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Kleine Schritte führen zum Ziel: 1. Hochschultag der HWR Berlin

birkenkrahe 31 Oktober 2013 15 Comments

Masse und Macht: Hegel mit Berliner Studenten. (Quelle: Wikipedia)

Ein Informatiker, der Technologie an die zweite Stelle hinter der Didaktik verweist und der auch gut strukturierten Unterricht nur an einer Wandtafel schätzt.

Eine Ph.D. Studentin, deren Betreuung entlang der Achse Berlin – London via Skype und Google Docs verläuft und die dafür plädiert, auch mal zu improvisieren.

Eine MBA Studentin, die von agilen Methoden während einer Semesterprojektarbeit profitierte und es gut findet, wenn die Bedingungen im realen Unternehmensumfeld schon im Unterricht geübt werden.

Ein Student, der sich vor allem mehr Basisinformationen über E-Learning wünscht. Die oft heillose Verwirrung von Lehrenden und Lernenden unterstreicht er dadurch, dass er 25 (!) verschiedene Werkzeuge anführt.

Ein Dozent, der einen neuen Streit „der zwei Kulturen“ beschwört: dient die Hochschule vor allem zur Vermittlung von Kompetenzen, oder soll sie ein Ort forschenden Lernens sein? — Ein Streit, welcher durch die Entwicklung von Lerntechnologien kanalisiert wird und in dem Hype um MOOCs seine jüngste Inkarnation erfährt.

Und schließlich ein voll besetztes, Aktives Plenum, das gemeinsam die Frage beleuchtet, ob die Virtualisierung der Hochschule durch mehr E-Learning gut oder schlecht sei für die Beziehungen zwischen Dozenten und Studenten:

Das waren die sechs Zutaten, aus denen wir beim gestrigen 1. Hochschultag der HWR Berlin unseren Zaubertrank brauten. Der Dozent und die Hochschule danken vor allem den vier HWR-StudentInnen Lennart Bolduan, Anne Fiedler, Stefanie Quade und Johannes Scheibe für Ihre sorgfältige Vorbereitung und ihre eindrücklichen Präsentationen, die nicht wenige Teilnehmer unseres Workshops begeisterten.

Nach vier Workshops, endlosen Kaffeeströmen, einem Meer von Orangensaft und Bergen von Brezeln erinnerte der sympathische  Keynote Speaker, Prof. Thilo Harth von der FH Münster in seiner Abschlussbemerkung an die wichtige Wahrheit der „kleinen Schritte“: manchmal ist es nicht nötig, alles umzuwerfen, um die Welt zu verändern. Für die Lehre bedeutet dies, dass oft kleine Veränderungen, kleine Herausforderungen, die ernst genommen werden, die Beziehung zum eigenen Unterricht, aber auch die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden nachhaltig verbessern können. Dies gilt nicht zuletzt auch für E-Learning und die neuen Medien.

Ein letzter Dank geht an die Hochschule und die OrganisatorInnen für einen spannenden Tag voller guter Einsichten und guter Begegnungen.

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15 Gedanken zu „Kleine Schritte führen zum Ziel: 1. Hochschultag der HWR Berlin“

  1. AFI sagt:

    Zuerst: Vielen Dank, dass wir eine solche Plattform zur Vorstellung und Diskussion des E-Learnings hatten! Toll, wenn so viele Mitglieder des Lehrkörpers die Rückkopplung aus Studentenperspektive (dankend) annehmen und hinterfragen, warum ist das so?! Die zahlreichen Rückfragen und das Feedback haben mir den Eindruck vermittelt, dass das Auditorium „hungrig“ nach einer solchen Möglichkeit gewesen ist und unsere Ideen sowie Beispiele aufgesogen wurden. Eine gute Voraussetzung weiter an der Integration von Blended Learning in den Studienalltag an der HWR zu arbeiten. Unbedingt fortführen!

  2. Lennart Bolduan sagt:

    Ich empfand die Veranstaltung als rund um gelungen.
    Nach den Vorträgen wären sicherlich viele noch ein stunde oder zwei geblieben um weiter über ihre Erfahrungen zu reden bzw. um sich gegenseitig aus zu tauschen.

    Die kontrastreiche Darstellung des E-Learnings zeigt, dass E-Learning genau so facettenreich ist wie die Lehre selbst.
    Gerne mehr! Gerne Länger! Gerne mit Häppchen am Wochenende!

  3. StefanieQ sagt:

    E-Learning hautnah gab es an dem Hochschultag! Der Workshop wurde von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aktiv diskutiert! Ich vier verschiedenen Studie-Beispiele und die verschiedenen Anregungen und Erfahrungen aus dem Publikum waren spannend zu beobachten! Ich finde, dass der Tag gezeigt hat, wie viel Bedarf nach Austausch an der Hochschule da ist. Ein ausgebuchter Workshop an einem internen Hochschultag! Alle Achtung!

  4. JScheibe sagt:

    Ich stimme den bereits geäußerten Meinungen zu, dass das Auditorium einen recht „hungrigen“ Eindruck gemacht hat, und dass ein wenig mehr Zeit uns die Möglichkeit gegeben hätte, bestimmte Teilthemen mehr zu vertiefen. Immerhin ist der Appetit jetzt angeregt – hoffentlich nicht nur kurzfristig 😉 – und die weiteren Angebote der Hochschule bezüglich Moodle, Schulungen usw. sind ja auch relativ zahlreich. Wenngleich Google z.B. besser weiß als die Hochschulseite, wann denn das nächste Elearning Frühstück ist…

  5. Michael Tolksdorf sagt:

    Marcus Birkenkrahes Beitrag hat den ersten Hochschultag bei mir noch einmal aufleben lassen, nicht zuletzt auch die Tabelle mit den Ergebnissen des aktiven Plenums, bei dem das Schicksal (verkörpert durch Marcus B. und seine Regieanweisungen) mich auf die Seite der „pro“-Argumentatoren verschlagen hatte. Bei aller Unsicherheit kam ich mir dann doch den raumseitig getrennten anderen Kolleg/innen überlegen vor, die, ob sie wollten oder nicht, die „Contraindikation“ für elearning Inputs zu beschwören hatten.
    Vor noch wenigen Jahren erschien mir Marcus wie ein Prophet in der Wüste, und ich eines der vielen Sandkörner, die sich nur bewegten, um der Düne eine andere Form zu geben. Jetzt meine ich ganz deutlich beobachten zu können, dass überall Strandhafer sprießt: Die Wüste lebt, die HWR als Sahel-Zone mit entgegengesetzten Vorzeichen.
    Schau’n wir mal, welche Ergebnisse der 2. Hochschultag bringen wird!

  6. birkenkrahe sagt:

    @AFI — Ich war auch sehr angenehm berührt von der aktiven Teilnahme und dem großen Interesse an diesem Workshop. Das Interesse am Thema E-Learning ist in den letzten Jahren stetig gewachsen: ich erinnere mich noch gut an Veranstaltungen, die eher wie die Treffen einer Geheimgesellschaft oder einer Sekte wirkten… Und das ist nur fünf Jahre her! Diese Arbeit mit und ohne großes Publikum führen wir im Rahmen unseres Hochschulpakt-Projekts kontinuierlich durch – und wie die Veranstaltung gezeigt hat, gibt es mehr als genügend gute Beispiele sowohl bei Studierenden als auch bei Lehrenden. Danke für Deinen Input!

  7. birkenkrahe sagt:

    @Lennart — I hear you re: „Häppchen“. Aber arbeiten wir in der Lehre nicht für liebe und gute Worte? – Spaß beiseite, vielen Dank. Ich glaube, die Teilnehmer waren besonders von dem improvisierten, wissensorientierten Striptease begeistert, den einer der Studenten vorführte. In der Tat: facettenreich! 😉

  8. birkenkrahe sagt:

    @StefanieQ — ich höre bei deinem Kommentar heraus, dass du einen „ausgebuchten Workshop an einen internen Hochschultag“ nicht wirklich erwartet hattest… Ich glaube wirklich, dass der Auftritt von Studierenden hier das Besondere war, was auch die Zuhörer angezogen hat. Professoren ihre tollen Sachen vorführen zu lassen, das hatten wir schon häufiger (und da kommen leider immer nicht so viele Leute, sondern eher Spezialisten und Fans). Vielleicht sollten wir einfach einmal im Semester (wenigstens) einen offenen Tag haben, oder auch nur einen halben Tag, an dem Studierende für andere ihre persönlichen „Best Practices“ präsentieren können (oder auch ihre „Worst Practices“)?

  9. birkenkrahe sagt:

    @Michael — das geht ja hier Schlag auf Schlag mit den Kommentaren! Toll! Ich danke dir für deinen Kommentar, aber auch für deinen Einsatz beim Workshop: ich bin sicher, dass du dich auch auf der „Gegenseite“ gut geschlagen hättest… Außerdem sieht man ja bei Betrachtung der Tabelle oben, dass viele Vorteile und Nachteile fast identisch sind: ich schließe daraus, dass es um den Ansatz, die Absicht und die Implementierung geht, wenn man aus den Werkzeugen das Beste herausholen will. — Deine Erinnerungen an die Wüstenei kann ich gut nachvollziehen. Du selbst hast dich, wie ich weiß, an den neuen Entwicklungen aktiv und vor-bildlich beteiligt: danke dafür! „Die Wüste lebt“ muss ich mir unbedingt als mögliches Motto für einen zukünftigen Workshop merken. Vielleicht beim von dir beschworenen zweiten Hochschultag!

  10. Andrea Männel sagt:

    @Marcus

    Vielen Dank für diesen interessanten Blogartikel. Beeindruckt lauschte ich den Abschlussworten des erfahrenen Kenotespeakers Prof. Thilo Harth, der Euren Workshop m.E. besonders positiv hervorgehoben hat. Schön fand ich seinen Aufruf, ein (1!) neues Tool auszuprobieren, weil man dieses nur dann einschätzen kann, wenn man es selbst ausprobiert hat.

    Persönlich bin ich nach all meinen Fortbildungen zum Thema Didaktik sehr davon beeindruckt, wie Du einen ausgezeichneten Workshop zum Thema gute Lehre durchgeführt hast, ohne selbst Protagonist zu sein.

    Wie wurden die Zutaten vorbereitet und zusammengestellt, um solch einen erfolgreichen Zaubertrank zusammenzubrauen?

    Und…kann es sein, dass diese Frage vom Dozenten und seinen Studierenden unterschiedlich beantwortet werden würde?

    AM

  11. birkenkrahe sagt:

    @Andrea danke für die Blumen! Tatsächlich war mein eigener Anteil eher abstrakt und wurde auch von den Zuhörern kommentarlos übergangen (im Unterschied zu den studentischen Beiträgen, die viel Diskussion hervorriefen)…Deine Frage zur Vorbereitung ist interessant: auch für mich, denn ich hatte einen solchen Workshop noch nicht vorbereitet. Kurz gesagt, haben wir eine Kombination aus Google Docs und Skype benutzt, uns aber vor dem Workshop selbst nicht einmal als Gruppe getroffen, und nur einmal via Skype. Das Google Docs Planungsdokument umfasste am Ende 2.200 Worte (10 S.) — also nicht wirklich ein „spontaner“ Workshop! Entlang des Weges erstellten wir beispielsweise diese Tabelle, die wir dann am Ende gar nicht verwendeten, weil eigentlich allen Studierenden in der Woche vor dem Termin etwas Besseres ein fiel. Sehr schön fand ich, dass trotz des sozusagen standardisierten Vorbereitungsprozesses alle Teilnehmer eine völlig andere Show präsentierten: das übersetzte sich direkt im Kurzweil für die Zuhörer! Ich habe das oft bei Studenten-Präsentation beobachtet: Klarheit ist wichtig im Bezug auf den Rahmen, aber die Performance selbst sollte man so freizügig wie eben möglich gestalten – nur so wird echte Kreativität (= Unterschiedlichkeit der Denkweisen und Herangehensweisen) freigesetzt.

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