Weiterbeschäftigung im Rentenalter – Fluch oder Segen?

Als meine Kollegen und ich im Juli letzten Jahres unsere geschätzte Kollegin Frau H. in den Ruhestand verabschiedeten, war ich mir bewusst, dass ich Frau H. nicht nur aufgrund ihrer etwas eigensinnigen Art und ihres unvergleichbaren Humors vermissen würde, sondern insbesondere, weil Frau H. aufgrund Ihrer langjährigen Erfahrung immer eine Ansprechpartnerin war an die man sich wenden konnte, wenn inhaltliche Fragen und Problemstellungen aufkamen. Selbst wenn Sie das Problem nicht gleich lösen konnte, so konnte sie mit Ideen und Anregungen oftmals hilfreiche Tipps geben. Ihre Freude an der Tätigkeit und an dem kollegialen Austausch im Team waren dabei deutlich erkennbar. Da Frau H. bereits im Vorjahr von der Möglichkeit Gebrauch gemacht hatte, innerhalb des gesetzlich vorgegebenen Rahmens, ein Jahr länger als vorgesehen erwerbstätig zu sein, verwunderte es nicht, dass sie erneut ihr Interesse an einer Weiterbeschäftigung über das Rentenalter hinaus äußerte und dieses Anliegen durch den Leiter unserer Organisationseinheit unterstützt wurde.

Doch trotz intensiver Bemühungen meines Vorgesetzten, war der Versuch, Frau H., bei gleichzeitigem Rentenbezug, über einen befristeten Vertrag in unserem Bereich weiter zu beschäftigen, erfolglos.

Das Personalreferat und das Justiziariat meiner Dienststelle hatten Sorge, dass bei einer Weiterbeschäftigung ein gesetzlicher Anspruch auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag entstehen könnte – ein möglicher Präzedenzfall, der nicht gewollt war. Erschwerend kam hinzu, dass die Nachbesetzung ihrer Stelle, im Rahmen einer externen Ausschreibung, keinen geeigneten Bewerber hervorbrachte. Ein letztes gemeinsames Teamessen und eine Umarmung später war es dann soweit: Frau H. schied mit 66 Jahren und vier Monaten gegen ihren Wunsch aus dem Erwerbsleben aus und wurde Rentnerin.

Die Altersrente

Derzeit beziehen ca. 24,4 Mio. Menschen in Deutschland eine Rente, davon allein ca. 17,5 Mio. eine Altersrente (DRV, 2017). Der Grundstein für die heutige Altersrente wurde mit dem Inkrafttreten des Invaliditäts- und Alterssicherungsgesetzes im Jahr 1889 gelegt und diente zum Schutz der Arbeiter bei Krankheit, Unfall, Invalidität sowie zur Versorgung im Alter. Die anfängliche Rentenzahlung beschränkte sich auf einen Zuschuss und sollte dazu dienen, den Empfängern den Lebensunterhalt in den letzten Lebensjahren zu sichern. Es folgten der Ausbau der Rentenversicherung und weitreichende Rentenreformen, wie z. B. die Anpassung der Rentenhöhe an die Lohnentwicklung zur Aufrechterhaltung des Lebensstandards im Alter (1957), die Einführung des heutigen Umlageverfahrens (Generationsvertrag), bei der die Erwerbstätigen die Rentenzahlungen finanzieren und dadurch einen eigenen Rentenanspruch sichern (1968) sowie die Anhebung des Renteneintrittsalter (2006) von 65 auf schrittweise 67 Jahren (BMAS, 2018).

Heute ist die Altersrente eine feste Säule des modernen Wohlfahrtsstaates und dient dazu, einen großen Teil des Erwerbseinkommens zu ersetzen. Die, insbesondere aufgrund der besseren medizinischen Versorgung, ständig steigende Lebenserwartung und das höhere Wohlstandsniveaus im Alter im Vergleich zu den Anfängen der Rentenversicherung, bringen jedoch das Verhältnis von Beitragszahlern und Beitragsempfängern ins Ungleichgewicht (BpB, 2013, S.2).

Dies verdeutlicht auch die grafische Darstellung des Altersaufbaus der Bevölkerung in Deutschland für das Jahr 2018 im Folgenden (destatis, 2018).

Ein möglicher Aspekt, dem Ungleichgewicht entgegen zu wirken und die Gesamtzahl der Erwerbstätigen Personen zu steigern, besteht in der freiwilligen Fortsetzung der Erwerbsarbeit bzw. der Weiterbeschäftigung im Rentenalter.

(Anmerkung: Da der Begriff der Arbeit ein Sammelbegriff für sehr verschiedene Tätigkeiten ist, wird darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um die Erwerbsarbeit und nicht um Familien- oder freiwillige Arbeit handelt.)

Eine durch die Bundesregierung initiierte und vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Auftrag gegebene Untersuchung führte im Jahr 2010 zu dem Ergebnis, dass 47,3 % der durch Infratest Befragten 1500 Beschäftigten die Frage nach einer Fortsetzung der Erwerbsarbeit im Rentenalter bejahten. Zwar war die Bereitschaft der Befragten sowohl an gesetzliche als auch betrieblichen Rahmenbedingungen geknüpft, jedoch zeigten die Ergebnisse der Erhebung auch eine Reihe von Vorteilen für die Gesellschaft, die Unternehmen und die Beschäftigten auf, so dass bei einer Umsetzung derzeitig von einer Win-win-win-Situation für alle Beteiligten gesprochen werden kann (BiB, 2011, S.7 ff.).

Die Vorteile wären:

  • Begünstigung des Verhältnisses von Beitragszahlern und Beitragsempfängern
  • Weitergabe des Erfahrungswissens an andere Mitarbeiter im Unternehmen
  • Positiver Gesundheitseffekt für die Beschäftigten durch die Herausforderung in der Erwerbstätigkeit
  • Garantierte höherer Rentenansprüche (durch Erhöhung der persönlichen Entgeltpunkte bei
  • der Berechnung der Rente (BiB, 2011, S. 7 ff.)

Die Motivation für die Fortsetzung der Erwerbstätigkeit variiert individuell und hängt nicht nur von den gesetzlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen, sondern stark von der persönlichen Lebenssituation des Beschäftigten ab. So ist die Bereitschaft zur Weiterbeschäftigung von Alleinlebenden Personen höher, als von Personen, die in einer Partnerschaft und in einem Zwei-Personen-Haushalt leben. Auch das aktuelle Einkommen nimmt großen Einfluss auf die Bereitschaft für eine Weiterbeschäftigung. Personen mit einem hohen Einkommen zeigen ein geringes Interesse an einer Weiterbeschäftigung über das Rentenalter hinaus, als Personen mit einem niedrigen Einkommen (BiB, 2011, S. 7 ff.).

Das Ergebnis einer hohen Bereitschaft zu einer Weiterbeschäftigung im Rentenalter überrascht auch insofern, als dieser Aspekt in den öffentlich geführten Debatten zum Arbeits- und Fachkräftemangel in Deutschland wenig Beachtung findet. Abhilfemaßnahmen zur Abfederung der Folgen des Arbeits- und Fachkräftemangels werden häufig mit der Zuwanderungspolitik Deutschlands verknüpft und gehen oftmals mit einem Diskurs zur Anhebung des Renteneintrittsalters einher, welches jedoch nicht die freiwillige Weiterbeschäftigung, sondern eine allgemeine Erhöhung der Altersgrenzen, bis auf wenige Ausnahmen, beinhaltet.

Der Arbeits- und Fachkräftemangel

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, ob in Deutschland tatsächlich ein Arbeits- und Fachkräftemangel vorliegt und die vorhergesagte Verringerung des Arbeitskräftepotenzials um 6,5 Mio. Personen bis zum Jahr 2025 die möglichen Folgen, wie z. B. den Rückgang von Investitionen, die Arbeitsverdichtung und Automatisierung und eine mögliche Innovations- und Wachstumsbremse in Deutschland tatsächlich mit sich bringen wird (BA, 2011, S 7 ff.).

Zwar beklagt der Bundesverband der Deutschen Industrie seit mehreren Jahren einen Fachkräftemangel und stellt diesen als Konjunkturrisiko für jedes dritte Mittelständische Unternehmen dar, doch der anhaltende Konjunkturaufschwung in Deutschland lässt die Prophezeiungen zu den drastischen volkswirtschaftlichen Folgen des Arbeits- und Fachkräftemangels in den Hintergrund geraten (BDI, 2018).

Eine Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, kommt im Jahr 2011 zu dem Ergebnis, dass zwar regionale Engpässe bei der Besetzung von einzelnen Berufsgruppen auftreten, jedoch ein genereller Fachkräftemangel in Deutschland nicht vorliegt (BA, 2011, S. 6).

Gleichwohl führt die Untersuchung verschiedene Handlungsfelder auf, die sich zur Erhöhung des Fachkräfteangebots eignen. Die Bandbreite reicht dabei von der Reduzierung der Schul- und Ausbildungsabbrecher bis hin zur Steigerung der Erwerbspartizipation und Arbeitszeitvolumen von Frauen (BA, 2011, S.10). Da jede Erhöhung der Gesamtzahl der Erwerbstätigen einen positiven Effekt auf das Gleichgewicht zwischen den Rentenbeitragszahlern und den Rentenempfängern hat – unabhängig von der jeweils zugrunde liegenden Maßnahme –  sollten alle identifizierten Handlungsfelder zur Aktivierung von Erwerbstätigen für den Arbeitsmarkt genutzt und für zukünftige Lösungsstrategien zur Herbeiführung einer Harmonisierung des Ungleichgewichts berücksichtigt werden.

Das Ungleichgewicht in der Rentenfinanzierung könnte zum Anlass genommen werden, den gesellschaftlichen Diskurs über das Älterwerden anzutreiben und die bestehenden gesetzlichen und gesellschaftlichen Normen und Grenzen zu überdenken. Dabei spielen das Alter sowie die individuellen und gesellschaftlichen Altersbilder jedes Menschen eine entscheidende Rolle.

Das Alter

In der Literatur finden sich unterschiedliche Definitionen für den Begriff „Alter“, jedoch existiert keine Allgemeingültige Definition des Begriffs. Daher erfolgt meistens eine inhaltliche Eingruppierung. und führt dabei den Begriff des Alters einem speziellen Themenkomplex zu. So differenziert man beispielsweise zwischen einem kalendarischen bzw. chronologischem Alter (Geburtsdatum), einem biologischen Alter (körperliche Funktionsfähigkeit), dem sozialen Alter (wertebasiertes Alter) sowie das psychische (persönliche Alter) und das funktionale Alter (verhaltensbedingtes Alter) (Pohlmann, 2004, S.11 ff.).

Jeder Mensch hat eine eigene Vorstellung vom Alter bzw. des Älterwerdens. Dieses ist geprägt von individuellen und gesellschaftlichen Altersbildern. Dabei können Altersbilder je nach Lebensbereichen unterschiedlich ausfallen und sowohl positiv als auch negativ besetzt sein. Dies hängt maßgeblich von sozio-ökonomischen Faktoren wie Alter, Bildungsstand und Einkommen ab (BpB, 2013).

Individuelle Altersbilder (subjektive Vorstellungen vom Älterwerden oder Altsein), werden bereits in der Kindheit geprägt und in der Regel unreflektiert angenommen. Dies liegt daran, dass stereotypische Eigenschaften und Verhaltensweisen nicht der eigenen, sondern einer anderen Altersgruppe zugeschrieben werden. Erst wenn die Betroffenen selbst in diese Altersgruppe hineingewachsen sind und der Personengruppe der Älteren Menschen angehören, neigen sie dazu Altersstereotype auf andere und auf sich selbst zu projizieren (BpB, 2013). Bemerkenswert dabei ist, dass Menschen, die über ein positives Altersbild verfügen, oftmals auch im Alter körperliche und geistige Fitness zeigen. Umgekehrt trifft dies genauso zu. Körperlich inaktive Ältere Menschen neigen zu einem negativen Altersbild (BpB, 2013).

Gesellschaftliche Altersbilder spiegeln die dominierenden Vorstellungen vom Alter und des Älterwerdens der Gesellschaft wider und beeinflussen in hohem Maße wirtschaftliche und politische Entscheidungen (BpB, 2013). So wird Älteren Erwerbstätigen Einschränkungen der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit unterstellt, obgleich dies nicht zutreffend ist. (Giddens/Fleck/Egger de Campo, 2009, S. 178).

So verwundert es nicht, dass auch die oberste Rechtsprechung in Deutschland Fälle von Altersdiskriminierung verhandelt, in denen über die Fortsetzung der Berufsausübung nach Erreichen einer vorgegebenen Altersgrenze gestritten wird (Bouchouaf, 2006, S. 310).

Der Inhalt des folgenden Beitrags zeigt einen Lehrer der gegen Altersdiskriminierung klagt.

Link: Lehrer klagt gegen Altersdiskriminierung – ZDFmediathek

Im politischen Kontext wird die Gruppe der Älteren Menschen als homogen betrachtet, jedoch ist das Gegenteil der Fall. Ältere Menschen haben – wie alle anderen Altersgruppen auch – individuell unterschiedliche Lebenssituationen und verfügen über unterschiedliche körperliche und geistige Fähigkeiten (BpB, 2013). Daher ist es notwendig, zunächst der vorhandenen Individualität der Älteren gerecht zu werden und zielgruppenspezifische Maßnahmen zur Förderung dieser zu schaffen. Derzeit ermöglicht die Flexirente, wie der Name bereits darauf schließen lässt, eine Flexibilisierung des Übergangs in die Rente in drei Varianten:

Bei der ersten Variante können die Rentenabschläge ausgeglichen werden und dadurch ein frühzeitiger Renteneintritt stattfinden. Die zweite Variante ermöglicht bei vorzeitigem Renteneintritt eine Nebenbeschäftigung auszuüben, die allerdings eine Verdienstobergrenze von 6500 €/Jahr vorgibt. Bei der letzten Variante erfolgt der Renteneintritt nach der gesetzlichen Altersgrenze, also demnach mit 67 Jahren, jedoch besteht die Möglichkeit der Fortsetzung der Erwerberstätigkeit.

Zudem ist es möglich, eine Kombination der zur Verfügung stehenden Varianten in Anspruch zu nehmen (FR, 2018).

Die dargestellten Varianten bieten zwar auf den ersten Blick eine gute Auswahl zur Gestaltung des individuellen Renteneintritts, jedoch profitieren von diesem Konstrukt in erster Linie Personen in Berufsgruppen, die keiner körperlichen Arbeit nachgehen. Es ist fraglich, ob Personen in pflegenden oder handwerklichen Berufsgruppen über die körperliche Konstitution verfügen, um über die jetzigen gesetzlichen Altersgrenzen hinaus weiterhin körperlich anstrengende Tätigkeiten ausüben zu können.

Eine staatliche Maßnahme könnte daher im Ausbau und in der Weiterentwicklung der Flexirente mit Fokus auf diese spezielle Zielgruppe liegen. Andernfalls kann die Weiterbeschäftigung tatsächlich zum Fluch werden.

Fazit:

Das Bedürfnis zur individuellen Lebensgestaltung gilt nicht nur für junge Menschen, sondern und insbesondere für die Gruppe der Älteren Menschen in unserer Gesellschaft. Es liegt an der Politik, die Weichen für eine individuelle Lebensgestaltung im Alter zu stellen. Dies spiegelt zumindest die Erwartungshaltung der befragten Beschäftigten bzw. der Betroffenen wieder.

Fest steht, dass die Erhöhung des Renteneintrittsalters nicht die einzig politische Maßnahme sein darf, einer immer älter werdenden Bevölkerung und den im Vergleich hierzu ständig abnehmender Anzahl von Beitragszahlern Rechnung zu tragen. Daher müssen mittelfristig Maßnahmen implementiert werden, die eine Entlastung der Rentenfinanzierung herbeiführen und gleichzeitig die zukunftsnahen Renteneintritte der Geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1955-1965 berücksichtigen.

Offen bleiben die Fragen, ob die hohe Bereitschaft für eine Weiterbeschäftigung im Alter ein Beweis dafür ist, dass der Sozialstaat Lücken aufweist und ob Geringverdiener aus einer finanziellen Notwendigkeit heraus diese Bereitschaft zeigen. Oder kann mit der höheren Lebenserwartung in unsere Gesellschaft auch ein verändertes Verständnis von Arbeit im Alter vorausgesetzt werden? Beides ist richtig. Denn maßgeblich ist, aus welcher Motivation heraus eine Weiterbeschäftigung erfolgen soll.

Die subjektive Wahrnehmung des eigenen Alters, kann von den gesellschaftlichen Normen und Werten stark abweichen. Daher ist jeder einzelne Akteur herausgefordert, durch Klärung seines eigenen Altersbildes und einer öffentlichen Auseinandersetzung damit, Altersklischees zu überwinden und eine generationsübergreifende Herausarbeitung von Altersrollen neu zu definieren.

Nur dann, sind die Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt, erfolgreich zu meistern.

 

Literaturverzeichnis:

BA (2011): Bundesagentur für Arbeit: Perspektive 2025. 2011, Nürnberg

BiB (2011): Bundesinstitut zur Bevölkerungsforschung, Weiterbeschäftigung im Rentenalter- 2011, Wiesbaden, Victoria Büsch, Jürgen Dorbritz, Thorsten Helen und Frank Michael

BDI (2018): Bundesverband der Deutschen Industrie e. V., Industrieller Mittelstand beurteilt Wirtschaftslage überwiegend positiv, https://bdi.eu/suche/?q=Fachkr%C3%A4ftemangel&id=684&L=0#/artikel/news/industrieller-mittelstand-beurteilt-wirtschaftslage-ueberwiegend-positiv/, zuletzt geprüft am 08.02.2018

BMAS (2018): Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Geschichte der Gesetzlichen Rentenversicherung,http://www.bmas.de/DE/Themen/Rente/Gesetzliche-Rentenversicherung/Geschichte-GUV/geschichte-der-gesetzlichen-rentenversicherung.html, zuletzt geprüft am 08.02.2018

Bouchouaf, Ssoufian (2006): Statistische Altersdiskriminierung – ein Problemaufriss anhand von Beispielen aus der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts In: Kritische Jusitz 2006, Heft 3, S. 310 – 319.

BpB (2013): Bundeszentrale für politische Bildung, 2013, Bonn, Susanne Wurm, Frank Berner, Clemens Tesch-Römer, Altersbilder im Wandel

destatis (2018): Statistische Bundesamt, Wiesbaden https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/#!y=2018&o=2018v1, zuletzt geprüft am 08.02.2018

DRV (2017): Deutsche Rentenversicherung, Anzahl der laufenden Renten und Rentenausgaben, Tabelle: Allgemeine Rentenversicherung 2017,https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/6_Wir_ueber_uns/02_Fakten_und_Zahlen/02_kennzahlen_finanzen_vermoegen/2_rechnungsergebnisse_rentenbestand/laufenden_renten_rentenausgaben_node.html, zuletzt geprüft am 08.02.2018

FR (2018): Flexirente: Rente und Nebenjob, https://www.ihre-vorsorge.de/rente/gesetzliche-rente/flexirente-kombination-von-rente-und-nebenjob.html, zuletzt geprüft am 08.02.2018

Giddens, Anthony/Fleck, Christian/Egger deCampo, Marianne (2009): Soziologie

Pohlmann, Stefan (2004): Das Alter im Spiegel der Gesellschaft. Schulz-Kirchner Verlag (Idstein), 2004

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Ein Kommentar zu Weiterbeschäftigung im Rentenalter – Fluch oder Segen?

  1. Fien F. sagt:

    Liebe/r Fumiko F.,
    Dein Blog hat mich persönlich sehr angesprochen. Er beleuchtet die Themen Alter, Erwerbstätigkeit und Rente aus verschiedenen Aspekten und hat mich dadurch zum Nachdenken angeregt. Obschon die Rente für mich persönlich noch Jahrzehnte weit entfernt ist, habe auch ich immer wieder durch den Renteneintritt von Verwandten oder mir lieb gewonnen Kollegen Berührungspunkte mit diesem Thema. Der Einstieg Deines Artikels mit dem persönlichen „Schicksal“ Deiner Kollegin hat es mir ermöglicht, mich mit Dir und auch mit Frau H. zu identifizieren und ich bekam Lust, den Blog weiter zu lesen. Insofern ist es Dir sehr gut gelungen, mein Interesse und sicherlich auch das Interesse anderer Leser zu wecken. Mit einem guten Übergang zur „Altersrente“ betrachtest Du im weiteren Verlauf den Sinn und Zweck der Weiterbeschäftigung im Rentenalter vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und beschränkst Dich zunächst auf eine Aufzählung der Vorteile. An dieser Stelle möchte ich einräumen, dass ich bislang hauptsächlich an die Rente als eine Belohnung oder eine Erlösung vom stressigen Arbeitsalltag gedacht habe. Als eine Phase der Ruhe, in der endlich mal genug Zeit für entspannte Dinge ist wie beispielsweise Reisen…da ich mich im Arbeitsalltag manchmal dabei ertappe, Mitte der Woche schon an das nächste Wochenende oder an den lang ersehnten Urlaub zu denken, hatte ich bislang eine Erwerbstätigkeit im Rentenalter eher als „Strafe“ oder zumindest als Benachteiligung empfunden. Durch Deinen Blog wurde mir bewusst, dass ich bislang scheinbar nur die eine Seite der Medaille betrachtet hatte. Aus meiner ganz persönlichen Warte einer zuweilen gestressten Arbeitsnehmerin heraus…Insofern hast Du es geschafft, mich mal über meinen eigenen Tellerrand hinweg schauen zu lassen. Klasse!
    Tatsächlich bangen einige meiner älteren Kollegen ihre Berufsaufgabe, da sie hierdurch soziale Isolation und einen Verlust der eigenen Identität befürchten. Gerade bei höherqualifizierten Berufen sichert die Erwerbstätigkeit einen gewissen Status in der Gesellschaft, soziale Kontakte sowie eine sinnvolle Tages- und Wochenstruktur (Tews 1979, Seite 207). Der medizinische Fortschritt und die verbesserten Lebensbedingungen führen dazu, dass alte Menschen heutzutage länger gesund, fit und agil bleiben. Demensprechend möchten sie auch aktive Mitglieder der Gesellschaft bleiben und ihren Teil dazu beitragen. Insofern denke ich auch, dass angesichts der Überlastung der Sozialversicherungssysteme die freiwillige Weiterbeschäftigung im Alter eine von mehreren Lösungsmöglichkeiten darstellen und dem demographischen Wandel Rechnung tragen kann. Die für mich überraschend hohe Prozentzahl ( 47,3%) der Befürworter dieser Maßnahme sprechen ebenfalls dafür. Demgegenüber erwähnst Du aber auch die finanziellen Aspekte als mögliche Motivation zur Weiterbeschäftigung im Rentenalter, die keinesfalls außer Acht gelassen werden dürfen. Je nach Branche und Arbeitsbedingungen stellt die Erwerbstätigkeit eher eine Notwendigkeit zur Erfüllung anderer Bedürfnisse dar und wird weniger als „zentrales Lebensinteresse“ bewertet (Tewes 1979, Seite 207). In diesem Fall kann die Erhöhung des Rentenalters tatsächlich zu einer Bürde werden… Insofern finde ich, dass Du die Komplexität dieses Themas gut veranschaulicht und insgesamt wichtige Impulse zum Weiterrecherchieren und Nachdenken gegeben hast. Vielen Dank dafür!
    Herzliche Grüße Fien F.

    Literatur: Tews, Hans Peter: Soziologie des Alterns, 3. Auflage, Heidelberg 1979

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