Mein Erasmus-Aufenthalt an der Universität Stockholm

Durch meine Teilnahme am Employee+ Programm an der HWR Berlin habe ich die Möglichkeit bekommen, eine Austauschwoche am Daten- und Systemverarbeitungszentrum der Universität Stockholm durchzuführen. Hier möchte ich meine Erfahrungen teilen.

Das seit 2017 an der HWR Berlin angebotene Employee+ Programm richtet sich speziell an Mitarbeiter und besteht aus einem theoretischen sowie einem praktischen Teil. Zunächst absolviert man einen Englischkurs, der immer wöchentlich über ein Semester hinweg stattfindet. Anschließend schreibt man eine Abschlussprüfung und bei entsprechender Note darf man einen Aufenthalt an einer Partnerhochschule absolvieren. Grundsätzlich steht es aber allen Angehörigen der HWR Berlin frei, egal ob Studierende, Lehrende oder Personal, sich für die von der europäischen Kommission geförderten Erasmus-Programme zu bewerben. Hier findet ihr alle Informationen darüber.

Meine Wahl der Austauschhochschule fiel auf Schweden, da ich mich sehr für das Land interessiere und wusste, dass Skandinavien bereits Vorreiter im Bereich E-Learning und Digitalisierung in der Lehre sind. Mein Ansprechpartner vor Ort war Harko Verhagen, Dozent für Informationstechnologie. Er zeigte mir das Moodle der Uni Stockholm und besprach mit mir die Vor- und Nachteile der digitalen Lehre. Auch an der Uni Stockholm werden “Blended Learning” Studiengänge angeboten. Er gab zu bedenken, dass es für ihn als Dozent gerade bei großen Kursen schwierig ist, geeignete E-Leanring-Formate zu finden. Denn z.B. Videokonferenzen mit so vielen Studierenden sind schwierig durchzuführen.

Anschließend wurde ich durch das sehr moderne Gebäude geführt. Alle Räume sind mit Whiteboeards und Lautsprecheranlagen ausgestattet. Viele Räume verfügen zusätzlich über ein Videokonferenzsystem, die Universität Stockholm nutzt den Anbieter Polycom. Die Medienanlagen in den Räumen werden durch Touchpanels auf dem Dozententisch gesteuert. Es gibt Räume für die Studierenden zum Aufnehmen von Ton und Musik, Videos und Schnittplätze zur Bearbeitung der Medien. Die Aufenthaltsräume sind hell und bunt gestaltet.

Nach der Rundführung habe ich den Leiter der Abteilung Video kennengelernt. Er hat ein Videostudio mit großer Greenscreen-Wand eingerichtet. Hier werden Lehrfilme aber auch News-Shows für die Hochschule gedreht. Außerdem gibt es Extraräume, in denen Lehrende Ihre Videos bearbeiten oder Podcasts einsprechen können.

Nachmittags habe ich die “IT-Crowd” kennengelernt, die mir die Serverräume und PC-Labore gezeigt haben. Außerdem habe ich an einer Besprechung über “Design-Thinking” teilgenommen. Die Arbeitsgruppe war gemischt aus Dozenten und Mitarbeitern aus IT und der Bibliothek. Sie machten sich darüber Gedanken, wie man typische Probleme an der Universität kreativ lösen kann und Anleitungen ansprechend gestalten kann.

Am nächsten Tag habe ich mit dem Leiter der Abteilung Video das Studio vorbereitet für eine am nächsten Tag stattfindene Aufzeichnung einer Hochschulsendung. Die Universität Stockholm verfügt über einen Hochleistungsrechner mit Spezialsoftware, die sofort das Bild vor dem Greenscreen umwandelt. Eine aufwändige nachträgliche Bearbeitung, wie wir es bei uns noch machen müssen, ist also nicht nötig.

Der Austausch war sehr spannend und ich bin mit vielen neuen Eindrücken zurück zur HWR Berlin gekommen.

 

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Ein Gedanke zu „Mein Erasmus-Aufenthalt an der Universität Stockholm

  1. Schöner Artikel, dankeschön! Ich war vor einigen Jahren auch an der Uni Stockholm, für einen Vortrag über E-Learning. Eingeladen hatte Prof. Harald Kjellin, der ein solches Studio eingerichtet hat (vielleicht sogar das von Dir besuchte?). Er hat eine irre Menge an Videos gemacht – weniger über Veranstaltungen, mehr für Fortbildung, auch für die Industrie, und mit Graduate Students zu ausgewählten Themen wie Leadership, für die wenige seriöse Videos existieren (dafür jede Menge Geschwafel und Beratungs-Werbefilme). Der Aufwand hat mich sehr beeindruckt – das Ergebnis auch. Mir schien es, als ob viele Dozenten den Video-Aufwand scheuten. Kjellin hat der HWR auch geholfen: eine große Zahl von Audio-Aufnahmen in einem unserer MOOCs (Research Methods) wurden als Gespräche zwischen uns aufgezeichnet. Er ist dadurch bei uns also auch irgendwie bekannt…

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