OER-Camp in Berlin

OER
OER-Camp (Eigenes Foto)

Anfang des Monats besuchte ich zwei Tage das OER-Camp in Berlin. Der erste Tag hat mich sehr begeistert, am Montag waren die Sessions etwas weniger interessant. Wobei das ja auch immer an der eigenen Auswahl liegen kann – die Organisatoren vor Ort haben einen sehr guten Job gemacht!

Im ersten Workshop am  Sonntag arbeiteten wir gemeinsam am “OER-Spickzettel für das Lehrerzimmer”. Nach dem Vorbild der Virtuellen PH Österreich soll ein Plakat mit Hinweisen für den ersten Einstieg entstehen. Auf einen Blick sollen die Lehrenden erkennen:

  • Wie und wo findet man OER-Inhalte, was bedeuten die Lizenzen?
  • Wie kann ich OER einsetzen (Beispielszenarien und Rechte)?
  • Mit welchen Werkzeugen kann ich selber einfach OER-Inhalte erstellen (und warum)?

Schwierigkeiten ergeben sich hier – wie bei den meisten Sachen – in der Stoffreduktion. Wie weit geht man in die Tiefe, von welchen Vorkenntnissen kann man ausgehen, welche offenen Fragen bleiben übrig?

Trotz einer ergänzenden Session am Nachmittag kamen wir nicht schnell genug vorwärts. Ich hoffe hier ergibt sich die Gelegenheit zu einer weiteren Zusammenarbeit. Bis dahin möchte ich auf eine Seite von Microsoft Deutschland verweisen, die erstaunlich informativ ist und auf die Seiten von e-teaching.org.

Bei der nächsten Arbeitsgruppe zum Thema “Lehrbücher kolloborativ erstellen” standen Serlo und Mathe für Nicht-Freaks im Fokus.  Es ging hier vor allem um Features, die für solche Projekte wichtig sind:

  • bereitgestellte Exportmöglichkeit für PDF und andere Formate
  • einfache Möglichkeiten, Übersetzungen einzubinden und synchron zu halten
  • leichtes Einbinden von interaktiven Aufgaben und Inhalten
  • einfache Navigation für Leser und Autoren, automatisches Anpassen von Verlinkungen
  • stete Weiterentwicklung/Anpassung der Software
  • einfache Einbindung vieler Autoren ohne Installation, Hilfeseiten, leichte Einarbeitung
  • responsive Design für mobile Endgeräte
  • einfache Lizenzfreigabe

Aus der Möglichkeit, Lehrbücher einfach und offen zu erstellen und der Möglichkeit diese (bzw. eine Version davon) mit einem Digital Object Identifier (DOI) dauerhaft zu identifizieren, ergibt sich für unsere Lehrkräfte die Frage, ob die Anrechenbarkeit auf Veröffentlichungen im Rahmen des Forschungsauftrages möglich ist. Bisher konnte ich darüber nichts finden, in der OER-Runde gab es breites Interesse an der Frage aber leider keine Antworten. Lösungsansätze werden aus dem Bibliotheksbereich erwartet.

Dann gab es auch schon eine Veranstaltung zu meinem Lieblingstool des OER-Camps: tutory ist ein (mit Gründerstipendium entwickeltes) Autorentool um einfach OER zu erstellen und vor allem zu kombinieren. Remix und Lizensierung waren bisher schwer zu kombinieren. Bei tutory ist das entstehende Arbeitsblatt/der entstehende Lehrbrief kein Werk an sich, sondern eine Zusammenstellung von lizensierten Einzelinhalten  – und damit leichter veränderbar und handhabbar.

Man arbeitet einfach und schnell im Browser (soll auch offline gehen) und kann dann mit einem Klick ein PDF-Dokument zum Download generieren. Um den Inhalt freizuschalten, gibt man für jedes Element die Lizenzbedingungen an. Neben dem praktischen Gewinn des fertigen Materials gibt es dadurch einen Lerneffekt zum OER-Rechtemanagement. Die derzeitige Betaversion hat noch kleine Schwächen (vor allem mit älteren Browsern), ich habe das Werkzeug trotzdem schon fleißig weiterempfohlen.

Richtig schön war die Abendveranstaltung mit Powerpoint-Karaoke. Im privaten Rahmen hatte ich das auch schon mal probiert, im Vergleich der beiden Erfahrungen meine persönlichen Tipps:

  • das Kapopo-Portal kann hilfreich sein, bei SlideShare kann man Folien mit entferntem Bezug zum Feieranlass (bei uns wars die Volljährigkeit) finden
  • keine zu riesigen Präsentationen wählen, der Spaß wächst wenn nicht 150 mal geklickt wird
  • die Zeit knapp bemessen (ca. 5 min), Timer deutlich einblenden
  • Mindestens 2 Co-Moderatoren die sich gegenseitig beflügeln
  • Add-ons (ähnlich wie bei Kapopo) als kleine Aufgaben (“eine Folie wütend/singend/…”) können überraschende Talente hervorrufen

Am folgenden Tag zur Verleihung des OER-Awards war ich nicht dabei, Kristina stellt die Preisträger vor.

Hier noch ein paar Links, die an den beiden Tagen angesprochen wurden:

Auch der Praxisrahmen für OER ist einen Blick wert – auch wenn er mühsam zu lesen ist und wenig konkrete Handlungsanregungen bietet.

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