Hochschulen im demografischen Wandel

Die besondere Rolle von Hochschulen im demografischen Wandel

Durch den demografischen Wandel stehen Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Deutschland zukünftig vor besonderen Herausforderungen. Häufig werden mit ihm Szenarien wie Überalterung, Fachkräftemangel oder Landflucht verbunden. Als Folgen werden reduzierte Erwerbspersonen- und Innovationspotentiale[1], ein spürbares Sinken des individuellen Lebensstandards sowie eine durch zunehmende Migration bedingte Heterogenisierung der Gesellschaft prognostiziert.[2] Weniger dramatisch könnte man es auch wie Fritsch et al. zusammenfassen: „Wir werden weniger, älter und bunter.“[3]

Auch wenn dies nicht gleichermaßen auf alle Staaten in Europa zutreffe, bestehe jedoch grundsätzlich Konsens, dass es zu einer Alterung der Gesellschaft kommen und demzufolge bis 2050 einen Bevölkerungsrückgang geben werde.[4] Die sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen dieser Entwicklungen werden von Experten als gravierend eingeschätzt und betreffen neben vielen weiteren Lebensbereichen auch und insbesondere den Bildungsbereich.[5] Im Kontext von Globalisierung und Wissensgesellschaft hänge das Innovationspotential einer Gesellschaft nicht zuletzt von einer jungen und gut ausgebildeten Generation ab.[6]

Hochschulen bewegen sich im Prozess dieses Weniger-, Älter- und Bunterwerdens insgesamt auf besondere und mehrdimensionale Weise: Sie sind von den Auswirkungen demografischer Veränderungen und Tendenzen betroffen, gleichzeitig können sie aktiv Einfluss auf diese Entwicklungen nehmen.[7] Wie dies vonstattengeht und welche Handlungsfelder für Hochschulen damit im Einzelnen einhergehen, wird nachfolgend erläutert. Hierfür werden im ersten Abschnitt demografische Entwicklungen im hochschulischen Kontext sowie die Bedeutung der akademischen Weiterbildung unter dem Stichwort ‚lebenslanges Lernen‘ betrachtet. Danach folgt ein Exkurs über den Erhalt des Status der Wissensgesellschaft unter demografisch bedingten Veränderungen. Das Thema Migration wird unter der Fragestellung betrachtet, inwiefern Möglichkeiten der Fachkräftegewinnung durch akademische Mobilität bestehen. Es schließt sich ein Blick in die Hochschulen hinein an unter der Fragestellung, ob der demografische Wandel als Forschungsgegenstand ausreichend Beachtung findet und welche Fragen mitunter zukünftig noch zu klären sein werden. Die oben implizierte Bedeutung von Hochschulen als Objekte und Subjekte des demografischen Wandels knüpft an die Betrachtungen von Fritsch et al. an und ist Prämisse für die nachfolgenden Gedankengänge.

Demografische Entwicklungen im hochschulischen Kontext

Als Objekte des demografischen Wandels sind Hochschulen gegenwärtig mit einer ungewissen und zum Teil sogar paradoxen Entwicklung konfrontiert. Während die Bevölkerungszahl in Deutschland in den letzten 20 Jahren um ca. 0,62 % zurückgegangen ist, hat sich die Anzahl der Studierenden im gleichen Zeitraum um fast 51 % erhöht.[8] Im Jahr 2016 waren demnach so viele Studierende an deutschen Hochschulen immatrikuliert wie noch nie zuvor (2.807.010 Studierende).[9] Dieser Anstieg könne jedoch nur in sehr geringem Maße auf die Entwicklung der Bevölkerung im typischen Studierendenalter zwischen 19 und 25 Jahren zurückgeführt werden, welche im Betrachtungszeitraum von 1995 bis 2012 nur ca. 3,4 % betrug.[10] Von entscheidender Bedeutung für die ansteigenden Studierendenzahlen sei vielmehr die Zunahme des Anteils der Studierenden pro Jahrgang.[11] Diese Entwicklung geht mit der so genannten Akademisierung des Arbeitsmarktes als eine der Folgen der Globalisierung einher.

Nach einer Prognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) aus dem Jahr 2014 werde die Anzahl an Personen der genannten Altersgruppe bis 2030 vermutlich um 20,23 % sinken.[12] Ob sich diese Prognose auch in den Immatrikulationszahlen an Hochschulen niederschlagen wird, ist aus genanntem Grund hingegen ungewiss und nur bedingt zuverlässig zu eruieren.[13] Werden beispielsweise weitere Berufsausbildungen akademisiert, wie u.a. vom Wissenschaftsrat für medizinische Pflegeberufe gefordert[14], kann eventuell trotz des Rückgangs der Menschen in der Altersgruppe mit gleichbleibenden Immatrikulierendenzahlen an Hochschulen gerechnet werden. Unabhängig von diesen Möglichkeiten sind sich gegenwärtige Prognosen jedoch darin einig, dass die Anzahl der Studienanfänger bis zum Jahr 2019 in etwa konstant bleiben und dann mit hoher Wahrscheinlichkeit abnehmen werde.[15]

Daraus ergeben sich für Hochschulen, deren Landespolitik und –Verwaltungen, sowie für die Städte und Regionen, in denen Hochschulen ansässig sind, erste Handlungsfelder: Eine Analyse der jeweiligen Standortfaktoren und die Identifikation von curricularen oder standortspezifischen Entwicklungspotentialen werden zukünftig notwendig sein, um einer Marginalisierung des Ausbildungsstandortes und den damit verbundenen Ausstattungseinbußen entgegenzuwirken.[16] Hier müsse insbesondere ein Umdenken der Politik stattfinden, welche die Existenz und finanzielle Ausstattung von Hochschulen vorwiegend durch Studierendenzahlen rechtfertigt.[17] Neben der Bildungsfunktion seien schließlich auch die hochschulischen Funktionen im Bereich von Forschung, Innovation und Wissenstransfer zu berücksichtigen.[18] Zudem könnten Hochschulen eine entscheidende Rolle einnehmen, wenn es darum geht, den zukünftigen demografisch-herausgeforderten Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden, indem spezifische Angebote für nicht traditionelle Studierende, beispielsweise in Form von Weiterbildungen für ältere Arbeitnehmer, angeboten würden.

Die Bedeutung von Weiterbildung im demografischen Wandel

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stellt in einem Kurzbericht die prognostizierte Entwicklung des so genannten Erwerbspersonenpotentials in Deutschland bis zum Jahr 2050 dar.[19] Dieses werde ohne Zuwanderung und bei konstanter Erwerbsquote von derzeit knapp 45 Millionen Personen auf knapp 27 Millionen Personen im Jahr 2050 sinken.[20] Daraus ergeben sich sowohl quantitative und qualitative Herausforderungen, die gemeinhin mit dem Stichwort ‚Fachkräftemangel‘ zusammengefasst werden. Als wissens- und innovationsstarkes Land gehe es für Deutschland darum, den demografisch bedingten Rückgang des Erwerbspersonenpotentials einerseits bestmöglich durch Migration auszugleichen.[21] Auf die Migration wird im weiteren Verlauf noch eingegangen werden. Andererseits erfordere der Erhalt des Status der Wissensgesellschaft vielfach neue und andere Qualifikationen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf allen Ebenen.[22] Dies liege begründet in technologischen Innovationen, Veränderungen in betrieblichen Arbeitsorganisationen, dem wachsenden Stellenwert von Information und Wissen im Arbeitsalltag, aber auch der Globalisierung.[23] Diese Einschätzung teilen auch die Expertinnen und Experten des 2011 durchgeführten Hochschuldelphis: Sie prognostizieren, dass die Veränderungen in der Altersstruktur eine intensivere Qualifikation von älteren Bürgerinnen und Bürgern erforderlich mache und dass in diesem Zuge auch spezielle Studiengänge für 40- bis 70jährige entwickelt würden.[24] Weiterbildung unter der Überschrift des ‚lebenslangen Lernens‘ stellt damit einen wesentlichen Faktor für die Bewältigung der Herausforderungen dar, die mit dem demografischen Wandel einhergehen. Daraus ergibt sich für Hochschulen, wie oben bereits erwähnt, das Handlungsfeld der Weiterbildung und der vermehrten Aufnahme nicht traditioneller Studierender, um als Akteur im demografischen Wandel tätig zu werden.

Exkurs Wissensgesellschaft: Konsequenzen für die älterwerdende Gesellschaft

Der Begriff ‚Wissensgesellschaft‘ hebt die allgemeine Bedeutung von Wissen in einer Gesellschaft und insbesondere für die ökonomische Wertschöpfung hervor und beschreibt darüber hinaus dessen Einzug in die meisten Lebensbereiche.[25] Häufig wird die Wissensgesellschaft auch als nächste Stufe der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung nach der Industriegesellschaft des 19. und 20. Jahrhunderts aufgefasst.[26] Informationsbasierte Wertschöpfung wird in der so genannten Sektorentheorie als Wertschöpfung im tertiären Sektor bezeichnet. Die Tabelle zeigt den Bedeutungszuwachs des tertiären Sektors gegenüber dem primären und sekundären Sektor innerhalb der letzten 60 Jahre.[27]

Die Sektorentheorie, welche im Verlauf des Entwicklungsprozesses von Volkswirtschaften die Bedeutungsverschiebung der Wirtschaftssektoren beschreibt und erklärt[28], hat das Element des spezifischen Wissens mittlerweile aufgegriffen und einen vierten Sektor definiert, der sich vor allem durch höherwertige Tätigkeiten mit spezialisierten Kenntnissen der Beschäftigten auszeichne.[29] Diesem gehören z.B. Forschung und Entwicklung, Banken und Versicherungen, sowie Steuer-, Rechts- und Unternehmensberatung an.[30]

Eine Wissensgesellschaft, die geprägt ist vom „Weniger- und Älterwerden“ (s.o.), steht der Herausforderung gegenüber, die mit dem Wissen verbundene Innovationsfähigkeit aufrecht zu halten, um zukünftig nicht nur ökonomisch abgesichert zu sein, sondern auch die Elemente des Wohlfahrtsstaates[31] trotz der veränderten demografische Struktur halten und nutzen zu können. Dies lässt sich jedoch nur bewerkstelligen, wenn das allgemeine Bildungsniveau in der Gesellschaft erhöht wird. Pointiert zusammengefasst:

„Je weniger Menschen es gibt, desto weniger kann es sich eine Gesellschaft leisten, auf individuelle Beiträge der Einzelnen zur allgemeinen Entwicklung zu verzichten. Dies läuft auf die Notwendigkeit hinaus, generell das durchschnittliche gesellschaftliche Bildungs- und Qualifikationsniveau anzuheben.“[32]

Diese Aussagen gehen mit obenstehenden Überlegungen zum Bedeutungszuwachs hochschulischer Qualifikationen sowie dem Handlungsfeld der Weiterbildung an Hochschulen einher. Der Status einer Wissensgesellschaft und das damit verbundene Innovationspotential können bei einer sinkenden Bevölkerungszahl zwar grundsätzlich erhalten bleiben, jedoch erfordert dies ein systemisches und organisations-übergreifendes Um- und Weiterdenken. Die gegenwärtige Forcierung des ‚lebenslangen Lernens‘ durch europäische, nationale und föderale Bildungsinstitutionen ist für den notwendigen Paradigmenwechsel ein erfolgversprechender Ansatz. Der Blick in eine Übersicht über aktuelle Studiengänge in Deutschland ermöglicht bereits jetzt erste Rückschlüsse: Von insgesamt 19.223 Studiengängen, die derzeit an deutschen Hochschulen angeboten werden, sind 1.338 Studiengänge der Kategorie ‚berufsbegleitend‘ zu finden.[33] Insgesamt 569 Studiengänge sind im Fernstudium zu studieren, und sogar 2.549 Studiengänge können in Teilzeit studiert werden.[34] Damit sind ca. 23 % der Studiengänge, die an deutschen Hochschulen angeboten werden, grundsätzlich nicht nur für traditionelle Studierende zugänglich, sondern beinhalten ein flexibilisierendes und damit zur Weiterbildung nutzbares Potential.

Möglichkeiten der Fachkräftegewinnung durch akademische Mobilität

Eine Kompensation des demografisch bedingten Rückgangs der Bevölkerungszahlen durch eine grundsätzlich höhere Bildung kann jedoch nur eines von mehreren Elementen zum Erhalt des Status einer Wissensgesellschaft sein. Als „Megatrend“ des 21. Jahrhunderts wird neben dem demografischen Wandel auch das Thema Migration gehandelt.[35] Expertinnen und Experten sind sich darin einig, dass der durch den demografischen Wandel bedingte Fachkräftemangel u.a. auch durch gut ausgebildete Menschen aufgefangen werden könne, die aus dem Ausland nach Deutschland migrieren.[36] Migration stellt damit ein weiteres Element zum Erhalt des Wissensgesellschaftsstatus dar.

In einer aktuellen Publikation der Bundesagentur für Arbeit (BA) werden, diesen Ansatz unterstützend, mit Blick auf die genannten Herausforderungen zehn Handlungsfelder erörtert, u.a. auch das Handlungsfeld ‚Zuwanderung von Fachkräften‘.[37] Durch eine gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften erscheine hiernach die Gewinnung von 0,4 Millionen bis 0,8 Millionen Fachkräften aus dem Ausland bis 2025 realisierbar.[38] In der angeschlossenen Übersicht über die Zuständigkeiten für die Erfüllung der Aufgaben, werden in diesem Handlungsfeld zwar Unternehmen und der Bund genannt, nicht aber die Hochschulen, was an dieser Stelle kritisch angemerkt werden soll.[39]

In der Wissenschaft hat Mobilität nämlich nicht nur eine lange Tradition, sondern aktuell auch eine große Bedeutung. Im akademischen Kontext sind im Jahr 2014 weltweit ca. 4,3 Millionen Studierende außerhalb ihres Heimatlandes eingeschrieben gewesen.[40] Dies entspreche einem Anstieg von rund 300.000 international mobilen Studierenden bzw. 7,5 % im Vergleich zum Vorjahr.[41] Innerhalb der letzten zehn Jahre habe die Zahl der international mobilen Studierenden insgesamt um 1,6 Millionen bzw. 59 % zugenommen.[42] An deutschen Hochschulen waren 2014 insgesamt 218.848 internationale Studierende eingeschrieben, womit Deutschland nach den USA (842.384), Großbritannien (428.728), Australien (266.048) und Frankreich (235.123) eines der fünf attraktivsten Länder für studentische Mobilität ist.[43] Genau hier könnten Politik und Wirtschaft aktiv um qualifizierte Zuwanderung werben. Insbesondere im Bereich der angewandten Wissenschaften ließen sich Migrationspotentiale erschließen, woraus sich weitere Handlungsfelder für (Fach-)Hochschulen ergeben: Die curriculare Verankerung von Praktika oder der Erwerb von Deutschkenntnissen wären zwei Bereiche, mit denen Hochschulen gemeinsam mit der Politik und Wirtschaft Einfluss auf Fachkräftegewinnung durch akademische Mobilität nehmen könnten. Darüber hinaus seien Bestrebungen in der Etablierung einer Willkommenskultur zu unternehmen, wie es in der Erläuterung des Handlungsfeldes ‚Zuwanderung von Fachkräften‘ in der Publikation der BA heißt.[44] Hier können Hochschulen an ihre Internationalisierungserfahrungen und bestehende Strukturen anknüpfen und diese um den Fokus der Fachkräftewerbung, -Gewinnung und –Integration erweitern. Hierdurch können für Hochschulen bedingt durch den demografischen Wandel zukünftig ein Bedeutungszuwachs und – mit Blick auf zukünftig vermutlich sinkende Studierendenzahlen – ein Legitimationsargument entstehen.

Hochschulen im Kontext des demografischen Wandels – Ein Fazit

Der demografische Wandel in Deutschland wird Hochschulen zukünftig unweigerlich vor die Aufgabe der Anpassung ihrer Strukturen und ihrer Leistungsangebote stellen, um der gesellschaftlichen Verantwortung auch weiterhin gerecht werden zu können. Die hier aufgeführten Möglichkeiten (Wahrnehmung von Weiterbildungsaufgaben sowie Anwerbung und Integration von ausländischen Fachkräften) sind nur zwei Bereiche, in denen die Hochschulen ihre Aktivitäten verstärken können. Daneben können auch weitere Fragen aufgeworfen werden, etwa welche Herausforderungen sich für Hochschulen aus der veränderten sozialen Zusammensetzung der nachwachsenden Generationen ergeben[45], oder ob es einen Effekt der ‚Abwanderung‘ deutscher qualifizierter Absolventinnen und Absolventen aufgrund der akademischen Mobilität gibt, dem es gleichsam der Gewinnung ausländischer Fachkräfte entgegenzuwirken oder vorzubeugen gilt. [46]

Allgemein ist bemerkenswert, dass dem demografischen Wandel an Hochschulen bislang vergleichsweise wenig Beachtung zuteilwurde. Forschung zum demografischen Wandel findet eher in außeruniversitären Einrichtungen, wie etwa dem Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels, dem Max-Planck-Institut für Demografische Forschung oder der Deutschen Gesellschaft für Demografie e.V. statt. Auch findet sich deutschlandweit lediglich ein Masterstudiengang zum Thema (M.Sc. Demographie). Es ist aber davon auszugehen, dass das Thema in diversen gesellschafts-/politik-/wirtschafts-wissenschaftlichen Studiengängen Beachtung findet und unter fachspezifischen Gesichtspunkten beleuchtet wird, wie etwa im Masterstudiengang Public Administration an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.

Mit Blick auf die Hochschulverwaltungen ergeben sich aus den erwähnten Auswirkungen des demografischen Wandels unterschiedliche Handlungsfelder, die oben genannt wurden und vom Hochschulmanagement zukünftig bei strategischen Entscheidungen in Betracht gezogen werden sollten. Im Kontext der Hochschulen, aber auch allgemein, entsteht der Eindruck, dass mit dem demografischen Wandel häufig Probleme assoziiert werden. Diese entstehen jedoch nur dadurch, dass das (Verwaltungs-)System von einer demografischen Kontinuität ausgeht, darauf aufbauend entwickelt wurde und sich über die vergangenen Jahrzehnte etablieren konnte. Bei der sich derzeit abzeichnenden Veränderung der gesellschaftlichen Struktur droht dieses System nun seine ‚Passgenauigkeit’ zu verlieren. Die Problematik besteht daher nicht in der Veränderung der Gesellschaft, sondern vielmehr in der Statik des Verwaltungssystems. Forderungen nach mehr Dynamik sind nicht zuletzt mit Blick auf demografische Veränderungen überfällig. Hochschulen könnten Dank der ihn zugeschriebenen Autonomie Vorreiter eines innovativen Prozesses sein: dem Prozess einer Verwaltungs-Dynamisierung.

Anzahl der Wörter: 2.325

Fußnoten

[1] Vgl. Gregersen, J. (2011), S. 56.

[2] Vgl. Börsch-Supan, A./Wilke, C. (2009), S. 25.

[3] Fritsch M./Pasternak P./Titze M. (2015), S. 2.

[4] Vgl. Gregersen, J. (2011), S. 56.

[5] Vgl. Ebd.

[6] vgl. Birg, H. (2001), S. 30.

[7] Vgl. Fritsch M./Pasternak P./Titze M. (2015), S. 9.

[8] Vgl. DESTATIS (2018): Studierende. Betrachtungszeitraum 1996-2016. Online.

[9] Vgl. Spiegel-Online (2016): Studentenrekord an deutschen Hochschulen. Online.

[10] Vgl. Fritsch M./Pasternak P./Titze M. (2015), S. 68.

[11] Vgl. Dohmen (2014).

[12] Vgl. Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) (2014).

[13] Vgl. Fritsch M./Pasternak P./Titze M. (2015), S. 69f.

[14] Vgl. Wissenschaftsrat (2012), S. 7.

[15] Vgl. Fritsch M./Pasternak P./Titze M. (2015), S. 69f.

[16] Vgl. Ebd., S. 9.

[17] Vgl. Ebd., Vorwort.

[18] Vgl. Ebd.

[19] Vgl. Weber, B./Weber E. (2013).

[20] Vgl. Ebd.

[21] Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2011), S. 9.

[22] Vgl. Ebd.

[23] Vgl. Ebd., S. 5.

[24] Vgl. Gregersen, J. (2011), S. 96.

[25] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (2013a).

[26] Vgl. Ebd.

[27] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (2013b).

[28] Vgl. Lexikon der Geographie (2018a).

[29] Vgl. Lexikon der Geographie (2018b).

[30] Vgl. Ebd.

[31] Vgl. Bundeszentrale für Politische Bildung (2018).

[32] Fritsch M./Pasternak P./Titze M. (2015), S. 11.

[33] Vgl. Hochschulkompass (2018).

[34] Vgl. Ebd.

[35] Vgl. Bundeszentrale für Politische Bildung (2011).

[36] Vgl. Ebd.

[37] Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2011), S. 11.

[38] Vgl. Ebd., S. 15.

[39] Vgl. Ebd., S. 50f.

[40] Vgl. Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (2017), S. 18.

[41] Vgl. Ebd.

[42] Vgl. Ebd.

[43] Vgl. Ebd., S. 22.

[44] Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2011), S. 15.

[45] Vgl. Fritsch M./Pasternak P./Titze M. (2015), S. 10.

[46] Vgl. Ebd.

Verwendete Quellen

Literatur

Birg, H. (2001): Die demographische Zeitenwende. Der Bevölkerungsrückgang in Deutschland und Europa. C.H. Beck Verlag. München.

Börsch-Supan, A./Wilke, C. (2009): Zur mittel- und langfristigen Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland. In: Zeitschrift für Arbeitsmarktforschung 01/09, S. 25-48.

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) (2014): Bevölkerung in den Raumordnungsregionen gesamt und nach Altersgruppen von 1990 bis 2030. Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Bonn.

Dohmen, Dieter (2014): FiBS-Studienanfängerprognose 2014 bis 2025: Die Zeit nach den doppelten Abiturjahrgängen. Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS-Forum Nr. 51). Berlin.

Fritsch, M./Pasternak, P./Titze, M. (2015): Schrumpfende Regionen – dynamische Hochschulen. Hochschulstrategien im demografischen Wandel. Springer Fachmedien. Wiesbaden.

Gregersen, Jan (2011): Hochschule@zukunft2030. Ergebnisse und Diskussionen des Hochschuldelphis. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Springer Fachmedien. Wiesbaden.

Wissenschaftsrat (2012): Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen. Drucksache 2411-12. Berlin.

Online-Quellen

Bundesagentur für Arbeit (2011): Perspektive 2025. Fachkräfte für Deutschland. Online. URL: https://www.arbeitsagentur.de/Perspektive-2025 [Zugriff am 03.02.2018]

Bundeszentrale für Politische Bildung (2011): Demografischer Wandel und Migration als Megatrends. Online. URL: www.bpb.de/apuz/33449/demografischer-wandel-und-migration-als-megatrends?p=all [Zugriff am 02.02.2018]

Bundeszentrale für Politische Bildung (2013a): Wissensgesellschaft – eine Idee im Realitätscheck. Online: URL: www.bpb.de/gesellschaft/kultur/146199/wissensgesellschaft [Zugriff am 01.02.2018]

Bundeszentrale für Politische Bildung (2013b): Arbeitnehmer im Inland nach Wirtschaftssektoren (1950-2012). Online. URL: www.bpb.de/164048/arbeitnehmer-im-inland-nach-wirtschaftssektoren-1950-2012. [Zugriff am 01.02.2018]

Bundeszentrale für Politische Bildung (2018): Wohlfahrtsstaat. Online. URL: www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/21166/wohlfahrtsstaat [Zugriff am 02.02.2018]

DESTATIS (2018): Studierende. Betrachtungszeitraum 1996-2016. Online. URL: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/LangeReihen/Bildung/lrbil01.html [Zugriff am 02.02.2018]

Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (2017): Wissenschaft weltoffen. Online. URL: www.wissenschaftweltoffen.de/kompakt/wwo2017_kompakt_de.pdf [Zugriff am 07.02.2018]

Hochschulkompass (2018). Online. URL: https://www.hochschulkompass.de/home.html [Zugriff am 03.02.2018]

Lexikon der Geographie (2018a): Sektorentheorie. Online. URL: www.spektrum.de/lexikon/geographie/sektorentheorie/7164 [Zugriff am 02.02.2018]

Lexikon der Geographie (2018b): Quartärer Sektor. Online. URL: www.spektrum.de/lexikon/geographie/quartaerer-sektor/6342 [Zugriff am 02.02.2018]

Spiegel-Online (2016): Studentenrekord an deutschen Hochschulen. Online. URL: www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/deutschland-neuer-studentenrekord-an-hochschulen-a-1123119.html [Zugriff am 09.02.2018]

Weber, B./Weber E. (2013): Bildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. IAB-Kurzbericht 4/2013. Online. URL: http://doku.iab.de/kurzber/2013/kb0413.pdf [Zugriff am 03.02.2018]

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3 Kommentare zu Hochschulen im demografischen Wandel

  1. Fianna F. sagt:

    In dem Artikel befasst sich der Autor mit der besonderen Bedeutung des Bildungsbereiches, insbesondere der der Hochschulen, bezogen auf den demografischen Wandel.
    Die Einleitung erläutert nicht nur die bereits in der Überschrift verwendeten Begriffe der „besonderen Rolle“, der „Hochschulen“ sowie des „demografischen Wandels“, sondern verbindet diese und führt somit nachvollziehbar in die Thematik ein.

    Die möglichen Sichtweisen auf den demografischen Wandel werden hierbei gut dargestellt. Die Leserschaft wird von Beginn an zu einer differenzierten Betrachtungsweise animiert. Zumal in der Literatur zum einen die Auswirkungen des demografischen Wandels dramatisiert und zum anderen als Chance für Veränderungen auf einem Weg zu einer „bunteren“ Gesellschaft dargestellt werden.

    Im Verlauf werden die möglichen Handlungsfelder für eine aktive Einflussnahme im Hochschulbereich logisch strukturiert aufgezeigt. Als mögliche zukünftige Handlungsfelder werden dabei u.a. die Finanzierung der Hochschulen in Abhängigkeit der Studierendenzahlen, Weiterbildungsmöglichkeiten und spezielle Studiengänge für ältere Menschen, lebenslanges Lernen z.B. durch Fern-, Teilzeit und berufsbegleitende Studiengänge in einer Wissensgesellschaft zur Erhaltung der Innovationsfähigkeit sowie die Fachkräftegewinnung durch akademische Mobilität erläutert.

    Ergänzend dazu sei an dieser Stelle erwähnt, dass aus meiner Sicht, unter Berücksichtigung des demografischen Wandels sowie des Erfordernisses der zu erhaltenen Innovationsfähigkeit und Wissensgesellschaft, der Weiterbildung älterer Beschäftigter und dem lebenslangen Lernen eine besondere Bedeutung zugewiesen werden sollte. Insbesondere die über 50-jährigen Beschäftigten würden von diesem Handlungsschwerpunkt im Bildungsbereich profitieren, da sie durchaus in der Lage sind, u.a. durch angemessene Schulungen und Weiterbildungen, weiterhin produktiv tätig zu sein. (Laslett 1995, S. 197–200)
    Dies ist jedoch nur unter Einbeziehung dieser möglich. Nach Pohlmann sind Weiterbildungsangebote alleine nicht ausreichend, sondern für ein lebenslanges Lernen ist auch die Bereitschaft der älteren Beschäftigten sowie deren Offenheit für Veränderungen erforderlich. (Pohlmann 2003, S. 36–37)
    In diesem Zusammenhang stellt sich dann die Frage nach den Unterstützungsmöglichkeiten dieses Personenkreises. Eine gezielte Förderung älterer Beschäftigter ab 50 Jahren erhöht nicht nur deren Motivation, sondern führt zu einer Aktivierung „junger Alter“ sowie einer Verlängerung der Lebenserwerbszeit. Dies ist aus demografiestrategischen Gründen von Bedeutung. (Mayer 2011, S. 17–18)
    Ein Aspekt, den es daher aus meiner Sicht in diesem Zusammenhang zukünftig zu berücksichtigen gilt, ist die Chancengleichheit bei Weiterbildungen und Studiengängen. Das lebenslange Lernen sollte auch den „sozial Schwächeren“ ermöglicht werden. Hierbei ist der Staat zukünftig gefordert, in Abkehr von den von dem dänischen Wissenschaftler Esping-Andersen beschriebenen konservativ-korporatistischen Wohlfahrtsstaatregime (Giddens et al. 2009, S. 535) Unterstützungsmöglichkeiten für benachteiligte Personenkreise, wie z. B. den Geringverdienenden, befristet Beschäftigten oder Alleinerziehenden, anzubieten. Sämtliche Strukturveränderungen und Weiterbildungsangebote der Hochschulen wären an dieser Stelle nicht ausreichend, wenn durch eine fehlende staatliche Unterstützung bestimmte Personenkreise aus finanziellen oder zeitlichen Gründen ausgeschlossen werden würden.

    Insgesamt werden die im Artikel genannten Aspekte umfangreich, angemessen und wissenschaftlich fundiert ausgeführt und im Ergebnis als Chance für eine aus Sicht des Verfassers erforderliche, aktive Weiterentwicklung des Hochschulbereiches gewertet. Ohne eine Anpassung der Strukturen und Leistungsangebote der Hochschulen, wie folgerichtig überzeugend dargestellt wird, ist ein erfolgreicher Umgang mit den mit dem demografischen Wandel einhergehenden gesellschaftlichen Herausforderungen im Hochschulbereich nicht denkbar. Dem Hochschulbereich wird in diesem Zusammenhang eine „Vorreiterrolle“ zugewiesen.

    Des Weiteren wird die Notwendigkeit weiterer Forschungen zu dem Kontext demografischer Wandel und Hochschulen, wie z.B. bezogen auf die Abwanderung deutscher Hochschulabsolventen in das Ausland, aufgezeigt.

    Abschließend sei lediglich angemerkt, dass für mich persönlich eine inhaltliche Unterstützung durch direkt in den Text eingearbeitete ergänzende Abbildungen, Tabellen oder Links wünschenswert wäre. Diese könnte für mich ggf. zu einer etwas verbesserten Visualisierung des jedoch ansonsten sehr flüssigen und verständlich geschriebenen Artikels führen.
    Vielen Dank für den außerordentlich gelungenen und lesenswerten Beitrag!

    Literatur:
    Giddens, Anthony; Fleck, Christian; Egger de Campo, Marianne (2009): Soziologie. 3., überarb., aktualisierte Aufl. Graz: Nausner & Nausner. Online verfügbar unter http://www.socialnet.de/rezensionen/isbn.php?isbn=978-3-901402-16-6.
    Laslett, Peter (1995): Das dritte Alter. Historische Soziologie des Alterns. Unter Mitarbeit von Axel Flügel. Weinheim: Juventa-Verl. (Grundlagentexte Soziologie).
    Mayer, Tilman (2011): Demografiepolitik – gestalten oder verwalten? In: Aus Politik und Zeitgeschichte 2011 (10-11/2011), S. 11–18.
    Pohlmann, Stefan (2003): Altern gestalten. Konstruktive Antworten auf Fragen der Bevölkerungsentwicklung. Regensburg: Transfer Verl. (Beiträge zur sozialen Gerontologie, Sozialpolitik und Versorgungsforschung, 18).

  2. Frederica F. sagt:

    Fynn betrachtet den demografischen Wandel aus einer interessanten Perspektive: Aus der Sicht von Hochschulen. Diese sehen sich gegenwärtig mit einem gegenteiligen Trend konfrontiert, als oft mit dem demografischen Wandel assoziiert wird. Von 1975 bis heute hat sich die Zahl der Studenten mehr als verdreifacht, derzeit sind so viele Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben wie noch nie zuvor (vgl. Destatis o.D.). Dies stellt Hochschulen aktuell vor vielfältige Probleme, wie beispielsweise räumliche Kapazitäten oder personelle Ressourcen in der Lehre und in der Hochschulverwaltung. Grundsätzlich sind Äußerungen zur Studienqualität an deutschen Hochschulen geprägt vom Tenor, dass das Studieren durch die hohe Zahl der Studierenden anonymer und unpersönlicher werde. Hohe Teilnehmerzahlen in Vorlesungen erwecken den Eindruck von Bildung in Massenabfertigung (vgl. Bargel et al. 2014: 30). Andererseits stauen sich Ausschreibungs- und Stellenbesetzungsverfahren. Die Auswirkungen demografischer Veränderungen – nämlich das prognostizierte Sinken der studienspezifischen Altersgruppe – für den Hochschulbereich zu antizipieren und sie im Kontext des Erhalts des Status der Wissensgesellschaft zu erörtern – ist dem Autor mit dem vorliegenden Eintrag gelungen.
    Im Blog wird logisch argumentiert, dass der Status der Wissensgesellschaft und damit einhergehend das Innovationspotential sowie der Lebensstandard der Gesellschaft, bei einer sinkenden Bevölkerungszahl ein erhöhtes Bildungsniveau derer, aus denen sich die Gesellschaft dann zusammensetzt, erfordern wird. Dies könnte Hochschulen vermehrt mit der Aufgabe der Konzeption und Durchführung von Weiterbildungsmöglichkeiten konfrontieren. Angesichts eines bereits ausgeprägten Marktes für Weiterbildung durch andere Anbieter (z.B. Volkshochschulen, Industrie- und Handelskammern) kann mitunter ein verstärkter Wettbewerb in diesem Sektor entstehen. Durch Kooperationen könnten aber auch weitere Potentiale erschlossen werden.

    Fynn stellt dar, dass die finanzielle Ausstattung von Hochschulen u.a. von der Anzahl an Studierenden abhängt. Dies kann sich zukünftig zu einem Problem entwickeln, da die Strukturen sich derzeit – insbesondere personell – an die hohen Studierendenzahlen anpassen. Sofern diese Einstellungen nicht mit einer Befristung einhergehen, kann im avisierten Zeitraum ein großer Verwaltungsapparat entstehen, der mit hohen Studierendenzahlen umzugehen weiß. Sinken diese aber, und mit ihnen die zur Verfügung stehenden Mittel, werden die Prokopfausgaben für einen wissenschaftlichen Abschluss zukünftig signifikant steigen. In diesem Zusammenhang stehen Hochschulen vor der Herausforderung, langfristige Personalkonzepte zu implementieren, um einem ‚Aufblähen‘ der Verwaltung entgegenzuwirken.
    Die von Fynn geforderte Dynamisierung des Verwaltungssystems wäre ein innovativer Ansatz. Es stellt sich die Frage, wie diese erlangt werden kann in einem von Stellenplänen und Mittelzuweisungen geprägten System. Hierbei spielen die finanziellen Ressourcen eine entscheidende Rolle. Ein Ansatz könnte sein, dass Hochschulen ihre Autonomie nutzen, um weitere Einnahmequellen zu erschließen, beispielsweise durch die Erhebung von Studiengebühren, den Ausbau von Alumni-Netzwerken, dem Angebot kostenpflichtiger Weiterbildungsangebote oder einer Erhöhung des Anteils projektbezogener Drittmittel. Damit sind Hochschulen gegenüber anderen Verwaltungseinrichtungen im Vorteil, der eine Dynamisierung zulassen und sogar positiv beeinflussen könnte. Gleichzeitig wirkt sich dies aber auch auf die Führung bzw. auf das Management von Hochschulen aus: Es braucht neue Steuerungsinstrumente und qualifiziertes Personal, das diese Dynamisierung trägt (vgl. Ziegele 2008: 10 ff). Dies erfordert ein Umdenken, angesichts der aktuellen Situation an Hochschulen dürfte das noch einige Zeit auf sich warten lassen. Der Blog regt aber zum Nachdenken in diese Richtung an.

    Literatur- und Quellenverzeichnis:
    Bargel, T.; Heine, C.; Multrus, F.; Willige, J. (2014). Das Bachelor- und Masterstudium im Spiegel des Studienqualitätsmonitors. Entwicklungen der Studienbedingungen und Studienqualität 2009 bis 2012. Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH, Hannover.

    Destatis (o.D.): Studierende. Abgerufen von https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/LangeReihen/Bildung/lrbil01.html, abgerufen am 03.03.2018.

    Ziegele, F. (2008). Budgetierung und Finanzierung in Hochschulen. Waxmann, Münster et al.

  3. Felino F. sagt:

    Lieber Fynn,

    beim Durchstöbern der vielen Artikel auf dieser Seite hat mich dein Blog auf Anhieb neugierig gemacht. Allein die von dir gewählte Überschrift suggeriert bereits, dass du dich einem Thema gewidmet hast, dass uns als Studierende alle betrifft und schon deshalb vom Großteil der Kursteilnehmer/innen mit besonderer Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen werden sollte.

    Dein Artikel definiert zunächst sehr treffend den Begriff des demografischen Wandels, um darauf aufbauend die Besonderheiten des Hochschulsektors in diesen Kontext zu setzen. Du kommst zu dem Zwischenergebnis, dass sich der Arbeitsmarkt akademisiert und sich dadurch die Anzahl der Studierenden in den letzten 20 Jahren um fast 51 % erhöht hat, wodurch sich für die Politik und Verwaltung zahlreiche neue Herausforderungen ergeben. Zugleich verringert sich jedoch die Gesamtzahl der erwerbstägigen Bevölkerung. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen zeigst du im weiteren Verlauf die Wichtigkeit der Weiterbildung und die Bedeutung des lebenslangen Lernens auf, um den Fachkräftemangel zumindest etwas abzumildern. Zudem skizzierst du, welche Potentiale Migrationsbewegungen nach Deutschland in naher Zukunft haben können. In deinem Fazit führst du noch einmal abschließend an, welche weiteren Herausforderungen auf die derzeitige Hochschullandschaft zukommen werden und zukommen können. Im Ergebnis stellst du fest, dass parallel zur Dynamisierung und Pluralisierung der Gesellschaft im Kontext des demografischen Wandels, eine Dynamisierung, Flexibilisierung und Modernisierung des Hochschul(verwaltungs-)systems einhergehen muss.
    Ich finde, dass dein sehr gut strukturierter Beitrag die wichtigste einschlägige Literatur mit einbezieht und damit den aktuellen akademischen Diskurs zu diesem Thema wiederspiegelt.

    Mir ist durchaus bewusst, dass es in der Natur der Sache eines solchen (umfänglich begrenzten) Blogartikels liegt, nicht immer alle einzelnen Aspekte und Facetten eines Themas in Gänze beleuchten und vertiefen zu können. Dein Artikel hat mich aber dazu inspiriert, mich selber mit der Rolle der Hochschulen im demografischen Wandel bzw. einigen von dir bereits angesprochenen Punkten zu befassen. Besonders interessant finde ich den von dir skizzierten Gedanken, dass der demografische Wandel in diesem Bereich durch gezielte Migration gut ausgebildeter Menschen in die deutsche Hochschullandschaft aufgefangen werden könnte. Diese interessante These hat mich dazu bewegt, in diesem Bereich noch weiter zu forschen. Im Ergebnis erlaube ich mir deinen Beitrag, um folgenden Gedanken zu ergänzen: In den Jahren 2015 bis 2017 sind aufgrund der weltweiten humanitären Krisen 1.244.000 (vgl. https://www.bpb.de/gesellschaft/migration/flucht/218788/zahlen-zu-asyl-in-deutschland) Menschen nach Deutschland geflüchtet. Von den erwachsenen Flüchtlingen hatten 64 Prozent bei ihrer Ankunft in Deutschland einen Schulabschluss, 20 Prozent einen Hochschul- oder beruflichen Bildungsabschluss (vgl. https://www.bmbf.de/de/erste-ergebnisse-aus-studie-gefluechtete-familien-4698.html). Neben der von dir erwähnten Anwerbung von bereits qualifizierten Fachkräften und Studierenden, bietet der Pool der geflüchteten Menschen eine Chance dem Fachkräftemangel und der schwindenden Wissensgesellschaft entgegenzuwirken. Hierzu müssen jedoch, wie von dir eruiert, erhebliche Anstrengungen seitens der Politik und (Hochschul-) Verwaltung unternommen werden, um die Menschen in diesem Sektor zu integrieren. Eine Investition, die sich meiner Meinung nach lohnt, um zum einen integrationspolitische Ziele zu erreichen und zum anderen dem demografischen Wandel im Hochschulsektor entgegenzuwirken.

    Ganz zum Schluss möchte ich noch einmal festhalten, dass du, lieber Fynn, mit deinem Artikel einen ganz rundum gelungenen Blogbeitrag veröffentlicht hast, der genau das macht, was von einem wissenschaftlichen Beitrag erwartet wird. Auf der einen Seite hat er mir neues Wissen und interessante Eindrücke in Bezug auf die besondere Rolle der Hochschulen im demografischen Wandel vermittelt, auf der anderen Seite und das finde ich noch viel wichtiger, hat dein Artikel mich dazu angeregt selbst aktiv zu werden und mich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, um viele weitere spannende Erkenntnisse zu gewinnen.

    Hierfür möchte ich mich ganz recht herzlich bei dir bedanken.

    Liebe Grüße dein Felino F. 🙂

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