Ubuntu – eine Philosophie für die HWR Berlin?

Die letzte Personalversammlung war geprägt von Konflikten – und wie man damit positiv umgehen kann. Marcus Birkenkrahe hat dazu einen wunderbaren Vortrag gehalten, den man sich hier noch einmal ansehen kann. (Bei der nächsten Gelegenheit müssen wir das aufzeichnen!)

Mit Konflikten hat man im Arbeitsleben eigentlich ständig zu tun, insofern verliert das Thema nie an Aktualität und passt daher immer in eine Personalversammlung. Durch unsere Personalratsarbeit hatten wir jedoch den Eindruck gewonnen, dass die HWR durch ihre Entstehungsgeschichte ganz besonders betroffen ist. Unserer Erfahrung nach ist der Alltag an unserer Einrichtung oft davon geprägt, dass man fast nie mit einer isolierten Konfliktform konfrontiert wird (das wäre zu einfach!), sondern immer mit dem ganzen Strauß (Verteilungs- und/oder Ziel- und/oder Macht- und/oder Strategiekonflikt etc.) zu tun hat. Aus diesem Dilemma kommt man eigentlich nur heraus, wenn jeder Einzelne bereit ist, etwas von seinem Besitzstand zu Gunsten der Gemeinschaft abzugeben.

kwazulu5-ubuntu.1393795(Quelle: http://www.routard.com/carnets-de-voyage/cid131731-afrique-du-sud-le-kwazulu-natal-en-pays-zoulou.html?page=6)

Das ist auch die Überleitung zu unserem Leitbild und besonders zu den beiden Leitsätzen Wir gestalten gemeinsam und lernen voneinander und Wir übernehmen Verantwortung. Wir vom Personalrat würden uns wünschen, dass man nicht nur für sich selber, sondern auch für das Gemeinsame Verantwortung übernimmt. In der afrikanischen Lebensphilosophie Ubuntu ist diese Grundhaltung des wechselseitigen Respekts und Anerkennung verankert. Wir sollten also schlicht mehr Ubuntu wagen und uns bewusst sein, dass das eigene Wohlbefinden stark vom Wohlbefinden der Anderen abhängt. Vielleicht sollte man sich an folgende Frage immer mal wieder erinnern:

Wie entstehen lebendige soziale Prozesse, die Veränderungen (im Sinne des Leitbilds) ermöglichen?

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4 Kommentare zu Ubuntu – eine Philosophie für die HWR Berlin?

  1. Elke König sagt:

    Der Vortrag von Marcus Birkenkrahe zum positiven Umgang mit Konflikten war in der Tat ausgesprochen anregend, umfassend und dazu auch noch unterhaltsam, eine seltene Mischung! Nochmals vielen Dank dafür!!! Die Idee, solch einen thematischen Input auf einer PV zu geben, hat mir gut gefallen…Auch das Thema „Mobbing“ von seiten der HS-Leitungsebene offen anzusprechen, fand ich gut. Ja, und von „Ubuntu“ im südafrikanischen Sinne können wir in der Tat viel lernen, jeden Tag auf’s Neue, bspw. was die gegenseitige Wertschätzung der Arbeit anbelangt….Das nächste Mal Beiträge unbedingt aufnehmen! Übrigens, der Link oben ist leider nur für die Präsentation zum Bildungsurlaub aktiv. Es wäre schön, wenn es auch einen aktiven Link für die Präsentation von Marcus Birkenkrahe geben würde…Danke!

  2. Michael Sost sagt:

    Den Link habe ich geändert. Die anderen Beiträge der PV sind im Intranet unter http://intranet.hwr-berlin.de/interessenvertretungen/personalrat/infos-und-dokumente/ zu finden.
    … und vielen Dank für die „Wasserstandsmeldung“.

  3. Ben Skerka sagt:

    Auch ich fand den Vortrag von Prof. Birkenkrahe ganz toll gemacht und anregend!

    Dass nun Ubuntu als lebensphilosophisches Konzept hier in der HWR auftaucht, ist eine ganz tolle Überraschung und berührt mich sehr positiv; habe ich mich vor vielen Jahren im Rahmen meines Studiums doch damit auch z.B im Zusammenhang einer Hausarbeit über die TRC (die Komitees und Kommissionen zur Aufarbeitung der furchtbaren Diktatur der Apartheid in Südafrika) beschäftigt.

    Hier nun merke ich an, dass – meinem Eindruck nach – Ubuntu als Teil eines Leitbilds auch bedeutet, dass frau_*man auch auf eigene Besitzstände – materielle Vorteile und „sozioökonomisches Kapital“ (=Stand, Status, Privilegien) – verzichtet, damit andere Menschen, (egal, was für Menschen – sogar solche, die ganz verachtenswerte Dinge getan haben) nicht „in´s Nichts fallen“.

    Ubuntu, so denke ich, ist ein wunderbares Netz der Menschlichkeit und auch des Lebenssinns. Aber es verlangt auch Opfer.

  4. Michael Sost sagt:

    … ist doch erstaunlich, was diese Hochschule alles so weiß. Danke für den Beitrag, Herr Skerka.

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