Wohin geht Moodle?

von Susanne Mey

24 Mrz, 2015

…war wohl eine der großen Fragen, die sich die Zuschauer der Keynote bei der MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck stellten. Die Erwartungshaltung ist schließlich groß, wenn der australische Moodlegründer Martin Dougiamas angekündigt ist. Herr Dougiamas ist sehr sympathisch, ansonsten sorgte die Keynote bei mir eher für Unsicherheit. Neben Empfehlungen (allgemeiner Natur) zur Arbeit mit dem System, […]

Moodl€…war wohl eine der großen Fragen, die sich die Zuschauer der Keynote bei der MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck stellten. Die Erwartungshaltung ist schließlich groß, wenn der australische Moodlegründer Martin Dougiamas angekündigt ist. Herr Dougiamas ist sehr sympathisch, ansonsten sorgte die Keynote bei mir eher für Unsicherheit. Neben Empfehlungen (allgemeiner Natur) zur Arbeit mit dem System, gab es eine kleine Folie mit einem kurzen Ausblick auf die neu zu gründende „Moodle Association“. Durch diese Vereinigung soll zahlenden Mitgliedern ein großer (ausschließlicher?) Einfluss auf zukünftige Moodle-Entwicklungen ermöglicht werden. Die Beitragshöhe wurde in diesem Vortrag nicht angesprochen. Im Flurfunk war von 4-5stelligen jährlichen Gebühren die Rede.

In anderen Veranstaltungen war von der dringenden Notwendigkeit die Rede, die Tagungsgebühren deutlich zu erhöhen. Es ist natürlich ein altes Thema rund um die Finanzierung von Open-Source-Plattformen und –Produkten. Und in der Thematik verständlich, bei freien Entwicklern und einigen (Hoch)schulen mit kleinen Budgettöpfen verursachte die Ankündigung trotzdem etwas besorgte Ganggespräche. Bei der Prekonferenz wurden aber von allen Beteiligten Präferenzwünsche  für die Entwicklung gesammelt. Und wie Andreas Wittke in seinem Blogbeitrag feststellt: “… wenn man nichts gibt, kann man auch keine Forderungen stellen.” Er begrüßt das neue Finanzierungsmodel enthusiastisch mit der Hoffnung auf viele neue Stellen im Entwicklerteam. In welche neuen Richtungen es geht, werden wir  abwarten müssen.

Aber zurück zum Vortrag. Wenn es um den technischen Background geht sind derzeit u.a. in Arbeit:

  • Navigation improvements (Usability)
  • Competency-based learning
  • Element Library
  • Editing in place
  • Learning plans

Besonders die Möglichkeit der direkten Bearbeitung wird von vielen Anwendern begrüßt werden – und uns die Schulungsarbeit sicherlich weiter erleichtern.

Schwierig bei der MoodleMaharaMoot war die Auswahl der Vorträge. Die Vorträge liefen zeitgleich in 9 Vorlesungsräumen mit halbstündigem Wechsel, so gab es an die 80 Wahlmöglichkeiten. Besonders fleißig war dabei Ralf Hilgenstock mit  Vorträgen in beinah jedem Zeitfenster. Im Tagungsprogramm standen leider nur ein kurzer Titel und die Namen der Vortragenden. Die Call-for-Paper-Datenbank mit wenigstens einigen Worten zur Erläuterung habe ich leider zu spät entdeckt. Wäre schön gewesen, wenn diese Erläuterungen etwas ausführlicher gewesen wären und vielleicht an zentralerer Stelle zu finden.

Ich besuchte in diesem Jahr wieder einige Vorträge und Workshops zum Thema Mahara. Sieglinde Jakob-Kuehn und Christine Dülfer beleuchteten die Plattform nicht nur von allen Seiten, sondern zeigten an konkreten Beispielen, wie Studierende Ihre Lern- und Arbeitserfahrung in Mahara reflektieren konnten. Stefanie Berger berichtete über ihre eigenen Anlaufschwierigkeiten mit Mahara und erklärte warum sie an der HU Berlin trotz Stolpersteinen und Skepsis zum ePortfolio gefunden haben. Und welche Funktionen sie sich in Mahara wünschen würden (Gruppenfunktion mit gemeinsamen Kalender, Ansichten gleichzeitig in unterschiedliche Sammlungen einstellbar,…). Die Thematik war interessant und lehrreich, sicherlich können wir an der HWR Berlin das Potential von Mahara noch etwas mehr ausschöpfen.

Christiane Brockmann von der TU Darmstadt zeigte wie sich die Moodle-Aktivität “Workshop” in sehr großen Lehrveranstaltungen erfolgreich einsetzen lässt. Die Studierenden lernen dabei nicht nur zur Thematik, sondern merken in kleinen Schritten wie konstruktive Kritik eigene Beiträge verbessert. Gleichzeitig wird der letztendliche Eintrag ins Glossar qualitativ abgesichert. An der Universität Leipzig wird das Peer Assessment erfolgreich bei der Erstellung von Exposés für Masterarbeiten eingesetzt.

Andreas Wittke vom Institut für Lerndienstleitungen an der FH Lübeck stellte die neue –auf Moodle basierende – MOOC Plattform „mooin“ vor. Um manche Moodle-Aktivitäten, die der Anpassung zum Opfer fielen tut es mir leid (s.o. Workshop mit Peer-Review), rausgekommen ist jedoch eine attraktive Kursoberfläche. Und wie Herr Wittke betont: „Wir sind immer für neue Ideen und Kooperationen offen.” Das zentrale Element ist immer ein Video mit integrierten Quizfragen (mittels Capira). Das Kursdesign ist für die Darstellung auf mobilen Endgeräten optimiert. Kleine Badges kennzeichnen den Lernstand und sollen als „spielerisches Element“ motivierend wirken.

Es waren in jedem Fall sehr intensive Tage in einer bezaubernden Stadt und ich danke den Organisatoren vor Ort.

 

 

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