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Kursreflexion über das Portfolio „Resiliente Demokratie durch Verwaltungsmitarbeitende mit demokratischer Überzeugung“


In dem Portfoliomodul habe ich gelernt, Demokratie nicht als etwas Selbstverständliches zu betrachten, sondern als etwas, das ständig gepflegt, geschützt und weiterentwickelt werden muss. Besonders deutlich wurde für mich, dass demokratische Institutionen nur dann langfristig stabil bleiben können, wenn Bürgerinnen und Bürger sowie staatliche Akteure Verantwortung übernehmen und sich aktiv für demokratische Werte einsetzen. Das Seminar hat mir vermittelt, wie eng Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und politische Teilhabe miteinander verbunden sind. 

Mein Blick auf meinen zukünftigen Berufsalltag in der öffentlichen Verwaltung hat sich durch das Seminar verändert: Vor Beginn der Lehrveranstaltung habe ich die Verwaltung vor allem als eine Institution wahrgenommen, die Gesetze und Vorschriften umsetzt und Verwaltungsleistungen erbringt. Im Verlauf des Seminars wurde mir jedoch bewusst, dass die öffentliche Verwaltung weit mehr ist als eine reine Vollzugsbehörde: Sie übernimmt eine zentrale Rolle für die Funktionsfähigkeit des demokratischen Systems und trägt maßgeblich dazu bei, das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat zu stärken oder zu schwächen. 

Ich habe verstanden, dass Verwaltungsmitarbeitende durch ihr tägliches Handeln demokratische Werte konkret erlebbar machen können. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass Beschäftigte im öffentlichen Dienst eine besondere Verantwortung tragen, da sie als Vertreterinnen und Vertreter staatlicher Institutionen wahrgenommen werden. In meinem späteren Berufsalltag möchte ich deshalb dazu beitragen, Entscheidungen nachvollziehbar zu gestalten, Menschen unabhängig von Herkunft, Religion etc. gleich zu behandeln und somit das Vertrauen in demokratische Institutionen zu fördern.

Das Seminar hat mir außerdem verdeutlicht, dass die Verteidigung demokratischer Institutionen und die Wahrung von Grund- und Freiheitsrechten nicht ausschließlich Aufgabe des Staates oder politischer Entscheidungsträger sind. Jede einzelne Person kann einen wichtigen Beitrag leisten. Dazu gehört, sich kritisch mit Informationen auseinanderzusetzen, unterschiedliche Meinungen zuzulassen und Desinformation bewusst zu hinterfragen. Ebenso wichtig ist es, sich gegen Diskriminierung und demokratiefeindliche Einstellungen zu positionieren und sich aktiv an gesellschaftlichen und politischen Prozessen zu beteiligen. Bereits im Alltag kann demokratisches Handeln sichtbar werden – beispielsweise durch die Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen. 

Besonders prägend war für mich die Beschäftigung mit Timothy Snyders Buch „Über Tyrannei“. Seine Lektionen haben mir gezeigt, dass Demokratien nicht plötzlich verschwinden, sondern häufig schrittweise geschwächt werden, wenn Menschen Gleichgültigkeit entwickeln oder antidemokratische Entwicklungen nicht ernst nehmen. Aussagen wie „Verteidige Institutionen“ oder „Glaube an die Wahrheit“ haben mich besonders angesprochen, weil sie verdeutlichen, dass Demokratie von aktiver Beteiligung lebt und nicht allein durch Gesetze oder Verfassungen geschützt werden kann.

Einen besonderen Mehrwert hatten für mich die Gruppendiskussionen im Seminar. Durch den Austausch mit anderen Studierenden konnte ich unterschiedliche Sichtweisen kennenlernen und meine eigenen Überzeugungen kritisch hinterfragen. 

Insgesamt hat das Seminar mein Verständnis von Demokratie definitiv erweitert. Ich habe erkannt, dass demokratische Resilienz nicht nur von politischen Institutionen abhängt, sondern auch von der Haltung und dem Handeln jedes Einzelnen. 

Für meine zukünftige Tätigkeit in der öffentlichen Verwaltung nehme ich mit, dass ich durch verantwortungsbewusstes, transparentes und respektvolles Handeln einen Beitrag dazu leisten kann, demokratische Institutionen zu stärken und die Grund- und Freiheitsrechte aller Menschen aktiv zu schützen.

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