Möglichkeiten des E-Learning für die juristische Lehre

Im Rahmen der „E-Learning 2009“ besuchte ich einen pre-conference Workshop mit dem Thema „Möglichkeiten des E-Learning für die juristische Lehre.
Durchgeführt wurde dieser Workshop von Mitarbeitern des Instituts für Rechtsinformatik der Leibniz Universität Hannover unter Leitung von Prof. Dr. Nikolaus Forgó. Ausgangspunkt im Workshop war die Frage: Ist das Recht für eine Visualisierung ungeeignet? Zunächst wurden einige viel versprechende E-Learning Angebote näher betrachtet, die im Folgenden kurz erwähnt werden.


www.lessig.org
Hier stehen Audio-Cast zu juristischen Sachverhalten zur Verfügung.

www.take-law.de
Take-Law wird als Instrument in den Online-Studiengängen der Hochschule Wismar verwendet. Hier wird die Fallbearbeitung speziell über eine Baumstruktur visualisiert. Zudem stehen Vorlesungsaufzeichnungen zur Verfügung.

www.paux-rein.de
Hier handelt es sich um einen kommerziellen Anbieter von juristischen, multimedial aufbereiteten, Lehrmaterialien.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es bislang zahlreiche kreative Ansätze, aber wenig dauerhaft erfolgreiche Konzepte gibt. Die Visualisierung im Recht scheint also eine Herausforderung zu sein, die in der Komplexität der Materie begründet und mit einem sehr hohen Entwicklungsaufwand verbunden ist. Gleichermaßen gilt die Aktivierung von Lehrenden und Studierenden gleichermaßen als große Herausforderung.

Das Institut für Rechtsinformatik (IRI) verfolgt aktuell folgende Ansätze:

  • Open Content Skript in Form eines Wikis
  • Rollenspiel per Internet (Moot Court online, Austausch von Schriftsätzen, Spielleitung durch einen Mitarbeiter, Vertragsverhandlung via Skype)
  • Videokonferenzen (über das DFN)
  • Virtual Classroom (über das DFN)
  • Dimdim Web Meeting

Zudem wird das IRI künftig Vorlesungsaufzeichnungen anbieten. Dabei handelt es sich nicht um die Live Aufzeichnung von Lehrveranstaltungen, sondern um aufwändige Studioproduktionen. Dabei wird auf speziell auf die Kompatibilität mit den Folienpräsentationen und dem Vorlesungsskript geachtet, damit den Studierenden eine direkte Auswahl der Themen ermöglich wird. Dazu wurde am IRI auch ein spezieller Flash-Player programmiert, der direkt im verwendeten LMS eingebunden wird. Die Pläne des IRI klingen vielversprechend, eine Evaluation wird zeigen müssen, inwiefern mit diesen neuen Möglichkeiten eine Verbesserung des Zugang zu Lernmaterie erreicht wird.

In jedem Fall zeigte sich, dass die Berlin Law School der HWR Berlin mit dem Projekt Juralink auf dem richtigen Weg ist um innovative Lehr- und Lernmedien auf dem Gebiet des Rechts zu entwickeln und eine Visualisierung der Rechtsmaterie möglich ist. Wichtig bei allen Bestrebungen ist, dass eine Nachhaltigkeit sichergestellt wird und Lehrende und Studierende gleichermaßen an der Aktualisierung und dem Aufbau/Ausbau von Juralink mitwirken.

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