Anerkennung für ausgezeichnete Leistung

Gesellschaftliches Engagement neben dem Studium und dabei trotzdem noch herausragende Leistungen erzielen, ist nicht leicht zu meistern. 43 Studierende der HWR zeigen, dass es möglich ist, und erhalten für ihre ausgezeichnete Leistung das diesjährige Deutschlandstipendium. Im Rahmen einer festlichen Veranstaltung fand am 20. Mai die Vergabe der Stipendien statt.

Dem 2011 von der Bundesregierung eingeführten Deutschlandstipendium liegt der Gedanke zugrunde „herausragende Leistung von engagierten Studierenden anzuerkennen und gemeinsam zur Förderung der Fachkräfte von morgen beizutragen“, so Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. Die Förderung beträgt 300 Euro monatlich und wird je zur Hälfte von Bund und privaten Förderern übernommen. Zahlreiche Unternehmen, Stiftungen und Alumni als private Förderer machen das Stipendium zur größten öffentlich-privaten Partnerschaft im Bildungsbereich in Deutschland.

„Durch die finanzielle Unterstützung bin ich in der Lage mich auf mein Studium zu konzentrieren und die mir gewonnene Zeit sowohl zum Lernen, als auch für mein gesellschaftliches Engagement zu nutzen. Ich schätze sehr die Unterstützung und das Engagement der Förderer“, so die Deutschlandstipendiatin Miriam Schmidt, die im Bachelor ‚International Business Management’ studiert.

Alle 43 Deutschlandstipendiaten mit Prof. Dr. Zaby und Frau Prof. Dr. Meyer

© HWR Berlin, Hallatschek: Gruppenfoto der Stipendiat/innen

Das Deutschlandstipendium zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass über die finanzielle Förderung hinaus auch die ideelle Unterstützung eine wichtige Rolle spielt. So entstehen langfristig tragfähige Netzwerke, sowohl mit den Förderern, als auch unter den Stipendiat/innen. „Ich sehe in dem Netzwerk noch Potential. Wir könnten zum Beispiel gemeinsam Deutschkurse in Notunterkünften anbieten.“, erzählt Tamara Hartenthaler, Studentin im Master ‚Business Intelligence and Process Management‘ und Deutschlandstipendiatin. Die privaten Förderer haben auch eine Art beratende Funktion. Sie vereinbaren individuelle Treffen mit den Stipendiat/innen und berichten von ihrem persönlichen Werdegang oder geben Ratschläge zu Karrierefragen, aber auch in anderen Bereichen. Einige Förderer geben den Stipendiat/innen Einblick in ihr Unternehmen, um plastisch darzustellen, welche Bedeutung Studieninhalte konkret in der Praxis haben können.

„Der Gedanke die Wirtschaft an einem solchen Stipendium zu beteiligen, ist insofern korrekt, als dass es eine starke Nachfrage seitens der Unternehmen an Hochschulen gibt und die Hochschulen der Gesellschaft letztendlich ausgebildete Persönlichkeiten zur Verfügung stellt. So gesehen muss die Unterstützung nicht ausschließlich Aufgabe des Staates sein. Ein gewisser Anteil kann von den Unternehmen einfließen, ohne, dass Einfluss auf die Hochschule genommen wird“, so Denise Gücker, Verantwortliche für das Deutschlandstipendium an der HWR und im Career Service tätig.

Die Förderer lernen die Stipendiaten bei der Auftaktveranstaltung kennen

© HWR Berlin, Hallatschek

Anfangs war genau das die Befürchtung und Kritik am Deutschlandstipendium: eine zu große Einflussnahme der Unternehmen auf den Auswahlprozess und auch die Erwartung einer gewissen Gegenleistung. Frau Gücker kann jedoch bestätigen, dass dies an der HWR nie gegeben war und auch so nicht von dem Programm vorgesehen sei. Die Auswahlkommission ist breit besetzt und schließt unter anderem alle Studiendekan/innen, vom Asta benannte studentische Vertreter/innen, die Schwerbehindertenbeauftragte und die Frauenbeauftragte ein. So wird ein unabhängiger und fairer Auswahlprozess gewährleistet.

„Menschen, die Führungspositionen in Wirtschaft und Gesellschaft bekleiden, haben große Einflussmöglichkeiten auf ihre Umgebung. Deshalb ist es wichtig, dass sie diese verantwortlich wahrnehmen. Das verlangt gesellschaftliches Engagement und verantwortliches Handeln.“, so Prof. Dr. Susanne Meyer, Vizepräsidentin der HWR, bei der diesjährigen Vergabe der Deutschlandstipendien.

Das Deutschlandstipendium beruht auf einem breiten Leistungsbegriff. Dieser umfasst  neben gesellschaftlichem Engagement und herausragenden Leistungen auch die Überwindung von Hindernissen in der Bildungsbiografie und Besonderheiten im persönlichen Werdegang. Außerdem schließt das Programm auch ausländische Studierende ein.

„Unsere Stipendiaten sind also nicht nur diejenigen, die von vornherein bessere Voraussetzungen haben, sondern sie spiegeln nach Sozialfaktoren den ganz normalen Durchschnitt der Studierenden wider“, erklärt Frau Gücker.

Der Förderung durch private Geldgeber liegen unterschiedliche Motivationen zugrunde. Neben bereits bestehenden Kooperationen und Beziehungen mit der HWR, zum Beispiel mit Professoren, im Bereich Career Service oder als duale Ausbildungspartner, ist ein Förderungsgrund vor allem die gesellschaftliche Verantwortung junge Menschen in ihren Leistungen Anerkennung zu zeigen und sie dabei zu unterstützen weiterhin gut voranzukommen.

Prof. Dr. Zaby mit Deutschlandstipendiaten

© HWR Berlin, Hallatschek

„Insbesondere Alumni fühlen eine Verbundenheit und haben die finanziellen Mittel. Sie sehen, dass es nützlich ist, wenn man junge Menschen unterstützt – auch persönlich mit Rat und Tat. Sie möchten gerne etwas zurückgeben.“, so Frau Gücker.

Zum Teil spielt auch Nachwuchsgewinnung und frühzeitiger Kontakt zu Studierenden eine Rolle für Unternehmen.

Die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung zeigt sich also sowohl bei den Stipendiaten, als auch bei den fördernden Unternehmen. Beide Seiten leisten ihren Beitrag, der von der HWR gewürdigt wird. Auch im Leitbild ist verankert, dass nicht nur Leistungsbereitschaft, sondern auch gesellschaftliches Engagement erwartet und gefördert wird. Diese Kombination und der darin enthaltene Leistungsbegriff sind im Leitbild, als auch im Profil des Deutschlandstipendiums von besonderer Bedeutung.

 

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