Mahara. Ein Erfahrungsbericht.

Als ich letztes Jahr im E-Learning angefangen habe, wurde mir Mahara als Schwerpunkt meiner Tätigkeit zugewiesen. Ich hatte sogar eine Probeansicht erstellt, um an meinem persönlichen Beispiel zu erklären, wie Mahara angewendet werden kann. Danach war ich eine Weile mit anderen Systemen beschäftigt und wurde von Mahara etwas abgelenkt. Hiermit möchte ich aber mich selbst und vor allem Sie, lieber Leser, an Mahara erinnern, bzw. auf meinen Erfahrungsbericht noch einmal zurückblicken, damit das Thema wieder an Bedeutung gewinnt.

Fange ich von vorne an!

Ich hatte die Aufgabe bekommen, mein Freiwilliges Soziales Jahr zu reflektieren und als Mahara-Ansicht darzustellen. Ein Werkzeug und eine Menge Information standen mir zur Verfügung. Meine Aufgabe war es, das Ganze auf der Ansichtsseite schlüssig und strukturiert zusammen zu stellen.

Obwohl es meine persönliche Erfahrung war, fiel es mir nicht besonders leicht, das Wichtigste von dem Rest abzugrenzen. Deswegen musste ich zunächst auf das gesamte Jahr zurückblicken und überlegen, was alles mit mir passiert ist und was davon sinnvoll war und mich in meiner Weiterentwicklung gefördert hatte. So ist die grobe Gliederung entstanden:

  1. Allgemeine Infos zum FSJ
  2. Infos zu meiner Einsatzstelle (die Organisation, wo ich gearbeitet habe)
  3. Infos zu meinem Träger (die Vermittlungsorganisation zwischen Freiwilligen und der Einsatzstelle).

Diese 3 Themen sind zu den Unterthemen der gesamten Ansicht geworden.

Dann musste ich überlegen, wie alle Informationen dargestellt werden sollen, also wie das Seitenlayout aussehen soll. Mahara bietet neben den fertigen Layouts die Möglichkeit, ein eigenes Layout zu erstellen. Dabei ist das erste Problem aufgetreten. Da ich drei Unterthemen hatte, habe ich das Dreispaltenlayout gewählt, was in der Theorie logisch war und in der Praxis gescheitert ist. In meinem Fall, weil es mehr Infos zu meinem Träger als zu den anderen Unterthemen gab, und die dritte Spalte somit doppelt so lang war wie die anderen zwei. Ich habe es im Endeffekt hingekriegt, dadurch dass ich vier Spalten – Vierzeilenlayout erstellt habe, wobei die Infos zum Träger auf zwei Spalten verteilt waren. Ich habe aber ziemlich lange daran gesessen und fand es sehr aufwendig, einzelne Blöcke zusammen zu basteln.

Deswegen würde ich Folgendes empfehlen, um Zeit zu sparen. Bevor man mit dem Layout anfängt, ist es sinnvoll, die grobe Gliederung zu erstellen und das auf einem Blatt Papier mit den wahrscheinlich benötigten Blöcken aufzuzeichnen oder auf eine Art Pinnwand zu projizieren. Damit bekommt man den Überblick über die gesamte Ansicht und kann besser ableiten, welches Layout am besten passt. Danach kann man es immer noch ändern und einzelne Blöcke anders platzieren, während die gesamte Struktur bleibt.

Nachdem das Layout gewählt wurde, bin ich zu dem Inhalt übergegangen.

Unbenannt 1
Screenshot Mahara

In Mahara sind 2 Arten von Informationen zu unterscheiden. Einige Blöcke (z.B. Persönliche Informationen) kann man im Abschnitt „Inhalt“ einrichten, die werden im persönlichen Profil gespeichert und können für die weiteren Ansichten wiederverwendet werden. In meiner Ansicht waren das die Blöcke Persönliche Ziele und Social Media.

Der andere Typ sind die für jede Ansicht neu erstellte Blöcke: Text, Bild, Ordner, Externe Inhalte, Eingebettete Medien u.a. Da ist es ganz wichtig zu überlegen, in welchem Verhältnis Bild, Text und andere Medien auf der Seite angeordnet werden sollen. Warum? Es soll nicht zu viel Text und wiederum nicht zu viel Interaktion geben, damit es informativ, anschaulich, jedoch nicht langweilig wird.

Neben dem Text habe ich viele Bilder (habe mit Absicht die Lustigsten rausgesucht), das YouTube-Video über meinen Träger und den Standort von meiner Einsatzstelle in Google Maps benutzt.  Mahara bietet auch andere Möglichkeiten den Inhalt zu gestalten, wie z. B. Externes Medium, Google Apps, Blogs etc. Da besteht eine gute Möglichkeit, sich damit auszuprobieren.

Wenn die Textblöcke erstellt und die Medien hinzugefügt wurden, ist das zweitgrößte Problem nach dem Layout aufgetreten.

Wie sollte ich die Blöcke genauer platzieren? Dafür habe ich leider keine konkrete Lösung gefunden, weil ich selbst da rumgespielt habe und die Blöcke mehrmals zwischen verschiedenen Positionen gezogen habe, damit das gesamte Bild so aussehen konnte, wie es jetzt ist.

Die wichtigste Anmerkung sei, dass die Ansicht im Bearbeitungsmodus aufgrund von Editionsinstrumenten/Buttons anders aussieht, als die fertige Version. Deswegen soll man sich nach der Verschiebung von jedem Block die Ansicht anzeigen lassen, damit man versteht, wie die genaue Veränderung auf das Gesamte gewirkt hat.

Dann war die Ansicht fertig und bereit für die Freigabe an andere Nutzer.

Neben detaillierten Anmerkungen zu Mahara möchte ich paar allgemeine Infos ergänzen. Obwohl Mahara viele Gestaltungsmöglichkeiten zu Verfügung stellt, gibt es bestimmte Rahmenbedingungen bzw. Einschränkungen, die zu beachten sind. Zum Beispiel ist keine Änderung der Schrift für den Titel zum Text, Bild, Medium vorgesehen, die Bildergröße in der Bildergalerieansicht ist schwer anzupassen.

Deswegen ist es ganz wichtig, sich zunächst mit Mahara vertraut zu machen und verschiedene Optionen auszuprobieren, um ein Gefühl über das Werkzeug zu bekommen, wie es überhaupt funktioniert.

Die Erstellung von meiner FSJ-Ansicht hat mir sehr viel gebracht.

Freiwilliges Jahr ist ein schönes Erlebnis Mahara der HWR Berlin

Als das freiwillige Jahr um war, haben Studium und Arbeit an der HWR begonnen und ich hatte kaum Zeit auf das gesamte Jahr zurückzublicken und zu reflektieren, wie es mich beeinflusst hat und was ich daraus gelernt habe, welche Kenntnisse, Kompetenzen und Skills ich erworben habe.  Mahara hat vor allem die zeitliche Strukturierung meines FSJs erlaubt. Ich habe alle Ereignisse auf der Timeline geordnet, und damit ist mir deutlich geworden, welche sich davon positiv oder negativ auf meine Weiterentwicklung ausgewirkt haben. Die Fotos waren eine Art Sammlung von glücklichsten Momenten. (Das lässt sich auf den Fotos leicht erkennen). Ich habe neu erworbene Skills in der Ansicht nicht aufgelistet, aber ich habe mich beim Erstellen daran erinnert, wie ich mich früher in einigen Situationen verhalten habe und wie es sich im Laufe des Jahres positiv geändert hat.

Mein Beispiel könnte man zur Anwendung von Mahara als Praktikumsbericht zuordnen.

Außerdem könnte man  Mahara  als Alternative zu den gewöhnlichen Prüfungsleistungen, wie Referaten, Hausarbeiten, oder auch im Laufe des Semesters als Lerntagebuch benutzen, um die Lerninhalte besser zu verarbeiten und zu analysieren. Der meiner Meinung nach wichtigste Aspekt von Mahara ist die Möglichkeit, sich kreativ zu betätigen, dadurch dass man einen eigenen Mix aus Text, Bild und Medien erstellt. Das erlaubt den Studierenden die Lerninhalte mit persönlichen Wahrnehmungen zu verknüpfen, während die in eigene Worte gefasst werden. In Folge könnte so zum Beispiel die Vorbereitung zur mündlichen Prüfung oder Klausur am Ende des Kurses erleichtert werden.

Hier geht es zu Maharahttps://mahara.hwr-berlin.de/

Offizielle Homepage: http://www.mahara.org/

 

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Ein Gedanke zu „Mahara. Ein Erfahrungsbericht.

  1. Lina Mey

    Guter Artikel, das spiegelt so ziemlich meine eigenen Erfahrungen mit mahara wider. Mahara hat viele Vorteile, aber dennoch auch einige Einschränkungen, die es kompliziert machten, damit zu arbeiten. Vielleicht könnte man diese noch verbessern, dann wäre es wirklich ein tolles Werkzeug!

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