Mahara – Durchsetzungsfähig im Hochschulalltag?

Mit Mahara können eigene E-Portfolios angelegt und verwaltet werden. Diese kann der Ersteller einzelnen Personen, Gruppen  oder auch dem WWW freigeben. So wird jederzeit gewährleistet, dass nur zugriffsberechtigte Personen an den Inhalt der sogenannten Ansichten kommen. Der Benutzer kann beliebig viele Ansichten erstellen und für jede einzelne Freigaberechte erteilen. Um Ansichten zu erstellen, werden sogenannte Artefakte genutzt. Das können Bilder, Textfelder, eigene Profildaten, u.v.m. sein. Hervorzuheben ist auch die Koppelfunktion mit Google Apps wie den Google-Kalender und Google-Docs. Wer YouTube-Videos einbinden möchte, dem sind auch keine Grenzen gesetzt. Es gibt viele Möglichkeiten seiner Fantasie freien Lauf zu lassen und ein sehr persönliches E-Portfolio zu gestalten. Wurden mehrere Ansichten erstellt, können diese zu Sammlungen zusammengefügt werden. Dies könnte bei Bewerbungen von Vorteil sein, um Abschlussarbeiten, Lebenslauf u. A. gesammelt zur Verfügung zu stellen.

Im Alltag der Hochschullehre kann Mahara auch gut eingesetzt werden. So habe ich z. B. meinen Praktikumsbericht in Mahara erstellt. Dieser kann individuell angefertigt und dem Dozenten zur Benotung freigegeben werden. Wenn es gewünscht wird, können Kommilitonen Kommentare schreiben und somit Feedback geben. Dies unterstützt einen aktiven Austausch zwischen den Studenten sowie zwischen Student und Dozent.

Die Bildung von Gruppen innerhalb von Mahara ist möglich. So kann eine Studiengruppe Mitglied in einer Mahara-Gruppe sein und sich somit austauschen und verschiedene Ansichten anlegen. Jedoch hat die Gruppenfunktion seine Grenzen, wie ich leider feststellen musste. Aus eigener praktischer Erfahrung ist die Bearbeitung in Gruppen als sehr schwierig anzusehen, denn Ansichten können immer nur von einzelnen Personen angelegt werden. Studenten mit einfachen Berechtigungen können dann nicht gemeinsam an einer Ansicht mitarbeiten, sondern nur lesen. Änderungen können nur über den Ansichtersteller erfolgen. Dies zeigt die Grenzen der Gruppenarbeit in Mahara auf. Ein angestrebtes Gruppenprojekt mussten wir aufgrund dieser Tatsachen leider abbrechen. Es ist demnach nur eine individuelle Bearbeitung zu empfehlen.

Eine Erweiterung mit Moodle ist ebenfalls mit Mahara möglich, das so genannte „Mahoodle“. Elemente aus Mahara können direkt in Moodle dargestellt werden. Praktische Erfahren kann ich hier aber noch nicht vorweisen.

Die Benutzung von Mahara ist als leicht einzustufen. Nach einer kleinen Einarbeitungsphase findet sich jeder schnell und gut zurecht und kann in kurzer Zeit ein erstes eigenes E-Portfolio anlegen. Wer Hilfe im Umgang benötigt, kann auf ein ausführliches Handbuch, das im Internet kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, zurückgreifen.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass Mahara für individuelle E-Portfolios sehr gut geeignet und auch mal eine andere Art ist, seine Bewerbungen zu präsentieren bzw. zu ergänzen. In der Hochschullehre sind Einzelarbeiten zu empfehlen, die aber durchaus von Kommilitonen kommentiert werden können. Gruppenarbeiten sind hier nicht zu empfehlen.

Was könnte Ihrer Meinung nach noch Anwendung finden? Gefallen Ihnen die Möglichkeiten, die Sie mit Mahara haben? Konnte schon jemand Erfahrungen mit Mahoodle sammeln?

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4 Gedanken zu „Mahara – Durchsetzungsfähig im Hochschulalltag?

  1. Jerome Duelger

    Ich habe im Rahmen meiner Bachelor Arbeit mit Mahara gearbeitet und war bis auf das von dir erwähnte „Problem“ mit der Gruppenarbeit positiv überrascht.

    Was ich besonders gut finde ist die Tatsache, dass Mahara ähnlich wie ein soziales Netzwerk aufgebaut ist. Ich denke, dass könnte die Motivation der Studierenden erhöhen mit Mahara zu arbeiten.

  2. JScheibe

    Nachdem ich ein paar Mal durch das (leider noch sehr leere) Mahara der HWR gesurft bin, muss ich sagen, dass es tatsächlich einen sehr vielversprechenden Eindruck macht. Nur das mit der Gruppenarbeit kommt immer wieder hoch, bei wem auch immer man nachfragt^^
    Ich denke, letztendlich wird es an den Dozierenden hängen, Mahara zu bewerben und zu nutzen bzw. zur Nutzung aufzufordern. Und das setzt natürlich einen gewissen Einarbeitungsstand voraus, damit man weiß, was man überhaupt umsetzen kann und was nicht.
    Was mir besonders gut gefällt, ist der mobile Uploader für Mahara, den ich im G-Playstore entdeckt habe. Ausprobiert hab ich ihn zwar noch nicht, aber generell mag ich Dienste, die auch im mobilen Bereich Fuß fassen – das wird ja eh immer wichtiger…

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