E-Learning auf der CeBIT

von Lisa Gruenecker

Vom 5. bis zum 9. März fand in Hannover wieder die CeBIT statt. Die weltweit größte Messe für Informationstechnik wurde wie jedes Jahr von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet und stellte in diesem Jahr das Thema “Shareconomy” in den Mittelpunkt. Damit ist das Teilen und gemeinsame Nutzen von Wissen, Ressourcen und Erfahrungen als neue Form der Zusammenarbeit gemeint. Zwar besitzt diese Medaille auch eine dunkle Seite (beispielsweise das illegale Verbreiten von Musiktiteln über das Internet), allerdings sehen besonders junge Leute das Internet selbstverständlich als Ort zum Teilen von Wissen an und auf der Seite der Unternehmen steht besonders das Teilen von Ressourcen im Vordergrund. Schlagworte sind hier die sogenannten Smart-Grids und das Cloud-Computing.

Auch im Bereich E-Learning gab es Neuigkeiten auf der diesjährigen CeBIT. Die Schwerpunkte liegen im Bereich des mobilen E-Learnings und der Verwendung mobiler Geräte im E-Learning.

Die Fraunhofer Academy, die Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft für externe Weiterbildung, stellte zu diesem Thema ihre neue Lern-App „iAcademy“ vor. Mithilfe dieser App fürs iPad können die heruntergeladenen Lerninhalte jederzeit und ortsunabhängig abgerufen werden. Die App kann sowohl als Blended Learning Unterstützung als auch als reine Lern-App genutzt werden. Mit der Editor Software können außerdem bequem eigene Lerninhalte erstellt werden. Die App, die natürlich nicht nur im Studium verwendet werden kann, sondern auch beispielsweise im Bereich des Corporate E-Learning eingesetzt werden könnte, trifft damit die Anforderungen der Personalverantwortlichen der Unternehmen. Einer Umfrage der Studiengemeinschaft Darmstadt zufolge, sehen zwischen 75 und 90 Prozent der HR-Manager den Einsatz digitaler Medien und Formate in Zukunft als wichtig oder äußerst wichtig an. Dabei sollen neben Webbased Trainings auch Lern-Apps angeboten werden. Es wird besonders viel Wert auf eigenverantwortliches Lernen und Eigeninitiative gelegt. Mit der App trifft die Fraunhofer Academy also den Nerv der Zeit.

Eine Plattform für eigenverantwortliches Lernen stellte in diesem Jahr das Hasso Plattner Institut für Softwaresystemtechnik vor. Auf Kurse des HPI haben wir bereits vor einigen Wochen aufmerksam gemacht. Bei der Plattform openHPI handelt es sich um ein MOOC-Angebot (Massive Open Online Course), welches bereits sehr erfolgreich in den USA angeboten wird. OpenHPI soll jedoch noch über das amerikanische Vorbild hinausgehen und integriert soziale Netwerke, die dabei helfen sollen, das neu Gelernte diskutieren zu können und sich darüber auszutuschen. Die Kurse werden kostenlos angeboten und es gibt keine Zulassungsvoraussetzungen, denn die Themen sollen allen verständlich erklärt werden. Thematisch handelt es sich um Grundlagen der Informatik oder auch um aktuelle Themen wie Semantic Web oder Multicore und Cloud Computing. Für Interessierte, die sich in ihrer Freizeit kostenlos in diesen Themen fortbilden möchten, lohnt sich ein Besuch bestimmt.

Ein weiteres interessantes Anwendungsgebiet des E-Learnings, das kurz vorgestellt werden sollte, wurde auf der CeBIT vom CeLTech (Centre for e-Learning Technology) vorgestellt. Als einen seiner Schwerpunkte sieht CeLTech das Thema „e-learning in Medicine“. Dabei wird E-Learning vielfältig eingesetzt. Beispielsweise als Mittel zur Ausbildung junger Mediziner anhand von virtuellen Patienten oder im Zusammenhang mit einem internationalen Forschungsprojekt zur Nutzung mobiler Lerntechnologien um die Effektivität multinationaler humanitärer Hilfsaktionen zu verbessern.

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Ein Gedanke zu „E-Learning auf der CeBIT

  1. Lennart Bolduan

    Ja schön! Ich bin sau gespannt wie Smart-Grids, Cloud-Computing und Mobile Devices unsere Gewohnheiten in den nächsten 5 Jahren veränder. Ich freu mich drauf!

    Toll Frau Gruenecker, danke für den schön geschriebenen Artikel.

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