuchen ununterbrochen, ihr Nutzerbild zu verfeinern und erschaffen somit ein eigenes Informationsuniversum des Nutzers.

Die Filterblase – „Ein gemütliches Plätzchen“

Das Bild „Filterbubble“ (siehe Abbildung 1) des Illustrators Jean Jullien erschien im Magazin der Süddeutschen Zeitung und lässt die Konsequenzen für eine in der Filterblase gefangenen Person erahnen. Das gegenüberstehende Spiegelbild ist nicht nur äußerlich angepasst, sondern gibt auch dank Algorithmen das Meinungsbild und die Vorlieben der Person wieder. Aber diese Reproduktion resultiert in einem schwarzen Nichts. Die Person mag sich wohlfühlen, da für sie eine Komfortzone geschaffen wurde, aber sie bewegt sich auch in einer Einbahnstraße, die keine Möglichkeit gibt, die Vielfalt von Meinungen und Interessen anderer Menschen zu entdecken – lediglich Meinungen und Interessen ähnlich ihrer eigenen werden gespiegelt.

Abb. 1: Filterbubble[10]

Das Bedürfnis eines Menschen, sich in eine Komfortzone zu begeben, in der sich auch seine Vorstellungen wiederfinden, ist nicht erst durch das Internet und Algorithmen entstanden. Diese nun technisierte Art des Filterns ist lediglich die Weiterführung einer in allen Menschen angelegten psychologischen Filterung, die durch die selective exposure-Theorie beschrieben wird. Menschen suchen nach dieser Theorie unterbewusst Informationen, die deckungsgleich mit ihren bestehenden Ansichten sind. Wie sich heute der Leser im Internet für eine bestimmte Website entscheidet, entschied sich der Leser im analogen Zeitalter für eine bestimmte Tageszeitung.[11] Diese individuelle selbstbestimmte Filterung ist nicht nur auf das Bestreben eines Menschen nach Informationen zu begrenzen, sondern findet bspw. auch im sozialen Umfeld statt. Im Freundeskreis sind eher Mitmenschen mit gleichen Ansichten und Grundeinstellungen anzutreffen.[12]

Kritische Blicke auf die Filterblase

Aufgrund des dem Menschen innewohnenden Verlangens nach Homophilie wird die selective exposure-Theorie durch Kritiker auch als ein Gegenargument zur Filterblasentheorie angeführt. Der Informations- bzw. Nachrichtenkonsum ist laut Studien grundsätzlich nicht durch Algorithmen von IT-Konzernen gelenkt, sondern durch die psychologischen Aspekte der Konsumenten.[13]

Ein weiterer Kritikpunkt an der Filterblasentheorie ist, dass trotz Personalisierung im Internet oder auch in anderen Medien, wie TV und Zeitung, die Möglichkeit für jeden Filterblasenbewohner besteht, aus dieser herauszukommen aufgrund der heutigen Informationsmenge. Laut der Studie des Projektes „Reuters Institute Digital News Survey“ bezogen 77% der Erwachsenen mit Internet-Zugang in Deutschland die Nachrichten im Jahr 2017 über des Medium TV. Dagegen haben bei dieser Personengruppe lediglich 29% der Befragten die sozialen Medien als Nachrichtenquelle angegeben. Auch Radionachrichten liegen mit 45% noch vor den Sozialen Medien.[14] Durch die Optionsvielfalt an Medien, so die Argumentation, wird man also zwangsläufig an Informationen gelangen, die der Blase widersprechen. Daher könne man gar nicht dauerhaft in der Blase gefangen sein.[15]

Ein zusätzliches Argument gegen die Gefangenheit von Menschen in einer unsichtbaren Filterblase ist, dass ihr der Netzwerkeffekt entgegenstände. In der analogen Welt ist der Kreis an Menschen, zu denen Kontakt und mit denen Meinungsaustausch besteht, begrenzt. Soziale Plattformen ermöglichen den Kontakt zu einem erweiterten Kreis von Mitmenschen, die bspw. Freunde von Freunden sind und nicht zwangsläufig der gleichen Meinung sein müssen und somit auch den Informationen in der Blase entgegenstehen.[16] „Die Netzwerk-Theorie … geht davon aus, dass persönliche Online-Netzwerke größer … sind, so dass eine Person über direkte und indirekte Kontakte häufiger mit heterogenen Inhalten konfrontiert wird.“[17] Diese digital geschaffenen Sozialräume werden durch den Soziologen Manuel Castells unter den Begriff der Netzwerkgesellschaft subsumiert.[18]

Die Filterblase wird kontrovers diskutiert. So ist natürlich Eli Pariser von seiner Theorie überzeugt. Der Datenjournalist Michael Kreil reiht sich in die Riege der Skeptiker ein, die die Theorie nicht gänzlich bestreiten, sie jedoch zumindest intensiv auf den Prüfstand stellen. Genau darin sieht er auch seine Aufgabe, die Theorie mit Daten zu belegen oder ggf. zu widerlegen.[19] Dieses Ziel hatte auch eine Gruppe von Wissenschaftlern, die im Zuge der Bundestagswahl 2017 das Projekt „Datenspende: Google und die Bundestagswahl 2017“ initiierten. Auf Grundlage der These von Eli Pariser könnten sich bei dem Suchbegriff „Angela Merkel“ für einen CDU-Anhänger andere Ergebnisse und somit eine mögliche Filterblase ergeben, als z.B. für einen AfD-Anhänger.[20]

Das Projekt „Datenspende: Google und die Bundestagswahl 2017“

Die durch Google gesteuerten Informationen haben Einfluss auf den Menschen und somit auch ihrer politischen Meinungsbildung, wie groß dieser Einfluss zur Bundestagswahl 2017 war, wurde in der Initiative von Wissenschaftlern untersucht. Das Vorhaben war eine Kooperation von AlgorithmWatch, verschiedenen Landesmedienanstalten und SPIEGEL ONLINE. AlgorithmWatch ist eine im Jahr 2015 von Wissenschaftlern begründete gemeinnützige GmbH, die algorithmische Entscheidungsprozesse näher beleuchtet und Blogartikel oder auch Fallstudien veröffentlicht. Sie erhebt den Anspruch durch die Entwicklung von Regulierungsstrategien das „digitale Foodwatch“ im World Wide Web zu sein.[21]

Das Projekt rief freiwillige Teilnehmer dazu auf, sich ein Plug-In[22] für den jeweils genutzten Webbrowser zu installieren. Dieses Plug-In ermöglichte es, im Vier-Stunden-Takt Google-Suchanfragen über den Browser der Teilnehmer zu stellen. Dabei wurden folgende 16 Suchbegriffe durch die Initiatoren ausgewählt.

  • Angela Merkel
  • Alexander Gauland
  • Martin Schulz
  • Christian Lindner
  • Katrin Göring-Eckhardt
  • Cem Özdemir
  • Sahra Wagenknecht
  • Dietmar Bartsch
  • Alice Weidel
  • CDU
  • CSU
  • SPD
  • FDP
  • Bündnis 90/Die Grünen
  • Die Linke
  • AfD
Tab. 1: Übersicht der Suchbegriffe im Projekt „Datenspende“[23]

Das Plug-In speicherte bei der Suchanfrage in einer eigens entwickelten Datenbank neben der Google-Ergebnisliste, den ungefähren Standort des Computers, die Spracheinstellung des Browsers, sowie die Tatsache, ob der User bei der Anfrage bei Google angemeldet war oder nicht. Durch die Suchanfragen ergaben sich daher rund 32 Ergebnisseiten mit ca. 600 Links. Dabei war nicht nur die klassische Google-Seite relevant, sondern auch die Ergebnisse von Google-News wurden bei der Untersuchung mit herangezogen.[24] Insgesamt stellten rund 4.000 Teilnehmer dem Projekt den Zugriff auf ihren Rechner zur Verfügung, sodass AlgorithmWatch final 3 Millionen Datensätze erheben konnte.

Die Auswertung durch die Wissenschaftler ergab, dass eine Personalisierung der Suchergebnisse kaum vorhanden war. Eine große Varianz der Ergebnisliste, wie von Eli Pariser im TED-Talk mit Blick auf die beiden Ägypten-interessierten Freunde berichtet, konnte in diesem Projekt nicht festgestellt werden. Bei der Datenauswertung wurde ersichtlich, dass sich bei dem Suchbegriff „Angela Merkel“ im Durchschnitt nur ein anderer Link im Vergleich zu einem beliebigen anderen Nutzer für die Suchanfrage angezeigt wurde (Tabelle 2). Demnach ergab sich lediglich eine einzige Möglichkeit zur Personalisierung. Insgesamt waren die potenziellen Personalisierungsmöglichkeiten bei den Suchanfragen zu den Politikern recht gering. Im Vergleich dazu ergaben sich bei den Anfragen zu den Parteien deutlich größere Abweichungen.

So unterschieden sich beim Suchbegriff „CDU“ im Durchschnitt fast vier Links (Tabelle 2). Das bedeutet, dass es hier einen Spielraum von durchschnittlich vier möglichen Personalisierungen gab. Allerdings sind diese Personalisierungen im Wesentlichen auf die unterschiedlichen Standorte der Teilnehmer zurückzuführen, denn den Usern wurden beispielsweise Links der ansässigen Ortsverbände der gesuchten Partei angezeigt.[25] Die Analyse der Daten umfasste auch die Differenzierung zwischen eingeloggten und nicht eingeloggten Google-Nutzern. Dabei wurde herausgefunden, dass keine nennenswerten Unterschiede in den Suchergebnissen zu finden waren.

Tab. 2: Durchschnittliche Anzahl nicht geteilter Links (organische Suchergebnisse)[26]

Insgesamt konnte im Rahmen dieses Projektes festgestellt werden, dass die minimal vorliegende Personalisierung durch Algorithmen bei Google-Suchergebnissen nicht zu Bildung einer Filterblase führen konnte bei der Bundestagswahl 2017. Dabei ist jedoch festzuhalten, dass dieses Projekt nicht repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ist, da u.a. die Anzahl an Datenspendern zu gering war und nur dieser spezielle Anwendungsbereich untersucht wurde. Die Ergebnisse des Projektes widersprechen damit aber nicht der Filterblasentheorie.[27]

Abgrenzung zur Filterblase – Was sind Echokammern, Fake News und Social Bots?

Neben der Filterblasentheorie gibt es weitere Phänomene und Begrifflichkeiten, die mittlerweile den Alltag von Internetnutzern beeinflussen. Als Resultat einer Filterblase können sich Echokammern ergeben. „Die Echokammer beschreibt einen Raum, in dem alle dasselbe rufen, das Echo immer lauter wird und alle in ihrer Meinung bestätigt.“[28] Die Filterblasentheorie beschreibt die Informationserlangung von Nutzern, während sich bei der Theorie der Echokammern die Nutzer bspw. einer sozialen Plattform durch Meinungsaustausch in ihren Ansichten bestärken und sich gegenseitig „hochschaukeln“.[29] An dieser Stelle wird als Beispiel die Plattform Facebook angeführt. Die Entstehung von Echokammern ist aber nicht allein auf Facebook beschränkt, sondern kann auch auf Plattformen wie Twitter entstehen.

Abb. 2: Das politische Netzwerk auf Facebook[30]

Die Süddeutsche Zeitung hat im Vorfeld zur Bundestagswahl über ein halbes Jahr Daten von ca. 5.000 Facebook-Nutzern ausgewertet, um die politische Einflussnahme von Facebook zu analysieren. Dabei wurden die öffentlich zugänglichen Likes der Nutzer betrachtet und die Facebook-Seiten der Parteien hervorgehoben, die am wahrscheinlichsten in den Deutschen Bundestag einziehen würden.[31] Bei der Auswertung konnte feststellt werden, dass weniger eine Filterblase als vielmehr eine Echokammer, vornehmlich bei der AfD, vorhanden ist (siehe Abbildung 2). Die Punkte auf der in Abbildung 2 dargestellten Karte geben Facebook-Seiten wieder. Je näher sich zwei Punkte auf dieser Karte sind, desto mehr Nutzer haben beide Seiten geliket.[32] Die User aus dem AfD-Umfeld sind also mehr für sich und in größerer Distanz zu den anderen Parteien.[33] Die gelikten Seiten transportieren die Meinung der User im AfD-Umfeld immer weiter und verstärken den Echokammereffekt. Solche Echokammern, in denen einzelne Informationen und Meinungen verstärkt Gehör erhalten, sind für die bewusste Fehlinformation von Usern und der meinungsbildenden Beeinflussung sehr mächtig. Es kann zur Verbreitung von Fake News kommen.

Bei Fake News handelt es sich um bewusste Fehlinformationen und sie sind daher klar abzugrenzen von Satire, Parodien oder auch Zeitungsenten. Wie auch bei den anderen Phänomenen gilt, dass es Desinformationen auch schon vor der Zeit des Internets gab.[34] Die Website hoaxmap.org sammelt Fake News zum Themenkomplex Flüchtlinge und stellt diese richtig.[35] Neben absichtlichen Falschmeldungen im Netz können auch Social Bots auftreten. Dahinter stecken programmierte Algorithmen, die bei Eintreten bestimmter Voraussetzungen vorher hinterlegte Nachrichten in den digitalen Sozialräumen automatisiert veröffentlichen oder Kommentare absetzen. So entsteht also ein virtuelles Gegenüber, das ggf. eine Einflussnahme auf den Nutzer vornehmen kann.[36]

Alles nur ein Hype oder steckt mehr dahinter?

Die digitale Welt hat das bisher schon bestehende gesellschaftliche Zusammenleben auf eine neue Ebene gebracht. Dadurch können bereits existierende Paradigmen verfeinert oder ganz neue Theorien aufgestellt und verifiziert werden. Dafür wurde bspw. an der Universität Kopenhagen das „Center for Information and Bubble Studies“ gegründet.[37] Auch wenn die Filterblasentheorie anfangs beängstigend wirkt, gilt es auch hier wie bei Kommentaren in sozialen Netzwerken genauer hinzusehen. Die angesprochenen Projekte „Datenspende“ und „Reuters Institute Digital News Survey“ ermöglichen es, die Theorien besser zu verstehen und so entsprechend zu bewerten.

Eine Filterblase ergibt sich wie bereits erläutert auch im nicht digitalen Raum und kann nicht ausschließlich für Wahlausgänge verantwortlich gemacht werden. Die Möglichkeiten des Internets wirken insgesamt als Verstärker von oft bereits bestehenden menschlichen Denk- und Verhaltensweisen. Die Internetgiganten wie Google oder Facebook haben zumindest moralisch gesehen aufgrund ihrer Monopolstellung eine Verantwortung für die publizierten Inhalte, auch wenn sie diese nicht annehmen wollen. Rechtlich gesehen sind diese Konzerne allerdings anders zu behandeln als Verlage. Sie selber reklamieren für sich, dass sie keine Informationen zur Verfügung stellen, sondern diese durch Nutzer bereitgestellt und „abgeholt“ werden.[38] Hier gilt es, in den nächsten Jahren international einen Rahmen zu schaffen, um die Rolle der Akteure für die Bevölkerung transparenter zu machen. Aber nicht nur die Konzerne sind gefragt, auch die Nutzer müssen ihren Beitrag leisten. So ist eine Eigenverantwortung an den Tag zu legen und die Medienkompetenz der Menschen muss gestärkt werden. Dies könnte z.B. im Rahmen der schulischen Ausbildung erfolgen.

Insgesamt sind die angesprochenen Themen aber noch intensiver wissenschaftlich zu behandeln, um die Auswirkungen von Filterblasen, Echokammern und Social Bots auf den Menschen, das Zusammenleben und die Demokratie zu konkretisieren. Quintessenz bleibt: Jeder Mensch lebt zu einem gewissen Grad in einer Filterblase. Gefangen ist allerdings nur derjenige, der Dinge nicht hinterfragt.

Zu empfehlen sind folgende Beiträge:

Sixtus, Mario: Im Netz der Lügen – Falschmeldungen im Internet, in: ZDFmediathek, Deutschland 2017, online unter URL: https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/im-netz-der-luegen-falschmeldungen-im-internet-104.html [Abruf: 2018-06-13].

Kreil, Michael: Social Bots, Fake News und Filterblasen, Leipzig 2017, online unter URL: https://media.ccc.de/v/34c3-9268-social_bots_fake_news_und_filterblasen [Abruf: 2018-05-03]. Aus technischen Gründen hier bereitgestellt über folgende URL: https://www.youtube.com/watch?v=6jNWl5d_DOk.

Literatur- und Quellenverzeichnis

  1. Im Folgenden wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit ausschließlich die männliche Form benutzt. Die Personenbezeichnungen gelten für sämtliche Geschlechter.
  2. Vgl. Bundeswahlleiter: Endgültiges Ergebnis Bundestagswahl, Wiesbaden 2017, online unter URL: https://www.bundeswahlleiter.de/info/presse/mitteilungen/bundestagswahl-2017/34_17_endgueltiges_ergebnis.html[Abruf: 2018-05-05].
  3. Vgl. Häusler, Alexander, Hrsg. Die Alternative für Deutschland. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 2016. https://doi.org/10.1007/978-3-658-10638-6, S. 7 ff.
  4. Vgl. Gruber, Angela: Manipulationen im US-Wahlkampf – Plötzlich sind Google und Facebook ganz kleinlaut, in: SPIEGEL ONLINE, o.O. 2017, online unter URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/russlands-einfluss-auf-us-wahlen-silicon-valley-verteidigt-sich-a-1176161.html [Abruf: 2018-05-07].
  5. Vgl. Benedikt Peters: Bundestagswahl- Warum die AfD so gut abgeschnitten hat, in: Süddeutsche Zeitung, Berlin 2017, online unter URL: http://www.sueddeutsche.de/politik/bundestagswahl-warum-die-afd-so-gut-abgeschnitten-hat-1.3679800 [Abruf: 2018-05-07].
  6. Pariser, Eli: Beware online „filter bubbles“, o.O. 2011, online unter URL: https://www.ted.com/talks/eli_pariser_beware_online_filter_bubbles/transcript [Abruf: 2018-06-13].
  7. Pariser, Eli: Beware online „filter bubbles“, TED-Talk, o.O. 2011, online unter URL: https://www.ted.com/talks/eli_pariser_beware_online_filter_bubbles [Abruf: 2018-05-11].
  8. Vgl. Pariser, Eli: Filter Bubble: Wie wir im Internet entmündigt werden. München: Hanser, 2012, S. 9 ff.
  9. Horling, Bryan / Kulick, Matthew: Personalized Search for Everyone, in: Official Google Blog, o.O. 2009, unter URL: https://googleblog.blogspot.com/2009/12/personalized-search-for-everyone.html Abruf: 2018-06-18].
  10. Abb. 1: Filterbubble, Jean Jullien, o.O. o.D., online unter URL: https://sz-magazin.sueddeutsche.de/jean-jullien-meine-woche/wochenende-symbolbild-83817 [Abruf: 2018-06-02].
  11. Vgl. Kappes, Christoph / Krone, Jan / Novy, Leonard, Hrsg: Medienwandel kompakt 2014–2016. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 2017. https://doi.org/10.1007/978-3-658-17501-6, S. 102.
  12. Vgl. Kappes, Christoph: Warum die Gefahren der Filter Bubble überschätzt werden, o.O. 2012, online unter URL: http://christophkappes.de/wp-content/uploads/downloads/2012/06/TZD_Kappes-Christoph_-Filter-Bubble.pdf [Abruf: 2018-06-06], S. 4.
  13. Vgl. Kappes, Christoph / Krone, Jan / Novy, Leonard, Hrsg: Medienwandel kompakt 2014–2016. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 2017. https://doi.org/10.1007/978-3-658-17501-6, S. 102.
  14. Uwe Hasebrink, Uwe / Hölig, Sascha: Reuters Institute Digital News Survey 2017 – Ergebnisse für Deutschland, Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Instituts Nr. 42, Hamburg 2017, online unter URL: https://www.hans-bredow-institut.de/uploads/media/Publikationen/cms/media/2d87ccdfc2823806045f142bebc42f5f039d0f11.pdf [Abruf: 2018-06-10], S. 16.
  15. Vgl. Schweiger, Wolfgang: Der (des)informierte Bürger im Netz. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 2017. https://doi.org/10.1007/978-3-658-16058-6, S. 91.
  16. Ebd.
  17. Ebd.
  18. Vgl. Castells, Manuel: Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 2017. https://doi.org/10.1007/978-3-658-11322-3, S. XXII.
  19. Vgl. Meineck, Sebastian: Twitter-Datenanalyse – „Wir hatten eine falsche Vorstellung von der Filterblase“, in: SPIEGEL ONLINE, o.O. 2017, online unter URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/twitter-datenanalyse-wir-hatten-eine-falsche-vorstellung-von-der-filterblase-a-1185406.html [Abruf: 2018-06-13].
  20. Vgl. o.V.: Aufruf zur „Datenspende“ – Googeln für die Wissenschaft, in: SPIEGEL ONLINE, o.O. 2017, online unter URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/datenspende-forschungsprojekt-ueber-google-sucht-freiwillige-helfer-a-1156060.html [Abruf: 2018-05-11].
  21. Vgl. AlgorithmWatch: Über – AlgorithmWatch o.O. o.D., online unter URL: https://algorithmwatch.org/de/ueber-kontakt/ [Abruf: 2018-05-12]., Borchers, Detlef: re:publica: Beobachtungsplattform Algorithm Watch ist online, in: heise online, o.O. 2016, online unter URL: https://www.heise.de/newsticker/meldung/re-publica-Beobachtungsplattform-Algorithm-Watch-ist-online-3197438.html [Abruf: 2018-05-12].
  22. „Zusatzprogramm, welches über eine vordefinierte Schnittstelle in ein Basisprogramm eingebunden wird und dessen Funktionsumfang erweitert.“ Kollmann, Tobias / Lackes, Richard / Siepermann, Markus: Plug-in – Definition, in: Gabler Wirtschaftslexikon Online, o.O. 2018, online unter URL: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/plug-45394/version-268688 [Abruf: 2018-06-13].
  23. Tab. 1: Übersicht der Suchbegriffe im Projekt „Datenspende“. Eigene Darstellung in Anlehnung an Gamer, Michael / Krafft, Tobias D. / Laessing, Marcel / Zweig, Katharina A.: Zwischenbericht Datenspende, o.O. 2017, online unter URL: https://algorithmwatch.org/wp-content/uploads/2017/09/1_Zwischenbericht__final.pdf [Abruf: 2018-05-20], S. 3.
  24. Vgl. AlgorithmWatch: Datenspende, o.O. 2017, online unter URL: https://datenspende.algorithmwatch.org/ [Abruf: 2018-05-12].
  25. Vgl. Gamer, Michael / Krafft, Tobias D. / Laessing, Marcel / Zweig, Katharina A.: Zwischenbericht Datenspende, o.O. 2017, online unter URL: https://algorithmwatch.org/wp-content/uploads/2017/09/1_Zwischenbericht__final.pdf [Abruf: 2018-05-20], S. 1-3.
  26. Tab. 2: Durchschnittliche Anzahl nicht geteilter Links (organische Suchergebnisse). Gamer, Michael / Krafft, Tobias D. / Laessing, Marcel / Zweig, Katharina A.: Zwischenbericht Datenspende, o.O. 2017, online unter URL: https://algorithmwatch.org/wp-content/uploads/2017/09/1_Zwischenbericht__final.pdf [Abruf: 2018-05-20], S. 3.
  27. Vgl. Gamer, Michael / Krafft, Tobias D. / Laessing, Marcel / Zweig, Katharina A.: Zwischenbericht Datenspende, o.O. 2017, online unter URL: https://algorithmwatch.org/wp-content/uploads/2017/09/1_Zwischenbericht__final.pdf [Abruf: 2018-05-20], S. 8, 10-11.
  28. Schweiger, Wolfgang: Der (des)informierte Bürger im Netz. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 2017. https://doi.org/10.1007/978-3-658-16058-6, S. 145.
  29. Vgl. Schweiger, Wolfgang: Der (des)informierte Bürger im Netz. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 2017. https://doi.org/10.1007/978-3-658-16058-6, S. 7.
  30. Abb. 2: Das politische Netzwerk auf Facebook, Brunner, Katharina / Ebitsch Sabrina, o.O. 2017, online unter URL: http://www.sueddeutsche.de/politik/politik-auf-facebook-rechte-abschottung-ohne-filterblase-1.3470137 [Abruf: 2018-06-13].
  31. Vgl. Brunner, Katharina: Der Facebook Faktor – So haben wir die Daten recherchiert, in: Süddeutsche Zeitung, Berlin 2017, online unter URL: http://www.sueddeutsche.de/digital/der-facebook-faktor-so-haben-wir-die-daten-recherchiert-1.3474026 [Abruf: 2018-06-13].
  32. Vgl. Brunner, Katharina / Ebitsch Sabrina: Der Facebook-Faktor – Von AfD bis Linkspartei – so politisch ist Facebook, in Süddeutsche Zeitung, o.O. 2017, online unter URL: http://www.sueddeutsche.de/politik/politik-auf-facebook-rechte-abschottung-ohne-filterblase-1.3470137 [Abruf: 2018-06-13].
  33. Vgl. Brodnig, Ingrid: Lügen im Netz: Wie Fake News, Populisten und unkontrollierte Technik uns manipulieren. 1. Auflage. Wien: Brandstätter, 2017, S. 75, 76.
  34. Vgl. Humborg, Christian, und Thuy Anh Nguyen: Die Publizistische Gesellschaft: Journalismus und Medien Im Zeitalter des Plattformkapitalismus. Wiesbaden: Vieweg, 2018. http://public.eblib.com/choice/publicfullrecord.aspx?p=5307274, S.29.
  35. Vgl. Hurtz, Simon: Diese Karte entlarvt Gerüchte über Flüchtlinge, in: Süddeutsche Zeitung, o.O. 2016, online unter URL: http://www.sueddeutsche.de/digital/falschmeldungen-im-internet-diese-karte-entlarvt-geruechte-ueber-fluechtlinge-1.2856642 [Abruf: 2018-06-09].
  36. Vgl. o.V.: Was sind Social Bots?, in: bpb, o.O. 2017, online unter URL: http://www.bpb.de/252585/was-sind-social-bots [Abruf: 2018-06-10].
  37. Vgl. University of Copenhagen: Center for Information and Bubble Studies (CIBS), o.O. o.D., online unter URL: https://bubblestudies.ku.dk/ [Abruf: 2018-06-13].
  38. Vgl. Sixtus, Mario: Im Netz der Lügen – Falschmeldungen im Internet, in: ZDFmediathek, Deutschland 2017, online unter URL: https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/im-netz-der-luegen-falschmeldungen-im-internet-104.html [Abruf: 2018-06-13].
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