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Freies Wissen für alle – Teil 2

Mechthild Stier 2 Februar 2017 One Comment

Abb. 1 Freies Wissen überall und für alle.

Der letzte Teil der Reihe Freies Wissen für alle widmete sich den Plattformen Wikidata und Wikimedia Commons. Doch dies ist noch nicht alles was die Welt von Wikimedia Deutschland zu bieten hat. Für Lehrende und Studierende kann die Plattform Wikiversity, Wiki Books und Wikiquote besonders interessant sein. Diese sind jedoch relativ unbekannt und kaum genutzt. Dennoch können sie für die Lehre und das Studium äußerst nützlich sein. Deshalb stelle ich Ihnen die Besonderheiten dieser Plattformen nun vor.

 

Abb. 2 Logo von Wikiversity

Wikiversity ist eine Plattform, die gemeinschaftliches Lernen, Lehren und Forschen ermöglichen und fördern soll. Sie wurde im Jahr 2006 gestartet.  Auf Wikiversity werden frei zugängliche Lehrmaterialien (Open Educational Resources) für Lehrveranstaltungen an Hochschulen, den Schulunterricht oder zum Selbststudium zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bietet Wikiversity die Möglichkeit, an Lehrveranstaltungen teilnehmen zu können. Aktuell wird diese Plattform in 15 Sprachen angeboten.

Der Aufbau der Plattform ähnelt dem von Wikipedia. Diese ist sehr einfach gehalten. Die Startseite enthält aktuelle Nachrichten bzw. Informationen zu Kursen und Kontaktmöglichkeiten. So gibt es zum Beispiel eine Online-Cafeteria, in der Fragen geklärt werden können.  Noch ist das Angebot von Wikiversity recht rar. Vermutlich liegt dies an der fehlenden Bekanntheit, Urheberrechten und fehlenden Kursen. Es gibt verschiedene Universitäten, welche bereits Hochschulprojekte bei Wikiversity anbieten oder durchgeführt haben. Dazu zählt auch Herr Prof. Dr. Birkenkrahe von der HWR Berlin. Er erstellte im Sommersemester 2013 einen Kurs über E-Teaching und E-Learning an der HWR Berlin. Außerdem gibt es ein Hochschulprogramm von Wikipedia/Wikiversity, welches das Ziel hat, Studierende im Rahmen des akademischen Lernens Wikipedia-Artikel verfassen zu lassen. Dies könnte auch zu einer stärkeren Nutzung von Wikipedia führen und den Austausch fördern. Im Wintersemester 2016/17 nahmen vier Universitäten an dem Programm teil (Leipzig, Basel, Bamberg und Heidelberg). Es sieht jedoch so aus, als würden die Angebote nachlassen, da es sehr wenig Kurse gibt. Deshalb bleibt es spannend, ob es sich in den nächsten Jahren weiterentwickelt.

Abb. 3 Logo von Wikiqoute

 

Wikiquote setzt sich aus dem Begriffen „Wiki“ und „Quote“ (Zitat) zusammen und lässt schon beim ersten Anblick vermuten, worum es sich handelt, nämlich um eine freie Sammlung von Zitaten. Darüber hinaus soll die Sammlung der Zitate in allen Sprachen verfügbar sein.  Die deutschsprachige Wikiquote-Seite wurde 2004 ins Leben gerufen.  Die Sammlung wurde seitdem rege mit Zitaten gefüllt.  So gibt es aktuell ca. 8000 Artikel von Zitaten und 560 Besucher pro Stunde. Aber die englischsprachige Seite hängt sie mit fast 29.000 Artikeln und ca. 5700 Besuchern pro Stunde ab. (mehr Informationen zu den Daten gibt es unter:  (https://stats.wikimedia.org/wikiquote/DE/Sitemap.htm) .
Die Nutzung von Wikiquote ist wie bei allen Projekten von Wikimedia sehr einfach und übersichtlich. Die Zitate sind in Artikeln unter einem Stichwort zusammenfasst. In der Suche kann man zum Beispiel nach einem Autor oder nach Worten suchen. Es öffnet sich dann automatisch eine Seite mit einem Artikel über das gesuchte Wort oder den Autor.  Bei Autoren und Autorinnen kann es sein, dass die Artikelübersicht nach den Werken sortiert ist. Darüber hinaus, werden die Zitate auch zum Teil auf Richtigkeit geprüft.  Dies erkennt man an der Quellenangabe.

Aufgrund der einfachen Bedienung kann ich die Seite nur empfehlen. Man erhält einen sehr guten Einblick über viele mögliche Zitate und man hat den Vorteil, dass man auch auf Zitate mit einer Quellenangabe zurückgreifen kann.

 

Abb. 4 Logo von Wikibooks

Wikibooks ist die freie Bibliothek für Lehr-, Fach- und Sachbücher und unterliegt der Creative Commons Atrribution/Share-Alike Lizenz und GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Die deutschsprachige Version von Wikibooks existiert seit 2004 und es wurden bereits 23.475 Buchkapitel in 688 Büchern geschrieben. Aktuell gibt es 82 fertige Bücher.  Auf der Startseite von Wikibooks sieht man sofort die Fachbereiche der Bücher. Aufgrund der noch geringen Anzahl an vollendeten Werken zeigt sich bereits, dass man eventuell nicht fündig wird. Klickt man zum Beispiel auf das Themengebiet Reise und Landeskunde sieht man bereits fertige und fast fertige Werke, fortgeschrittene Werke und mögliche Bücher sowie angefangene Bücher. Wikibooks legt besonderen Wert auf die Einhaltung der Creative Commons Lizenzen.

Wikibooks ist ebenfalls sehr einfach strukturiert und empfehlenswert. Dabei sollte einem auch immer wieder bewusst werden, dass man selbst Teil dieser Community werden kann und den Prozess Bücher fertigzustellen mit beschleunigen kann.

 

Nun neigt sich die Reihe „Freies Wissen für alle“ dem Ende… Ich habe hier einen kleinen Einblick über die Projekte von Wikimedia gegeben, damit Sie einen Einblick erhalten, welche Möglichkeiten bestehen freies Wissen zur Verfügung zu stellen. Dieses Thema ist besonders faszinierend und ich bin selbst gespannt, wie sich das Thema über „freies Wissen“ in der Zukunft entwickelt. Abschließend kann ich Ihnen nur empfehlen, die Seiten Wikimedia Commons, Wikidata und Wikiquote anzusehen, da diese für den Alltag aber auch in Lehre und Studium sehr nützlich sein können.

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Ein Gedanke zu „Freies Wissen für alle – Teil 2“

  1. birkenkrahe sagt:

    Hallo! Danke, dass Du Wikiversity erwähnst. Ich habe in der Tat eine ganze Reihe von Jahren aktiv mit Wikiversity gearbeitet – auf der deutschen und der englischen Seite. Anlass dafür waren Workshops mit TN von außerhalb der Hochschule. Dafür war das die beste offene Infrastruktur…und ist es eigentlich immer noch, wenn man einfache Bedienung und schnellen Zugriff braucht & Vernetzung mit anderen Inhalten. Interaktiv nicht wirklich, immersiv auch nicht. Vor allem die Vernetzung fehlt mir auch bei Moodle. Meine Ur-Version des ersten MOOCs habe ich auch erst in Wikiversity angefangen, aber dann fehlten mir die Werkzeuge dort. Trotzdem ist es erstaunlich, wie vielseitig einsetzbar Wikis sind – noch lange nicht ausgeschöpft!

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