Future Skills – auf der Suche nach den Kompetenzen von morgen?

von Paula Krug von Nidda

5 Jan, 2023

Klimawandel, Energiekrise, digitaler Wandel - unsere heutige Welt ist geprägt durch große Herausforderungen, die wir als Menschheit angehen müssen. Um diese Veränderungen bewältigen zu können und transformative Prozesse mitzugestalten, braucht es andere Kompetenzen als noch vor einigen Jahren. Das sind die sogenannten Future Skills. Es geht dabei um grundlegende Kompetenzen, die wir benötigen, um sowohl unsere Gesellschaft als auch die Wirtschaft nachhaltig mit- und umzugestalten.
Future Skills spielen dabei sowohl auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene als auch für das einzelne Individuum eine große Rolle. Während es beispielsweise im Kampf um spezialisierte Arbeitskräfte um das Bestehen im wirtschaftlichen Wettbewerb und den Wirtschaftsstandort Deutschland geht, so muss sich auch jeder persönlich weiterbilden und -entwickeln, um fit für den Arbeitsmarkt zu bleiben. Diese Maxime gilt schon lange, aber welche Kompetenzen künftig gefordert sind, das verändert sich, genauso wie sich die weltweiten Herausforderungen ändern.

Was brauchen wir also für Fähigkeiten, um die komplexen Probleme unserer heutigen Welt lösen zu können? Wie können wir und unsere Unternehmen zukunftsfähig bleiben? Und wie können wir die folgenden Generationen dazu befähigen, die Welt von Morgen aktiv zu gestalten?

 

Was sind Future Skills?

Dafür definiert der Stifterverband die sogenannten Future Skills als „branchenübergreifende Fähigkeiten, Fertigkeiten und Eigenschaften, die in den kommenden fünf Jahren in allen Bereichen des Berufslebens und darüber hinaus wichtiger werden“(Stifterverband/McKinsey, 2021). Der Begriff „Kompetenz“ fasst dabei laut Stifterverband all diese Attribute zusammen.

Prof. Ulf-Daniel Ehlers Definition geht noch ein bisschen mehr ins Detail: Er definiert Future Skills als „Kompetenzen, die es Individuen erlauben in hochemergenten Handlungskontexten selbstorganisiert komplexe Probleme zu lösen und (erfolgreich) handlungsfähig zu sein. Sie basieren auf kognitiven, motivationalen, volitionalen sowie sozialen Ressourcen, sind wertebasiert, und können in einem Lernprozess angeeignet werden.“ (Ehlers, 2020 S. 57)

Die Future Skills werden laut Stifterverband in vier Kategorien unterteilt:

Technologische Kompetenzen sind vor allem wichtig, um Technologien effizient nutzen zu können und sie zu gestalten. Darunter fallen beispielsweise Data Analytics & KI, also die Auswertung großer Datenmengen und die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz.

Mit digitalen Kompetenzen sind Menschen in der Lage, sich in einer digitalisierten Umwelt zurechtzufinden und auch aktiv an dieser teilzunehmen. Dazu gehört zum Beispiel „Digital Learning“, die Fähigkeit, digitale Bildungsangebote nutzen zu können und digitale Informationen zu verstehen, einzuordnen und diese auch kritisch zu hinterfragen. Mit „Digital Literacy“ ist beispielsweise gemeint, dass Menschen gängige Software nutzen können, Sicherheitsregeln beim Browsen kennen oder auch, dass sie sorgsam mit den eigenen Daten umzugehen wissen.

Klassische Kompetenzen sind nicht-digitale Schlüsselkompetenzen, die wichtig für den beruflichen Erfolg jedes Einzelnen sind. Es geht dabei vor allem um ganz grundlegende Kompetenzen wie z. B. Lösungsfähigkeit oder Resilienz, aber auch Kreativität und Eigeninitiative gehören dazu.

Transformative Kompetenzen sind zentral, um große gesellschaftliche Herausforderungen verstehen und lösen zu können. Dazu gehören beispielsweise Innovations- und Veränderungskompetenz oder auch die Urteilsfähigkeit.

Kompetenzen der Zukunft – also im Hier und Jetzt nicht so wichtig?

Future Skills – der Begriff suggeriert, dass es sich dabei um Kompetenzen handelt, die wir irgendwann in naher oder auch ferner Zukunft vielleicht mal brauchen werden. Also alles nicht so wichtig? Nein! Es geht bei den Future Skills um Kompetenzen, die in den kommenden Jahren eine noch größere Rolle in der Arbeitswelt spielen werden. Das heißt aber nicht, dass sie nicht bereits relevant sind: Wir stehen auch heute schon vor enormen multiplen Herausforderungen, die sich nicht ohne solche fächerübergreifenden Kompetenzen lösen lassen. Einzig die Relevanz dieser Fähigkeiten wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken. Wir suchen also nicht die Kompetenzen von Morgen, sondern die, die wir uns auch heute schon aneignen müssen.

Und was können die Hochschulen tun, um Studierende beim Erwerb der Future Skills zu unterstützen?

Details dazu gibt es in der vom E-Learning-Zentrum organisierten Veranstaltung „Future Skills: Zukunftskompetenzen für die Welt von heute?!“ am 26. Januar 2023. Referent Prof Dr. Ulf-Daniel Ehlers zeigt auf, wie Hochschulen mit der Entwicklung der Future Skills umgehen können und stellt Modelle und Profile für Hochschulentwicklung zur Diskussion.

Zur Anmeldung zur Veranstaltung gelangen Sie über die Veranstaltungshinweise der HWR.

Weitere Informationen zum Referenten finden Sie hier: https://nextskills.org/

Falls Sie am Tag der Veranstaltung verhindert sein sollten, finden Sie zeitnah zur Veranstaltung eine Berichterstattung dazu hier auf dem Blog des E-Learning-Zentrums.

Quellen

Ehlers, UD. (2020). Future Skills – Leitmarken einer neuen Bildungskonzeption für Hochschulen. In: Future Skills. Zukunft der Hochschulbildung – Future Higher Education. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-29297-3_1

Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. (2021): Future Skills 2021 – 21 Kompetenzen für eine Welt im Wandel

Bildungsministerium des Landes Schleswig-Holstein (2022, 15.Juni). Future Skills an Hochschulen [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=4WC093FlQk0

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