Ferienspiele

Screenshot aus “König der Mathematik”, Oddrobo Software AB (Genehmigung eingeholt)

Weihnachtsferien, Winterferien – ganz lernfrei sind auch die Ferien nicht. Bei uns (als zugegeben nicht ganz technikfreie Familie) werden dann manchmal entsprechende Apps und Internetseiten getestet. Und so möchte ich heute mal von unseren persönlichen Erfahrungen abseits der HWR-Werkzeuge berichten.

Nette lernrelevante Apps für Teenager sind schwieriger zu finden.  Die Lernbegeisterung hat nachgelassen, Hausaufgaben und Testvorbereitungen werden wichtiger.

Doch Duolingo wurde immerhin durch die Älteste in die Familie getragen. Apple und Google kürten die kostenlose Applikation zur App des Jahres 2013. Anders als bei Quizlet (immer noch die erste Wahl fürs Vokabellernen) kann man hier keine Wörter eingeben, wird aber durch ein gut aufgebautes Sprachlernmenü geleitet. Man übt Sprechen, Schreiben und Hören.

Gelernt wird in Häppchenform mit Lernfortschrittskontrolle durch Belohnungselemente. Duolingo kann gerade beim Lernen der zweiten Fremdsprache eine große Unterstützung sein. Sogar unser Schulanfänger lernt mit absoluter Begeisterung per Duolingo Englisch (Ausgangssprache Deutsch, Hilfe bei den Schreibübungen empfehlenswert). Langsam, in kleinen Schritten – mit Freude über jeden Tag mit dem “grünen Häkchen”. Vorher hatten wir  2 Apps der Reihe Englisch mit Hexe Huckla. Spaß gemacht haben sie ihm eine Weile, ich fand sie weder zum Lernen noch zum Spielen sonderlich gut geeignet.

Außerdem kamen wir -wie so viele andere -in den Ferien an Quizduell nicht ganz vorbei. Der Bezug zum Lernen ist nicht so groß – aber es gab viele Fragen bei denen als sinnfrei empfundener Schulstoff plötzlich zum Wissensvorsprung führte. Allerdings hilft bei anderen Fragen eher das Lesen von Gala, Bunte & Co… Natürlich finde ich das Spiel albern und lächerlich… doch irgendwie kämpfe ich trotzdem immer wieder mal gegen Verwandte, Freunde und Fremde. Für potentielle Gegner: Ihr findet mich als “Blueshadow” in dem Spiel.

Beim König der Mathematik geht es ums Kopfrechnen, Kopfrechnen, Kopfrechnen. Wieder im Wettkampfmodus gegen die Zeit, für erspielte Punkte kann man im Rang aufsteigen. Und die Eltern können lutschen welche Rechenarten abgearbeitet sind – Statistik scheint nicht so gut anzukommen…

Für die Jüngeren gibt es den König der Mathematik Junior mit dem gleichen Prinzip. Die Anwendung kam bei uns genau zur richtigen Zeit und kommt besser an als “ich schreib Dir mal ein paar Übungsaufgaben auf”. Vorher hatten wir Conni Lernspass Mathe 1. Klasse getestet. Mit Begeisterung, denn die Übungen waren wirklich sehr abwechslungsreich und witzig. Allerdings ist man zu schnell durch, dann lockt das Spiel weniger und ist im Preis (heute bei 3,59 Euro) dadurch ein wenig zu hoch. Beim König der Mathematik Junior waren “Zählen”, “Plus” und “Minus” kostenlos, den Entwicklern kann man die 1,79 Euro für die Vollversion aber auch gönnen (und bald müssen wir sicher Malfolgen üben). Am Androidhandy gibt es ebenfalls viele Matheapps. Hier ist unser Favorit eine

Zur Vollständigkeit möchte ich noch unser liebstes Vorschullernprogramm erwähnen. Beim Lernerfolg Vorschule – Capt’n Sharky spricht Dirk Bach den Piraten unvergleichlich gut. Es war wahrscheinlich unsere erste Lernapp, aber wir werden sie sicherlich nicht so bald löschen.

Und zum Schluß noch zwei Wünsche:

Liebe Appentwickler: Kann bitte jemand die wundervolle PC-Spielreihe “Fritz und Fertig” als genauso stimmige App entwickeln?

Liebe Leser: Gebt Ihr bitte in den Kommentaren Hinweise auf Lernapps die Euch gefallen? Oder sammelt mit uns zusammen Entwicklungswünsche. Dann schaffen wir vielleicht mal einen Artikel rund um studienrelevante Applikationen.

 

 

 

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8 Gedanken zu „Ferienspiele

  1. Anonym

    Guter Artikel, allerdings fehlt mir der Aspekt lernen durch (YouTube-) Videos. Apps eigenen sich, meiner Meinung nach, sehr gut zum Üben und wiederholen, sind aber nicht so geeignet, wenn es um das neuerlernen geht. Zwar kann man sich in Bereichen wie Mathe oder Sprachen viel durch Apps aneignen, aber für Sachen wie Physik, Geschichte oder Bio sind nur wenige vorhanden (und die meist nicht geeignet). Auch ist das Spektrum an kostenlosen Videos riesig, genauso wie die Themenmöglichkeiten. Und wenn sie so gut gemacht und liebevoll animiert sind wie z.B. die Videos von Kurzgesagt (http://www.youtube.com/user/Kurzgesagt) oder so nett gezeichnet wie die von AsapSCIENCE (https://www.youtube.com/user/AsapSCIENCE?feature=g-subs-u ), dann schaut man sie auch mal so, einfach zum dazulernen. Auch empfehlenswert finde ich, die etwas längeren, aber dafür umfangreicheren und oft richtig Themenanalysierenden Channel wie CrashCourse (https://www.youtube.com/channel/UCX6b17PVsYBQ0ip5gyeme-Q) und MrWissen2go (https://www.youtube.com/channel/UCZHpIFMfoJJ_1QxNGLJTzyA).

  2. susannemey

    Danke für den Beitrag, Und es stimmt – da bin ich doch ziemlich im App-Bereich hängen geblieben.

    Videoquellen empfehlen wir selber zur Unterstützung beim Umgang mit neuen Werkzeugen (Stichwort Moodle & Co). Falls doch mal ein Punkt aus unseren Schulungen in Vergessenheit gerät 😉

    Und 2011 berichteten wir über Sofatutor, da gab es damals sehr gut aufbereitetes Videomaterial. Mittlerweile frage ich mich aber, ob das Abomodell neben den vielen freien Inhalten im Netz so erfolgreich sein kann?

    Also, liebe Leser – natürlich sind auch Videoquellen und anderes in den Kommentaren willkommen.

  3. Da merke ich mal wieder, wie konservativ ich bin: bzw. wie ich an Hochschule und in der Familie mit zweierlei Maß messe… wir versuchen immer, unsere Tochter (13 J.) so weit von Apps entfernt zu halten wie möglich: ihre Generation verbringt schon genug Zeit am Bildschirm… trotzdem sehr interessant. Die einzige Lernanwendung, mit der ich Erfahrung habe ist der Phase-6 Vokabeltrainer (https://www.phase-6.de/) den wir für Latein verwenden, weil wir das nur zuhause lernen, also nicht in der Schule. Das schöne an dieser App ist, dass sie absolut mit dem (gedruckten) Lehrbuch (“Felix”) zusammenpasst. Interessanterweise habe ich trotzdem einen Vokabelkasten der alten Schule (mit Kärtchen) gekauft. Aber das Kind zieht den iPad vor…

  4. susannemey

    Hallo Marcus,
    Ich bin vor allem erstaunt, wie unterschiedlich das Technikthema durch die Schulen ins Elternhaus kommt. Bei meiner Großen war und ist der häusliche Netzzugang für Hausaufgaben, Facharbeiten und Präsentationen eine völlige Selbstverständlichkeit, bei meinem Zweiten werden solche Aufgaben vollständig in die Schule ausgelagert. Auf der anderen Seite sind gerade die technikaffinen Schulen am strengsten beim Thema Smartphones im Schulbetrieb. Bei Freunden in Berlin sah ich Eltern rotieren, weil nach dem Umzug der Netzzugang für die Hausaufgaben fehlte.

    Insofern können wir eher lenken als verhindern.

    Heute habe ich mit http://massmatics.de/de/ eine App (auch als Moodleeinbindung lizenzsierbar) kennengelernt, die sich -zusammen mit der Uni Offenburg – an Mathe-Brückenkurse für Studierende ausrichtet. Diese Tool ist mit Sicherheit einen zweiten Blick wert…ich werde berichten!

  5. (Wann kriegt dieses Blog eigentlich endlich einen Disqus Plugin damit man auf Beiträge direkt antworten kann???) — Habe den von @Susanne erwähnten Sofatutor Artikel gefunden — Sofatutor selbst hat sich mittlerweile (in sechs Jahren!!!) weiterentwickelt.

  6. susannemey

    Hat schon mal jemand https://learningapps.org/ ausprobiert? Die Idee klingt nett, eine Aufgabe die ich – eingebettet in Moodle – mal gesehen habe war zumindest ein “Eyecatcher” aber das Werbevideo mit den Computerstimmen finde ich etwas gruselig.

    Wenn ich mal viel Zeit hab – am Wochenende – werde ich es mal ausprobieren.

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