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Möglichkeiten zur Verwaltung des Literaturverzeichnisses

Mechthild Stier 2 Dezember 2017 No Comment

 

Student mit vielen Büchern (Quelle: Pixabay)

Alle, die eine Seminar-, Haus-, Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit schreiben, sind entweder daran verzweifelt oder haben es mit Bravur gemeistert obwohl sie dennoch unsicher waren. Die Rede ist von dem Einfügen von Zitaten sowie dem Erstellen des geliebten Quellen- und Literaturverzeichnisses. Da ich gerade selbst meine Masterarbeit schreibe, bin ich auf der Suche, wie man mit so wenig Aufwand wie möglich die ganze Literatur in Word einfügt und anschließend darauf beim Zitieren zurückgreifen kann. Ich kannte viele, die per Hand die Zitate in den Fußnoten gesetzt haben. Das ist natürlich möglich, aber kostet viel Zeit und gerade bei Abschlussarbeiten ist Zeit eher Mangelware. Daher gebe ich einen kleinen Überblick über verschiedene Möglichkeiten zur Literaturverwaltung und deren Organisation.

Microsoft Word

Der Klassiker mit dem die meisten vermutlich arbeiten ist natürlich Microsoft Word. Bei allen Versionen gibt es die Möglichkeit unter der Schaltfläche “ Verweise“, Zitate einzufügen und die eigenen Quellen zu verwalten. Unter “Quellen verwalten” können Sie Ihre Bücher, Buchabschnitte und Internetseiten per Tastatur eingeben und speichern. Diesen Schritt empfehle ich vor Beginn einer jeden Arbeit. Denn sobald man all seine Literatur eingepflegt hat, ist es mit nur einem Klick möglich die gewünschte Quelle zu zitieren. (Schaltfläche “Zitat einfügen”). Dennoch fällt es mir selbst schwer, zu wissen, ob ich alle Angaben korrekt eingegeben habe. Zusätzlich bietet Word auch verschiedene Formatvorlagen für das Zitieren an. Einen weiteren Vorteil gibt es bei der Erstellung des Literaturverzeichnisses. Denn dieses wird nun mit den eingepflegten Werken automatisch bei der Auswahl der Schaltfläche „Literaturverzeichnis“ erstellt.
Für mich war das Eintippen allerdings immer sehr mühselig, deshalb begab ich mich auf die Suche nach anderen Möglichkeiten.  Dabei entdeckte ich Mendeley und Citavi. Diese möchte ich hier nicht vorenthalten, weil diese beiden sehr nützlich sind.

Mendeley

Mendeley ist ein kostenloses Literaturverwaltungsprogramm und zugleich ein soziales Netzwerk. Mithilfe von Mendeley können sowohl wissenschaftliche Artikel als auch PDF-Dokumente gesammelt, organisiert, zitiert und sortiert werden. Darüber hinaus können Sie auf der Website ein persönliches Profil anlegen und mit weiteren Forschern Kontakte knüpfen. Um Mendeley zu nutzen, muss man sich ganz einfach auf der Homepage mit seiner E-Mail Adresse registrieren. Danach erhalten Sie Ihr persönliches Profil, welches Sie mit einem Profilbild, Interessen und Ihrem Lebenslauf gestalten können. Um Mendeley zu benutzen, müssen Sie zusätzlich noch den Mendeley Destkop downloaden. Sobald Sie Mendeley verwenden, können Sie ganz einfach Ihre PDF-Dokumente und wissenschaftlichen Artikel zum Beispiel per Drag&Drop oder über die Schaltfläche “+ADD” einfügen. Positiv ist, dass man mithilfe des Mendeley Desktops auch nach Literatur suchen und diese auch einfügen kann. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Favoriten auszuwählen und weitere Informationen zu der Literatur in dem Detailbereich zu suchen.  Außerdem kann Mendeley noch mehr. Einerseits gibt es die Möglichkeit, den Web Importer zu installieren, welcher Ihnen ermöglicht, Dokumente direkt von einer Website in Ihre Bibliothek einzufügen. Andererseits können Sie das Mendeley “Citation” PlugIn installieren. Mithilfe dieses PlugIns können Sie ganz einfach Ihre Literatur in Ihrem Dokument zitieren. Das PlugIn ist kompatibel mit Microsoft Word, Libre Office sowie BibTeX. Mendeley bietet dabei viele Formatvorlagen für das Zitieren an. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, auch ein eigenen Zitierstil zu kreieren. Mendeley fällt vor allem durch die leichte Bedienung auf. Darüber hinaus ist mir das Zitieren auch sehr leicht gefallen. Darüber hinaus lassen sich viele wissenschaftliche Artikel in den unterschiedlichsten Sprachen finden. Jedoch ist Mendeely dabei, bei mir an Grenzen gestoßen. weil ich einige deutschsprachige Bücher in der Literatursuche nicht wiederfinden und in meine Bibliothek einfügen konnte. Das könnte daran liegen, dass Mendeley hauptsächlich im englischsprachigen Raum aktiv ist.  Alles in allem lohnt es sich Mendeley auszuprobieren. Besonders, wenn man vorhat auf englischsprachige Literatur zurückzugreifen. Wer mehr über die Benutzung erfahren möchte, kann sich dieses Video ansehen.

 
(Quelle: Youtube;Mendeley Account: //www.youtube.com/watch?v=Gv6_HuCYExM [Aufruf:01.12.2017])

 

Citavi

Citavi gehört vermutlich zu dem am meisten bekannten Programm zur Literaturverwaltung an Hochschulen. Leider hatten wir in unserem Studium nie eine Einführung in dieses Programm bekommen. Zur Freude aller Studierenden und Forschenden besitzt die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin eine Lizenz für Citavi. Der einfachste Weg Citavi zu erhalten, ist über deren Homepage. Dabei müssen Sie auswählen ob sie Student*in oder Dozent*in sind.  In dem nächsten Schritt müssen Sie Ihre Hochschul-Email Adresse angeben. (zur Erinnerung: s_na...@stud.hwr-berlin.de/e_na...@doz.hwr-berlin.de) Befolgen Sie nun die weiteren Schritte und installieren Sie anschließend Citavi auf Ihren Rechner. Citavi besitzt ebenfalls ähnliche PlugIns wie Mendeley um Literatur aus dem Web in Ihre Bibliothek einzufügen. Das besondere bei Citavi ist der sogenannte “Citavi Picker”. Dabei handelt es sich um eine sehr nützliche Erweiterung in Ihrem Browser. Wie der Name schon verrät, kann man mithilfe des “Pickers” Literatur, welche man in den Online-Katalogen der Hochschulbibliothek findet, in die Citavi Bibliothek einpflegen. Dabei müssen sie nur auf das kleine rote Symbol achten und auswählen. Der Aufbau der Citavi Bibliothek ähnelt dem Programm Mendeley. Man kann ebenso PDF-Dokumente und wissenschaftliche Artikel via Drag&Drop in die Bibliothek einfügen. Außerdem werden alle Titel mit den dazugehörigen Informationen gelistet. Wegen dem Citavi Picker kann man an dieser Stelle auch sicher sein, dass die Bücher auch gefunden bzw. in die Bibliothek importiert werden. Citiva bietet neben der Literaturverwaltung auch noch die Möglichkeit das Wissen zu organisieren und Aufgaben zu planen. Mithilfe der Wissensorganisationen kann eine Gliederung der Arbeit erstellt und dazugehörige Literatur hinzugefügt werden. Mithilfe der Aufgabenplanung können Sie verschiedenen Titeln Aufgaben zuweisen, die Sie noch bearbeiten müssen. Ebenso wie bei Mendeley gibt es bei Citavi ein AddIn, welches das Zitieren in zum Beispiel Word-Dokumenten erleichtert. Bei Citavi gibt es ebenfalls verschiedene Zitiervorlagen, die man für seine Zwecke auswählen kann. Für mich ist Citavi sehr übersichtlich und man erhält einen sehr guten Überblick über die Literatur. Einen großen Vorteil sehe ich vor allem durch die Verwendung des “Citavi Pickers”, weil man damit einfach jedes Buch in seine Bibliothek importieren kann.

Alles in allem gibt es gute und einfache Möglichkeiten seine Literatur ohne großen Aufwand zur organisieren. Beide ersparen viel Zeit und erleichtern die Sammlung von wissenschaftlichen Artikeln. Mendeley würde ich besonders für diejenigen empfehlen, die Ihre Seminararbeiten auf Englisch schreiben. Ich habe bei Mendeley auch eher das Gefühl, dass es vorrangig eine Plattform bzw. soziales Netzwerk für Forschende ist. Dennoch ähneln sich Citavi und Mendeley vor allem in ihrem Aufbau und der Nutzung. Trotzdem würde ich eher Citavi benutzen. Für mich ist Citavi noch ein Funken übersichtlicher und ich sehe einen großen Vorteil in dem Citavi Picker in den Online-Katalogen der Hochschulbibliothek.  Microsoft Word werde ich so gut es geht ganz umgehen.

Abschließend möchte ich auch darauf hinweisen, dass es Basisschulungen für Citavi an beiden Standorten der Bibliothek der Hochschule für Wirtschaft und Recht gibt, in Lichtenberg und in Schöneberg. Ebenso empfehle ich einen Blick in die Kurzeinführung von Citavi.

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