
Bevor ich das Seminar „Resiliente Demokratie durch Verwaltungsmitarbeitende mit demokratischer Überzeugung“ besucht habe, hatte ich zunächst keine klare Vorstellung davon, was mich erwartet. Für mich stand Verwaltung vor allem für Gesetze, Vorschriften und organisatorische Abläufe. Im Laufe des Seminars hat sich diese Sichtweise jedoch verändert. Mir wurde bewusst, dass Demokratie nicht nur durch politische Entscheidungen geprägt wird, sondern auch durch die Menschen, die sie im Alltag durch ihre Arbeit mittragen und gestalten. Mir ist klar geworden, dass Bürgerinnen und Bürger den Staat oft zuerst durch den Kontakt mit Behörden erleben. Wie dort kommuniziert, entschieden und gehandelt wird, beeinflusst letztlich auch das Vertrauen in demokratische Institutionen.
Ein Gedanke, der mich während des Seminars immer wieder beschäftigt hat, ist die Frage, wie selbstverständlich wir Demokratie wahrnehmen. Sie muss geschützt werden und lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und für demokratische Werte einstehen. Das gilt nicht nur für Politikerinnen und Politiker, sondern eben auch für die Menschen, die tagtäglich in der Verwaltung arbeiten.
Was ich aus dem Seminar mitnehme, ist die Erkenntnis, dass die Arbeit in der Verwaltung viel mehr ist als das bloße Anwenden von Gesetzen und Vorschriften. Hinter jeder Entscheidung stehen Menschen, und jede Entscheidung kann Auswirkungen darauf haben, wie der Staat wahrgenommen wird. Das hat mir noch einmal gezeigt, wie groß die Verantwortung von Verwaltungsmitarbeitenden eigentlich ist.
Auch die Diskussionen im Seminar haben mir gefallen. Unterschiedliche Perspektiven haben deutlich gemacht, dass es auf viele Fragen keine einfachen Antworten gibt. Gerade dieser Austausch hat dazu beigetragen, die Inhalte nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern sie auch kritisch zu hinterfragen und auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu beziehen.
Rückblickend nehme ich aus dem Seminar vor allem mit, dass Demokratie nicht nur in Parlamenten oder bei Wahlen stattfindet. Sie zeigt sich auch im respektvollen Umgang miteinander, in transparenten Entscheidungen und in der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Ich glaube, genau diese alltäglichen Aspekte machen eine Demokratie langfristig widerstandsfähig.
Seit der letzten Veranstaltung in diesem Portfolio, sind schon fast zwei Wochen vergangen. In den letzten zwei Wochen habe ich noch einige Male über unsere Vorlesungen nachgedacht und überlegt, was ich aus den letzten Wochen mitgenommen habe. Etwas überzogen gesagt wusste ich auch schon vorher wie wichtig die Demokratie ist und dass sie geschützt werden muss, natürlich habe ich nochmal andere Ansichten oder Dinge erfahren, die ich zuvor nicht kannte, aber im großen und ganzen hab ich aus dem Kurs vor allem mitgenommen, wieder mehr darauf zu achten wie gefährdet unsere Demokratie ist. Ich wusste dass sie geschützt werden muss, aber hab nicht darüber nachgedacht, wo die Gefahren sind. Durch die Vorlesungen hab ich wieder mehr Nachrichten geschaut und versucht zu filtern, wo Gefahren für die Demokratie liegen. Daher würde ich auch jedem empfehlen dieses Portfolio ernst zu nehmen, denn im Endeffekt ist es mit das wichtigste was jeder lernen sollte, als Angestellter in der Verwaltung sind wir mit dafür Verantwortlich, wass im kleinen in unserer Veraltung passiert, was sich aufs große ganze auswirken kann. Besonders hat mir Gefallen, dass wir am Ende alle nochmal aufgeschrieben haben was wir mitgenommen haben etc., um nach den Wochen des Meinungsaustauschs auch zu erfahren, wie sich der Kurs auf die anderen ausgewirkt hat und was diese mitgenommen haben. Für diese Reflexion habe ich dann auch nochmal nachgedacht was im Kurs verändert werden könnte, abgesehen von der Erweiterung des KZ Sachsenhausen, was ja schon einige genannt hatten. Ich denke es ist manchmal auch okay dass nichts verändert werden muss, da ich im richtigen Maße über die Demokratie gelernt und nachgedacht habe und offensichtlich auch immernoch über den Kurs nachdenke. Auf der einen Seite war es natürlich beruhigend dass alle die Demokratie als wichtiges Gut angesehen haben, mich hätte tatsächlich noch die Entwicklung eines Studenten interessiert, der eher abgeneigt von der Demokratie war, um zu sehen ob er oder sie danach vielleicht auch ein Schützer der Demokratie wird, das ist natürlich schwer für den Kurs zu planen. Ich bin froh das Portfolio in diesem Semester gehabt zu haben.
In dem Portfoliomodul habe ich gelernt, Demokratie nicht als etwas Selbstverständliches zu betrachten, sondern als etwas, das ständig gepflegt, geschützt und weiterentwickelt werden muss. Besonders deutlich wurde für mich, dass demokratische Institutionen nur dann langfristig stabil bleiben können, wenn Bürgerinnen und Bürger sowie staatliche Akteure Verantwortung übernehmen und sich aktiv für demokratische Werte einsetzen. Das Seminar hat mir vermittelt, wie eng Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und politische Teilhabe miteinander verbunden sind.
Mein Blick auf meinen zukünftigen Berufsalltag in der öffentlichen Verwaltung hat sich durch das Seminar verändert: Vor Beginn der Lehrveranstaltung habe ich die Verwaltung vor allem als eine Institution wahrgenommen, die Gesetze und Vorschriften umsetzt und Verwaltungsleistungen erbringt. Im Verlauf des Seminars wurde mir jedoch bewusst, dass die öffentliche Verwaltung weit mehr ist als eine reine Vollzugsbehörde: Sie übernimmt eine zentrale Rolle für die Funktionsfähigkeit des demokratischen Systems und trägt maßgeblich dazu bei, das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat zu stärken oder zu schwächen.
Ich habe verstanden, dass Verwaltungsmitarbeitende durch ihr tägliches Handeln demokratische Werte konkret erlebbar machen können. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass Beschäftigte im öffentlichen Dienst eine besondere Verantwortung tragen, da sie als Vertreterinnen und Vertreter staatlicher Institutionen wahrgenommen werden. In meinem späteren Berufsalltag möchte ich deshalb dazu beitragen, Entscheidungen nachvollziehbar zu gestalten, Menschen unabhängig von Herkunft, Religion etc. gleich zu behandeln und somit das Vertrauen in demokratische Institutionen zu fördern.
Das Seminar hat mir außerdem verdeutlicht, dass die Verteidigung demokratischer Institutionen und die Wahrung von Grund- und Freiheitsrechten nicht ausschließlich Aufgabe des Staates oder politischer Entscheidungsträger sind. Jede einzelne Person kann einen wichtigen Beitrag leisten. Dazu gehört, sich kritisch mit Informationen auseinanderzusetzen, unterschiedliche Meinungen zuzulassen und Desinformation bewusst zu hinterfragen. Ebenso wichtig ist es, sich gegen Diskriminierung und demokratiefeindliche Einstellungen zu positionieren und sich aktiv an gesellschaftlichen und politischen Prozessen zu beteiligen. Bereits im Alltag kann demokratisches Handeln sichtbar werden – beispielsweise durch die Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen.
Besonders prägend war für mich die Beschäftigung mit Timothy Snyders Buch „Über Tyrannei“. Seine Lektionen haben mir gezeigt, dass Demokratien nicht plötzlich verschwinden, sondern häufig schrittweise geschwächt werden, wenn Menschen Gleichgültigkeit entwickeln oder antidemokratische Entwicklungen nicht ernst nehmen. Aussagen wie „Verteidige Institutionen“ oder „Glaube an die Wahrheit“ haben mich besonders angesprochen, weil sie verdeutlichen, dass Demokratie von aktiver Beteiligung lebt und nicht allein durch Gesetze oder Verfassungen geschützt werden kann.
Einen besonderen Mehrwert hatten für mich die Gruppendiskussionen im Seminar. Durch den Austausch mit anderen Studierenden konnte ich unterschiedliche Sichtweisen kennenlernen und meine eigenen Überzeugungen kritisch hinterfragen.
Insgesamt hat das Seminar mein Verständnis von Demokratie definitiv erweitert. Ich habe erkannt, dass demokratische Resilienz nicht nur von politischen Institutionen abhängt, sondern auch von der Haltung und dem Handeln jedes Einzelnen.
Für meine zukünftige Tätigkeit in der öffentlichen Verwaltung nehme ich mit, dass ich durch verantwortungsbewusstes, transparentes und respektvolles Handeln einen Beitrag dazu leisten kann, demokratische Institutionen zu stärken und die Grund- und Freiheitsrechte aller Menschen aktiv zu schützen.