Ziele:
- Die Förderung des kollegialen Austausch der Professor*innen
- Die Stärkung der multidisziplinären Ausrichtung als Profilelement der Hochschule
Aktueller Stand:
Die Förderung von interdisziplinären, innovativen Projekten wurde über Calls jeweils zum Jahresende 2021, 2022 und 2023 sowie im Juli 2024 ausgeschrieben. Interessierte Professor*innen konnten entsprechend ihre Projektskizzen einreichen, welche als Entscheidungsgrundlage für die Förderung dienten.
Zum Sommersemester 2022 wurden durch Projektmittel erstmalig interdisziplinäre Projekte unter Beteiligung von Professor*innen unterschiedlicher Fachbereiche und -disziplinen in den Hochschulbereichen Lehre, Forschung und Transfer durchgeführt. Die Ergebnisse der geförderten Projekte wurden in Abschlussveranstaltungen präsentiert. Die Abschlussveranstaltungen zur vierten und letzten Förderrunde fanden am 22.01.2026 und 29.01.2026 statt.
Insgesamt wurden folgende achtzehn Projekte gefördert:
Let’s talk about – Der interdisziplinäre Podcast des HTMI
Der Podcast „Let’s talk about“ ist im Dezember 2021 mit drei Folgen zum Thema „Feministische Solidaritäten“ im Rahmen des Wissenschaftstags #4GenderStudies gestartet. Ziel jeder Folge ist es, die Person hinter der Wissenschaftler*in (besser) kennenzulernen sowie wissenschaftliche Neugier und Begeisterung für eine akademische Berufskarriere zu wecken. Transfer und Vernetzung sollen vorangetrieben werden.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok; Prof. Dr. Christine Bartsch; Harriet Taylor Mill-Institut für Ökonomie und Geschlechterforschung (HTMI)
#wmr23 – Dialogforum Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Das Ziel des Projekts ist die Weiterentwicklung und Etablierung eines interdisziplinären Veranstaltungsformats zu den Schlüsselthemen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Das Dialogforum dient dem Wissenstransfer zwischen Hochschule und Unternehmen und soll auf Top-Managementebene aktuelle Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen diskutieren. Zielgruppen sind Studierende und Alumni, die mehr als 700 Partnerunternehmen der HWR sowie weitere Interessierte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Das Projekt hat das Potenzial, Kooperationen nach innen und außen zu fördern und auszubauen
Durchgeführt von: Prof. Dr. Stefan Wilhelm; Prof. Dr. Ursula Walther; Prof. Dr. Matthias Tomenendal; Prof. Dr. Silke Bustamante; Prof. Dr. Claudia Lemke; Prof. Dr. Henrik Schütt; Prof. Dr. Sven Woogt
DACH-ML (Data-driven choice modelling with Machine Learning techniques)
Das Projekt untersucht anwendungsbezogen Potenziale von Methoden des Maschinellen Lernens für die Modellierung diskreter Auswahlmöglichkeiten (choice modelling) in der ökonomischen Umweltbewertung. Wenige Forscher*innen haben sich bisher mit der interdisziplinären und anwendungsorientierten Zusammenführung von Maschinenlernen und Choice Modelling beschäftigt – obwohl das Synergiepotenzial bereits in einigen Veröffentlichungen unterstrichen wurde. Bestehende ökonomische Ansätze sollen hier durch Methoden der automatisierten Datenerfassung sowie des Maschinellen Lernens unterstützt und verbessert werden.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Sebastian Fischer; Prof. Dr. Tobias Börger
Beamte als Whistleblower
Die europäischen Richtinie (EU) 2019/1937 schützt auch Angestellte des öffentlichen Dienstes und die Beamtenschaft vor Repressalien, wenn sie Verstöße gegen das EU-Recht melden. Der neue Koalitionsvertrag sieht vor, dass alle Hinweisgeber*innen, die erhebliche Verstöße oder „erhebliches Fehlverhalten, dessen Aufdeckung im öffentlichen Interesse liegt“ (S. 111) melden, vor Repressalien geschützt werden. Aus Sicht der Organisationssoziologie ist zu untersuchen, ob die Umsetzung des europäischen Rechts das bürokratietheoretische Ideal des bis zur Selbstverleugnung gehorsamen, loyalen und verschwiegenen Beamten hin zu einem couragiert für das Gemeinwohl eintretenden Whistleblower verändert.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Marianne Egger de Campo; Prof. Dr. Antje Tölle, Prof. Dr. Christian Erdmann
Studie zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Bekannt ist aus Studien, dass die Pandemie die geschlechtsbezogene Arbeitsteilung im Haushalt verschoben hat. Welche geschlechtsbezogenen Auswirkungen auf die Arbeitsteilung im Haushalt hatte die Pandemie bei Beschäftigten in der Wissenschaft/Forschung? Erwerbs- und Sorgearbeit sind verwoben, folglich stellt sich vor allem die Frage welche Auswirkungen die Pandemie auf den wissenschaftlichen Output der Beschäftigten hatte. Gibt es geschlechtsbezogene Unterschiede? Welche Weichenstellungen sind nötig um diese Unterschiede auszugleichen?
Durchgeführt von: Prof. Dr. Anja Berger; Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok; Harriet Taylor Mill-Institut für Ökonomie und Geschlechterforschung (HTMI)
Al Key Nuggets – Niedrigschwellige Creative Commons-Lehr- und Lernmaterialien
Ziel des Projektes ist der Aufbau von „digital literacy“ mit Bezug auf die Künstliche Intelligenz (KI) in Anlehnung an die Zielsetzungen der Digitalisierungsstrategie 2021 der HWR Berlin. Dies soll mithilfe einer Vielzahl multimedialer, fachlich niedrigschwelliger sowie barrierearmer Lehr- und Lernmaterialien geschehen. Auch weniger technikaffine Studierende und interessierte Bürger*innen sollen einen Einblick in dieses prägende Forschungsfeld und dessen Auswirkungen auf Gesellschaft, Ethik, Politik, Verwaltung und Wirtschaft erhalten. Es ist mit einer weiterwachsenden Nachfrage an geeigneten Lehr- und Lernmaterialien zu rechnen, den die HWR Berlin nicht allein durch Domänenexpert*innen decken können wird. Die zu erstellenden Materialien sollen deshalb das Lehrpersonal als auch das Selbststudium unterstützen.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Ing. David Zellhöfer; Prof. Dr. Sebastian Fischer; Institute for Data-Driven Digital Transformation (d-cube); Institut für Verwaltungsforschung und Verwaltungsinnovation (IVVI Berlin)
Datadriven Family Firm Research
Unternehmensnachfolgen in Familienunternehmen haben eine zentrale Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Auch aufgrund von mangelnder Datenverfügbarkeit blieb ein Forschungsfeld bislang weitestgehend unberührt: die Veränderung der Belegschaft im Rahmen einer Nachfolgeregelung. In dieser Forschungskooperation sollen mittels großer Paneldatensätze mit Individual- und Betriebsdaten Rückschlüsse auf Veränderungen der Betriebsstrukturen wissenschaftlich fundiert möglich werden. Mittels empirischer Methoden und theoretischer Überlegungen der BWL und der VWL sollen in diesem Projekt diese beiden Bereiche neu miteinander zusammengeführt werden.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Arnd Kölling; Dr. Michael Graffius; Institut für Entrepreneurship, Mittelstand und Familienunternehmen (EMF)
Digitales Lehr-/Lernlabor mit Lego Mindstorm Robotern
Das Ziel ist die Einrichtung eines digitalen Lehr-/Lernlabors für die Arbeit mit Lego Mindstorm-Robotern. Bei der Arbeit mit Lego Mindstorm-Robotern wird Digitalisierung erfahrbar und es werden digitale Kompetenzen gefördert. Die Studierenden arbeiten in Teams daran, mit mehreren autonomen Lego Mindstorm-Robotern eine komplexe Aufgabe kooperativ und verteilt zu lösen, zum Beispiel die Suche nach Überlebenden in einem Katastrophengebiet oder dem Auffinden von Feuer und anschließendem Löschen in Gebäuden. Der Anwendungsfall wird simuliert über einen Versuchsaufbau, z.B. ein Labyrinth, das verschiedene Markierungen beinhaltet. Die Studierenden bauen dann die Roboter aus den Lego Mindstorm-Education-Kits und entwickeln die eingebettete Software.
Durchgeführt von: Prof. Dr.-Ing. Sebastian Schlesinger; Prof. Dr. Dagmar Monett Diaz; Prof. Dr.-Ing. Jan Mugele
KI im Forschungsprozess
Generative KI-Lösungen wie ChatGPT werden spätestens seit November 2022 intensiv diskutiert. Auch in der Forschung können KI-Lösungen zu einer Effizienz- und Effektivitätssteigerung beitragen. Ziel des Projektes ist es, entlang des Forschungsprozesses von der Ideenfindung und Literaturarbeit über die Empirie (Datenerhebung und Datenanalyse) bis hin zum Verfassen von wissenschaftlichen Publikationen sowie der Wissenschaftskommunikation den Einsatz von konkreten KI-Tools zu analysieren. Diese Erprobungsphase soll auch konkrete Vorgehensweisen („Hacks“) anwenden und dokumentieren. Abgerundet wird das Forschungsprojekt mit Empfehlungen zur Ethik und Transparenz, die bei der Nutzung von KI-Tools in der Forschung zu berücksichtigen sind.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Carsten Baumgarth; Prof. Dr. Natalie Packham
ProtoSIC! – digitaler KI-basierter Nachhaltigkeitsberater
In dieser Forschungskooperation soll eine Bedarfs- und Problemanalyse von KMU und nachhaltigem Handeln durchgeführt werden. Dabei soll das Wissen der einzelnen Bereiche von Nachhaltigkeit in KMU analysiert werden, die Konzeption, Umsetzung und Dokumentation von Nachhaltigkeitsstrategien in KMU herausgearbeitet und Ansätze zur Optimierung entwickelt werden. Ziel ist es, im Rahmen der Forschungskooperation die wissenschaftlichen Grundlagen für einen digitalen KI-basierten Nachhaltigkeitsberater (Sustainability Innovation Check= SIC!) zu erarbeiten, der für die Praxis zielgruppenadäquate Unterstützung in allgemein verständlicher Form bietet und gleichzeitig die Möglichkeit gibt, die Eingaben der User des Tools für die wissenschaftliche Forschung zu nutzen. Als Ergebnis der Forschungskooperation soll ein Prototyp für diesen digitalen KI-gestützen Nachhaltigkeitsberater entstehen.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Birgit Felden; Prof. Dr. Sabine Baumann; Antje Hagen-Franz
SustainMicroCRED
Das Projekt SustainMicroCRED hat zum Ziel, zwei innovative Microcredentials an der HWR Berlin zu entwickeln. Zum einen geht es um ethische/rechtliche Aspekte der KI und zum anderen um Klimaschutzrecht und Nachhaltigkeitsmanagement. Es sollen praxisnahe Zertifikate geschaffen werden, die Studierenden wertvolle Kompetenzen für die Zukunft bieten und die Profilbildung der HWR Berlin stärken.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Silke Bustamante; Prof. Dr. Peter Riess; Prof. Dr. Dagmar Monett-Diaz; Prof. Dr. Uta Stäsche; Prof. Dr. Sabrina Schönrock
GreenMove: Konzeptentwicklung für nachhaltige Mobilität an Hochschulen
Das Projekt GreenMove zielt darauf ab, eine fundierte Grundlage für einen umfassenden Projektantrag zur Förderung nachhaltiger Mobilitätslösungen an Hochschulen zu entwickeln. Dazu sollen Workshops mit Expert*innen verschiedener Disziplinen durchgeführt werden. Ziel ist es, nachhaltige Mobilitätsansätze effektiv zu fördern und die Hochschule als Vorreiterin in diesem Bereich zu positionieren.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Silke Bustamante; Prof. Caroline Rudzinska; Prof. Sebastian Schlesinger; Prof. Christine Gockel
Experimentelle Analyse von Risikowahrnehmungen
Quantitative Studien aus dem Bereich der Verhaltensforschung und (Umwelt-)Psychologie deuten darauf hin, dass Risikowahrnehmung und Aufmerksamkeit von Befragten bezüglich Umwelt-, Klima- oder anderen Risiken zeitlich variieren. Im Rahmen des vorliegenden Projekts sollen mit Hilfe einer experimentellen Umfrage die wechselseitigen Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Risiken und Risikowahrnehmungen untersucht werden. Ein Aspekt wird dabei die experimentell variierte Informationsbereitstellung sein.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Tim Lohse; Prof. Dr. Salmai Qari; Armin A. Bolouri
Fußballsicherheit – mit Recht
Das interdisziplinäre Forschungsprojekt hat zum Ziel, spezifische Problemfelder im Bereich „Fußballsicherheit in Berlin“ zu identifizieren und transdisziplinäre operationelle Lösungsansätze zu entwickeln. Die Verknüpfung von wissenschaftlicher Analyse und praktischer Erfahrung ermöglicht die Entwicklung zielgerichteter, praxistauglicher Lösungen für die komplexen Herausforderungen der Fußballsicherheit in Berlin.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Jan Dirk Roggenkamp; Prof. Dr. Juergen Weichselgartner; Stephen Köppe
Berechtigt, berechnet, beteiligt – zur statistischen Validierung juristischer Handlungsspielräume
Im juristischen Mehrebenensystem der EU stehen Mitgliedstaaten nicht selten weite Einschätzungs- und Handlungsspielräume zu, um EU-Grundfreiheiten und damit den Binnenmarkt zu beschränken. Auf Basis der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes will das Projekt vor diesem Hintergrund die bislang ergangene Rechtsprechung aus juristischer und volkswirtschaftlicher Perspektive vergleichend analysieren und Entwicklungslinien herausarbeiten. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für politische Akteure sowie für die Geltendmachung privater Interessen in Gesetzgebungsverfahren zu entwickeln.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Johannes Schäffer; Prof. Dr. Till Strohsal
Nutzung steuerlicher Mikrodaten
Im Rahmen des Projekts sollen umsatzsteuerliche Mikrodaten erworben und nach Möglichkeit mit weiteren Mikrodaten (Finanzdaten der Unternehmen) verknüpft werden, um interdisziplinäre Fragestellungen (wie etwa Einfluss der Umsatzsteuer auf Entscheidungen der Unternehmen und Konsumenten) zu analysieren. Das Projekt ermöglicht eine aktive Beteiligung an der jüngsten Initiative der Wissenschaft und BMF für mehr datenbasierte Steuerforschung.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Wojciech Stiller; Prof. Dr. Arnd Kölling
How people understand inflation in Germany
Im vorliegenden interdisziplinären Projekt soll empirisch untersucht werden, welche Ursachen die Menschen in Deutschland der Inflation zuschreiben. Dabei soll eine groß angelegte Umfrage neue Erkenntnisse zur subjektiven Wahrnehmung und dem Verständnis von Inflation liefern. Die Erkenntnisse aus dieser Umfrage können in der Praxis zu einer wirksameren Geldpolitik der Zentralbank führen und Ansätze für eine realitätsnähere Theorie der Inflation liefern.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Till Strohsal; Prof. Dr. Christine Gockel
Auswirkungen von intersektoraler Kooperation im Rahmen innovativer Mobilitätslösungen auf kommunale und regionale Stakeholder- sowie Governance-Strukturen
Im Rahmen des Projekts sollen basierend auf zwei qualitativen Fallstudien (Case studies) die Auswirkungen von intersektoraler Kooperation im Rahmen innovativer Mobilitätslösungen auf kommunale und regionale Stakeholder- sowie Governance-Strukturen untersucht und dabei insbesondere Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede dargestellt werden. Beide Fallstudien sollen die jeweilige öffentliche Rolle konkret untersuchen und entsprechende Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herausarbeiten.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Sebastian Fischer; Sebastian Knöchel