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Exkursion zur Gedenkstätte Sachsenhausen Haus T damals IKL heutiges Finanzamt Oranienburg


Ich wohne nun seit mehr als 37 Jahren in Oranienburg und hatte diesen Teil der Gedenkstätte bislang gar nicht wahrgenommen. Ich kannte nur die Gedenkstätte, die das Lager und die dortigen Bedingungen zeigt. Deshalb fand ich es sehr gut, dass wir diesen Besuch im Rahmen der Vorlesung durchführen konnten.

Als wir ankamen, hatte ich mir die Ausstellung vom Aufbau her deutlich größer vorgestellt. Allerdings musste ich schnell feststellen, wie viele grausame Informationen bereits in diesen „kleinen“ Raum gepasst haben.

Als ich mit der Ausstellung begann, betrat ich den Raum und bog direkt nach rechts ab. Dort setzte ich mich an einen Bildschirm, auf dem das Lagerleben sowie die Bedingungen, insbesondere die hygienischen Verhältnisse, dargestellt wurden. Ich las die Texte sehr aufmerksam, und sie haben mich gefesselt. Karikaturen unterstrichen zusätzlich das furchtbare Handeln. Diese Kombination verstärkte den ohnehin schon bedrückenden Eindruck, den man bereits vor dem Besuch hatte.

Anschließend ging ich weiter und stand vor einem großen Bildschirm, auf dem jedes Lager und jede Arbeitsstätte auf einer Landkarte abgebildet waren. Zu jedem Standort gab es kurze Informationen, unter anderem zur Anzahl der Häftlinge und zu den Aufgaben des jeweiligen Lagers. Es war erschreckend zu sehen, wie viele Punkte auf der Karte verzeichnet waren. Noch bedrückender war das Wissen, dass an jedem dieser Orte Leid, Schmerz, Tod und Unmenschlichkeit zum Alltag gehörten.

Des Weiteren konnte man sich einige Formulare ansehen, die einst ausschließlich für die IKL entworfen wurden. Es war interessant zu sehen, wie organisiert alles war und wie selbst die kleinsten Vorfälle dokumentiert wurden. Sehr schade ist, dass viele dieser Dokumente vernichtet wurden. Sie wären eine wichtige Mahnung und Abschreckung für die Nachwelt gewesen.

Danach wechselte ich die Seite und schaute mir den linken Teil der Ausstellung an. Dort ging es um die ärztliche Versorgung sowie um medizinische Versuche. Leider waren die dort bereitgestellten Bildschirme eingefroren. Diesen Aspekt finde ich besonders perfide. Versuche an lebenden Menschen durchzuführen, setzt ein außergewöhnliches Maß an Skrupellosigkeit voraus.

Meine letzte Station war der Bereich, in dem die Lebensläufe einiger SS-Angehöriger transparent dargestellt wurden. Man konnte schnell erkennen, dass alle zeitweise in der Inspektion gearbeitet hatten. Es schien eine Art Sprungbrett für die Karriere innerhalb der SS gewesen zu sein. Auch dieser Teil der Ausstellung war für mich persönlich sehr interessant. Er zeigt, was alles möglich war und wie die Angehörigen auf diese Weise an das System gebunden wurden.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass in dieser „kleinen“ Ausstellung sehr viele interessante Informationen steckten. Sie ist kompakt gestaltet und dadurch nicht überladen. Dennoch vermittelt sie eindrucksvoll, was geschehen ist und was sich hoffentlich niemals wiederholen wird. Das sollten wir uns stets vor Augen halten und unsere Demokratie mit allem, was wir haben, verteidigen.

Nach dem Besuch war ich persönlich sehr nachdenklich. Ich denke, man kann sich nicht einmal im Entferntesten vorstellen, was die Menschen in dieser Zeit durchmachen mussten. Meiner Meinung nach haben wir die Pflicht, dafür zu sorgen, dass solche Zustände niemals wieder Realität werden.

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